Dach erneuern oder nur reparieren? Entscheidungsmerkmale?

18.03.2010



Hallo,
also wir stehen vor einem Problem.
Wir haben ein denkmalgeschütztes Mehrfamilienhaus erworben.
1908 - vier Stockwerke 480qm
"Über" dem Haus befindet sich ein relativ kompliziertes Dach.
Erker, Turm, Mansarde, Balkonauschnitte. Als wir jemanden für das Ausblasen mit Zellulose da hatten, schockierte er uns mit der Feststellung das Dach müßte komplett erneuert werden. Zuviel sei marode. Nach unserer Meinung, gibt es natürlich Stellen die repariert werden müssen. Ziegel die nicht mehr richtig sitze, Latten die brüchig sind, Anschlüsse die gedichtet werden müssen. ABER und nun die Frage: Wann muß ein Dach wirklich runter? Das Dach wird uns zwischen 30 und 40.000 kosten und ist so eigentlich in der Kalku nicht vorgesehen. Alle Dachdecker haben natürlich gesagt, das muß erneuert werden. Aber wer würde schon aus ökonomischem Interesse das Gegenteil behaupten.
Und wenn Du zehn Leute fragst gibts elf verschieden Meinungen.
Na, da hoffe ich doch, dass das hier anders ist?
Grüße
Andreas

PS: gibts die Frage schon und ist gedoppelt, aber genau kenne ich mich noch nicht so richtig hier aus





Wenns schon stellenweise marode ist, wird das Dach locken seine 50-60 Jahre auf dem Buckel haben. irgendwann muß jedes Dach nunmal erneuert werden. Flickwerk ist keine Dauerhafte Lösung bei einem Altbau.
Na und wenn ihr jetzt schon eine Flockung plant und somit einen Kompletten Innenausbau, dann überlegt mal was wichtiger ist, schöne Tapete oder ein Intaktes Dach.

Nur mal so dahin gedacht, stellt euch vor ihr wohnt nun darin, alles schön ausgebaut traalala, und beim nächsten Unwetter tropft euch überall die Suppe rein.
Aber so ganz ohne Besichtigung oder Bilder des Daches kann man nur schwer was zum wirklichen Zustand sagen.



auf der einen Seite ja



Ja das stimmt auf der einen Seite. Aber wieviel Jahre kann ein Dach wirklich ab. Viele heutige denmalgeschützte Gebäude würden nicht mehr stehen, wenn man mit früher auch schon nach dem Motto: "Was alt ist, ist gleich auch kaputt" vorgegangen wäre.
Klar ist es aus der Ferne schlecht zu diagnostizieren. Für mich stellt sich die Frage, was und wenn ja welche sind meßbare oder klare Werte? Wieviel Wasser darf ein Tonstein maximal aufnehmen? Wann ist eine Lattung wirklich kaputt. Und und und... Wenn ich ein Dach von innen Dämme und repariere kostet es mich wahrscheinlich nur die Hälfte und Dicht ist es trotzdem.
Man könnte ja auch sagen: Vollmaterial Backsteine entsprechen nicht mehr der heutigen Wärmeanforderungen, der Putz muß erneuert werden, Installation ja eh und der Zement in den Fugen ist auch schon an der Abfahrtgrenze. Folge: Abriss! Aber in Wirklichkeit wird schonend saniert und das Haus steht hoffentlich noch hundert oder gar zweihundert Jahre. Wie kommts? Ist das mit dem Dach nicht vielleicht genauso.
Das ist, was ich zubedenken gebe.
Grüße



Dach erneuern ?



Hallo,

die wirtschaftliche Lebensdauer guter Ziegeldächer liegt bei etwa 50 Jahren im Maximum.
Altersbedingte Verschleissmerkmale sind:
- Häufung von Undichtigkeiten
- Verrutschen von ganzen Partien bei schwerem Sturm
- Herabfallen von Dachziegeln
- zerstörter Haarkalkverstrich (wenn vorhanden)
- morsche Traufe
- fehlerhafte oder nicht sitzende Verbleiung von Ziegeln
- morsche Latten

Wie sieht es mit Kehlblechen, Rinnen und Fallrohren aus ?
Sauber ? ausgezinkt ? kleine Löcher in der Wandung ?

