Bruchsteinwand statisch verstärken?

13.01.2014 Wolf



Hallo allerseits,

folgendes Problem:

Wir planen den Ausbau einer Scheune aus Bruchsteinwänden. In eine dieser Wände (ca. B 3,6 x H 6,7 m) möchten wir eigentlich gern Fensteröffnungen brechen lassen. Nun meinen unsere Architekten, dass die Wand der dadurch entstehenden Belastung nicht gewachsen wäre. Man müsse sie abbrechen und vollkommen neu aufmauern.

Und nun frage ich mich - bzw. Euch - als Laie:

1. Kann man eine solche Wand irgendwie statisch abfangen, so dass man dann doch Fensteröffnungen hineinbrechen kann, aber die historische Wand (ca. 1660) erhalten kann?

2. Wenn ja, wie ginge das? Durch eine Trägerkonstruktion, die die Lasten des Dachs abfängt? Oder vielleicht durch eine zusätzliche Verstärkungsmauer, die man auf der Innen- oder Außenseite direkt an die alte Mauer anmauert?

3. Was ist nach Eurer Erfahrung die kostengünstigste Variante (abgesehen vom Verzicht auf Fenster)? Neu aufmauern oder abfangen, falls das überhaupt möglich ist?

Ich danke Euch herzlich im voraus!

Wolf



Um das hier an dieser



... Stelle halbwegs vernünftig diskutieren zu können fehlt einfach Input und Ortskenntnis.
Ein grundsätzliches "NEIN, geht überhaupt nicht" vermag ich mir nicht vorzustellen... Im Prinzip geht alles, es ist nur eine Frage des Aufwandes... Aber das bringt mich zu der Frage, wie denn die Fachleute vor Ort das "Njet" begründen? Dafür hast Du doch die Architekten...

MfG,
Sebastian Hausleithner



Fenster



Nach meiner bisherigen Erfahrung mit Bruchsteinwänden:
Verabschieden Sie sich von dem Gedanken mit den Fensterdurchbrüchen.
Seien Sie froh wenn die Wand überhaupt erhalten werden kann.
Ihr Architekt soll sich für die Belichtung was anderes einfallen lassen.



Bruchsteinwände



Da müssen Sie erst einmal Bauarchäologie betreiben und gemeinsam mit Ihren Architekten (Mehrzahl?) herausfinden, wie diese Bruchsteinwand aufgebaut ist. Die Dicke/Mächtigkeit spielt eine Rolle, der Aufbau und der Erhaltungszustand.

Wenn es die übliche Sparversion aus dem ländlichen Raum ist, ca. 50-60cm stark, vermutlich 2-schalig aufgebaut aus einer äußeren und einer inneren Schale ohne durchbindende Steine, dazwischen ein lose verfüllter Hohlraum mit allem, was die Baustelle hergab, die ganze Wand in Lehmmörtel gesetzt, dann ist statisch wenig zu erwarten.

Diese Wand steht für sich und ist meistens nicht ausreichend und auch nicht frostfrei gegründet. Nachfundamentierungen sind äußerst kostspielig und scheitern manchmal daran, das das relativ lose Bruchsteingerümpel dann in die Ausschachtung rutscht.

Der Statiker kann diese Art von Bruchsteinwand nicht nachweisen. Eine Möglichkeit, sie statisch zu belasten, wäre in er Tat eine separate, vorgestellte, lastabtragende Konstruktion: StahlBeton, Stahl- oder Holztragwerk, z.B. auf Einzelfundamenten mit überbetoniertem Überzug statt durchgehender Fundamente.

Alles machbar, aber auch immer sehr aufwendig. Öffnungen in diese Wand zu brechen ist ebenfalls nur mit gehörigem statischem Aufwand als Ertüchttigungsmaßnahmen möglich.

Also besser Abstand davon nehmen -im wahrsten Sinne des Wortes- und die Wand nur als Objekt stehen lassen. Alle weiteren Belastungen müssen Statiker und Architekt nach der Bauaufnahme separat gründen. Bei Neuaufmauerungen sind Sie schnell bei brutto € 420,- bis 500,-/m2