Zwischendecke zum kalten (nichtgenutzten) Dachgeschoss

27.02.2006



Auch auf die Gefahr hin, diese Frage vielleicht zum 1000 x zu stellen ..

Habe zwar im Forum gesucht, aber nun schwirrt mir der Kopf.

Also, wir haben ein Rotsteinhaus von 1910, innen Fachwerk. Die alte Hozdecke zum Dachgeschoß ist mittlerweile mehr als marode und muss ausgetauscht werden. Momentan ist es so: sichtbare Balken, die auch sichtbar bleiben sollen, einfache Bretter in unterschiedlichen Breiten ab 20 cm, darüber Glaswolle.

Wir wollen die Zwischendecke nun neu machen und mein Mann schlug vor: wieder Bretter, darauf OSB oder Spanplatten, darauf Folie, 8x16 cm Balken, dazwischen Glaswolle und oben noch einmal OSB Verlegeplatten.

Die ganze Aktion wollen wir aus kostengründen selbst machen.

Frage also: macht dies Sinn, oder sollten wir zu anderen Materialien, Aufbauten greifen?

Lieben Dank schon im voraus für die Antworten, auch wenn ähnliche Fragen vielleicht schon 100 x gestellt wurden.

LG
Carola





Hallo

als Luftdichtung keine Folie sondern Luftdichtungspappe ProClima DB, darüber Zellulosedämmung, Holzfaser- oder Hanfdämmung.
Keine Glaswolle

Grüße

Jochen Engelhardt



ich will ja keinen verwirren ...



aber ich würds anders machen!
N+F ca 27 mm auf die Balken
dann 6X12 er Balken
dazwischen Lehmschüttung - verdichtet
dann wieder Bretter N+F 27 mm

so mal vom Prinzip her

Wie Sies nun machen: die Krux liegt im Detail: vorne hinten, Übergänge beim Dach, Wänden, Kamin; etc.
anstatt der Lehmschüttung würden auch Lehmsteine gehen ...
Wei gesagt: es kommt darauf an!

FK





Sprich: Sichtbretter, OSB Platten, ProClima DB, Zellulosedämmung o.ä. zwischen die 8x16 cm Balken, obenauf wieder OSB Platten?

Sind die 8x16 cm Balken eine realistische Größe?

LG
Carola



ich will ja keinen verwirren



Hallo Herr Kurz,

nein verwirren sollen Sie mich auch nicht, aber raten ist okay. Wir wollten 20 cm breite Bretter ohne N+F nehmen, weil diese momentan auch als Zwischendecke fungieren und wir die Befürchtung hatten, dass, wenn wir N+F Bretter nehmen, diese ja in der Regel so um die 10 cm in der Breite liegen - dies sähe nicht so toll aus.

Wie gesagt, wir brauchen beides - eine gute und kostengünstige Alternative.

LG
Carola



wenn die Bretter drinn bleiben ..



dann einfach im 45° Winkel 18mm Rauspund verlegen,
dann die Balken mit der Schüttung drinnen
udn noch mal Rauspund - wie dick hängt vom Balkenabstand ab!

manchmal sind die Bretter die alten etwas "verwurmt" ...
wollen Sie die alten nehmen oder neue?
Neue 20 cm sind auch nicht einfachzu besorgen!
wie stark sind denn die Tragbalken der Decke?

viele Fragen, noch mehr Antworten!

FK



Zwischendecke



Die "alten" Bretter sind nicht mehr zu gebrauchen, die sind wirklich hin. Die Tragbalken haben einen Abstand von 1 m, die Größe muss ich nachmessen.

Rauhspund liegt ja auch nicht so breit und gäbe wieder ein "merkwürdiges" Bild. Bretter in fallenden Breiten ab 20 cm bekämen wir aus einem Sägewerk, ohne N+F.

