Höhere Luftfeuchtigkeit durch Dämmung mit Hanf auf der obersten Geschossdecke?

11.05.2010



Hallo liebe community-mitglieder,
seit einigen jahren, versuche ich mich nun an der Renovierung eines hauses aus den 50ern. Dabei habe ich jedoch schon einiges falsch gemacht. Mein neustes problem beschäftigt sich nun mit meiner hanfdämmung, welche ich vor 2 jahren auf die oberste Geschossdecke aufgebracht habe. Ich habe das gefühl, dass die räume darunter nun wesentlich feuchter geworden sind.
60 % Luftfeuchtigkeit sind hier normal und wenn ich nicht aufpasse, gehts auch höher. Lüften, Lüften , lüften. Ist schon klar, aber was macht dannn die Dämmung noch für einen sinn, wenn man ständig die Fenster aufreißt? In den nächsten tage, werde ich die losen aufgebrachten hanfplatten abdecken und die Dampfsperre mal in augenschein nehmen. Ich traue mich schon gar nicht mehr auf den boden, weil ich schäden durch die dämmung befürchte. In dem darunter liegenden bad, hat sich zwischen außenwand und decke, also an den lesiten der Decke und in den ecken der panelen, Schimmel gebildet. Na ja, es waren dunkle flecken, welche sich nicht wegwischen liesen. Jetzt bin ich grade dabei die decke abzureißen und neu aufzubauen. Wie würdet ihr das machen. Als basis habe ich eine parador feuchtraum panele. In diese kommen fünf löcher für die strahler, a 80 mm im durchmesser. Meine frage, würdet ihr darunter nochmals eine art Dampfbremse machen? Muss das ganze offen sein ? Ich habe die alten ringsum mit Silikon ausgespritzt und auch die lesiten verklebt und nochmals abgedichtet mit silikon, damit keine feuchtigleit in die decke kommt ? War wohl ein fehler ? Mein freund sagt, ich soll von der Wand 1 cm wegbleiben und bloß nix ausspritzen. Ich soll den damp ruhig in die decke lassen. Das bad ist aber mit 6m2 sehr klein und wenn wir duschen oder baden, erreichen wir fast 100 %. Danach müssen wir eine stunde lüften, um wieder auf 50 kurzfristig zu kommen ? Ich habe auch schon überlerlegt einen lüfter einzubauen. Ist aber auch nicht wirklich günstig. Zur decke: Holzbalkendecke von unten abgebrettert und mit ner art sand, schlacke, oder was weiß ich gefüllt. Vom Dachboden konnte ich ebenfalls auf die Balken schauen. Jetzt hab ich die thermohanfbremse aufgelegt, mit sicral abgedichtet und darauf zwei lagen Thermohanf in ner kreuzlage aufgetan. Keine weitere abdeckung nach oben! Klar das dach, aber ungedämmt. Ich glaube zwar nicht, dass sich das hier jemand durchliest, aber ich brauche undedingt eure hilfe. dämmen ist nicht einfach, den wer weiß, wie sich das haus verhällt. Für antworten schonmal jetzt super vielen dank. Lg dillbi





Hallo,

gegen derart falsches Nutzungsverhalten ist natürlich kein Kraut (auch Hanf nicht) gewachsen.
Wenn die rel. LF beim duschen auf 100% ansteigt haben Sie zum einen offensichtlich kaum Sorbtionsflächen im Bad, zum anderen keine entsprechend Ablüftung.

Grüße aus Schönebeck



Was im umkehrschluß bedeutet ?



Fliesen abstemmen ? Lüftung einbauen? oder nicht mehr baden respektive duschen ? :-)
Das ich ein problem habe, dass weiß ich :-). Aber wie kann ich es abstellen. Ich dachte, dass ich mit hanf etwas gutes auch für die umwelt und meine kinder mache. Weniger heizen, weniger schadstoff, aber scheinbar geht diese Rechnung nicht auf, wenn ich mir durch die dämmaßnahme Feuchtigkeit gekauf habe ;-). Leider habe ich zu spät die nachteile des dämmwahns erkannt. Das nächste mal würde ich anstatt zu dämmen lieber einen schönen Holzofen einbauen. Das wäre aus meiner heutigen sicht sinnvoller gewesen :-)





hallo Dillbi,

bei 100 % rel. LF kondensiert Wasserdampf an allen Oberflächen, nur weil die Hanfdämmung nun Öko ist macht die Physik da keine Ausnahme.

Das Problem was Sie haben hat weniger mit der Dämmung, als mehr mit der Nutzung zu tun.



Grüße aus Schönebeck

PS.
Wenn Sie mit dem Auto gegen die Wand fahren geht das halt kaputt.



