Holzbalkendecke

13.07.2016 Holzhaus2505



Hallo Zusammen,

ich bin recht neu hier und habe einige Fragen.

Wir haben vor Kurzem ein altes Haus (teilweise Fachwerk) gekauft. Das Haus ist komplett verputzt und soll nun von uns einer kompletten Sanierung unterzogen werden.
Nun aber zu meinen eigentlichen Fragen. Wir haben im Erdgeschoss aus einem Raum die alten Holzdielen entfernt und sind auf die Holzbalkendecke gestoßen. In der Decke ist leider der Wurm. Zwei Balken müssen leider getauscht werden, da diese komplett zerfressen sind. Die Schüttung bestehend aus Lehm, Stroh, etc. habe ich an den jeweiligen Balken schon entfernt.
Gibt es Tipps für den Tausch von Holzbalken?

Wir möchten später in den Raum Fliesen legen, da es der Hauswirtschaftsraum werden soll.
Wie geht man am Besten mit dem Bodenaufbau vor?

Später soll die Kellerdecke gedämmt werden und da von oben Fliesen legen habe ich Angst, dass die Schicht in der sich das Holzbefindet zu dicht ist und nicht mehr atmen kann. Muss man sich bei dieser Art von Konstruktion Gedanken machen das die Balken wegfaulen könnten oder besteht diese Gefahr nicht?

Vielen Dank schon mal im Voraus für eure Hilfe

Viele Grüße



Deckenaufbau



Anscheinend ist das die Kellerdecke um die es geht.
Sie fragen ob Sie sich Gedanken hinsichtlich Schäden machen müssen?
Natürlich, die Bestandsdecke ist nicht umsonst geschädigt. Holzbalkendecken über Kellerräumen haben nur eine begrenzte Lebensdauer wenn man nicht ständig reparieren und austauschen will.
Fliesenbelag auf Holzbalken ist immer ein diffiziles Vorhaben.
Mein Vorschlag:
Lassen Sie die Decke komplett gegen eine Ziegeldecke (Einhängedecke System V- Tec oder Filigran) austauschen.
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.



Deckenaufbau



WIe der H.Böttcher schon geschrieben hat... Ich würde erstmal schauen warum der Wurm da war (Stichwort Feuchtigkeit). Ist das Problem Beseitigt so kann man ohne Bedenken eine Holzbalkendecke nutzen! Wenn nicht so ist die Ziegeldecke wohl die Einfachste Lösung aber warscheinlich nicht die günstigste!
Zu dem Aufbau an sich: Fliesen auf Holzbalkendecke sind grundsetzlich kein großes Problem. Da gibt es passende einlagen führ um die Schüttung zu machen (http://www.spillner-ssb.de/files/Inhalte/LEWIS/Fotos/lewis_schematische_Fussbodenkon.jpg). Man muss "NUR" darauf achten das die Decke atmen kann! Ist die Decke dicht gedämmt so wird sie auf jeden fall weg faulen!



Anobienbefall



Was ist wenn die lieben kleinen Larven einfach weiter fressen wie bisher?
Denen wird es völlig egal sein ob die Decke "atmen kann" oder nicht. Einen Befall mit tierischen oder anderen Schädlingen wird das nicht verhindern, eher noch begünstigen.



Deckenaufbau



So wie ich es verstanden habe werden die betrofene Balken ausgewechselt!
Solten Balken vom Wurm befallen sein aber müssen nicht ausgetauscht werden, so müssen diese einer Holzwurmbehandlung unterzogen werden! Ein Austausch der gesammten Decke ist da immer noch um einiges teuerer!
Es sei denn das Geld spielt keine Rolle.

Wie Ich vorher schon geschrieben habe, ein einfacher austausch der Balken reicht nicht aus! Man sollte den Grund finden wieso die Decke befallen ist und diesen beseitigen.





Keller unten (kalt), Hauswirtschaft oben (nass) ist keine so richtig gute Voraussetzung für eine Holzdecke.
Die Vorstellung, dass ein fliesenboden dicht ist, ist auch überoptimistisch.
So ein Holzbalken wird sich je nach Ausgleichsfeuchte bewegen und den Fliesenboden mitnehmen. Je mehr der Fußboden "atmen" kann, um so mehr. Dementsprechend werden die Fugen sein.
Nun kann man das alles mit Trockenestrich belegen, entkoppeln, zuschütten etc, das braucht Höhe und Geld.
Entweder macht macht eine Holzdecke und stellt die Rahmenbedingungen richtig ein (kein feuchter Keller, keine ausgelaufene Waschmaschine, keine Wäsche zum trocknen), oder man nimmt 'was passendes''.
Woher sollten die Tierchen denn wissen, dass die übrigen Balken, die nun eher feuchter als trockener werden, ab sofort tabu sind?
Ein Fliesenboden von oben und eine Dämmung von unten werden die Rücktrocknung im Zweifelsfall jedenfalls nicht begünstigen.
Ich denke GB hat recht.



