Dielen weiß streichen...

05.02.2005



Hallo,
wir möchten den Dielenboden im Obergeschoss (ca.40qm Ges.Fläche) unseres neu erworbenem, alten Hauses weiß streichen, um die Räume im "New England"-Stil herzurichten. Für uns ist es nun interresant ob ein anschleifen genügt.
Der bestehende Boden ist farblos lackiert und soweit ohne großartige Abnutzungserscheinungen.

Danke schon mal für Eure Antworten



Fußboden



Hallo Stefan,
das kommt auf die Art des bisherigen Lackes an wieviel geschliffen werden muß. Je mehr desto besser. In jedem Fall sollte danach der Staub gut abgesaugt und gewischt werden.
Wenn Ihr einen reinweisen Boden haben wollt, dann lieber einmal mehr vorstreichen, dann erst wieder lackieren.
Ein Lack selbst hat zwar einen höheren Bindemittelanteil, dafür aber weniger Deckkraft. Deshalb ist ein Voranstrich 2 bis 3 x besser.
Gutes Gelingen wünscht
Dietmar





Wir hatten vor kurzem die Gelegenheit im Gästehaus von Bekannten zu übernachten. Dort war auch alles in weiß gehalten. Böden (lackierte Dielen), Wände, Treppen...Wir fühlten uns etwas wie in dem Woody Allen Film "Was sie schon immer über Sex wissen wollten" wo Woody allen mit vielen anderen in den weißen Kapuzendingern steckte...der ein oder andere weiß welche Szene ich meine. Aber im Ernst: Der erste Eindruck war durchaus imposant, aber nach nur einer Stunde und einpaarmal drüber laufen sieht man schon Fußspuren, Fussel, Krümel etc. So ein weißer Boden zieht den Dreck förmlich an. Will sagen, natürlich ist es der gleiche Dreck bei einem Naturfußboden, aber da sieht man es nicht so. Wir haben ständig gewisch und gefegt. Habt ihr Kinder oder Hund/Katze? Auf Fotos in Architektur und Wohnzeitschriften sieht das toll aus, aber die "Alltagstauglichkeit" stellen wir zumindest nach dieser Erfahrung in Frage.





Hallo Hallo,

nein, Tiere haben wir nicht. Es würde praktisch auch nur unser eigenes Schlafzimmer betreffen und evtl. den Flur. Das kommt darauf an ob wir mit dem Kopf oder mit dem Bauch darüber entscheiden und welche Erfahrungen wir hier so zu lesen bekommen. "Ganz in Weiß" kommt auch nicht in Frage. Die Wände würden dann in einem abgetönten Farbton gestrichen ( z.B. helles graublau ).



Nichtfarbe weiß



Hallo Stefan,

sicher sehen Häuser im Viktorianischem Stil reizvoll aus.

Oft sind Fußleisten, Treppenwangen und Setzstufen in weiß, ein durchaus effektvoller Blickfang. Trittstufen und Dielenböden in weiß, sind allerdings nicht nur unpraktisch, sondern verstoßen gegen wichtige Regeln des optischen Gleichgewicht bei Gestaltungen.

Zumindest ein Sisalteppich oder -läufer sollte dann ausgelegt werden, sonst tritt man ins "leere".

Eine bewusste Entscheidung, Weiß als Subdominante oder Akzent einzusetzen, ist OK.
Beachten sollte man, weiß reflektiert das Licht von farbigen Flächen.

Weiß wird bei nachlassendem Licht, ganz schnell zu tristem Grau.
Es existiert ein Irrglaube, Weiß mache Räume heller, nein, nur Licht kann das. Alle Farben (auch die Unbunten - Schwarz, Grau, Braun) beeinflussen Menschen, nur Weiß wirkt emotionslos, tot. Deshalb nehmen alle unerfahrenen, verunsicherten, phantasielosen und denkfaulen Leute eben einfach Weiß.

Mit farbenfrohen Grüßen
Peter Seifarth, Malermeister





"Deshalb nehmen alle unerfahrenen, verunsicherten, phantasielosen und denkfaulen Leute eben einfach Weiß."

:-) So direkt hätten wir es ja nun auch wieder nicht gebraucht! :-)
Was gibt es sonst für Farbtöne, die auf Holzdielen wirken (Mal abgesehen von klar lackiert, gewachsst oder geölt.)?



Bodenflächenfarbtöne



sollten sich immer in das Gesamtgestaltungskonzept harmonisch einfügen.
Dem Raum sollte optische Stabilität und den umgebenden Wandflächen genügend Tragfähigkeit verliehen werden. Schreiende (reine) Farben sind außer in Verkaufs-, Werbe- oder Showbereichen unangebracht. Also die Farbtöne immer schön "vergrauen".

Mit Farbgestaltung sind wir in einem Bereich, welcher im Gegensatz zur Mathematik oder zu Harmoniegesetzen in der Musik, nicht ganz so einfach in Formeln gebracht werden kann. Zu unterschiedlich sehen und empfinden Menschen Farben.
Gelungene Farbgestaltungen erfordern jahrelange Auseinandersetzungen und Beobachtung mit dem Thema.

Mit farbenfrohen Grüßen
Peter Seifarth, Malermeister