Nur keine Panik



jetzt mal langsam, Dampfbremsen sollten immer dicht an der Wand verklebt werden. Allerdings mit einem dementsprechenden Anschlusskleber (wie Primur von Siga).
Was haben Sie mit Silikon abgedichtet? die Paneeldecke oder die Dampfbremse? Deckenleuchten sollten in dementsprechende gehäuse montiert werden und nicht an der Dampfbremse anstehen.

Zur Sorbtionsfläche
Fliesen wegklopfen von oben nach unten und bei ca.1,60m Höhe aufhören. Die Fläche kann dann mit Luftkalkmörtel oder Lehmputz verputzt werden.

Grüsse Thomas



und



trotzdem hat Oli recht !

Duschen ist nicht duschen, wenn man das Wasser - heiß - lange laufen lässt, wird viel Feuchtikeit an den Rum abgegben, die dann mangels Aufnahme durch die Wand und andere Bauteile in der Luft steht. Wenn Deine Dämmung nicht feucht ist, wäre ja sogar alles i.o. aber
Ein Lüfter, der vor dem Duschen eingeschaltet wird, kann schon eine Lösung sein. Vorausgesetzt, Frischluft kann an anderer Stelle hinzukommen (auch vom Korridor aus).
So halte ich es seit Jahren und habe bis auf einige Silikonfugen am Fußboden keinen Schimmel finden können. Allerdings ist auch nur der Spritzwasserbereich gefliest.

Eine andere Ursache für Kondensat - die Außenbauteile sind kalt - Deine Dämmung wäre dann zu gering bemessen.



Grübel....?



vielleicht wäre es bautechnisch möglich einfach nur einen Abluftventilator einzubauen. Diesen gibt es mit Steuermodulen (zeitgesteuert und auch luftfeuchtigkeitsabhängig. Somit wäre für eine sofortige Abführung der Feuchtigkeit gesorgt.


Freundliche Grüße von

Paul



Mmmh ...



... irgendwie glaube ich da nicht so recht an einen Nutzungsfehler sondern an einen Fehler im Deckenaufbau.

Du schreibst: "In den nächsten tage, werde ich die losen aufgebrachten Hanfplatten abdecken und die dampfsperre mal in Augenschein nehmen." Es wäre gut wenn Du den Deckenaufbau einmal ganz genau (möglichst mit Materialstärken) angeben könntest. Die Lage der Dampfsperre ist wichtig.
Die Ausführung von sog. Feuchtraum-Paneelen und Einbaustrahlern ist nicht ganz so einfach.

Derzeit habe ich einige Termine im Darmstädter Raum und könnte bei Bedarf auch einmal Pfungstadt anhängen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Zunächst mal vielen Dank für Eure vielen Antworten



