Holzbalkendecke - Schallschutz / Durchfederung

25.10.2006


Hallo,
wir suchen für eine Holzbalkendecke Lösungen für Schallschutz und Verringerung der Bodenschwingungen. Die Sanierung muss von unten erfolgen.
Zur Verringerung der Durchfederung planen wir folgendes Vorgehen:
Decke nach oben mit Stahlspriesen überspannen und in diesem Zustand mit einem verleimten Holzbinder halten.
Frage hierzu:
liegen Erfahrungen zu diesem Vorgehen vor und wenn ja, welche Anbieter von "überspannte Holzbinder" sind bekannt?
Der Schallschutz soll im Anschluss von unten abgehängt an die überspannte Decke angebracht werden. Hierzu suchen wir Lösungen welche möglichst keinen Körperschall übertragen.

Vielen Dank für Tipps und Anregungen

Helmut Winkenbach



Schallschutz schwierig



Sehe ich es richtig, dass Sie einen zusätzlichen Unterzug/Leimbinder einbauen wollen? Dadurch wird die Spannweite der Deckenbalken verringert und das Schwingungsverhalten verbessert.
Besseren Schallschutz erreichen Sie in der Regel am besten mit einer Beschwerung auf der Decke, etwas weniger mit einer Beschwerung in der Decke und deutlich weniger mit einer zusätzlichen abgehängten Decke.
Die Sache mit dem Überhöhen der Deckenbalken würde ich mir überlegen, da sich die Decke in Ihrer jetzigen Lage wohl in einem Gleichgewichtszustand befindet. Durch Hebemaßnahmen können Risse an den Auflagern und Wänden entstehen und auch Stuckdecken mögen es überhaupt nicht, wenn man Sie bewegt.
Überhöhte Leimholzbinder können bei vielen Herstellern bestellt werden (u.a. Kaufmann, Haas, etc.).
Sie brauchen jemand, der diesen Träger bemißt und sich die Sache vor Ort anschaut. Auch die Hebung/Überhöhung sollte ein geeigneter Zimmereibetrieb ausführen, da man bei derartigen Maßnahmen auf jedes Knacken und Zwacken beim Heben achten muß, um keine größeren Schäden zu verursachen.



Konsequenzen für das ganze Gebäude



nicht vergessen. Beim Heben der Decke müssen die Auflager nachgebessert werden, es kann zu Spannungen in der Dachkonstruktion kommen, etc..
Deshalb unbedingt planen und nötige Vorarbeiten festlegen.



Körperschall



Hallo Helmut,

von unten lässt sich der Schallschutz nur in relativ geringem Maße verbessern. Bei hohem Aufwand, (entkoppelte Abhängung, vollständige Verdämmung) gehen an der Raumhöhe mindestens 8 bis 12 cm verloren. Und dies für nur ca. 6 dB Verbesserung? Dass keine Körperschallübertragung mehr stattfindet, ist von unten nicht möglich. Dies geht nur über eine komplette Entkopplung des Bodens von oben. Dabei bleiben immer noch Übertragungswege über die Wände vorhanden. Abhängig von Körperschallanregungsart, können Übertragungen auch über die Flanken nicht verhindert werden.
Ich denke, Ihr müsst euch damit abfinden, dass Ihr in einem alten Haus mit schlechter Schalldämmung lebt.

Viele Grüße
A. Engbarth



Vielen Dank für Informationen und Tipps



werde die Sache mir noch mal reichlich überlegen.

Helmut Winkenbach




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