Dachbodenausbau - Eure Meinung zur Stabilität?

22.08.2005



Hallo Zusammen

Ich wohne bei meinen Eltern zur Miete im Dachgeschoss. Jetzt wollen meine Eltern ganz billig den Dachboden Wärmedämmen.
Dazu haben wir hier 180er Wärmedämmung liegen.
Was ich jetzt ein bischen abenteuerlich find, ist die Konstruktion um die alten (teilweise mit einem Holzwurm befallenen) Balken zusätzlich zu stärken. Die Balken sind am oberen Teil des Daches teilweise sogar nass gewesen und leicht morsch, machen aber dennoch einen recht stabilen Eindruck.

Ich hoffe auf meinem Bild erkennt man in etwa,wie das hier aussieht. Was ist eure Meinung dazu? Kann ich im Winter(Schnee) ruhig schlafen?

Danke für alle Antworten
Gruß
Hendrik

Nachtrag:
Länge der Balken von unten nach oben: 6m
Zimmerbreite: 4m





Bild in voller größe findet ihr hier:
http://internetserver.dyndns.org/dachboden.jpg



nicht



wirklich, oder?
eine statische veränderung am Dach so mal eben pi mal daumen?
ein Kehlbalkendach so in heimarbeit in ein Pfettendach umwandeln? nicht nur, dass ihre eltern ihr leben riskieren, sie riskieren ihr eignes und ihr haus. wo soll die Pfette denn befestigt werden und wohin die last ableiten?
schon wenn die bisherige konstruktion in ordnung wäre, sollte sich vor der Dämmung ein Statiker oder wenigstens ein erfahrener Dachdecker die sache mal anschauen - denn das zeug wiegt ja auch was und will getragen und die lasten abgeleitet werden.
nicht umsonst sind statische veränderungen genehmigungspflichtig.
also ziehen sie in den keller, nehmen kerzen und lebensmittel und bücher mit (damit sie die zeit überbrücken, bis man sie ausgräbt).





Der grüne Balken auf dem Bild soll einmal auf der Außenmauer und einmal auf einer ca. 20-30 cm breiten Zimmerwand aufliegen.

Nachzutragen wäre auch noch das alter des Hauses: 1890. Also alt.



pi mal daumen....



... geht nach meiner Erfahrung dann gut wenn man wirklich grob überdimensioniert. Aber auch eine pi mal daumen "Berechnung" sollte vielleicht jemand machen der wirklich praktische Erfahrung hat.
Eine Innenwand durch zwei grobe Eisenträger in den dicken Außenwänden ersetzen ist auch für den Laien noch durchschaubar, aber ein Dach halte ich schon für ein etwas komplexeres Gebilde....


Viele Grüße,
Karsten



Abenteuerliche Aktion



Ich kann mich nur den Vorrednern hier anschließen: Da kann man nicht guten Gewissens einziehen bzw. wohnen bleiben.

Zumindest sollte ein erfahrener Zimmermann sich die ganze Sache mal ansehen (das kostet nicht die Welt und ist auf alle Fälle preiswerter als wenn das Dach nachgibt). Der kann was zur Konstruktion und auch zum Zustand des Altholzes sagen.

Am falschen Ende sparen kann in die Hose gehen!

Ich hoffe, Sie können Ihre Eltern zur Einsicht bewegen.

Herzliche Grüße
Isabel Müskens



Dachbodenausbau



Dachog.Der Hinweis auf das Baujahr 1890 läßt darauf schließen, daß der Dachstuhl des Hauses schon ingenieurmäßig geplant wurde. Das heißt, daß die einzelnen Konstruktionsglieder ingenieurmäßig für die zu erwartenen Beanspruchungen bemessen wurden. Auf deutsch also kein Gramm zuviel. Wird nun am grünen Balken eine Pfette eingezogen entsteht ein zusätzliches Auflager. Vorher war der Sparren statisch bestimmt nun entsteht eine statisch unbestimmte Konstruktion. Balken auf drei Stützen mit Kragarm. Es kann natürlich alles ganz anders sein. Warum werden nicht die technischen Parameter der Sparren vergrößert, z.b. das Trägheitsmoment o.s. Abgesehen vom BOA kann es auch von der Versicherung Ärger geben. Mfg ut de ole Mark.



Nur mal als Denkanstoss...



Hallo Hendrik,

als erstes kann ich dir auch nur wärmstens empfehlen, mal einen Zimmermann oder Statiker an den Dachstuhl ran zu lassen. Es stellt sich mir vor allem die Frage, ob die Innenwand tragend ist.
Dann sollte man das Dach von Außen dicht machen - oder wie kommt es, dass die Balken "teilweise sogar nass gewesen und leicht morsch" geworden sind? Die entsprechenden Stellen im Gebälk sollte sich in jedem Fall ein Zimmermann ansehen um den Zustand des Holzes zu beurteilen, gleiches gilt für die Stellen mit Insektenbefall.
Den Verlauf der improvisierten Unterspannbahn halte ich im Bereich der Auswechselung über dem Fenster wenigstens für "unglücklich": Das gesammelte Wasser wird hier den Weg in die Dämmung, den Balken und die Innenverkleidung finden.
Und mal generell: Wenn du jetzt die Balken schön in Dämmung einpackst, vorher aber deine Feuchteprobleme nicht beseitigt hast, dann wirst du dir im Gebälk ganz "wunderbare" Pilze heranzüchten. Denn Pilze lieben es warm und feucht. Die ganze Problematik mit nachträglicher Dämmung ist auch hier im Forum in diversen Beiträgen ausführlich erläutert, Aufbau der einzelnen Schichten inklusive. Einfach mal nach "nachträglichem Dachausbau" o.ä. suchen.
Mit den 60 x 40er Dachlatten soll wohl der Sparren soweit "aufgedoppelt" werden, dass die 180er Dämmung passt. Und an diese mehr oder minder frei schwebenden Latten soll dann Rigips oder Holz? Oder kommt doch noch eine Querlattung? Bei Rigips glaube ich nicht, dass es hält; zudem werden sich an den Plattenstößen schnell Risse bilden, da die Unterkonstruktion nicht steif genug aussieht.

Mal ganz ehrlich: Das sieht alles nach einem unheimlichen Murks aus! Spart euch das Geld jetzt besser und wenn ausreichend Geld vorhanden ist, dann macht ihr das Dach von Hacken bis Nacken neu. Häufig kann man einen Großteil der Ziegel noch einmal verwenden. Alles andere ist aus meiner Sicht Geldvernichtung. Aber wenn es "billig" sein soll - frohes Schaffen!

MfG
Ph. Mertens





Hallo Herr Mertens

Ja - da soll Rigips drunter.
Ein Zimmermann hat jetzt jedenfalls gesagt (ohne es anzugucken) wir sollen das Dach nicht "umkonstruieren". Wir sollten links und rechts an die Balken zu Verstärkung Latten dranschauben. Die verrückte Schauben Konstruktion ist jetzt zum Glück schon wieder runter.

Zum evenutellen Feuchtigkeitsproblem:
Wie sollte man das denn am besten am Fenster abdichten? Kleben??

mfg
Hendrik