Damit hätte ich nicht wirklich gerechnet, aber scheinbar muss ich doch noch etwas ausholen! Zunächst so viel: wenn mein kind (6 jahre badet) dann steht der zeiger kurz vor 100! Klar, kann ich ihn auch bei 18 Grad baden lassen, aber wir leben im Jahr 2010 und das Wasser wird durch die Heizung so schön warm :-). So viel zum Thema Nutzungsverhalten, aber ich möchte keinen Streit und suche ja die positive Kritik hier in der Gemeinschaft. OK, dann hole ich nochmal aus: Es ist nicht nur das Bad! Auch die Schalfzimmer und darin wird nicht geduscht. Ich transp. auch nicht übermäßig. Alle Wohnräume werden ausgiebig mehrmals gelüftet und dabei der Hygrometer im Auge behalten.
Ich habe schon ne Lüftungsfobie!Vielleicht ist es ja mein Irrglaube, aber ich denke halt, dass es die Dämmung verursacht. Wir machen das einfach mal so, ich muss sowieso da rann und schneide die Dampfsperre auf und schau mir an, ob ich Schimmel habe oder nicht. Auch die Holzdecke fliegt raus! Vielleicht sind die Panele einfach nur "fertig" und gesättigt und daher der leichte Stock. Zur der lieben Antwort mit dem "Tür"auf Prinzip! NAch dem Einbau der Dämmung, baute ich über die "Dachbodentreppe" einen Kasten aus Holz. Mein Vater hatte so etwas mal in den 70ern so gekauft. Das Ergebnis war, dass sich Feuchtigkeit in dem KAsten bildete und es auch darin schimmelte. Super, also baute ich den Kasten wieder ab. Seit dem blieb die Badtüre beim Lüften zu. Weil die Warme Luft ja wohl nach oben gestiegen ist und im Innern des Kastens, welcher ja von außen kalt war, kondensierte. So muss es gewesen sein.
So Antworten, wie von Thomas, gefallen mir ja persönlich am besten. Vielleicht habe ich alles zu dicht gemacht? Als ich mir jedoch Gedanken über die Dämmung machte, waren Leute vom Fach dabei, die mir das einfache auflegen von Styropor empfahlen. Andere vom Dachdecker Großhandel sagten mir: Mach da die Folie rein (PE) und dann Steinwolle einfach oben drauf. Die haben sich da nicht groß verrückt gemacht. Einer sagte, mach Hanf mit regulirender Dampfsperre ( ist diese Pappe von Thermohanf) der andere wollte es gänzlich ohne Sperre, weil das Hanf das ja ohne Probleme aufnehmen und wieder abgeben könnte. Im EG habe ich übrigens fast zu trockene Luft ( aber da gehts ja auch nur aufs Klo). Fliesen bis 160cm in Verbindung mit dem Luftkalkmörtel. Hört sich gut an ( hoffe ich werd hier aber nicht verarscht; den gibts wirklich; keine Kolbenrückholfeder :-).
Ich sehe, ein altes Haus ist "immer " für eine weitere Überraschung gut.Was meinen Namensvetter Olaf angeht, so gibt es keine Außendämmung. Lediglich Putz und Stein. Ehrlich gesagt, selbst wenn ich die finanz. Mittel zum Dämmen der Außenfassade hätte, ich glaube nicht, dass ich es weiter verpacken würde. Ach noch was, die beste Luft, habe ich in meinem Anbau. Der ist neu, 5 Meter hoch, und komplett auf Holzständer. Eiche Dielen und einer Dämmung komplett aus Isoflock und Steico-Platten. Danke Dir auch Paul: Ich habe schon mit einer Fa. Kontakt aufgenommen. Das Material liegt so bei 500 Euro für einen Lüfter, welcher dann aber dauer läuft. Der Verbauch ist nicht das Problem, aber man soll den Filter alle vier Wochen säubern und was ist, wenn der Nachbar mal wieder "Müll" in seinem Ofen verbennt und alles draußen müffelt. Dann zieht doch der Lüfter auch das rein ??? Ach so Thoma: Ich hatte damals vor 14 JAhren keine Sperre eingebaut und da mir damals ja schon klar war, dass die Feuchtigkeit in die Decke wandern könnte, habe ich halt einfach nach der Montage der Panele alles schön ausgespritzt (ok das die Strahler nicht dicht sind, hab ich nat. nicht berücksichtigt :-(. Aber deshalb bin ich ja nun hier um in erster Linie zu lernen. Aber so einfach ist der Bau scheinbar nicht, sonst würde ja auch jeder mit dem selben Stein mauern :-), wenns eine eierlegendewollmilchsau geben würde. Fliesen stemmen kommt derzeit nicht in Frage, dazu habe ich hier noch zu viele Baustellen offen. Dann würde ich das mit den 160 aber berücksichtigen. Lehm und Luftmörtel, kommen sicherlich dann auch zum Einsatz ( habs schon auf dem Spickzettel).
Ich hoffe nicht, dass ich Euch als Laie allzu nerve und melde mich wieder, sobald die Decke im Bad unten ist und ich weiß, ob der Hanf und die Membrane nass ist. Gruß dillbi





Hallo Dillbi,

falsche Nutzung heißt nicht unbedingt das Sie nicht vernünftig heizen und lüften.
Wenn Sie beim baden luftfeuchten von 100% haben ist das aber definitiv zu viel.
Unter diesen Bedingungen werden Sie immer Probleme haben.
Wichtig ist die Feuchte Luft so schnell es geht abzuleiten, je kleiner der Raum um so wichtiger, und so die rel. LF zu senken. (Lüfter mit Hygrostat)
So dampfdicht bekommen Sie keine Dampfsperre wie sie das unter diesen Umständen sein müsste.

Nichts desto trotz währe der genau Aufbau mal interessant.

Grüße aus Schönebeck



vielleicht



doch überlegenswert, mal einen Fachmann vor Ort zu holen.
Wir können aus deinen Beschreibungen nur vermuten und das kann es viele Zusammenhänge geben, die Du bisher gar nicht genannt hast, in der Annahme, das es nicht von Bedeutung ist.
Ich habe bei mir in der Regel 40% Luftfeuchte, die nur im Sommer auf 60% "hochschnellt" und im Winter bei 30% landen kann. Also völlig abweichende Werte, allerdings nur im DG eine Dampfbremse, Rest mit Wärmeverbundsystem (außen).





Ohne den genauen Deckenaufbau (Materialien und deren Schichtdicken) kann man da wenig sagen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer