Fußboden dämmen oder nich?

25.04.2006



Hallo,

unser Haus (ca. BJ 1905) hat total vermurkste Fußböden im EG (Spanplatten, kaputte Dielen). Wir müssen alles erneuern. Darunter ist eine Kappendecke (und natürlich der Keller). Als Füllmaterial liegt dort Sand mit Steinchen. Sollten wir das entfernen und mit etwas "wärmedämmenderen Zeug" auffüllen? Wenn ja, was? Ich möchte keine kalten Füße bekommen... (Zur Heizung: Pelletofen mit Heizleisten).

Danke im voraus!!!

Grüße



dämmen !



weil kalte Füße doof sind.
Material: Thermozell vom Estrichleger. Bei Bedarf nenn ich Ihnen Adressen.



Danke



für den Tip! Aber soweit ich weiß, muß man das Zeit ja anmischen... Ich habe sowas im Hinterkopf, daß es da auch was "Trockenes" gibt, was auch nicht auf Styropor basiert oder nur teils...



Was Trockenes



gibt es. Aber bei Schüttungshöhen von mehr als 5 cm muß man gebundene Schüttungen nehmen, weil das Trockenzeugs die Angewohnheit hat, seine Lage zu verändern.
Man könnte, wenn es ganz fix gehen muß, z.B. folgendes machen:
5 cm Ausgleichsschüttung aus geglühtem QuarzSand (Mehlkorn)
gegen 0 bis 1 cm abziehen, wenn die Höhenunterschiede größer sind, entsprechend mehr.
8 cm ROOFMATE, WLG 035
2,2 cm Trockenestrichplatten AQUAPANEL R
grundieren mit zugehöriger Grundierung
Belag nach Wunsch.
Das knarrt und quietscht nicht und hält die Füße warm, ist verrottungsfest, hat F 90 von oben und ist wasserfest.

Gutes Gelingen



Noch ne Idee



(ich meinte bei meiner obigen Antwort natürlich nicht "... das Zeit anmischen" sondern das "Zeug", bin schon ganz wuschig)

Mir ist da noch eine Idee gekommen: Da sich ja zur Zeit Unmengen von Sand auf unserer Kappendecke befinden und das dann ziemlich viel Arbeit ist, das abzugraben, könnte man davon nicht einen Teil drin lassen und oben auf eine Trockenschüttung machen (bestimmte Dicke?)? Oder von mir aus auch mit Zement anmischen? Dann wäre es nicht ganz so viel Arbeit... (ächz!)

Viele Grüße



Dämmen bringt da gar nichts,



da Ihre Fußwärme von der Materialdichte des Bodenmaterials abhängt, nicht von irgendwelchen Dämmungen darunter. Probieren Sie es aus! Legen Sie eine Stahlplatte im Keller auf einen Meter Dämmung und treten Sie drauf. Und dann legen Sie einen Teppich auf die Platte und nehmen die Dämmung drunter weg.

Viel Erfolg!

Konrad Fischer

PS.: Die Oberflächentemperatur der nackten Platte ist übrigens die gleiche wie beim Teppich, egal ob Dämmstoff drunter oder nicht, testen Sie das mit einem IR-Thermometer.



??



Hallo, Herr Fischer,

das leuchtet mir nicht so ganz ein... Mir kommt ein Boden im EG immer kälter vor als im OG. Das liegt meiner Meinung nach am Keller darunter. Das heißt doch, daß ich die Kälte, die von unten kommt, irgendwie unterdrücken sollte, oder? Auch wenn ich einen Teppich im EG hinlege, ist der Boden kalt...

??

Grüße



Die Bodentemperatur in Wohngeschossen



ist vorwiegend ein Resultat der eingestrahlten Wärme. Wenn Sie im KG 15 Grad haben und im EG 20 Grad, werden Sie an der Bodenoberfläche im EG auch 20 Grad haben.

Das Empfinden lehrt aber, daß die Fußkälte bei 20grädigem Fliesenboden größer ist, als bei 20grädigem Teppich darauf. Es kommt ganz auf die Eigenschaften der Kontaktfläche an. Nochmals: Messen und/oder ausprobieren. Dann schnackelts.



Gefühlte Wärme



Hallo Frau Hoffmann,

der von Hr. Fischer beschriebene Effekt resultiert mehr aus den Wärmetransporteigenschaften der unterschiedlichen Materialien als aus deren Dichteunterschied. Wenn wir Kälte spüren, dann registrieren wir über die Haut keine absolute Temperatur - z. B. 15° C - sondern einen Energieabfluss aus unserem Körper. Je mehr Wärme bzw. je schneller wir Wärme verlieren, desto kälter empfinden wir ein Material oder eine Umgebung. Daher werden wir eine Stahlplatte im Vergleich zu einem Teppich immer als kälter EMPFINDEN, selbst wenn beide Stoffe die gleiche Temperatur besitzen. Denn Stahl ist ein viel besserer Wärmeleiter als Teppich, unser Körper gibt also schneller und mehr Wärme ab als bei einem Teppich.

