Keller trocken legen, womit neu verfülllen?

23.02.2015 duck914



Hallo,

unser Haus von 1927 hat einen betonkeller und ist feucht.
Da es in 2014 enorm geregnet hat ist der Keller nichtmehr zu benutzen, alles schimmelt. Wir haben uns jetzt 3 Angebote eingeholt und jeder rät etwas anderes.
Der Boden ist Lehmhaltig, der eine meint, Drainage und Füllkies, der andere auf jeden Fall mit Lehm verfüllen, der eine meint, die Entsorgung wäre zu teuer und deswegen wieder mit dem Bodenaushub verfüllen.
Jetzt habe ich an einer Stelle angefangen das Haus freizulegen und der Boden besteht eigentlich nur aus Lehm.


Die Wand wird jetzt mit einer Dichtschlämme versehen und mit einer Dämmplatte und Nobbenbahn geschützt.


Der Lehmboden ist völlig naß, wenn ich in der Grube stehe, fühlt es sich wie ein Wasserbett an.
Deshalb habe ich bereits einen Teil des Bodens entsorgt, bin mir aber jetzt nicht mehr davon überzeugt, dass die Kiesschicht besser ist.

Über Ratschläge wäre ich dankbar.



Kellerabdichtung



Bei bindigem Boden einen Keller senkrecht herunterzuschachten und dann gegen die Baugrubenwand zu betonieren war eine gängige Bauweise. Der anstehende Lehmboden selber war bzw. ist die Abdichtung, durch das Anbetonieren entstand keine offene Fuge.
Nur der Sockelbereich, das sind etwa die ersten 30- 40 cm ab Oberkante Gelände sind problematisch, aber die kann man abdichten.
Dann sollte man verhindern das Oberflächenwasser ans Haus läuft und auch den Sockelbereich oberhalb der Erdoberfläche Abdichten (Sockelputz).
Ihr Aufschachten hat diese vorhandene Abdichtung zerstört. Ob die Feuchte im Keller durch die Wandkonstruktion bedingt ist wissen Sie doch gar nicht, es kann genauso gut Sommerkondensat sein oder eben die Lagerung von falschem Material. Altbaukeller sollten eine hohe Luftfeuchte haben.
Solange kein flüssiges Wasser hineinläuft funktioniert er also wie ein normaler Keller im Altbau.

Für ihre Firmen:
Wenn eine Abdichtung an einem Bestandsbau mit Materialien und Methoden analog zum Neubau verbaut wird dann muß sich der Ausführende auch an die Normen zum Neubau halten (DIN 18195). Noppenbahnen aus dem GALA- Bau gehören da nicht dazu.

Für Altbauten selber gibt es keine spezielle Normung, jedenfalls bis jetzt nicht. In Kürze wird dazu ein WTA- Merkblatt 4-6: "nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile" erscheinen an der seit 1994 gearbeitet wird.
Die DIN 18195 wird übrigens auch überarbeitet, für die Abdichtung erdberührter Bauteile und Abdichtungen in und unter Wänden gilt dann die DIN 18533.





Vielen Dank für die Antworten.

Das die Feuchtigkeit von außen kommt ist eindeutig zu erkennen und auch das an den Hausanschlüssen das Wasser hineinströmt. Der letzte Sommer war vielleicht nicht üblich, aber da mit immer mehr Regenfällen zu rechnen ist, kann die Abdichtung nicht Schaden.
Da mir ja jetzt eine Menge Lehm fehlt, wäre ein Schichtaufbau aus eine Lage Lehm, dann eine Lage Kies sinnvoll?



Kellerabdichtung



Wenn es durch die Hausanschlüsse einströmt sind diese nicht fachgerecht gedichtet. Wasser gelangt hier an die Wand da die Leitungsgräben mit nichtbindigem, gut durchlässigem Kies oder Sand verfüllt wurden; das wirkt wie eine Wasserleitung.
Bindigen Boden wieder einzubauen ist schwierig da er sich schlecht, mit erhöhtem Kraftaufwand und nur bei einem bestimmten Feuchtegehalt verdichten lässt. Ein Verschneiden mit Kies kann da helfen.
Wenn Sie eine Abdichtung bauen lassen dann gehört dazu auch eine Dränung. Beides muß geplant werden. Nach Gefühl einbauen oder dem Motto- mein Nachbar hat das auch so gemacht- geht nicht.





Mit der Planung ist es so eine Sache, wenn die vermeintlichen Fachleute unterschideliche Vorschläge machen.
Auch mein Hinweis, dass es sich um Lehmboden handelt hat keinen wirklich interessiert. Weil der örtliche Tiefbauer mir zu Kies geraten hat, habe ich das auch so vorgehabt. Jetzt kommen mir aber Zweifel, da ich dann das Wasser am Haus habe und nicht wie gewollt trocken habe. Da da noch ca. 2/3 austehen, werde ich die den vorhandenen Lehm aufteilen, so daß ich auf ca. 140cm Lehm komme und 80cm Kies. Die Abdichtung erfolgt mit Weber 950 Spritzbewurf, dann Weber934 und anschließend D24 Dichtschlämme. Als Schutz eine Dämmplatte.

Eine Drainung sollte dann überflüssig sein, oder?



Kellerabdichtung



Nein, ist sie nicht.
Eine Planung ist dafür erforderlich.
"Nachträgliche Abdichtungen sind generell zu planen. Mit der Planung und Auswahl nachträglicher Abdichtungsverfahren ist ein Abdichtungsplaner zu beauftragen, andernfalls trägt der Ausführende die Planungsverantwortung".
Weiter:
..."Wenn der Baugrund aus bindigem oder schwach durchlässigem Boden besteht (k kleiner gleich 10 hoch minus 4 m/s) ist eine Dränung gemäß DIN 4095 zu erstellen; ansonsten ist eine Abdichtung gegen aufstauendes Sickerwasser bzw. drückendes Wasser auszuführen."
(WTA- Merkblatt 4-6 Ausgabe 01.2014/D)
In Ihrem Fall könnte! eine Abdichtung als braune Wanne (Dernoton) im freigeschachteten Bereich den ursprünglichen Status wieder herstellen. Ob das funktioniert weiß ich nicht, wäre aber eine kostengünstige Möglichkeit. In Verbindung mit einem Sockelputzsystem, einer entsprechenden Oberflächengestaltung des Geländes und der Eindichtung der Leitungsdurchführungen sollte das den Keller frei von flüssigem Wasser halten.



Haus trocken legen



Jetzt irgendwo eine Kiesschicht einzubauen bringt nichts, da Sickerwasser hier gut eindringen kann sich aber über der Lehmschicht staut.
Das macht nur Sinn wenn wie schon gesagt wurde eine Drainage vorgesehen wird und dadurch das Wasser abgeleitet wird.
Lehm ist an sich schon eine Abdichtung nur darf diese natürlich nicht perforiert werden. Bei unserem Schwimmbecken nehme ich mit quellfähigem Lehm gefüllte Abdichtungsstreifen um Rohrdurchführungen und Maueranschlüsse abzudichten.
Bei Kontakt mit dem Betonwasser quillt das auf und dichtet bis 10m Wassersäule.Damit könntest du ggf deine Mauerdurchführungen abdichten, wobei die sehr starke Quelldrücke entwickeln- sollen daher mind 60 mm Betonüberdeckung haben.
Bei einer Drainage müßtest du sehen wohin die entwässert werden könnte-
Wie hoch liegt eure Kanalsohle oder hat das Grundstück entsprechendes Gefälle ?

Andreas Teich