Hinterlüftung OSB/3 auf Dachboden

15.09.2013 Mirko



Dachboden wurde wie folgt gedämmt:

19 mm Holz
Dampfsperre (ProClima DA connect)
320mm Thermo-Hanf Premium

Alles in eine Art "Sparrenkonstruktion" aus 40x60mm Kiefernholz. (wg. Verrutschen und evtl. begehbarkeit)

Zwischen oberer Kante (Auflagefläche Fussboden) und Wärmedämmung habe ich ca. 6cm Platz.

Obendrauf liegt OSB/3 22mm.

Als Link:
http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/index.php?&d0=1.9&mid0=36&d1=0.05&mid1=4&d2=16&mid2=376&d3=16&mid3=376&d4=6&mid4=86&d5=2.2&mid5=71&bt=5&T_i=20&RH_i=50&T_e=-10&RH_e=80&outside=0&name=Dachboden%20ged%C3%A4mmt%20Hanf

...man hätte Holzdielen nehmen sollen, aber der Preis und eine extreme "Wendelung" der Bodentreppe machen bei >2m einen Strich durch die Rechnung...

Am Anfang habe ich das eher lockerer gesehen (diesen Sommer >50°C unter dem Dach gehabt! Die Trockungsperiode wird ja bei 12°C berechnet).
Jetzt kurz vor der Fertigstellung brubbelt es doch etwas im Bauch...

Die Frage ist, ob ich jetzt Lüftungslöcher einfügen sollte und in welchem Abstand? Die längste Strecke unter der OSB beträgt ca. 4m.

oder doch unkritisch?

Danke!

Mirko



Warum ...



... um alles in der Welt, ist diese m. E. völlig überdimensionierte Hanfdämmung eingebaut worden?

Zum Einen amortisiert sich diese Investition vermutlich erst in einem Zeitraum, der jenseits der Haltbarkeit der Konstruktion liegt.
Zum Anderen halte ich den ermittelten Tauwasserausfall für bedenklich - selbst wenn rechnerisch eine Verdunstung innerhalb von 84 Tagen möglich sein soll.
Das unter der OSB-Platte ausfallende Kondensat, wird abtropfen, d. h. in der Dämmung "versickern". Aufgrund des Hitzestaus - anders kann man > +50 °C m. E. nicht bezeichnen - wird die Verdunstung dann nicht in den Dachraum, sondern durch die Dämmung zur Kaltseite, sprich zum Wohnraum hin ablaufen bzw. getrieben. Auf dem Weg dorthin ist aber die Dampfbremse im Weg.
Ob die Dämmung also ohne eine Durchlüftung der Luftschicht zwischen Dämmung und OSB-Plate wirklich nachhaltig abtrocknet, wage ich zu bezweifeln. Außerdem vermute ich, dass sich zumindest auf der Unterseite OSB-Platte in relativ kurzer Zeit Schimmelpilzkolonien bilden.
Von daher würde ich auf jeden Fall eine Belüftung ermöglichen. Ob hierzu ein paar Löcher in der OSB-Platte ausreichen, wäre in der Praxis zu beobachten. Günstiger wäre es m. E. gewesen, wenn hier Bretter (möglichst ohne Nut und Feder) als Bodenbelag verbaut worden wären.

Ich habe es einmal erlebt, dass bei einer vergleichbaren Konstruktion die Dämmung nach nur wenigen Jahren so abgesoffen war, dass die Dampfbremse unter der Dämmung der Wasserbelastung nicht mehr Stand gehalten hat und an mehreren Stellen, insbesondere an den Wandanschlüssen gerissen ist. Der Raum darunter war anschließend renovierungsbedürftig, die Decke ein Sanierungsfall.

i. V. Dirk Meisinger



Tja...



...Förderung gibts nur, wenn der u<0,14 unterm Dach erreicht wird.

Die Frage ist nur, wann ist eine Hinterlüftung eine Hinterlüftung?

