Fachwerk mal anders.

16.01.2020 Dirk


Ich habe ein gemauertes Haus aus den 40gern und möchte die rückseitige Giebelwand mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade dämmen. Das Haus ist vorn verklinkert, was ich an der Rückseite nicht möchte.
Da meine Frau eine Fassade in Holz ablehnt, habe ich mir was aus dem Kopf gedrückt, weswegen ich hier bin.
Auf die Lattung wird ein Fachwerk als Verblendung angebracht. Dazu nehme ich Bretter (ungehobelt wegen der Optik) in 40 x 100/120mm und gestalte daraus die Gefache incl. Holznägel. Die 100/120mm sind als Fachwerk sichtbar. Die Gefache möchte ich mit Riemchen auskleiden, daß es dann wie ein ausgemauertes Fachwerk aussieht.
Die Frage ist, was nehme ich als Träger für die Riemchen. Dieser soll das "Fachwerk nicht verstärken, aber stabil und steif genug sein, um die Riemchen zu tragen. Es soll am Ende möglichst echt aussehen.



Fachwerk Imitat???



Für so etwas wird’s hier kaum Freunde finden.
Wofür den ganzen Aufwand, wenn sich’s um einen Massivbau handelt?
Es gibt ja als Verkleidung noch Schiefer oder zementgebundene Fassadenplatten oder
Holzfaserplatten mit Putz, wenn’s kein Holz sein soll



hinterlüftete Fassade



gibt es einen Grund, warum Du auf eine hinterlüftete Fassade abzielst?



Fachwerk Imitat und warum hinterlüftet



Schiefer etc. sieht halt nicht wie Fachwerk aus und Riemchen ist auch nur ein Klinkerimitat.
Ich bin auch kein Freund davon, wegen der Dämmung an ein Fachwerkhaus außen Dämmstoff anzubringen und den zu verputzen. Dann ist die schöne Optik hin.

Da man auf Dämmstoff keine Bretter nageln kann, hinterlüftet. Außerdem ist die diffusionsoffen, gleicht Unebenheiten besser aus und nicht mit der Wand verklebt.



Fachwerkhaus oder Massivhaus



ich dachte es geht um ein gemauertes Haus ? Wegen der Optik: Ob ein Fachwerk sichtig ist oder nicht, hängt wesentlich vom Standort ab, mit Windlast und Schlagregenklasse. In den meisten Fällen sind zumindest die Wetterseiten verkleidet/geputzt gewesen. Nach welcher Himmelsrichtung zeigt denn der betreffende Giebel ?
Und ja, auf die Dämmung selbst kann man keine Bretter nageln, da brauchts eine Unterkonstruktion. Ich hatte aber es so verstanden, dass eine Holzverschalung eh ( wegen der Frau) ausfällt.
Zu Deiner Umsetzungsvorstellung: Wenn der Fachwerkfake aus Brettern Deiner Abmaße besteht, wird die Ausfachung nicht halten und es wird besch.... aussehen, weil so dünne Bretteln schüsseln. Zudem ist bei Brettern häufig der Kern zu sehen, was bei einem Balken nicht der Fall ist, daher wird es sofort auffallen, dass es sich um ein Imitat handelt. Es gibt hier im Forum jemanden ( Olaf aus Sachsen), der stellt ein Fachwerk aus Putz her. Vielleicht mal danach goggeln.



Außendämmung mit Holzverkleidung auf Massivhaus


Außendämmung mit Holzverkleidung auf Massivhaus

Diese Verbetterung habe ich auf einem Massivhaus montiert-
mit Stegträgern, 6o mm Holzweichfaserplatten und Zellulosedämmung dazwischen..

Genauso wäre eine Verschieferung, Holzschindeln, zementgebundene Platten oder
auch Putz direkt auf den Holzfaserplatten möglich gewesen.



Fakefachwerk



Ich habe mich wohl falsch ausgedrückt. Es ist ein Massivhaus und meine Frau möchte genau die Fassade auf dem Bild nicht.

