Schimmel unter einigen Fenstern - Langsam Verzweifeln wir :-(

11.02.2006



Hallo,

wir haben vor einigen Monaten ein altes Bruchsteinhaus mit 60cm dicken Bruchsteinwänden gekauft. Der Vorbesitzer hat das Haus von innen gedämmt...der Aufbau ist folgendermaßen (von außen nach innen):

- Außenwand
- 15cm Dämmung
- Dampfsperre
- 10cm Ytong-Wand
- Gibsputz

Nachdem nun begonnen wurde zu heizen (Fussbodenheizung), stellen wir an mehreren Fensern Schimmelbildung unter den Fenstern fest. In der Küche wird momentan geheizt und gewohnt und sehr oft gelüftet. Hier ist alles in Ordnung. Das Wohnzimmer ist offen zur Küche und besitzt keine Tür. Hier wurde wegen des Parkettlegers die FH ausgeschaltet. Unter beiden Fenstern gibt es leichte Schimmelspuren.

Im Schlafzimmer wird gar nicht geheizt. Türe ist immer geschlossen und Fenster stehen oft auf Kippe. Auch hier Schimmel unter den Fenstern.

Ich denke, schon, dass wir nicht immer zu 100% lüften, jedoch tippe auch auf Wärmebrücken an den Fenstern und denke mit Horror an das, was und hinter den Ytong-Mauern erwarten könnte, sollte der Vorbesitzer nicht sauber gearbeitet haben.

Wie stelle ich weitere Schäden fest und vor allen dingen...wie kann ich die Wärmebrücken an den Fenstern "kostengünstig" beheben oder wenigstens einigermaßen in den Griff bekommen?

Ein verzweifelter...

Dany



heizen



und lüften heißt die zauberformel. einen kühlen raum zu lüften, bringt nicht allzu viel. sehen sie doch an ihrer küche. ein schlafzimmer nicht zu heizen und dort dann keinen schimmel zu haben, das dürfte schon fast an ein wunder grenzen. vielleicht erklärt ihnen hier noch einer wissenschaftlich warum.



grosses Maleur!



Hallo
Den Schimmel, den Sie sehen, werden Sie wie Frau Ingenkamp schon beschrieben hatt, mit viel heizen udn Lüften wegbekommen!

Aber die Feuchte, die in dem Yton steckt werden Sie deshalb auch nicht beseitigen. Ich befürchte dass die Fuge zwischen Yton und Bruchsteinwand patsch nass ist und die Balken (ich nehme mal an, dass des Deckenbalken, Bodenbalken etc. gibt) auch nicht recht viel trockener sind -und das tut denen auf keinen Fall gut - vor allem auf Dauer.
Der Gipsputz wird auch nicht besser durch die latente Feuchte!

Ich würde das mal untersuchen lassen!

FK



wissenschaftlich...



...ist das wie bei einem Brillenträger der winters von Spazierengehen in die warme Stube kommt und nichts mehr sieht.

D.h. der Wasserdampf kondensiert an kalten Oberflächen, weshalb die Wandtemperatur (nach DIN) nie und nirgends weniger als 12,5 Grad Celsius haben sollte.

Deswegen soll man nicht kipplüften und man soll alle Räume, die in Luftverbindung stehen, ebenfalls warm halten, einfach damit die Wände nicht zu kalt und dadurch feucht werden.

Da dieses Verhalten offensichtlich in der Küche ausreicht, ist zu hoffen, dass sie weiter nichts zu tun brauchen, als überall stoßzulüften und zu heizen, (bzw kalte Räume besser ab trennen).

Jedenfalls aber würde ich prüfen, ob es sich wirklich um Kondensationsfeuchte handelt. Feuchte kann ja auch von außen (undichte Fenster, Schlagregen), innen (undichte Installation), unten (aufsteigende Feuchte) etc. kommen.

Falls es (was wahrscheinlich ist) Kondensationsfeuchte ist und sie mit dem neuen Heiz-und-Lüft-Verhalten nicht erfolgreich sind, dann kann es bei ihrem Problem auch an zu undichten Fenstern liegen (d.h. kalte Zugluft kühlt die Laibung aus).

Oder es handelt sich wirklich um einen Wärmebrückeneffekt (dann wahrscheinlich aufgrund der Innendämmung).

In diesem Fall sollte man die Fenster weiter nach Innen -in die Dämmebene- versetzen (Fenster sollten mindestens in der 10 Grad Isotherme liegen) oder, weil das zu aufwendig ist, würde man die Laibung dämmen. Wegen der Schimmelproblematik bietet sich dafür eine Calziumsilikatplatte an. Das ist eine diffussionsoffene Dämmung (ohne Dampfbremse verwendbar) mit hohem pH Wert (gibt dem Schimmel keine Chance).

Aber probieren Sie es erstmal "konservativ", und lassen Sie zur Abklärung vielleicht eine Fachperson auf das Problem schauen, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Viele Grüße,
Andreas Schmeller.





Ergänzung zu den vorherigen Beiträgen:
Wichtig ist zu beachten, daß Raumfeuchte niemals zu verhindern ist! Ein einziger Mensc gibt alleine durch Atmung Feuchte ab, die irgendwo hin muß, wenn sie von (warmer) Luft nicht egbunden wird.
Bei Ihren Räumen ist es so, daß die starke Dämmung einseits und eine starke Kältebrücke am Rahmen andererseits zur "Kondensatkonzentration" an dieser kalten Stelle fördert.
Wie ein Staubsauger zieht der Fensterrhmen die gesamte Raumfeuchte an! Scheinbar ist keine gut dichtende Gummilippe zwischen Rahmen und Fenster verhanden. Halten Sie einmal eine Kerze an den Fensterrahmen, dann werden sie Luftbewegung am Rahmen feststellen.
Da hilft ihnen die beste Dämmung nichts, im Gegnteil, das Kondensieren an einer Kältebrücke wird durch die hohe Dämmung der Wände sogar noch forciert!!!!

Stefan Fügner





Die beschriebenen Calciumsilikatplatten werden zur Zeit als Wunderbaustoff bei der Sanierung von Feuchteproblemen gehandelt. Sie sind sehr alkalisch, feuchtigkeitsresistent und dazu nach wärmedämmend, sehr fein porosiert und können eine sehr große Menge Feuchtigkeit aufnehmen ohne dass eine messbarer Feuchtegehalt vorliegt. Aber trotzdem eine trügerische Sicherheit.
Ein Problem ist, dass die verputzten Platten schön aussehen, bei Feuchtemessungen trocken erscheinen. Aber die Probleme lauern dahinter. Die aufgenommenen Feuchtigkeit wird nicht so gerne abgeben, was wiederum bei starkem Feuchtigkeitsanfall zu Schimmelbefall in Lufträumen hinter den Platten führt.
Die Kleberschicht ist diffusionsdichter als die Calciumsilikatplatten. Eingeschlossene Feuchtigkeit kann nicht oder nur schlecht entweichen.
Bauproblem werden dadurch nur kaschiert.

Grüße

Jochen Engelhardt



hightech - wer verliert und wer gewinnt?



Hallo
meines Erachtens sind die sehr teuren Platten wieder mal ein Versuch mehr abhängigkeit zu schaffen und die Verbraucher mit geschönten "Werten" zu ködern.
Zementputz udn Dispersionsfarben haben auch am Anfang nur "Positives" von sich berichten lassen - das dicke Ende sieht man heutzutage!
Dicht, hart, dämm, schnell, usw. entpuppt sich immer öfter als Bumerang für die Bauherren.
Die "alten" Konstruktionen mit Lehm, Holz, Kalk etc. erweisen sich als haltbar, nachhaltig und einfach händelbar!

