Balken zwischen den Fenstern

29.01.2013 jank



Hallo, ich habe ein Fertighaus in Holzständerbauweise. Im Giebel befinden sich 2 Fenster. Dort soll eine große Terrassentür mit Stulp rein. Dafür müsste der Balken zwischen den beiden Fenstern entfernt werden. Der Balken wurde nachträglich eingebaut, da an dieser stelle vorher nur ein Fenster mittig war und geht nicht bis zum First durch. Auf diesem Balken laufen 2 90x90 Querbalken, welche mit M12er schrauben ca. alle 1,5m verbunden sind. Auf diesen beiden Balken steht lediglich die Außenfassade (20mm Holzbretter) bis zum First (ca 1m) . Der Dachboden liegt auf dem Kehlbalken des Dachstuhls auf und ist nicht mit der Giebelwand verbunden. Über den Fenstern befindet sich eine 30mm Spanplatte, welche auch wieder verschraubt und zusätzlich verleimt wird um das ganze auszusteifen. Die Querbalken sind insgesamt ca. 180mm hoch und wären nachher ca. 2,4m freitragend. Was sagt Ihr als Fachleute dazu?



Baubeschreibung



Hallo Jank

Was steht denn in der Baubeschreibung, sollte es sich um ein älteres Okalhaus handeln würde ich ohne zu Hilfenahme eines Statikers keine Träger entfernen. Dies stehen üblicherweise in einem Abstand von 1,25mtr.(Fensterbreite 1,16mtr.)
Die Dämmung auf dem Foto ist original oder neu?
Darf ich fragen wann das Haus errichtet wurde.

Rudi



Giebel



Hallo, in der Baubeschreibung steht zum Giebel leider nichts. In der Statik steht dazu nur das die Windlasten berücksichtigt sind und dann wird auf eine Zeichnung verwiesen. Auf dieser sind jedoch nur die Maße der Balken und eine Schnittzeichnung der Außenverkleidung. Das Haus selbst ist von 1965. der Dachausbau samt Umbau auf 2 Fenster aus den 70ern. Dämmung ist noch original, soll aber im Zuge der Dachsanierung von außen ausgetauscht werden und mit zinkscharen verkleidet.
Zustand des Hauses ist Top, da zum Glück verklinkert.
Gruß Jan



Zeichnung



anbei die vorhandene Zeichnung





Hallo Jan

Ungewöhnlich, habe noch kein Okalhaus gesehen mit einem mittigen Fenster.
Zur Sicherheit wie gesagt einen Statiker befragen, vieleicht kann auch der Fensterbauer sich dazu äussern.

Wenn mit Klinkerwand, dann hast Du vermutlich auch kein Asbest-problem.
Die Schadstoffbelastungen aus den Holzschutzmitteln der damaligen Zeit (Formadehyd, Lindan oder PCP) können, sehr wahrscheinlich, dennoch vorhanden sein.
Hast Du mal eine Schadstoffmessung durchführen lassen?

Rudi



Hallo Jank,



wichtiger als die Zeichnung vom Giebelaufbau wäre eine von der Dachkonstruktion, auf der man sieht, wo die Dachpfetten aufliegen.
Sollte es sich um Mittelpfetten handeln, so sehe ich keine Bedenken, den mittleren Holzständer herauszunehmen.

Viele Grüße, Gerhard



Balken kann raus



Hallo, habe gestern Bescheid bekommen. Da es ein Kehlbalkendach ist und keine Last aus der Firstpfette (nicht vorhanden) auf den Giebeln aufliegt kann dieser Balken raus. Der Giebel steht bei dieser Hausart auf der äußeren kante der "statischen Scheibe" (Decke) des Erdgeschosses. Die Last auf der unteren Außenwand. Die "Scheibe" ist an dieser Stelle verstärkt durch einen zusätzlichen Balken 45x180 in den äußeren Deckenfeldern. Die Windkräfte auf die Giebelwand werden durch die Dachlatten abgeleitet.

@RW Fertighaussanierung: Ich habe damals von Dräger den Formaldehyd Schnelltest gemacht. 3 Stück in verschiedenen Räumen und Etagen. Im Erdgeschoss (1965) schlug garnichts an, im Dachgeschoss (Ausbau 1972) einer leicht. Allerdings wurde letzte Woche der gesamte schwimmende Boden im Dachgeschoss erneuert. 80qm Glaswolle, Bitumen-Holzfaserplatte und Spanplatte entfernt und mit 30mm XPS und OSB Platte wieder hergestellt, da unter der Holzfaserplatte Dämmwolle war und der Boden dadurch zu stark federte. Denke mal damit hat sich das Formaldehyd dort weiter gesenkt. Da ich plane das Dach neu decken und dämmen zu lassen wird dort ja eine Dampfsperre erstellt. Macht es dort Sinn die Gefache von Außen mit einer Schutzfarbe zu streichen? Oder ist das alles weitestgehend ausgegast durch die hinterlüfteten Pfannen?

Gruß Jan



Ausgasen hört nicht auf.



Hallo Jan

Holzschutzmittel die damals bei Fertighäusern verarbeitet wurden gasen auch nach Jahrzehnten noch aus, ein Schutzanstrich empfiehlt sich. Hast Du auch nach Lindan und/oder PCP getestet?

Die größte Belastung kommt aus den äusseren Spanplatten, wie ist den Deine Fassade gestaltet? Eternit oder vorgestellte Klinker.
Sanierst Du auch das EG?

Fragen über Fragen ;-)

Kannst ja mal anrufen.

Rudi