Holzfaserdämmplatten trotz Gipsputz?




Ich habe eine Frage zum dämmen mit Holzweichfasplatten (Steico Internal, 60mm).

Ich möchte in meinem Fachwerkhaus eine Dachschräge von innen dämmen.

Leider hat mein Verputzer diese Wand versehentlich mit Gipsputz (Goldband)verputzt um sie zu begradigen.

Daher meine Frage:
Kann ich die Holzfaserplatten auf den Gipsputz aufkleben, oder muss ich den Gipsputz vorher wieder entfernen?

Lieber wäre mir natürlich den Putz zu lassen, denn dadurch hätte ich jetzt ja schon einen geraden Untergrund um die Platten aufzukleben.

Zum Wandaufbau:
Von außen nach innen:
Dachziegel, Holz mit Bimsstein ausgemauert, alter Putz (denke Kalkputz), gipsputz (dünn aufgetragen).
Geplant ist die Holzfaserdämmplatten mit Lehmkleber anzukleben und mit Kalkputz (Rotkalk) zu verputzen. Evtl. soll dann noch eine Papiertapete drauf. Das Material ist schon vorhanden.

Vielen Dank für eure Hilfe.

Gruß Michael



Innendämmung



Wenn Sie solche Fragen haben ist der erste Ansprechpartner immer der HERSTELLER. Der legt in seinen Verarbeitungshinweisen/Anwendungsrichtlinien fest mit welchen Material seines kombinierbar ist.
Ich sehe keine Probleme die Platten mit Lehm aufzukleben. Als Oberputz würde ich Lehm vorziehen.



Wenn das Material bereits vorhanden ist....



...was sollen dann noch die Fargen, ob es geht?
Da sind die Messen leider gelesen!!

Herr Böttcher textete es ja bereits an.
Aus meiner beruflichen Sicht sage ich ganz einfach; NEIN!
Eine Kontaktebene aus Lehm herstellen und die Holzweichfaserplatten einbetten und mechanisch zusätzlich befestigen.
Gips und Lehm im Untergrund ist tödlich!!!!
Putzaufbau auf HWF:
Grundputz incl. vollflächige Gewebeeinlage
Endfeinbeschichtung und Farbe.
Tapeten würde ich ihnen heute nicht mehr empfehlen wollen.



Gips und Lehm...



Hallo,
...verträgt sich nicht. Das ist eine sehr allgemeine Aussage, aber ich denke wider aller wissenschaftlichen Erkenntnisse, hat der Gips sich nicht verändert und die Erfahrungen alter Handwerkergenerationen in unserer Region waren nicht nur Aberglauben. Das dies vielleicht in Ägypten 4000 Jahre gehalten hat, ist sicherlich kein guter Beweis. Ich hatte hier mit bestimmten Personen schon längere Dispute zu diesem Thema. Es mag sein das meine Darstellung nicht 100% exakt gewesen ist, mag sein, aber ich habe des Öfteren festgestellt, das zum z.B. alte Gipsblomben oder Dübel unter alten Putz spürbar wesentlich feuchter waren, als der alte Putz drüber, den ich entfernt habe, was der angeblichen Leitfähigkeit widerspricht. Aus diesem Grund würde ich Herrn Mühle beipflichten.
ABER, das ist wieder so eine typische Betrachtungsweise, von der ich überhaupt kein Freund bin, weil ja die Bauteile nicht einzeln, wie wissenschaftlich analysiert und berechnet wirken, sondern komplex. Es stellt sich u.a. 1. die Frage wie dick sind die Schichten, hat die Ebene das Risiko, das dort im Winter der Taupunkt liegt oder nicht und 2. welches Heizungssystem ist vorgesehen. Denn wenn ein Strahlungsheizkörper mit entsprechenden Vorlauftemperatur vorgesehen ist, sieht die Entscheidungslage ganz anders aus, als mit einer Fußbodenheizung oder Konvektionheizkörpern. Auch hier ist nicht alles gleich und schon gar nicht so wie es viele Berater, ich vermeide ganz bewußt den Begriff Fachmann, darstellen wollen.
Im Zweifelsfalle würde ich dafür plädieren, Gips ab, wenn Sie spätere Reparaturen grundsätzlich vermeiden wollen.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt



Innendämmung



Ich korrigiere bzw. präzisiere mich hiermit:
Der Gipsspachtel solle vorher entfernt werden.



Und der Gipsputz....



...von heute iust leider auch nicht mehr der reine Naturgipos unserer Altvorderen.
Zu viele nichthineingehörende Zuschlagstoffe und meistens auch Recyclinggips nur noch als Grundlage



Gipsputz unter Innendämmung



Wenn du mit der Dachschräge eine dünn mit Gipsputz begradigte Drempelwand meinst hätte ich keine Bedenken, die Innendämmung darauf anzubringen.
Zudem wird sich die Drempelwand beim Putzabschlagen möglicherweise lockern.

Schlagregenbelastung ist ausgeschlossen, hohe Feuchtigkeit innen ebenfalls, etwas Außendämmung durch Luftraum zwischen Dachhaut und Drempelwand gegeben, Erwärmung der Dachflächen (und der Wand) durch die Sonne und dadurch Rücktrocknungsmöglichkeit ist auch eher wahrscheinlich.

Keine Tapete anbringen, damit reduzierst du erheblich die positiven Eigenschaften des Putzes.

Andreas Teich



@ A. Teich



...das würdest du bei dir zu Hause ebenfalls so tun?
Mit was für Technik wird bei euch Putz abgeschlagen, dass sich Drempelwände lockern?
Hmmm, mal scharf nachdenkend gerade.



Putz von Drempelwand entfernen



Hallo Udo,
Putz abschlagen mit Bohrhammer und Putzmeißel (oder von Hand mit Putzmeißel)
Wenn wie beschrieben der Wandaufbau aus Dachziegeln, Holz mit Bimsstein ausgemauert besteht gehe ich von einer auf die oberste Geschoßdecke gemauerten, gegenüber den Außenmauern nach innen versetzten Drempelwand aus.
Bei so einer Konstruktion würde ich nicht viel herumhämmern, um Lockerung und Rißbildung zu vermeiden.
Auch wenn sich die Drempelwand über den Außenwänden befindet dürften Stemmarbeiten bei Fachwerkwänden riskant sein.

In dem angenommenen Fall hätte ich, wie gesagt, keine Bedenken, eine Innendämmung auf dünnem Gipsputz anzubringen und würde es auch bei mir so machen.

Bei schlagregenbelasteten Außenwänden wäre die Situation natürlich anders.
Vielleicht kommen noch genauere Skizzen dazu

Sollte die Drempelwand nach innen versetzt sein würde ich allerdings eher den Hohlraum mit Zellulose ausblasen, was auch von innen möglich ist-vorher natürlich entsprechend abdichten.

Andreas Teich