Ich sage immer: Wer glaubt denn das noch, was in der Werbung versprochen wird?
Ich nicht - auch wenn Tabellen und "Messergebnisse" etwas anderes vortäuschen - im Endeffekt zählt die Langlebigkeit und die haben die "alten" Konstruktionen schon bewiesen!

Meine Meinung zu Innen und Aussendämmungen sindn bekannt!

Die Innenschale aus Porenbeton wird sich auf Dauer nicht bewähren.
Die Fragen, die Probelme und die Antworten lassen den Schluss zu:
Man tappt im Dukeln - kann Glück haben oder auch Pech!

Mir wär das zu riskant!

FK



suum suique



Hallo,

da ich die Calziumsilikatplatten erwähnt habe, will ich nochmal kurz (?!) was dazu sagen:

Dass kapillarleitende und feuchtepuffernde Baustoffe die Feuchteproblematik entspannen ist altbekannt. Prominentestes Beispiel und wohl auch hier im Forum unbestritten ist die segensreiche, holzkonservierende Wirkung von Lehm.
Auch bekannt ist, dass die DIN-genormte Bauphysik diese Effekte (kapillare Wasserleitung und Wasserspeicherung) bei der Berechnung (Stichwort Glaserdiagramm) einfach ignoriert.
Nun gibt es seit einiger Zeit Versuche diese Effekte zu verstehen und zu quantifizieren, um sie beim Bauen nutzbar zu machen. Ein wichtiger Mann dabei ist Prof. Häupl vom Dresdener Institut für Bauklimatik (den ich persönlich weder kenne, noch bin ich gar verwandt, oder so). In diesem Rahmen wurden die positiven Eigenschaften von Calziumsilikat genau untersucht und zwar theoretisch und praktisch (das heißt an realen Häusern mit Langzeitmessungen mittels eingebauter Feuchte-, Temperatur- und Wärmestrommesssonden). Man findet das alles unter: www.tu-dresden.de/aribk/

Danach scheinen die Bedenken, die hier geäußert wurden, grundlos zu sein. Eher scheint ein neuer, interessanter und (trotz des technoiden Namens) baubiologisch/umwelttechnisch guter Baustoff zu den altbekannten hinzugekommen zu sein, der ganz spezifische Vorteile hat (siehe oben). Abhängig ist man davon nicht, weil es ja auch die klassischen Möglichkeiten gibt.

Allerdings stimmt, dass "in Langzeitmessungen erprobt" nicht gleichwertig ist mit seit "Jahrhunderten bewährt". Außerdem scheint die Dresdener Bauklimatik mit einem Hersteller eng zusammenzuarbeiten. Das will ich erwähnen, glaube aber nicht, dass es die Messergebnisse unglaubhaft macht.

Ja, soweit. Ich persönlich bin dafür kleine Eingriffe, wie eine Laibungsdämmung, wenn es sich anbietet (Schimmelproblematik) mit neuen Mitteln (Calziumsilikat) zu versuchen (natürlich kann man immer empfehlen "alles raus, alles neu", aber wie oft passiert dann gar nichts oder ein ganz falscher, ganz billiger Rat wird befolgt). Aber, okay, jedem das seine.

Und beim vorliegenden Fall, wie gesagt, gibt es ja Hoffnung, dass erstmal gar nichts zu tun ist, außer dreimal täglich fünf Minuten stoßlüften und die Heizung wieder anstellen.

Viele Grüße,
Andreas Schmeller.



Hightech im Bau


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Hallo
Ich bezweifel nicht die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Unis oder mancher fähiger Professoren.
Aber die Versuchsaufbauten sind meist nicht "real" und beziehen sich selten auf gebaute Teile und selten auf die Randgebiete der Konstruktionen.

Auch Dampfbremsen oder Sperren irgendwelcher Art sind "ausgetestet" und funktionieren- im Versuchsaufbau.

Das Problem sehe ich im Randgebiet von einbindenden Balken und anderen Holzteilen; Übergängen von Decken zu Wänden etc.

