Rat zum Fachwerkhauskauf???




Hallo zusammen,

meine Familie und ich möchten uns ein Fachwerkhaus kaufen, was so auf dem ersten Blick nicht mehr wirklich viel mit Fachwerk zu tun hat.

Nun wollte ich mal Ihre / Eure Meinungen dazu hören.

Ich füge einfachheitshalber den Text aus der Beschreibung zu dem Objekt bei, damit sich durchs umschreiben usw...keine Fehler einschleichen...

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Dieses gepflegte Fachwerkhaus (BJ 1886) wurde ca. 1970 umfangreich modernisiert und erhielt zusätzlichen Wohnraum im voll unterkellerten Anbau, der sich mit der Erdgeschoßwohnung des Haupthauses verbinden lässt. Im Zuge der Modernisierung erhielt das Haus Kupferwasserleitungen, eine neue Elektroninstallation sowie Dacheindeckung und Kunststofffenster mit Isolierverglasung, Gasaußenwandöfen im Haupthaus und eine Gasetagenheizung im Anbau. Stilelemente des Baujahres wie Türen und Fliesenböden finden Sie im hellen gepflegten Treppenhaus. Die Innenausstattung der Wohnungen, insbesondere die Raumaufteilung entspricht teilweise nicht mehr den heutigen Wohnansprüchen, so dass hier Modernisierungsbedarf besteht. Ein kleiner sonniger und gepflegter Garten mit Rasen und Ziersträuchern lädt zum Ausspannen ein.
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Meine Fragen:
1. Kann man die Gasaussenwandöfen umtauschen ggf. an der Gasetagenheizung anschließen? Sollten wir das tun?
2. Wie "frei" ist man in der Raumgestaltung/Änderung?
3. Kann man die Wände-Decken von Fachwerkhäuser, wie andere Häuser belasten? Was muss man beachten?
4. Welche Pflege benötigt ein Fachwerkhaus jährlich?
5. Wie kann ich in Erfahrung bringen, in wie weit die Modernisierungen aus den 70er Jahren noch ok sind?

Welche sinnvollen Fragen kann ich den Markler/Eigentümer noch stellen?

Verzeiht, wen ich komische Fragen stellen sollte, aber ich habe bis vor ein paar Tagen so gar keine Berührungspunkte mit Fachwerk ect. gehabt.

Danke im Vorraus und für jede Antwort.

VG
Maryam



Kunststoff-Fenster sind nicht Sanierung sondern Verschlimmbesserung...



Allein der Sanierungspunkt "Kunststofffenster mit Isolierverglasung" lässt aufhorchen. In den 70ern wurde da gerne ein wenig gezaubert.

Nun müssen die Außenwände noch mehr anfallende Feuchte bewältigen.

Wenn es konkret wird würde ich ein paar Euros in die Hand nehmen und eine erfahrene, neutrale Fachkraft zur Beurteilung der Bausubstanz hinzuziehen. Vielleicht meldet sich hier schon jemand aus dem Raum Ruhrgebiet oder kann jemanden nennen.

Wenn das Haus auf dem ersten Blick nicht mehr viel mit Fachwerk zu tun hat, dann frage ich mich wo es geblieben ist und wie es jetzt aussieht - das muss geklärt werden.

Grüße auf Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Da Hat Er



wohl Recht.Wir Sanieren sehr viele Dächer aus den 70 er.
Was Damals umfangreich Saniert wurde ist jetzt meist wieder sanierungsbedürftig.Da sollte Jemand genau schauen.



Ein wenig Fachwerk sieht man ja noch...



... dennoch, bitte unbedingt eine Begehung anstreben. Per Ferndiagnose geht das nicht. Die Be-/Entlüfter unter den Fenstern haben sicherlich ihren Grund. Die Frage ist wie es unter dem Traufkasten geregelt ist und ob das alles so funktioniert hat.

Das Dach scheint ausgebaut, also auch gedämmt zu sein. Auch hier sollte man den Schichtaufbau sehr genau prüfen und die Holzfeuchte mal messen.

Hinzu kommt die Frage des Holzschutzes. Auch die Schadstoffkonzentration in der Raumluft ist ein Thema.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



die Be/Entlüfter...



...sind vermutlich die Abgasrohre der Gasaußenwandöfen.

Übrigens würde ich die mit Sicherheit entfernen. Wir hatten auch mal eine Wohnung mit solchen Öfen. War eine wunderbare "Bürgersteigheizung".