Grüße vom Niederrhein





Hallo Andreas, man kann ein Dach nicht mit einer Fassade oder sonstigen Bauwerksteilen vergleichen. Das Dach ist weitaus mehr Schädlichen Einflüssen ausgesetzt als alles andere. Schnee, Sturm, Hitze, Wasser und UV Strahlen sind einige davon, das Dach schützt nicht nur den Wohnraum darunter sondern das ganze Haus. Die Dachentwässerung, sprich Traufe,Rinne und Rohre sind in der Regel nach 25-30 Jahren hinüber. Aber wie gesagt, obs wirklich "schrott" ist kann man aus der Ferne nicht sagen.





Danke erstmal für die Antworten.
Ok. fünfzig Jahre hat es aller Wahrscheinichkeit schon auf dem Buckel. Ist das über einen Seriennummer, Herstellungsjahr der Ziegel erkennbar?
Schlimm finde ich eben, dass alles wie Bleieinfassungen, Kaminanschlüsse, Fallrohre, Regenrinnen, da ist alles in Ordnung. In den Bereich wurde von den Vorbesitzern auch immer wieder mal Geld ausgegeben. Und das würde jetzt alles in einem Rutsch, weg und neu gemacht. Das tut nicht nur weh, sondern kostet auch Geld.
Gruß
Andreas



Dach und Nutzung und so weiter



Hallo

Ein Dach ist damals auch nie so ausgebaut und genutzt worden wie heute mit den meist überzogenen "Sachzwängen".
Ein Großteil der Dächer war schwach ausgebaut mit einfachsten Materialien, die billig und meist einfach reversibel waren.
Wenn dann Dachziegel verrutschten oder Bleche undicht waren hat man es schnell gesehen und relativ schnell reparieren können.

Jetzt nach x Jahren soll eine Dämmung rein, die mE. zu hinterfragen ist und das alte Dach soll bleiben.
1. ein Dach wie es von Ihnen beschrieben ist mit Ecken, Erkern, Türmchen, etc. ist meines Wissens nicht so optimal zum Einblasen - da brauchts gerne gerade Sparren von oben bis unten und der Hohlraum sollte auch gekoffert sein und nicht mit Nässe kontaminierbar. Stichwort "Unterdach"!

Gerade eine Planung von Sanierungen, Instandsetzungen oder Erneuerungen sowie Modernisierungen bedarf bei einem gewünschten langlebigen - nachhaltigen Erfolg auch einer gewissenhaften Planung.

Ob es da ratsam ist einen Dachdecker zu fragen ist Ansichtssache!

Wenns nur die Ziegel sind - gehts ja noch.
Wenn aber Holzteile des Tragwerks betroffen sind würde ich nicht sparen.
Das wäre am falschen Ende!

Falls Bedarf - mailen!

an sonsten:

gutes Gelingen

FK



und deine Gedanken



über die alten Reparaturmethoden hat einen Haken: Früher war der Lohn nicht so ausschlaggebend wie das Material - da sparte man am Material. Wenn Du heute einen Dachdecker mit alten Ziegeln ausbessern lääst, kann das sogar teurer werden als gleich alles neu - und dann hast Du weitere 50 jahre Ruhe!
Etwas anderes ist, wenn man selber das Gewerk beherrscht, da braucht man aber hier nicht fragen.
Und vor 100 Jahren war eine einheitliche Optik nicht so wichtig wie heute. Dein Dach soll doch auch schön aussehen- oder ?



Nun,



es ist in der heutigen Zeit kein Problem das Alter einer Dachfläche zu bestimmen. Einfach mal in der näheren Umgebung nachfragen. Welche Ziegeln wurden verwendet...