Theoretisch mag vieles "funktionieren" und pausibel und machbar und ausgetestet sein - aber die langzeitversuche dann auf den Bauherren überzuwelzen finde ich nicht fair. Der "vertraut" oder vertraute ja schon immer auf die "Macher"- er hat aber dann den Schaden zu beheben oder und zu bezahlen!

Bei den besagten Platten handelt es sich dann auch noch um eine "Innendämmung", die ja schon von Haus aus problematischer anzusehen ist.

Ob nun eine Vorsatzschale oder die Platten- vom Prinzip ändert sich nicht viel! Die Risiken bleiben und werden dem Bauherren oft als "optimaler Komromiss" verkauft - ohne auf alle Probleme hinzuweisen!

Wenn dann das Kind im Brunnen liegt waren die "damals" anerkannten Bauweisen schuld und der Bauherrr hat das Nachsehen!

Ein wichtiger Teil des Ganzen ist und bleibt m.E. die Heizung - da liegt das Meiste im Argen!

"Ein Haus ist ein System und kann nicht aus Einzelteilen zusammengebastelt werden!"

in diesem Sinne

mfG

FK



das ist nicht fair



lieber herr kurz,
so wie sie das formulieren, beschuldigen sie mich, ich würde dem bauherrn risiken verschweigen, und ihn auf baufehlern sitzen lassen etc. dabei bleiben sie sehr pauschal und schmeißen die unterschiedlichsten probleme in einen topf. es scheint sogar, dass sie die diskutierten sachverhalte nicht kennen, denn in dresden wurde wirklich an realen gebäuden und auch an den kritischen stellen (zb raumecken) gemessen und nicht -wie sie unterstellen- an versuchsaufbauten oder im labor.
sie klingen, als kennen sie mich, als sei ich der typische bauschädenverbrecher. ich hoffe, sie meinen das nicht so.
mit vielen grüßen,
andreas schmeller



Ich kenne Sie nicht!



und es steht mir nicht zu Sie zu kritisieren oder gar persönlich zu difamieren!
Ich möchte nur die Leser sensibilisieren, damit sie nicht alles "glauben" was in den "wissenschaftlichen" Küchen so gekocht wird.
Oft genug haben sich nach einigen Jahren die Auswirkungen gezeigt - obwohl es vorher ganz anders ausgesehen hat.
Ich bleibe mit Absicht indirekt - da ich eine Argumentation mit Grenzwerten und Messwerten etc. nicht führen will.
Ich sehe - und nicht nur ich - dass sich eben auf mehreren Gebieten die Anzeichen häufen, dass dieses System der "Beweise" und "Rechnereien" oft auf tönernen Füssen steht!
Dies schreiben auch Sie, in dem Sei die "Nachteile" oder "Schwächen" des "Glaser-Diagramms" aufwarfen. Und das war eben auch "früher" das "non plus ultra" der Bauphysiker- mittlerweile sind die Böcke geschossen und zig Bauwerke "leiden" darunter, dass das eben "früher" angewendet wurde ohne es anzuzweifeln.
Mittlerweile schaut es eben anders aus -aufgrund "neuer Erkenntnisse"!

Wobei "alte" Konstruktionen diese "Schwächen" eben nicht haben und seit Jahrhunderten ihren Dienst tun - schadensfrei!

Wie geschrieben, kenne ich Sie nicht und möchte Sie auch nicht hinstellen
als sein Sie … der typische bauschädenverbrecher- das meinte ich nicht!

Mich hat es eher gefreut, als ich Ihren vorherigen Beitrag las in dem Sie eben auf die "Schwächen" des Glaserdiagramms hinwiesen. Damacht nicht jeder!

Diese "Berechnungsform" hat bei manchen "Fachleuten" so etwas wie einen "Unfehlbarkeitsnimbus" und darf nicht in Frage gestellt werden.

Es tut mir leid, wenn das von mir Geschriebene falsch rüber gekommen ist.

mfG

FK