LG
Carola



die Bretter ..



aus dem Sägewerk werden ein bisschen feucht sein denke ich - und wenn "breite" Bretter schwinden, dann gibt es grosse Fugen; und wenn schmale Bretter schinden, dann gibts schmale Fugen!
freilich schauen "breite" Bretter an der Decke "schöner" aus - aber wie lange?
und wie "rund dürfen die denn dann werden?
einzwängen lassen die sich nicht.
mal überlegt die Felder zwischen den Balken zu überputzen?
Lehmputz?

FK



Kaltes Dach



Hallo Carola,

wenn das Dach ungedämmt bleiben soll und wirklich niemals in der Zukunft ausgebaut wird, würde ich es machen wie Hr. Engelhardt beschreibt. Durch ein nicht isoliertes Dach geht viel Wärme verloren wenn die Decken auch ungedämmt bleiben.

Wenn der Boden gegen Tritt- und Körperschall isoliert werden soll weil vielleicht doch einmal ausgebaut wird, würde ich eine Kombination aus Lehm und Holzfaserdämmung nehmen (nicht gerade preisgünstig - wir haben das eben erst eingebaut), wobei die Holzfaserplatten schwimmend verlegt werden (wir haben uns für das System Pavatex entschieden).

Lehm ist Masse und die absorbiert den Trittschall. Die Wärmedämmwirkung ist nicht so sehr ausgeprägt. Holzfaserplatten sind da schon geeigneter.

Herzliche Grüße
Ulrike

(auch mal sehr verwirrt - der Durchblick kommt mit der Zeit)



Tragbalkenstärke



Hallo FK,

habe mal nachgemessen - die noch guten Tragbalken sind 20 x 30 cm (Abstand zueinander wie gesagt 1 m). Die weniger guten sind im Kern noch 18 x 20 cm). Es sind halt 90 Jahre alte Balken - manche sind besser, manche schlechter.

Wäre der Lehm nicht für die Konstruktion zu schwer?

LG

Carola



Hanfdämmung



Noch eine Frage zur Hanfdämmung. Wir sind ja flexibel in der Aufbarstärke - wie dick sollte die Hanfdämmung denn sein? Wir müßten ja nicht zwangsweise 8x16 cm Balken nehmen (es geht auch viel kleiner).


LG
Carola



16 cm



Dämmung sollte es schon mindestens sein.
Der Aufbau mit Verbretterung, ProClima DB+, Zellulosedämmung zwischen Lagerhölzer und wieder eine Beplankung, allerdings besser als Rauhspundschalung, ist in Ordnung und erreicht einen U-Wert von ca. 0,26 W/(m²K). Der max.-Wert darf 0,30 betragen. Der von Florian Kurz beschriebene Aufbau erfüllt nicht die Forderungen der EnEv und ist daher unzulässig, es sei denn sie erwirken bei der Bauaufsichtsbehörde eine Ausnahmegenehmigung. Wie Florian Kurz schon richtig anmerkt, liegen die Probleme bei der Ausführung in den Details (z.B. Wandanschlüsse, Durchdringungen, ...). Diese Fragen lassen sich aber in den meisten Fällen nur vor Ort sicher klären.
Darüber hinaus sollte eine Überprüfung der Deckenstatik stattfinden. Auf jeden Fall beim Einbau von schweren Baustoffen wie z.B. Lehm.



16 cm Dämmung



hatten wir ja ursprünglich geplant. Sie schreiben nun Zellulosedämmung - die Hanfdämmung würde doch aber auch gehen, oder?

Was meinen Sie mit besser als Rauhspundschalung???

Wir wollten jetzt eigentlich wie folgt vorgehen:

Dielenbretter, ProKlimaDB+, 8x16 Balken, dazwischen Hanfdämmung und obenauf Rauhspund???

LG
Carola



Rauhspund



besser als OSB oder Spanplatte sollte es heißen. Zellulose oder Hanf ist natürlich beides machbar. Hanf ist etwas teurer, wird aber nach meinen Informationen noch gefördert. Der Dämmwert des Dämmmaterials sollte 0,040 betragen