Fachwerk Totalschaden?

14.08.2020 PhilundAlina


Fachwerk Totalschaden?

Hallo Zusammen!

Ich überlege mit meiner Freundin einen kleinen Hof mit Fachwerkhaus zu kaufen.
Am Fachwerkhaus sind allerdings einige Mängel bereits mit bloßem Auge festzustellen (und wer weiß was dahinter noch lauert). Wir würden uns freuen wenn einige Profis hier anhand der beigefügten Bilder einmal eine Einschätzung geben könnten. Wir wissen, dass das anhand dieser Bilder nicht fundiert möglich ist aber eine zusätzliche grobe Einschätzung würde uns in unserer Entscheidungsfindung, ob wir uns nun dafür entscheiden sollten oder nicht, echt gut tun. Wenn ich die Bilder nochmal separat hochladen soll kann ich das gerne tun!

Außerdem haben wir das Problem, dass, sollte ein Kaufvertrag zustande kommen, wir dieses Jahr gar nicht mehr richtig mit der Sanierung starten könnten (Schlechtwetterzeit Dezember-März). Daher haben wir die Befürchtung, dass in dieser regenreichen Zeit weitere Schäden am Fachwerk auftreten könnten. Gibt es Empfehlungen wie man kleine Probleme (Bauschaum außen an der Fassade, große Fugen im Fachwerk, Zementputz-Ausfachung, Balken morsch bzw. aufgebrochen) schnell beheben kann (ohne auf Methoden die sich nachher als Sanierungssünden herausstellen zurückzugreifen) um das Haus so über die Schlechtwetterzeit zu retten um dann im Frühjahr mit der Sanierung voll durchzustarten?

Tausend Dank im Voraus!

Viele Grüße,
Phil und Alina



Fotoalbum



ein Totalschaden des Fachwerks ist anhand der Fotocollage nicht zu erkennen. Es scheint sich um Einzelschadstellen zu handeln, die mit entsprechendem Aufwand ( teilweise Entfernen der Ausfachung und Ersetzen schadhaften Balkenwerks) zu beheben sind. Inwieweit das stemmbar ist, hängt von der Möglichkeit der Selbsthilfe und der Höhe des Kaufpreises ab. Jedenfalls sollte genügend finanzieller Spielraum nach Abzug der Anschaffungskosten eingeplant werden. Das wird häufig unterschätzt. Als erste Hilfe kann Euch vielleicht auch unter dem Menüpunkt "Lesestoff" das Infomaterial zum Kauf eines Hauses dienen.



Sicherungsarbeiten



Vielen Dank für die Rückmeldung!
Den Menüpunkt "Lesestoff" habe ich schon entdeckt und arbeite mich da mal nach und nach durch.
Das Thema "finanzieller Spielraum" ist natürlich auch für uns ein Thema. Wir haben selbstverständlich ein Budget für die Sanierungskosten eingeplant, allerdings ist es für uns gerade diesbezüglich schwer genauere Kosten einzuschätzen (sind es nun 50.000€ oder 100.000€). Daher tut jede weitere Meinung gut!
Wie kritisch sehen Sie denn die voraussichtlich entstehende Zwangspause bezüglich der Sanierung während der Schlechtwetterzeit? Hätten Sie vielleicht Tipps und Tricks wie man eine Verschlimmerung des Zustands während dieser Zeit vermeiden kann?
Danke im Voraus!
Beste Grüße,
Phil



Kein Totalschaden



Hallo Phil und Alina,

von einem Totalschaden ist dieses Häuschen noch ziemlich weit entfernt :-)
Anscheinend sind die Stellen auf den Fotos die, die Euch am meisten Sorgen bereiten?
Die Schäden am Holz würden sich wahrscheinlich innerhalb des nächsten Jahres nicht soweit verschlimmern, dass Ihr Euch Sorgen machen müsstet.
Auf vielen meiner Baustellen gibt es wesentlich mehr und wesentlich offensichtlichere Schäden zu sehen. Auf den ersten Blick, würde ich sagen, wäre das alles im Rahmen einer "normalen" Fachwerksanierung.

Das Haus würde sich aber sicherlich freuen, wenn Ihr zeitnah den Bauschaum und den Zementputz entfernen würdet.
Der Verputz sollte so ausgebildet werden, dass Regenwasser von den Balken wegfliesen kann. Im Bild rechts oben sieht es eher so aus, als würde der Balken bei Regen "nasse Füße" bekommen.

Wenn Ihr eine genauere Vorstellung vom Sanierungsaufwand bekommen möchtet dann sucht Euch einen erfahrenen Zimmermann / Lehmbauer / Architekten, der sich mit Fachwerkhäusern auskennt und die Lage vor Ort begutachtet.

Viele Grüße

Lehmbauer Marc