Und um ehrlich zu sein, ein fairer Dachdecker kann das auch, wenn er möchte.

Der Hinweis auf die Verblechung ist sehr gut. Dies war auch bei mir ausschlaggebend aus der Dachreparatur eine Neueindeckung zu machen, da für die Blecharbeiten fast allle Dachbereiche angefasst werden mussten.

Auch ich möchte gern so viel wie möglich Substanz erhalten, aber manchmal hat halt auch alte Qualitätsarbeit die Haltbarkeitsgrenze erreicht. Dies muss man erkennen. Schönreden endet ansonsten im finanziellen Chaos.

MfG

Paul



Sachverständiger



Hallo Andreas,
aus der Ferne kann dir m.E. keiner helfen. Wenn Du kein Vertrauen in den Dachdecker hast, solltest Du das Ganze von einem unabhängigen Sachverständigen begutachten lassen. Das kostet zwar etwas, aber dann hast Du eine Einsätzung von jemandem der alles vor Ort gesehen hat und keine ökonomischen Interessen in die eine oder andere Richtung hat.

Ach ja, öfters bekomme ich mit, dass viel Geld in die Renovierung gesteckt wird, aber das Dach als untergeordnetes "lästiges" Bauteil vernachlässigt wird. Dabei kommt mehr Schaden von oben als von Fassaden...

Grüße & viel Erfolg
Oliver



Wartet doch



erst mal ab, und laßt ihn doch mal ein paar Bilder machen und Luft holen wenn es geht.
Das ufert ja schon wieder aus.
So kommt man nur von Hölzchen auf´s Stöckchen.



Ich hatte...



...den Fall eines "fast" guten Daches vor Jahren. Bei einer kleinen Reparatur hat sich jedoch gezeigt, daß die Deckung (in diesem Fall Schiefer) sich wohl nach und nach verabschieden wird. Es wären somit regelmäßige Kontrollen und Reparaturen über die Jahre an, mit unkalkulierbaren Kosten. Trotz Zoff unter den damaligen Eigentümern habe ich mich durchgesetzt und die Deckung erneuert. Nach dem Abdecken hatte sich dann ohnehin gezeigt, daß auch am Dachstuhl repariert werden musste. Sparen könnt Ihr mit selber abdecken. Lasst den Dachdecker eueres Vertrauens Gerüst, Container und Schuttrutsche stellen, lockt den hoffentlich vorhandenen Freundeskreis mit einem opulenten Grillfest danach...

Ein dreiviertelaltes Dach zu dämmen, verbietet sich m.E. sowieso. Was wird wohl aus den Zellstofflocken, wenn sie naß werden? Zusammengepappter Klumpatsch ohne Dämmwirkung. Vor diesem Hintergrund ist es auch egal, ob die Deckung nun 42 oder 57 Jahre alt ist. Letztlich ist es auch für die Qualität der Ausführung der Dämmung besser, wenn die Deckung ab ist. Vielleicht ist eine Aufsparrendämmung mit Holzweichfaser realisierbar, was einen deutlich verbesserten sommerlichen Hitzeschutz bedeuten würde. Ein Thema mit Zukunft.

@ Florian

Viele Dachgeschosse im städtischen Raum sind ab der Jahrhundertwende von Anfang an ausgebaut worden.

Grüße

Thomas



Dachausbau



Oh Weisheit!

"Viele Dachgeschosse im städtischen Raum sind ab der Jahrhundertwende von Anfang an ausgebaut worden."

Mit was?

3 cm Heraklith o.Ä. - verputzt!

Vielen Dank für den Tipp!

FK



Na und?



"Ein Dach ist damals auch nie so ausgebaut und genutzt worden wie heute mit den meist überzogenen "Sachzwängen"."

Und deshalb muß es auch so bleiben? Die Sache mit dem Dienstpersonal ist aus der Mode gekommen, das konnte man mit der Wärmeflasche in's nicht heizbare Kämmerlein schicken. Eine Wohnnutzung war damals oft praktiziert, und der heutige Anspruch, Wohnfläche auch heizen zu können, bedarf keiner Rechtfertigung, allenfalls baulicher Maßnahmen.