Würde es reichen, wenn ich nach jeder 3.Reihe (ca.2 m) einen Lüftungsspalt (1..2 cm) einbringe?
(Ich würde nochmal lose schrauben und diesen Lüftungsspalt durch verschieben erzeugen - 3 Reihen legen, Platz lassen, nächste drei Reihen)

Mirko



OSB im Dachboden über Dämmung



Die OSB-Platten sollten entfernt werden und gegen einen Rauspund ausgetauscht werden.

Was nutzen die Fördergelder, wenn du hinterher das Haus von Schimmel sanieren musst? Von diesen Zwängen würde ich mich an Deiner Stelle verabschieden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Je länger ...



... ich über diese besondere Situation nachdenke, desto mehr komme ich zu der Überzeugung, dass - so, wie es Frank Lipfert bereits ausgesprochen hat - die OSB-Platten durch einen luftdurchlässigeren Belag ersetzt werden sollten.
Nur alle 2 m einen Spalt zu lassen, kann funktionieren, muss aber nicht. Mir wäre hier das Risiko einfach viel zu groß. - Und aus der OSB-Lage einen "schweizer Käse" zu machen, wäre (glaube ich) auch nicht das Patentrezept.

Und mal ganz im Ernst: Ist eigentlich mal durchgerechnet worden, wann sich diese 'Wahnsinnsdämmung' eigentlich amortisiert -selbt unter Berückssichtigung der Förderung?!
Ich vermute mal, dass hier auf Deutsch gesagt mit dem Schinken nach der Wurscht geschmissen worden ist.

i. V. Dirk Meisinger



Dämmung



Das Haus wurde vor ca. 1,5 Jahren gekauft:

Bisher war die oberste Geschossdecke ungedämmt bzw. mit Lehm verputzte Bretter. U-Wert um Bereich von u=1,5. (ca. 60m²) Allerdings aufgrund des löchrigen Dachbodens eher schlechter...(keine ruhende Luftschicht mehr)
http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/index.php?&d0=0.5&mid0=75&d1=1&mid1=4035&d2=1.5&mid2=2901&d3=1&mid3=4035&d4=9&mid4=86&d5=2&mid5=36&bt=5&T_i=20&RH_i=50&T_e=-10&RH_e=80&outside=4&name=Dachboden%20unged%C3%A4mmt

Im "Flurbereich" und einem Zimmer wurde der Zwischenboden entfernt und da trennte mich nur ca 25mm Holz von der Umwelt. (Unterseite weißes Kabak) (ebenfalls ca. 40m², u=3,0)

5000l Flüssiggas + 1t Kohle + 4rm Holz (beides Kachelofen) letztes Jahr kann ich mir einfach auf Dauer nicht leisten.
(ca. 4000€ Heizkosten / Jahr = 330€/Monat)

Kosten für Hanf+Dampfbremse+Holz ca. 4000€.

Nun war die Frage: 3000€ ungefördert (u=0,22) oder 4000€ gefördert (u=0,12) ... Wie würden sie entscheiden?

Da ich die OSB-Platten sowieso im Innenausbau benötige, würde ich jetzt nicht von einer Fehlinvestition reden.
Ich werde sie wieder runter nehmen und durch Holz ersetzen.

Frage:
Nut-Feder wäre wegen der Festigkeit (fortlaufende Verlegung) deutlich besser, vor allem da ich Treppenbedingt auf ca. 2m beschränkt bin. (Leider keine Öffnung mehr vorhanden um sie wie die Balken durchzugeben).

Wenn ich Holz ohne Nut-Feder nehme, sollte man dann eine Art "Ritze" zwischen den Brettern frei lassen? Mir schwebt da sowas wie Schalungsbretter vor Augen...

http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/index.php?&d0=1.9&mid0=36&d1=0.023&mid1=623&d2=16&mid2=376&d3=16&mid3=376&d4=4&mid4=86&d5=2.7&mid5=2901&bt=5&T_i=20&RH_i=50&T_e=-10&RH_e=80&outside=0&name=Dachboden%20ged%C3%A4mmt%20Hanf

(Rauspund wg. Nut-Feder wäre mir allerdings am allerliebsten)

Noch eine Frage:

Gegen OSB im Fussboden im Wohnbereich 1. Etage (unten geheizt)...Spricht da was dagegen?