Das Mit dem Schüsseln der Bretter hatte ich mir schon gedacht. Alternativ kann ich auch KVH nehmen oder die Unterkonstruktion aus Balken machen, die Dämmung so einbringen, daß zwischen der Dämmung und den Riemchen eine Hinterlüftung bleibt. Mir ging es zuerst einmal um die Frage, wie ich die Riemchen fest an die Verblendung bekomme. Wenn das auf Dauer nicht hält, denke ich mir was anderes aus.
Das Haus hat 2 Etagen plus Satteldach. Die Giebelwand ist Südseite, hat unten und oben je zwei Fenster und ein kleines Fenster auf dem Dachboden, Wandstärke ca. 35cm. Eines der unteren Fenster soll durch eine Terassentür ersetzt werden. Der First schließt bündig mit der Wand ab, die Balkenköpfe der Mittelfetten stehen nicht über, sind aber sichtbar.



Fachwerk-Imitat



Es war schon klar, dass eine Holzfassade nicht gewünscht ist.

Wenn ohnehin kein Dachüberstand besteht und die Wand jetzt schon 35 cm dick ist wirds mit Dämmung, Hinterlüftung und Imitat-Fachwerk noch aufwendiger und optisch schwieriger.

Pseudo-Ziegel können mit gutem Fliesenklaber auf eine zementgebundene Platte geklebt werden.
Fachwerkbalken können aus ebensolchem Material als Fachwerkimitat geschnitten und bis zur gewünschten Dicke aufeinander geklebt/geschraubt werden.

Darauf mit Putz und Strukturwalze etwas Ähnliches wie Holzstruktur herstellen und dunkel streichen..

Alternativ das Fachwerk mit Eiche-Bohlen herstellen und dazwischen die Riemchenplatte befestigen



Dachüberstand



Den Dachüberstand kann ich machen. Bei der Wandstärke wollte ich eh keine 140er Dämmung machen.
Eichenbohlen klingt gut. Bis zum Sommer ist ja noch Zeit und vorher muss erst der Rest fertig sein.



geplanter Wandaufbau



kannst Du nochmal beschreiben, wie genau Du Deinen neuen Wandaufbau von innen nach außen aufbauen willst, ich werde den Eindruck nicht los, dass es so nicht funktioniert. Z.B, verstehe ich nicht, wieso in die Ausfachung eine Dämmung rein soll ?



Fassadenaufbau



Normal wäre auf die Wand eine Grundlattung quer mit Zwischendämmung. Darauf die Konterlattung längs für die Hinterlüftung. Auf die Konterlattung der Vorhang als Fakefachwerk aus KVH 40x120mm oder zuegeschnittenen Eichenbohlen mit den Riemchen in den Gefachen.
Wenn ich für das Fachwerk Balken nehme und die längs auf dem Mauerwerk befestige, kann ich eine Zwischendämmung einbringen, die flacher ist als die Balkendicke. Die Gefache dann mit dem Träger für die Riemchen auskleiden. Somit hätte ich zwischen Dämmung und Riemchen ein Hinterlüftung. Allerding wäre die Dämmwirkung der Balken schlechter als die der Zwischendämmung und es könnten Kältebrücken entstehen.
Die Frage ist, ob es überhaupt machbar ist?



Dämmebene



eine Dämmung, die von außen gesehen vor die Hinterlüftung, also zwischen die "Fachwerkbalken", montiert wird, ist wirkungslos, weil sie ja von kalter Luft hinterströmt wird. Die kannst Du Dir sparen. Wenn es denn so ein Fakewerk sein soll, dann an die Balken seitlich Leisten schrauben und dort z.B. Heraklith einpassen, darauf dann die Riemchen. Wichtig wäre, auf die UK mit dazwischenliegender Dämmung eine Unterdeckbahn zu bringen, damit die Dämmung nicht von Luft durchströmt wird und hohlraumfrei auf dem Mauerwerk anliegt.



Dämmebene


Dämmebene

Meine Beschreibung war von innen nach außen. Die Dämmung liegt also zwischen der Grundlattung auf der Wand wie auf dem Bild.
Die Vorsatzschale wäre in meinem Fall das Fakefachwerk.