Grüße

Thomas



Dachausbau alt



Es gab durchaus auch Dachgeschoßwohnungen die an normale Leute vermietet wurden - mit Kachelofen in jedem Zimmer, Dämmung nicht vorhanden (innen auf den Sparren die üblichen Latten, Rohrmatten als Putzträger und Verputz).

Als heute bewohnbar würde ich das nicht unbedingt bezeichnen.

Daß heutzutage überhaupt eine Fachfirma bereit wäre, ein Dach zu dämmen, ohne es vorher abzudecken überascht mich nach meinen bisherigen Erlebnissen zu diesem Thema übrigens ziemlich, ich hatte den Eindruck da würde immer sicherheitshalber die gesamte Eindeckung entfernt, eine Schalung aufgebracht, darüber Konterlattung, Lattung und neue Ziegel etc.

PS: Ein Dachausbau dieser Art (d.h. mit Neueindeckung und Änderungen am Dachstuhl) sichert einem hier in Wien i.A. die ewige Liebe aller Bewohner unterhalb, denn Wassereinbrüche kommen laut Architekten fast in jedem Ausbau mindestens einmal vor.



Dämmung von Innen



Hallo,
also vorgesehen war: Sowohl die derzeitige Strohmattengips Verkleidung als auch die Verschalung rausreißen, dh rückbauen bis auf die Dachlattung. Hinter der Lattung, Latte und Weichfaserplatte (Bitumenbeschichtet) einbauen. Vor die Balken 10x12 Querlattung (6 cm), Dampfbremse und schmale Lattung, dann einblasen und als Abschluß Regips oder Fermacell Platten.
Vorher natürlich wenn das Dach freiliegt, die schadhaften Stellen ausbessern.
Und wenn das Dach nach zehn Jahren, wirkich schlapp macht dann kann man ohne Eingriff in den Wohnraum von außen das Dach neu decken.
Gewonnen wäre finanzieller Spielraum, weil die Mietpreise schwer kalkulierbar sind und mal abgesehen von gedämmt und dicht es die Mieter reichlich wenig interessiert, ob die Ziegel nun neu oder älter sind. Aber es interessiert ihn und das ist eine Güterabwägung, ob die Bäder gut aussehen, die Böden gemacht sind, die Fenster ansprechend und er einen Balkon hat. Es nicht zieht, die Elektrik gut ist, Wasser fließt, das Heizen bezahlbar ist.
Irgendwo sagt eben auch die Bank einfach hier ist Schluß und mir schwahnt einiges wünschenswerte muß auf die Streichliste. Welche Prioritätenliste sollte denn gelten?
Dicht, warm und schön. Sollte man aber nicht auch über die großen Brocken diskutieren?
Grüße
A



Prioritäten



Hallo

"Welche Prioritätenliste sollte denn gelten?"

Das kommt drauf an.
Manche machen eine Schicki Micki Sanierung und verklopfen die Kiste für eine Unsumme.
Nach 10 Jahren kommt das grosse Erwachen der Käufer und dann ist es zu spät.
Andere machen einen nachhaltigen Struktur- und Konstruktionserhalt damit man in den nächsten 50 - x Jahre mal seine Ruhe hat.

Mal alles aufschreiben und dann die Prioritäten selbst festlegen.

Meine Meinung : Am besten spart man an der Dämmerei!

FK

Frage: Wie viele Dachböden nach der Jahrhundertwende waren als Abstellflächen und Wäschetrockenplatz und oder Taubenschlag genutzt als man noch mit Koks im Keller heizte und Kartoffeln dort aufbewahrte?



Diskutieren kann man über alles, klar.



