Fußbodenheizung auf Holzbalkendecke Tragfähigkeit ???

15.01.2015



Guten Tag, ich saniere gerade einen Altbau und möchte auf eine Fläche von ca. 120qm mit der Breite ca. 14mtr und Länge ca. 9mtr. eine Fußbodenheizung auf eine Holzbalkendecke bringen. Die Zwischendecke ist folgend aufgebaut... Die Aufbauhöhe spielt keine Rolle...

Breite ca. 14mtr...

Mauerwerk - 4,5mtr - Doppel TTräger 30cm - 4,5mtr. - Doppel TTräger 30cm - 4,5mtr. - Mauerwerk

Zwichen dem Mauerwerk und den 4,5mtr. zum Doppel TTräger liegen Holzbalken 16/16 alle 95cm ... Darauf sind 22mm Dielen und darauf 22mm OSB Platten verlegt.

Jetzt zur Frage....

Ich würde gern auf die OSB Platten 40-60mm starkes trittfestes Styropor verlegen, dann eine Tackerplatte mit Fußbodenheizungsrohr und darüber einen 60mm Heizestrich.

Hält die Zwischendecke dieses Gewicht aus oder wäre es sinnvoller mit einem Trockeestrich System (Fels,...) zu arbeiten?

Ich wäre für Ideen oder Hinweise sehr dankbar...

Viele Grüße
Heiko



Das ...



... sollten Sie bleiben lassen: bei den genannten Randbedingungen sind Ihre Deckenbalken schon unterdimensioniert; sie müssten einen Querschnitt von ca. 10/24 haben, um eine normale Deckenlast von 2,5 kN/m2 tragen zu können. Allein Ihr Estrich wiegt bei 6cm Stärke bereits 120 Kg/m2. Sie müssen mit einem starken Schwingen der Decke rechnen und mit Rissen im Estrich. 22mm Dielen/OSB sind ebenfalls unzureichend, hier läge der max. Deckenbalkenabstand bei etwa 50-55cm, nicht bei 95cm.

Bevor Sie beherzt die Investition einer FuBoHzg vornehmen: lassen Sie erst einmal durchrechnen (Heizlastberechnung, raumweise Auslegung, Eignung im Zusammenhang mit dem vorhandenen oder geplanten Wärmeerzeuger), ob die FuBoHzg überhaupt in der Lage ist, einen relevanten Beitrag zur Gebäudeheizung zu leisten. Die Entscheidung für eine FuBoHzg wird oft aus dem Bauch heraus getroffen, ohne die notwendigen, technischen und konstruktiven Randbedingungen zu berücksichtigen. Ein teurer Spass.



Fußbodenaufbau



Das klingt nach einer Scheune oder einer Lagerhalle mit großen Toren und Zwischenboden. Falls ich recht habe kommen Sie ohne Gesamtplanung nicht weiter. Vorher müssen eine Reihe wichtigerer Dinge geklärt werden; die Frage welches Material oder welche Bauweise kommt zu einem späteren Zeitpunkt. Fangen Sie nicht in der Mitte an sondern von vorn.



UPDATE zur Zwischendecke....



Das ist richtig, das Gebäude wurde früher als Lagerhalle benutzt und in der 2ten Etage sind 2 ca. 70qm Wohnungen verbaut. Nun geht es um die 1te Etage... Ich habe jetzt einmal die Zwischendecke von unten und oben geöffnet und folgendes herausgefunden...

Es sind Holzbalken mit einer Größe von 16/24 verbaut. Links liegen die im Mauerwerk (wurde überprüft und sind auch nicht angefault oder haben ein Insektenbefall)und 420cm rechts liegen diese auf einem 30er Doppel TTräger (Länge 820cm) der in der Mitte mit eine 30cm Stahlstütze im Raum gestützt ist. Dann geht der Holzbalken wieder 420cm zum nächsten 30er Doppel TTräger und von dort geht es mit 420cm wieder ins Mauerwerk (36er).

Die 16/24 haben einen Abstand von ca. 90/95cm und auf den Balken sind 22mm Holzdiehlen und auf den Holzdiehlen sind 22mm OSB Platten verlegt.

Die Heizung ist groß genug dimensioniert (45kw Brennwert+Solar+14kw Festbrennstoff).

Nur bin ich mir leider nicht sicher, ob ein Trockenestrich System oder ein Naßestrich System für eine Fußbodenheizung genommen werden sollte...