Unabhängig davon würde ich Ihnen zu einer maßvollen Dämmung raten, denn unsere Füße merken schon einen Unterschied, ob der Teppich 15°C hat oder 20°C hat.

Gutes Gelingen!



Nun...



.. ich kann schon nachvollziehen, daß sich ein Teppich "wärmer" anfühlt, als eine Stahlplatte. Aber die Kälte, die aus dem Keller kommt, möchte ich nicht im EG haben. Ein Boden im OG ist immer wärmer als der im EG, das MUSS doch dann mit den Temperaturen darunter zusammenhängen... Folglich ist eine Dämmung zum Keller doch wünschenswert.

Was ist mit meiner Frage nach "nur teilweise Sand raus und teilweise Dämmung" wegen der vielen Arbeit?

Danke aber schon mal für die Antworten!!! Man lernt halt nie aus! :-)

Grüße



Mit der Wärmeleitungseigenschaft hat das Oberflächenempfinden



nichts zu tun, die Wärmeleitung ist nur ein verschwindend geringer Anteil bei Wärmetransporten durch Baustoffe/Festkörper (Details auf Homepage) und bewegt sich im Promillebereich. Deswegen sind beim "Lichtenfelser Experiment" auch die Wärmetransporte durch Dämmstoffe grundsätzlich unabhängig von deren U-Werten! Es kommt vielmehr auf den Widerstand gegen Strahlung an. Und nur dieser entscheidet, wie Wärme ein Material durchdringt. Das ist aber alles erläutert und belegt über viele Homepageseiten - ich kann es hier nicht wiederholen.

Nur als Ergebnis dieser Fakten verweise ich auf die beigefügte Grafik unseres "Lichtenfelser Experiments" - was voraussichtlich nicht jeder hier gustieren wird. Sei's drum - Info der Fragerin geht mir vor.

Fazit: Dämmung unter dem Boden bringt garnix, Teppich drauf alles. Salats mir dud.



aha



Folglich ist dämmen Unsinn (Sie hatten mal in einem anderen Beitrag geschrieben, Dämmen bringt gar nichts)? Warum verbrauchen Häuser mit Dämmung dann weniger Energie als die ohne Dämmung? Bin völlig verwirrt...

Ratlose Grüße



Welche Häuser?



Selbst von der WDVS-Industrie haben wir bisher vergeblich versucht, für Ihre Annahme, daß Dämmung zu weniger Energieverbrauch führt, eindeutige Nachweise im Vergleich zu ebensolchen Häusern ohne Dämmung zu erhalten. Nur gerechnete oder In-Sich-Vergleiche lassen diese Annahme ja nicht eindeutig zu. Die Abbildung zeigt ein Ergebnis einer Fraunhofer-Untersuchung an Versuchsbauten. Der ungedämmte Konstruktionsaufbau der Außenwand verbrauchte in zwei Winterperioden weniger. Lila 10 cm, Rot über 20 cm Dämmstoff, Grün Ziegel ungedämmt.

Und das zweite Beispiel hat Prof. Fehrenberg untersucht. Auch demnach hat die Dämmung nichts gebracht.



2. Beispiel aus der Praxis





Schüttung



Hallo Andrea,
um beide obengenannten Tips zu vereinigen und Ihnen etwas einfaches anzubieten, würde ich eine Schüttung vorschlagen.
Und zwar wie Sie schon engemerkt haben, auf die Sandschicht.
Da kann Vlies drauf, dann Blähton schütten (z.B. Liapor, da gibt es auch Beispiele auf der Seite).
Da könnten Sie sogar Balken einlegen und dann Dielen drauf verlegen, so dass es ein bisschen originaler wird.
Die kleinen Tonkügelchen verrotten nicht und verdichten sich nicht mehr, Feuchtigkeit wird aufgenommen und abgegeben, ist also eher unproblematisch.
Grundsätzlich finde ich Altbauten mit Flair schon ok., also knarrende Dielen oder Geräusche aus Türangeln und so weiter.
Muss jeder selber wissen...
Alles Gute



Jetzt muß ich doch auch mal fragen...



ich habe die Diskussion mit Interesse verfolgt und habe eine Frage: Verstehe ich Herrn Fischer nun also richtig, daß man Häuser generell und überhaupt nicht dämmen muß? Also auch die Außenwände nicht? Geht es nur um Fachwerkhäuser oder alle? Oder habe ich das alles falsch verstanden?



Danke!



Danke, Herr Schubert. Ich denke, so wird's gemacht.

Hallo, Anja, das habe ich auch nicht so richtig verstanden... :-) Ich kann mir schon vorstellen, daß bei einigen alten Gebäuden eine Dämmung nicht notwendig ist, aber so pauschal zu sagen, Dämmung bringt nichts... (oder nur unterm Boden?)

Viele Grüße