Vielleicht werden künftige Dachschäden aber erst viel später erkannt weils in die Dämmung sickert, was den Aufwand erhöhen könnte. GGf. muß man dann doch durch die Wohnung an die Dämmung. Und wie lange das Flickwerk hält, wird auch kaum einer prognostizieren können. Ich hatte in meinem Fall den Eindruck, daß jederzeit nach der Reparatur auch wieder vor der Reparatur ist. Mieter lieben auch sowas nicht.

Andererseits füllt sich kaum eine Baukasse immer wieder von allein. Ist alles ein Stück weit auch Ermessenssache. Vieleicht mit Förderprogrammen betr. energetischer Sanierung versuchen?

Gutes Gelingen

Thomas



@ Florian Kurz



Die Antwort lautet ganz klar: zweiundvierzig. Die Frage taugt nichts, weil wir inzwischen reichlich 100 Jahre weiter sind, nicht mehr mit Koks im Keller heizen (waren das damals nicht ganz überwiegend Kachelöfen und Kohle?) und die gängigen Energieträger entscheidend teuerer geworden sind. Und weil es sich der Fragesteller offenbar nicht leisten kann, die Mieter aus dem DG rauszukomplimentieren, um ihn als Taubenschlag zu nutzen und der reinen Lehre des Ewiggestrigen zu huldigen.

Grüße

Thomas



50



50 Jahre sind ein gutes Aggument, über das ich schon das Krübeln anfange.
Das Haus soll im Besitz bleiben, dh. erst recht bin ich an einer Nachhaltigkeit (ich hasse dies Wort) interessiert. Und ob wir in zehn oder fünfzehn Jahren eher das Geld haben, ist auch fraglich. Das Orakel verweigert sich in diesem Punkt.
Zur energetischen Sanierung passt es. Aber nach aller Rechnerei des Energieberaters müssen wir um zu einem 130 Haus zu werden. Dach dämmen, Fenster neu, Rückseite dämmen, Innen dämmen und erst dann mit Pellez kommen wir auf die nötigen Wert, wenn ich dann noch denkmalgerecht und stilecht Sanieren will, bin ich bei einem Qm-Preis den die Mieter als Wucher bezeichnen und mich zum bösem Kapitalisten macht.
Grüße
A
Um die Innenverkleidung zu ersetzen komme ich nicht. Ach das Dach war bisher zwar kein direkter Wohnraum aber Mansarde und ist schon zu seiner Entstehungzeit als Wohnraum eingetragen worden. Da bin ich froh, sonst wären für das vierstöckige Haus auch noch Brandschutzauflagen in der Größenordnung von 50.000 fällig geworden



Kachelöfen



wurden denke ich eher mit Holz beheizt oder maximal Braunkohle (-briketts). Steinkohle und Koks war eher eine Sache für eiserne Dauerbrandöfen. Erstere waren denke ich eher in bürgerlichen bis herrschaftlichen Wohnungen zu finden, letztere, bis hinunter zum gemeinen Kanonenofen in Arbeiterwohnungen.

Normalerweise wurden damals sowieso nur die Wohnräume geheizt, in den Schlafzimmern bieb (so überhaupt vorhanden) der Ofen kalt. Nachzulesen u.a. in den autobiographischen Werken von Thea Leitner, die sehr anschaulich ihre Kindheit und Jugend in einer bürgerlichen Familie im Wien der 1920er und 1930er beschreibt.

Aber wir sind hier schon sehr weit weg vom Ursprungsthema würde ich sagen. Faktisch dürften bewohnbare Dachgeschoße um 1900 in der absoluten Minderheit gewesen sein, zumindest hier. Meistens gab es Dachböden mit strikten Brandschutzregeln, maximal zum Trocknen von Wäsche genutzt (und ob das legal war weiß ich auch nicht).

Das alles hilft dem Ursprungposter aber wenig.

Ist der fragliche Bereich derzeit eigentlich bewohnt? In Anbetracht der geplanten Maßnahmen scheint mir das eher unwahrscheinlich. Wenn es finanziell vertretbar wäre stellt sich dann die Frage, ob man den bereich nicht lieber unvermietet läßt, bis die ärgsten Löcher im Budget durch andere Renovierungsmaßnahmen wieder gestopft sind und es dann richtig zu machen.