Kellerdecke



Nun weiß ich nicht was Trittschallschutzstreifen mit Anobienbefall zu tun haben.
Wenn es um die Lewisdecke geht: die ist auch nicht gerade billig und der Schwachpunkt- Holzbalken im gefährdeten Bereich- ist damit immer noch nicht beseitigt.
Stichwort bekämpfender und vorbeugender chemischer Holzschutz:
Bin gespannt was Sie da für Mittelchen empfehlen. Ich kenne keine die das eingebaute Holz rundherum schützen können- einmal von der Wirkung und dann von der Applikation her.



Deckenaufbau



"Holzbalken im gefährdeten Bereich" In einem Haus gibt es viele gefährdete Bereiche: Küche Bad WC! Nur weil das alles gefährdete Bereiche sind muss man nicht gleich überall eine Betondecke einziehen!
Stichwort bekämpfender und vorbeugender chemischer Holzschutz:
Sie wissen es so gut wie ich das es keine Wundermittel gibt. Jeder Fall ist anders. Zum glück hatte ich bisher kein Holzwurm bei mir entdeckt, sonst hätte ich mehr dazu schreiben können.
Jeder kann es halten wie er will... Ich bau lieber den Urzustand wieder auf und beseitige die Gründe die zu dem Problem geführt haben. Verbauen von neuen Materialien bzw. Werkstoffen in alten Häusern führt oft zu neuen Problemen.

Gruß Sigi



Kellerdecke



Hallo Sigi,
der Verbau von Materialien, egal wie lange sie bereits zum Bauen eingesetzt werden, kann immer zu Problemen führen. Das liegt nicht daran ob bereits die Römer dieses Material eingesetzt haben (die nahmen auch schon Beton) sondern ob sein Einsatz an dieser Stelle und für diesen Zweck a) sinnvoll ist und b) ob sein Einbau bzw. seine Verarbeitung fachgerecht erfolgte. Es gibt keine bösen Baustoffe, nur falsch eingesetzte und fehlerhaft verbaute.
Wenn Sie glauben das mit Kalk, Holz und Ziegel Fachwissen und handwerkliche Erfahrung nicht erforderlich sind da dann keine Mängel auftreten irren Sie sich gewaltig.
Außerdem scheinen Sie Ihre Grundsätze sehr schnell zu vergessen wenn es um eigene Probleme geht.
Ich erinnere Sie an Ihre Frage zur Terrassenabdichtung; da wollten Sie mit einem Chemieprodukt eine Fliesenfläche Abdichten das nun wirklich nichts mit bestandsgerechtem Material und mit sachgerechtem Einsatz zu tun hat.
Wo ich Ihnen zustimme ist die Beseitigung der Schadensursachen die an erster Stelle steht.
Das kann auch falsche Materialwahl sein.



Nun geht es hier wohl nicht mehr um die Sache...



Hallo Herr Böttcher!
Im Meinem Beitrag stand folgendes:
"Mein gedanke war Fugen ausbessern und anschließend hier mit behandeln: http://penz-bautenschutzstoffe.de/wetterschutz/"

Was ich nicht geschrieben habe ist das der darunter liegender Riss ebenfals mit abgedichtet wird! Das "Mittelchen" sollte nur aus einem einzigen grund zum einsatz kommen. Ich darf die Oberfläche nicht überdachen (Antrag vom Denkmalamt abgelehnt. Wie ich schon sagte bin für Vorschlege offen... also wenn sie eine Idee haben wie man das wasser "wegzaubern" kann so hätte ich es gern gewust.
Wenn sie ein Natürliches versiegelungsmittel kennen so können sie es mir gerne mitteilen! Ein auswechseln der Decke und Weiterer Elemente ist da nicht notwendig da alles noch intakt ist. Der Grund für das Problem ist ein 200-300 Kg. schwerer Stein der auf der Spitze des Kragens abgestelt worden ist. Dieser wird beseitigt!

Aber das gehört eigentlich nicht mehr her!