Wärmedämmung für Holzdielenboden




Hallo

Wir habe ein altes Bauernhaus in Schlesweig-Holstein gekauft und sind nun dabei das gute Stück zu sanieren.

Hier nun gleich unsere erste Frage:

Im EG sind in eingen Räumen noch die Original Pitchpine Dielen und zwar in einem sehr guten Zustand. Allerdings sind die Dielen, wie in der Region üblich, auf einer Konstruktion gelagert, die direkt auf dem Erdboden liegt - also kein Fundament o.ä.

Nun hat uns unser Tischler empfohlen, unter den Dielen eine Wärmedämmung einzublasen (einzelne Dielen hochnehmen bzw. Löcher bohren), die dann als Dämmschicht zwischen Erdboden und Holzdielen fungieren würde. Der Hohlraum unter den Dielen bis zum Erdboden beträgt ca. 20 cm. Das Erdreich scheint trocken zu sein, was man allerdings wohl kaum auf Dauer 100% sicherstellen kann, da es sich um Marschland handelt.

Ist diese Art der Wärmedämmung sinnvoll oder was würden die Fachleute hier empfehlen?

Danke für die Hinweise & Tipps.

Topper



Dämmung unter Dielen



Wenn man damit nicht den Sand durch die Gegend bläst ist die Sache o.k.
Allerdings sind von vornherein einige Baustoffe auszuschließen: Rockwool (wegen freier Mineralfasern), Zellulose (bleibt Pape übrig).
Wenn man Blähglas blasen kann, wäre das eine gute Sache.

grüße vom Niederrhein





Hallo Herr Topper,

das muss sich wirklich jemand ansehen. Oftmals sind/waren die Unterdielenräume mit Lüftungsöffnungen versehen. Wenn es bis heute funktioniert ist das eigentlich nicht das schlechteste.
Alleine um der EnEv genüge zu tun, würde ich das nicht ändern. Wenn doch, dann allerdings von Grund auf trocken legen, Abdichten und dämmen – einblasen allein führt ziemlich sicher nur zu Problemen.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Wie wir vorgegangen sind



Hallo Herr Topper,

Bei der Sanierung unseres Fachwerk Bürogebäudes, dass einen ähnlichen Fußbodenaufbau hatte, sind wir folgendermaßen vorgegangen: Zuerst haben wir den alten Dielenboden entfernt. Dann haben wir ca. 40 cm Erdreich ausgehoben und mit einer ca. 20cm kapillarbrechenden Kiesschicht aufgefüllt. Auf den Kies haben wir eine PE Folie gelegt und dann eine ca. 10 cm hohe Estrich schicht gegossen. Auf diese Estrichschicht haben wir Bohlen gelegt, auf die wiederum die Dielen genagelt wurden. Die Zwischenräume (zwischen Estrich und Dielen) haben wir mit Blähton aufgefüllt.

Orientiert haben wir uns dabei an dem Buch "Fachwerkhäuser -Restaurieren - Sanieren - Modernisieren"

Wir haben das Gebäude auch von Innen mit SChilfplatten gedämmt und eine Wandheizug installiert. Wenn Sie möchten können Sie sich das ganze gerne mal anschauen und ich erzähle Ihnen wie wir vorgegangen sind. Wir sitzen auch in Schleswig-Holstein (Bad Oldesloe)

Mit besten Grüßen

Philip Kullmann
Hiss-Reet

(www.Hiss-Reet.de)



Dielen...



...kann man auch vorsichtig aufnehmen.

Dann würde ich weiter verfahren wie Phillip das beschrieben hat. Allerdings würde ich eher eine Sauberkeitsschicht aus Magerbeton auf den Kies bringen, und darauf eine Schweißbahn.

Irgendwas irgendwohin pusten kann auch kontraproduktiv werden. Zunächst ist der Zustand der Lagerhölzer nicht bekannt. Wenn's denn bisher funktioniert hat, dann ja vielleicht nur deshalb, weil die Hölzer luftumspühlt waren.

Auch trockner Sand transportiert Wasser!

Und zukünftig kann auch eine bislang intakte Konstruktion versagen, wenn sich die Bedingungen ändern. Mehr Wärme und Feuchtigkeit gibt es mit Sicherheit, andere Heizung & dichtere Fenster werden auch vermutlich nicht lange auf sich warten lassen.

Grüße

Thomas



"Pusten" auf erdberührte Ebenen...



...ist eher abenteuerlich.
Wenn etwas bisher funktionierte, kann dann plötzlich das Gegenteil eintreten (Erklärung Th.W. Böhme).
Mineralische Materialien gehen schon zu blasen (LIAVER, Blähtone etc.) doch dazu bedarf es einer Spezialmaschine.
Wird kaum in der Region verfügbar sein!

Vielleicht einfach nur lassen wie es ist und wenn es doch irgend wann einmal sanierungsbedürftig ist, dann so wie von Hiss-Reet empfohlen, neu aufbauen.

Grüße
Udo Mühle