In etwas so


In etwas so

Das alte Fachwerk auf dem Bild ist bei mir die massive Wand. Zwischen der und dem vorgesetzten Fachwerk kommt bei mir die Dämmung mit Hinterlüftung.



Grauslich



Bei dem abgebildeten Fake-Fachwerk ergibt sich dessen Sinnlosigkeit
doch schon aus der Anordnung von 2 Streben in der Mitte der Wand.
Dann noch direkt daneben ein hier statisch völlig funktionsloses Andreaskreuz,
So ein Fachwerk würde wohl kaum gebaut werden, wenn nicht ein Gesamtkonzept dahinter stände.

Wie bei Laminat, das vorgibt Holz zu sein, aber nur ein billiger Abklatsch aus Fotofolie,, Lack, Kunststoff und Holzspänen ist.

Bei einer Ziegelwand kann doch problemlos eine Außendämmung zB mit Holzfaserdämmplatte und Putz erfolgen.
Wer dann unbedingt will kann das Fachwerk mit Putz imitieren und entsprechend streichen.

Wie soll überhaupt der Übergang zu den angrenzenden Giebelflächen erfolgen?



Grauslich



Das Bild dient nur, um zu verdeutlichen, wie ich es aufbauen will. Wenn ich es so wie auf dem Bild mache, steigt mein Vater aus dem Grab und erhängt mich.
Ich will die das es echt wirkt mit sichtbaren Holznägeln. Man soll sehen, daß es Holz ist und nicht nur so aussieht. Der Übergang zuden angrenzenden Flächen wird mit den Riemchen gemacht, da diese Flächen verklinkert sind. Nur die eine Wand eben nicht.

Und nein ich will keine Platten auf die Wand Kleben und diese dann verputzen.



Das Problem



mit dem Anschluss an angrenzende Flächen ist doch, dass Balken normalerweise ums Eck gehen an der Hausecke, was willst du denn da machen? Zwei Bretter um's Eck verschrauben?
Ich denke, das kannst du drehen und wenden wie du willst, das wird nichts halbes und nichts ganzes. Wenn du unbedingt die Optik haben willst, dann würde ich ein "richtiges" Ständerwerk an der Wand befestigen und die Gefache mit Druckfestem möglichst Diffusionsoffenen Dämmstoff füllen und das ganze mit nem Sumpfkalkputz verputzen. wirkt denke ich am authentischsten, dämmt vielleicht nicht so stark wie dein Plan, aber ist wenigstens halbwegs echt.

Grüße, Tobias



Haha, das Bild ist ein Klassiker!



Haha, das Bild ist ein Klassiker von Konrad Fischer! Gibt auch ein schönes Buch zu dem Thema: "Fachwerksünden" von Manfred Gerner.



Wo ist das Problem



Wenn ich es verputze besteht das Problem mit der Ecke immer noch. Ich müsste dann den Putz an die Klinkerfassade anstoßen lassen. Fällt gar nicht auf.
Wenn ich an den Ecken keine Latten sondern Balken in der Dicke der gesammten Vorhangfassade setze, würde es wie der Eckbalken eines Fachwerkhauses aussehen. Wenn ich Latten verwende und dann Riemchen in gleichem Aussehen an die Klinker stoßen lasse, sehe es aus, als wäre das Fachwerkhaus bis zur Giebelwand verklinkert und nur an dieser ist noch das "alte" Fachwerk zu sehen.
Ich sitze dann im Garten und schaue auf eine Fachwerkwand, während der Nachbar Klinker sehen.
Das Haus hat eine L-Form mit Innenhof. Die Straßenseite und eine Seite ist der länge nach verklinkert. Ein Schenkel vom L stößt an das Nachbarhaus. Sichtbar sind also nur die Außen und Innenseiten der L-Schenkel und eine Stirn/Giebelwand. Wenn es an der Giebelwand mit dem Fakefachwerk gut aussieht, kommen die Innenseiten der L-Schenkel auch noch so. Dann wäre der Innenhof und die Giebelwand Fachwerk und die Wände zur Straße und dem Garten des Nachbarn verklinkert.
Wo ist also das Problem?




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