Rat zum Fachwerkhauskauf???



Jetzt wird erst lustig...

Nun ist der Holzwurm im Keller; laut Markler wird dieser nun von einer Profifirma behandelt; er will dies im Kaufvertrag auch vermerken;

Ein wenig Feutigkeit gibt es auch im Keller; die Eigentümer haben wohl nicht immer korrekt gelüftet und eine Rolläde ist nun undicht(laut Markler).


Wer kann im im Ruhrgebiet bei einer Besichtigung behilflich sein?

Können wir denn die Gasaussenwnadöfen austauschen oder an die Gasetagenheizung im Anbau anbringen?

Fragen über Fragen???

Danke für die hilfreichen Antworten.

VG
Maryam



Hallo Maryam,



1) Gasaussenwandöfen sind Einzelöfen (wie Holz/ÖL) und lassen sich nicht kombinieren. Das Mauerwerk/Gebälk rund um den Ofenanschluss solltet ihr genauestens inspizieren, da es durch den Abgasanschluss(heiss/kalt/feucht) ziemlichen Strapazen ausgesetzt ist. Ansonsten neue Heizung.
2) Es gibt eine Faustregel: "1,25m von der Wand rechts und links stehen lassen, da kannste nix falschmachen". Stimmt aber nicht immer. Wo du eine Wand wegnimmst musst du danach Holzleimbinder bzw. Eisenträger einziehen, damit das "Gesamtgerippe" des Hauses erhalten bleibt. Plan machen - Zimmermann fragen.
3) Jein!!! Wie lang hält der Balken, bevor er bricht??? Kann dir keiner so genau sagen, aber es gibt Erfahrungswerte. Schwerer Ofen bzw. Badewanne in den Obergeschossen besser abklären - manchmal muss man nur 30cm rutschen und hat wieder eine tragende Wand drunter...
4) "Ein" Fachwerkhaus gibt es nicht, nur "dein" Fachwerkhaus und das kann dir also nur jemand vor Ort sagen.
5) Elektriker mal durchmessen lassen, Klempner zur Inspektion, Schorni wg Gastherme, Zimmermann für Fachwerk und Dach, Maurer wg. feuchtem Keller. Sag ihnen klar was du von ihnen möchtest und biete auch ein Handgeld - keiner arbeitet gern umsonst und wenn sie nix taugen, ab zum nächsten. Das ist auch ne gute Methode die Handwerker aus der Umgebung mal anzutesten, irgendwann wirst du sie brauchen.

Stimmt denn der Preis?

Gruss, Boris



Rat zum Fachwerkhauskauf???



Danke für die schnelle und vielen Antworten...

Die Idee mit dem Austausch der Gasaussenwandöfen steht in Verbindung mit der Gasetagenheizung im Anbau.
Falls das nicht geht; wo kann man den neure Gasaussenwandöfen erhalten?

Was den Preis angeht sind wir bei 120.000 €

Viele Grüße
Maryam



Erstmal drinlassen, O.K., aber lieber nicht tauschen,



die Dinger machen dir die Wand kaputt, weil das sehr Feuchte Abgas an der Wand hochzieht und im Zweifelsfall dort kondensiert. Eure Heizung muss ins neue Gesamtkonzept passen, ob die andere Therme reicht und sich die Rohrstripperei lohnt, kann dir auch nur ein Heizungsbauer sagen. (Hol dir mindestens drei!)

Guck lieber erstmal, ob da nicht noch anderweitig "der Wurm" drin ist und lasst euch Zeit..... bezahlbare Immobilien werden eher mehr als weniger.

Gruss, Boris



Rat



Hallo,

organisieren Sie unbedingt eine Begehung mit einem Fachmann !
Ferndiagnosen gehen nicht.
Dennoch muß ich sagen, daß das Haus einen gewissen Charme hat, also auf dem Bild nicht nach Ruine aussieht. Auch der Giebel sieht gepflegt aus.
Die Gaseinzelöfen mit Wandauslaß vergessen Sie, nicht weiterverwendbar ! Das ist der Stand von 1950.

Allerdings kriegt man im Kohlenpott mehr Haus fürs Geld.
Insofern kann ich meinem Vorschreiber nur beipflichten: es gibt immer mehr bezahlbare Häuser.

Grüße vom Niederrhein