Dämmung Kellerdecke

13.01.2012



Ich habe jetzt schon geraume Zeit versucht eine Antwort zu meiner Frage zu finden, muss jetzt doch dieses Thema nochmals strapazieren, da ich nicht wirklich gefunden habe, was ich suchte.
Beabsichtigt ist eine Kellerdeckendämmung von unten. Es handelt sich um eine Holzbalkendecke mit Sandschüttung zwischen den Balken. Die alte Dielung im EG wurde wieder aufgearbeitet und geölt und sieht somit sehr schön aus. Leider zieht es einerseits aus dem kalten Keller durch die unvermeidlichen Ritzen, außerdem rieselt die Sandfüllung langsam aber regelmäßig durch die grobe Bretterschalung zwischen den Balken in den Keller
Mein Plan wäre zunächst einen Rieselschutz unterhalb der Holzbalken anzubringen. Aus dem Dachausbau hätte ich noch die Dampfbremse von Proklima übrig, diese würde ich nur überlappen und nicht verkleben. Könnte es trotzdem zu Problemen mit der Feuchtigkeit aus der wärmeren oberen Etage kommen?
Als Dämmung habe ich (ebenfalls aus der Dachdämmung) noch ca. 5cm starke Hanfmatten übrig. Ist gegen ihren Einsatz in dem Bereich etwas einzuwänden?
Verkleiden würde ich die Decke dann mit Gipskartonplatten.
Einen der Kellerräume möchte ich übrigens als Waschküche nutzen, somit entsteht hier auch ein gewisser Anteil an Feuchtigkeit.
Ich bin schon gespannt auf Eure Hinweise.



Kellerdecke dämmen



Hallo Karsten, diese Frage hätten sie sich vor dem Aufarbeiten der Dielung stellen sollen.
Egal was Sie machen es kommt dabei immer nur eine Notlösung heraus.

Mein Vorschlag:
Variante 1
Decke von unten her ausräumen(Putz, Putzträger, Einschub, Füllung ausbauen),
Konterlattung unten quer zu den Balken anbringen,
Deckenzwischenräume mit MIWO- Dämmkeilen oder straff eingebauten Weicholzfaserplatten oder Ihren Hanfmatten auffüllen,
Dampfsperre einbauen,
Traglattung einbauen,
GKF montieren.
Variante 2:
Dampfsperre/Dampfbremse auf die Balkenunterseite,
Traglattung (Sparschalung) montieren,
GKF oder Heraklithplatten montieren,
Deckenzwischenraum mit Dämmstoff ausblasen.

Die Platten müssen sorgfältig gespachtelt werden, Anschlüsse sind wind- und luftdicht auszuführen!
Bauen Sie in die Waschküche eine Zu- und Ablüftung ein.

Viele Grüße



Wärmestrom



Danke für die schnelle Antwort! Zum aufarbeiten der alten Dielung, wollte ich diese nicht ausbauen. Sie wurde also im eingebauten Zustand aufgearbeitet. Daher war in diesem Arbeitsgang auch die Sanierung der Kellerdecke nicht von oben möglich.
Zu den beiden Varianten stellt sich mir folgende Frage:
Variante 1: scheint ziemlich aufwändig zu sein. Die Dampfsperre wird hier Kellerseitig angebracht. Dies verhindert das Eindringen der Feuchtigkeit vom Keller in meine Dämmung. Allerdings handelt es sich um einen unbeheizten Keller. Ich dachte Wärmestrom und damit der Feuchtigkeitstransport ist grundsätzlich von warm nach kalt. Somit würde die Feuchtigkeit aus dem EG durch die Dämmung transportiert und an der Dampfbremse gestoppt werden. Habe ich hier einen Denkfehler? Im Bereich und zum Zeitpunkt der Nutzung als Waschküche leuchtet mir die Konstruktion ein. Erwärmung und hohe Luftfeuchtigkeit durch die Nutzung führen zu einer Umkehrung des Wärmestroms in dem Bereich.
In der Variante 2 verhindert die Dampfsperre das Eindringen der Feuchtigkeit aus dem EG in die Wärmedämmung. Könnte jedoch zu Problemen am Balken führen, oder? Die sorgfältig verspachtelten Platten fungieren wahrscheinlich als Dampfbremse von Kellerseite. Korrekt? Somit ist die Dämmung von beiden Seiten gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt. Als Dampfbremse möchte ich wie gesagt die DB+ verwenden.

Viele Grüße



Kellerdecke



Normalerweise brauchen Sie zur Kellerseite keine Dampfbremse; aber Waschküche heißt für mich temporäre Warmluft mit hohem Feuchtegehalt.Zum Glück für Ihre Balken ist die Dielenlage durch ihre Fugen relativ diffusionsoffen, hier kann ein Feuchteaustausch zur warmen Oberseite hin erfolgen. Das Darüberlaufen schafft eine gewisse Pumpbewegung, die diesen Austausch fördert.
Die Dampfbremse bzw. Luftdichtigkeitsschicht soll neben dem Feuchteeintrag bei Waschküchenbetrieb vor allem das Eindringen kalter Luft aus dem Keller und damit Bauteilauskühlung der Balken vermeiden.
Wie ich schon eingangs schrieb, es wird mehr oder weniger eine Notlösung, die aber so funktionieren sollte. Problematisch wird es nur wenn von oben Planschwasser durch die Dielung gelangt. Dann hilft nur eins: Die Folie unten perforieren damit das Wasser abläuft.

Viele Grüße