...in der obligatorischen "One-Man-Show" ist man halt froh über jedes Stückchen was schnell fertig wird...Arbeit gibts genug...Ist halt ein Unterschied ob man am Wochenende 100m² Dielen oder OSB Verlegen muss... :-/


Mirko



Ob Nut und Feder oder nicht ...



... würde ich unter anderem davon abhängig machen, wie oft der Dachboden begangen wird bzw. welche Lasten dort bewegt und abgestellt werden.

Ein weiterer ganz wichtiger Aspekt, der bisher noch gar nicht berücksichtigt worden ist, ist der, ob der Bodenbelag von der Statik her gesehen als Aussteifung benötigt wird (Scheibe).
Diesbezüglich wäre wichtig zu wissen, ob vorher mal ein Bretterbelag mit Nut- und Feder-Verbindungen vorhanden gewesen ist bzw. wie der Fehlboden / die Einschubdecke konstruktiv ausgebildet war.
Da der konstruktive Deckenaufbau erheblich verändert worden ist, empfehle ich einen Statiker hinzuziehen, um auf der sicheren Seite zu sein, denn leider kann ich ein Lied davon singen, welche fatalen Folgen nicht bis zu Ende gedachte Eingriffe in ältere Konstruktionen haben können.

Sofern der Bodenbelag weder zur Aussteifung erforderlich ist, noch häufig begangen oder mit hohen Lasten beauflagt wird, würde ich Bretter ohne Nut und Feder mit ein paar mm Abstand verlegen.
Andernfalls kämen nur Nut-und-Feder-Bretter in Betracht, wobei dann aber auch für eine Unterlüftung gesorgt werden sollte. - Denkbar wären diesbezüglich mit einer Oberfräse herzustellende kurze, parallel zu den Nuten / Federn verlaufende Schlitze in der Mitte der Bretter. Außerdem sollte ein Abstand zwischen Bodenbelag und Giebelwänden gewahrt werden.

In jedem Fall wäre aber zu beachten, dass die Belüftung nicht durch eingelagerte Gegenstände behindert oder unterbunden wird. Kartons, Kisten u. ä. sollten z. B. auf Paletten abgestellt werden.

i. V. Dirk Meisinger



OSB-Platten im Wohnbereich einzusetzen ...



... ist m. E. eine Frage des baubiologischen Anspruchs.

Ich persöhnlich würde in meinen eigenen vier Wänden keine OSB-Platten verbauen.


i. V. Dirk Meisinger



Vielen Dank



für die Antwort!

Der "alte" Boden (ca. 20mm keine Nut-Feder) ist rausgekommen und wurde durch Profilholz (19mm Nut-Feder) ersetzt. Dieses bildet den alten genagelten Dielenboden nach.(Gute Seite nach unten als Sichtdecke). Verlegt wurde fortlaufend und jedes Brett auf den Balken festgeschraubt.Die "Scheibe" ist also noch vorhanden.
Im Zimmer darunter befindet sich noch ein Unterzug über die gesammte Zimmerbreite.
Der ehemalige Einschubecke sass links in Nuten und rechts war die Decke direkt auf die Balken als verputzes Brett ausgeführt.

Die Ständerkonstruktion die auf dem ersten Foto sichtbar ist, hat keine Verschraubung nach unten. Sie dient nur der Führung der Dämmmatten und der Aufnahme der oberen "Deckschicht". Die Ständer ruhen auf den Balken.

Ich rechne mit keinem hohen Verkehrsaufkommen auf dem Dachboden. Eher mal ab und zu eine Kiste hoch und evtl. im Winter mal Wäsche aufhängen.

Also würde ich eher auf Nut-Feder verzichten und lose Bretter aufschrauben. Unter die Bretter würde ich noch einen Rieselschutz vorsehen, damit die Dämmung nicht im Laufe der Zeit durch Schmutzeintrag beeinflusst wird.


Mirko