Geschossdecke



Sie verbeißen sich wieder in Details, das ist unproduktiv.
Selbst die Details stimmen nicht- siehe Dimension der Deckenbalken. Ihre Idee so wie dargestellt ist auch Nonsens, was Trennwände, Schallschutz und Brandschutz betrifft. Wenn die ersten wirklich wichtigen Schritte geklärt sind kommen die Deckebeläge dran.





Soll die Fußbodenheizung gleichzeitig Deckenheizung der unteren Räume sein?
Da fehlt im Aufbau irgendwie die Dämmung?
Wie wäre es mit Lewis Schwalbenschwanzplatten.



Es geht nur um das Gewicht...



Schallschutz, Brandschutz, Trennwände, Trockenbau,... Das ist alles geklärt.... Selbst die Dämmung nach unten, bzw. die Dämmung nach oben zur Zwischendecke bzw. Boden zur 2ten Etage ist geklärt...

Es geht hier einzig und allein darum, ist eine Fußbodenheizung mit 6cm Heizestrich, welcher sicher auf dem qm 120kg wiegt möglich, oder sollte man doch lieber auf ein Trockensystem umschwenken, was vom Gewicht sicherlich weiniger hat... Ich könnte auch einen Statiker rufen der ein Gutachten macht, klar, aber diese Kosten wollte ich mir ehrlich gesagt ersparen.

Ich habe jetzt noch mehr Zwischendecke aufgemacht um zu sehen, was sich alles darin befindet... Verbaut sind 16/24 dann kommen ca. 45cm Platz 12/24 Balken, dann wieder 45cm Platz und wieder ein 16/24er Balken... Und das geht so weiter bis zur nächsten Wand... Wie gesagt, diese haben eine Spannweite von 420cm und liegen dann auf einem 30er DoppelTTräger



Heizsystem



Dazu brauchen Sie keinen Statiker.
Fragen Sie den der "Schallschutz, Brandschutz, Trennwände, Trockenbau" geklärt hat. Das ist Ihr Planer der den Bauantrag vorbereitet und später die Nachweise führt.
Immerhin bezahlen Sie ihn für so etwas.
Überschläglich festzustellen ob die Dimension der Decke ausreicht kann jeder Maurer- oder Zimmerermeister, dafür gibt es Tabellen. Ich habe dafür einen alten Wienerberger Taschenkalender auf dem Schreibtisch rumliegen. Bei einer Flächenlast q von 4,25 kN/m² und einer Spannweite von 4,6 m und einem Abstand von 95 cm kommt ein Balkenquerschnitt von 14/24 heraus (Nadelholz Güteklasse II).



Danke schön....



Ich bedanke mich für diese Aussage... Das ist für mich völlig ausreichend...



Deckenaufbau



Ich hoffe Sie wursteln jetzt nicht alleine und ohne Baugenehmigung drauflos.



Kostenübersicht....



Nein, das tue ich sicher nicht.... Es geht um die Kostenplanung und um alle Details zu klären...



Deckenaufbau



Die Kostenplanung ist Teil der Aufgaben ihres Planers, genauso wie die Festlegung technischer Details. Er hat davon mehr Ahnung als Sie und steht dafür auch in der Gewährleistung.



Es war...



...zwar nicht Ihre Frage, aber von Styrodur/por würde ich Abstand nehmen. Im Brandfall bruzelt das ganz schnell weg und produziert giftige Gase. Eine Holzweichfaserplatte kommt in beiden Punkten deutlich besser weg.

Und im Übrigen: Das klingt alles schon sehr nach planungsarmen Eigengewurstel. Solch ein Basic hätte Ihr Architekt auf dem Schirm haben müssen. Wenn er freilich nur seinen Stempel ausleiht, weil Sie für solche "sinnlosen" Sachen kein Geld ausgeben wollen, kommt dann sowas 'raus. Meine Erfahrung, sowohl aus Auftragnehmer als auch als Auftraggeber, sind mit Planern positiv. Schon ein durchschnittlich qualifizierter Architekt spart ihnen bei höherer Bauqualität mehr Geld (und Zeit!), als Sie mit den üblichen Fehlschlägen und Rückbauten verbraten.

Auch ich rate zu einer anderen Herangehensweise, wenngleich ich mir da keine Illusionen mache.

Viel Spaß denn

Thomas