Vielleicht...



...kombiniert Ihr die Innendämmung mit einer Wandheizung? Das entschärft die Taupunktproblematik, und die WH gilt dank Strahlungswärme als sparsam. Das honorieren auch Mieter immer öfter.

Grüße

Thomas



die richtige Kombinations machts



Es stimmt wir haben uns vom Ursprung der Diskussion, Dach neudecken, woran mache ich es fest, dass es definitiv fällig ist, weit entfernt. Aber leider sind all diese Dinge nicht von einander separiert zu betrachten, denn wie das so schön seit neustem heißt: Das Gesamtpaket muß stimmen! Und ab da kochen die Gehirnwindungen.
Nein, mir wurde von einer Wandheizung abgeraten, gerade im Mietbereich, weil die Gefahr des Anbohrens groß ist und wir wahrscheinlich nicht auf die so niedrig liegende Vorlauftempartatur kommen.
Grüße
a



Dach



Schon mal statt der Pelletsheizung über ein Blockheizkraftwerk nach gedacht?
Von der Größe her würde es passen.

Viele Grüße



BHKW



Hallo,
ja haben wir. Aber uns wurde gesagt unser Warmwasserbedarf im Sommer ist zu niedrig. Dh. die Auslastung ist nicht gleichmäßig genug über das Jahr verteilt.
Und ehrlich gesagt, habe ich auch keine Lust, dann als Stromanbieter mich Selbstständig zu machen, jeder kann sich seinen Stromlieferanten selbst raussuchen und zum Schluß bleibst Du in 15 Jahren, aus welchen Gründen auch immer auf Deinem Strom sitzen. Die Lichtblickvariante hätte mich gereizt und die Investitionskasse geschont - fürs Dach :-)
Aber leider ist noch nicht bekannt, wann Lichtblick Rheinland-Pfalz anschließt.
Dann doch lieber das Geld in ein vernünftiges Dach stecken.
Grüße
A



BHKW



Das ist Ihre Entscheidung.
Sie glauben irgendwann kauft Ihnen keiner mehr den Strom ab?
Sind Sie schon mal auf die Idee gekommen, dann den Strom an Ihre Mieter zu verkaufen? Auf dem Strom bleiben Sie garantiert nicht sitzen.
Wenn Ihnen diese Gedankenspiele zu viel sind: denken kostet nichts.
Falsche Entscheidungen sehr wohl.
Das betrifft übrigens genauso das Dach.
"Uns wurde gesagt..."
Lassen Sie sich das mal von einem Fachmann rechnen!
So etwas sollte man sich schriftlich geben lassen. Immerhin geht es hier um viel Geld.
Man kann die Abwärme im Sommer auch an den Nachbarn verkaufen. Schon mal daran gedacht?

Unabhängig davon:
Etwa ab dieser Größenordnung wie bei Ihnen rechnet sich nach meinen Kenntnissen ein BHKW bereits und eine Pelletsanlage ist nicht viel billiger.
Nur das die keinen Strom produziert.

Diese Diskussion hat Ihnen hoffentlich gezeigt, das Sie ganzheitlich an die Sache herangehen müssen.
Entweder Sie flicken nur das Nötigste und vermieten die Sache solange, bis Sie fast zusammenfällt. Danach können Sie verkaufen.
So würde ein Spekulant vorgehen.
Oder Sie machen eine umfassende Bestandsanalyse, lassen sich sagen was der Wohnungsmarkt jetzt und in nächster Zeit hergibt und entscheiden dann, was wann und in welcher Weise gemacht wird.
Damit meine ich alle Bauteile, Grundrisse, Ausstattung.
Was kostet es, was bringt es.
Dann haben Sie eine sichere Entscheidungsgrundlage.
Dafür müssen Sie jemanden bezahlen, wenn Sie es nicht selber machen können. Aber wenn dieser jemand sich irrt, dann können Sie ihn dafür finanziell zur Verantwortung ziehen.
Das ist der Unterschied zwischen "ich habe jemanden beauftragt" und "mir wurde gesagt".


