Fachwerk Hohlbalkendecke Lehm entfernen - Schallschutz



Fachwerk Hohlbalkendecke Lehm entfernen - Schallschutz

Hallo Community,

ich bin Daniel 42 und saniere seit geraumer Zeit ein Fachwerkhaus von ca. 1830. Ich lese sehr gerne hier in den Beiträgen und habe mich nun entschlossen selber konkret um Rat zu bitten. Ich muss leider (siehe Bild) die Lehmschicht zwischen den Holzbalken einer Zimmerdecke entfernen da ich nicht genügend Platz für die Auflattung habe für den geplanten Fußboden aus OSB-Platten. Ich weiß wohl dass diese Lehmschicht das Beste für solch eine Holzbalkendecke ist. Wie oder mit welchem Füllstoff kann man noch diesen Hohlraum füllen damit man einen Schallschutz erhält mit Berücksichtigung der Bauphysikalischen Eigenschaften. Wie verhält sich der Hohlraum wenn er durch eine OSB-Decke quasi versiegelt wird? Welche Dämmung kann den Anforderung gerecht werden? Ich habe Angst dass unangemessene Dämmung über die Jahre zu Schäden am Bauwerk führen kann. Über Hilfreiche Kommentare bin ich sehr dankbar!



Höhenausgleich und Schalldämmung



Warum kannst du nicht entsprechend zugeschnittene Latten zum Höhenausgleich auf die Balken schrauben und dann wie früher Holzdielen verlegen?

Hohlräume in der Decke unter dem Belag bilden einen Resonanzboden und sollten daher vermieden werden.

Statt Lehm kann trockener Sand verwendet werden, ich würde aber erst einmal soviel Lehm wie möglich wiederverwenden.

Andreas Teich



Resonazraum



Danke für den Beitrag.
Der Raum soll eine Küche werden und der Fußboden mittels Konterlattung - OSB Platten - PVC Bodenbelag ausgebildet werden. Die Konterlattung kann aber wegen zu geringer Höhe nur teilweise auf die Balken geschraubt werden sodass ich leider mindestens ein Lehmfeld entfernen muss. Meine Idee wäre die Lehmschicht quasi tiefer anzubringen. Dabei entsteht aber natürlich zwischen Lehm und OSB ein Hohlraum.



Boden ausgleichen



Warum Konterlatten und nicht die OSB-Platten direkt auf den ausgerichteten Balken befestigen?

Ich habe in allen vermieteten Wohnungen auch in den Küchen Dielenböden verlegt- das funktioniert problemlos und ist angenehmer als andere Bodenbeläge.
Bei hohen belastungen zB Eiche oder Esche verwenden und Böden ölen.
Wasserdicht ist es ohnehin.

Hohlräume unter dem Belag sollten mit flexiblen Dämmstoffen ausgefüllt werden um Trommeleffekte zu vermeiden.

Andreas Teich



Ausgleichschüttung


Ausgleichschüttung

Das mit den Dielen ist sicherlich die schönste Variante aber leider bei mir nicht möglich da die Balkendecke "durchhängt" und man nur mit Konterlattung arbeiten kann was aber problematisch mit der Höhe (angrenzender Raum) wird. Meine Idee wäre evtl. auch eine Ausgleichsschüttung einzubauen so wie auf der Skizze konstruiert.



Boden nivellieren



Man kann doch problemlos auf die vorhandenen Balken entsprechend zugeschnittene Latten befestigen, um den Durchhang auszugleichen.
Reste davon sind ja noch sichtbar.

Lehmfüllungen sollen nicht belastet werden, außer man ist ganz sicher, dass diese tragfähig sind-Absicht war dieses früher nicht.

Schüttungen wie skizziert sind auch möglich, jedoch ohne die am Rand befestigten Hölzer-
der Boden muß insgesamt schwimmend aufgebaut werden.

Insgesamt ist dies sicher aufwendiger, teurer und mit einem höheren Fußbodenaufbau verbunden als Höhenausgleich auf den Balken vorzunehmen und Dielen darauf zu schrauben-
warum sollten dazu Konterlatten notwendig sein?

Andreas Teich



Man kann auch....



...sehr effizient mit dem System der Firma HolzHufer
"Dämmraum" arbeiten.
OSB wäre aus unserer Sicht nicht die perfekte Lösung, da diese Platten fast dampfdicht zu betrachten sind.
Eine gute und schön geölte Dielung gäbe da mehr Esprit und Nachhaltigkeit.
CemWood-Schüttung ist eine sehr gute Wahlentscheidung.



Bei einem Aufbau...



..gemäß Deiner Skizze verstehe ich nicht, warum Du Felder entfernen musst, der Aufbau ist doch an keiner Stelle tiefer als die Deckenfelder oder?

Wir hatten genau die selbe Situation und sind wie folgt vorgegangen:
Auf die Balken (gleiche Richtung wie die Balken) KVH 8/6 aufgeschraubt, so dass diese sich den Balken anpassen. Mit der Schlagschnur einen Riss am KVH angebracht, dazu die Schlagschnur an der Fußpfette jeweils auf das richtige Niveau ausgerichtet.
KVH wieder abgeschraubt und entlang dem Riss zugesägt.
So erhält man eine Passgenaue Feder, die das Durchhängen der Balken ausgleicht.
KVH wieder auf den (richtigen) Balken aufgeschraubt.
Auf das KVH eine OSB Lage verschraubt, die hat dann Scheibenwirkung und die Kräfte werden über das KVH in die Deckenbalken geleitet, die Felder/der Fehlboden bleibt unbelastet!
Die Zwischenräume zwischen den KVH habe ich mit Lehmschüttung aufgefüllt, Rieselschutz nicht vergessen!

Der Vorschlag kam von unserem Zimmermann, war problemlos herzustellen und hat bisher (6 Jahre) keine Probleme gemacht.

Gruß
Michael



Konterlattung


Konterlattung

Hallo Michael,

danke für deinen wirklich guten Tipp!
So wäre es sicherlich schnell erledigt. Ich dachte ich müsste für den Aufbau einer OSB Deckschicht rechtwinklich zu den Deckenbalken eine Konterlattung mit einem geringen Abstand aufbringen damit die OSB Platten später nicht durchbiegen. Meine Deckenbalkenabstand ist bis zu 84cm (Mitte-Mitte).

Ich hatte bereits schon ein Zimmer saniert wo ich es so gemacht habe. Da war allerdings genug Platz über den Deckenbalken sodass ich vernünftige Lattung aufbringen konnte. (siehe Foto)

Die Hohlräume dann mit Lehm zu füllen wird sicherlich zu schwer. Was ist denn ein Rieselschutz?

Gruß
Daniel Bechler



Rieselschutz..



..verhindert, dass eine ungebundene Schüttung durch Ritzen rieselt und morgens auf dem Kaffeetisch liegt.
Dafür gibt's Papier z.B. von Steico.

Wenn das Gewicht eine Rolle spielt, kommt z.B. Liapor in Frage, gibt's gebunden und ungebunden, ist mineralisch, natürlich und unkaputtbar, passt aber in ungebundener Form auch Wunderbar in die Nut der OSB Platten.
--> Wenn Ihr da ein Werk oder verarbeitenden Betrieb in der Nähe habt ist das auch preiswert zu bekommen.


Grüße
Michael