Viele Grüße



Ein kompliziertes Dach sollte dicht sein...



... bevor es gedämmt wird.

Gerade wenn das Dach eine komplizierte Form aufweist, wird das mit der von innen zwischen den Sparren angebrachten bituminierten Holzweichfaserplatte schwierig.

Was passiert mit den vielen, vielen Anschlüssen zwischen Sparren und Holzweichfaserplatte? Da läuft das Wasser dann gezielt an die Sparren bzw. daran vorbei in die Dämmung. Das merken die Mieter dann erst nach ein paar Monaten, wenns schimmlig riecht oder langsam tropft, wenns draussen garnicht mehr regnet.

Dem alten Ausbau (Putz auf Rohrmatte o.ä.) machen ein paar Tropfen Wasser nicht so viel aus, meist ziehts zwischen den Sparren so gut, dass das wegtrocknet, bevor es durchsickert.
Bei der neuen Dämmung würde nichts mehr weglüften können.
Diese Konstruktion ist sehr viel anfälliger gegenüber kleinen Undichtigkeiten.

Wenn Sie dauerhaft Ruhe haben wollen, und vor allem keinen Ärger mit den Mietern, sollten Sie zuerst das Dach überarbeiten lassen und in dem Zusammenhang eine zweite wasserabführende Schicht über den Sparren anbringen lassen.
Übrigens müssen Rinnen und Anschlüsse nicht zwangsläufig mit erneuert werden, wenn diese noch neuwertig sind und die Konstruktion nicht geändert wird. Es können auch alte Ziegel weiterverwendet werden, wenn sie die Qualitätsprüfung bestanden haben. Sie sollten einen Dachdecker mit Sanierung beauftragen, der Erfahrung in der Denkmalpflege mitbringt. Der kann auch eher erkennen, wenn etwas noch repariert werden kann. Der "Neubau" - Dachdecker kann eben auch nur "neu" decken...

Viele Grüße aus der Vorderpfalz



Bedeutet



eine Neudeckung nicht zwangsläufig eine Schalung auf den Sparren nebst Konterlattung und somit einen um mindestens 45mm dickeren Dachaufbau, der auch alle Anschlüsse etc. unbrauchbar werden läßt?



Katzendenken = gut!



Hallo

Sie schreiben:
eine Neudeckung nicht zwangsläufig eine Schalung auf den Sparren nebst Konterlattung und somit einen um mindestens 45mm dickeren Dachaufbau, der auch alle Anschlüsse etc. unbrauchbar werden läßt?

Sehr gut!

Wenn eine 20 mm Schalung nimmt (wohl das Minimum) dann sollte als weiteres eine Konterlattung drauf (min. 24/50 mm - besser: 30-40 mm - optimal: 60 mm - Bessere Hinterlüftung) dann die Traglattung (min. 24/50 mm - besser: 30-40/50 mm) - da sind wir bei einem Min-Mass von 20+24+24=68 mm.
Wenn sie's verbessern wollen: 24+40+30=94 mm!

Die Mini-Lösungen mit Unterdachbahn und Nur-Lattung sind für den A....!

Bei allen Dacharbeiten immer an die Anschlüsse denken. Je verwinkelter das Dach ist, desto komplizierter die bauliche Realität.
Da werden dann schnell so Zeitbomben eingebaut - die dann in ein paar Jahren zwar nicht explodieren aber den gelackmeierten Bauherrn explodieren lassen.
Das zum Thema: Planung - Bauleitung und Baubegleitung oder Do-it-yourself!
Wenn man manche Selbst-Baustellen nachträglich ansieht (Bauschadensbegutachtung etc) kann man manchmal an das Zitat denken: "Do-it-yourself = mache dir selbst dein eigenes Haus kaputt"

An einer sinnvollen Konstruktion nicht sparen - eher an und oder mit der Dämmerei!

FK