Balken. Beschichtung?



Balken. Beschichtung?

Hallo, mal wieder habe ich eine Frage.
Und zwar habe ich nun einige Balken frei gelegt...
Meine Frage ist, die Balken sind teilweise mit einer braunen Farbe versehen, was könnte das für eine. Farbe sein?
Die Balken waren teilweise mit Lehmputz verstrichen und mit Stroh, dreikantige Leisten mit Eisennägeln, teilweise geschmiedet.
Die Farbe ist wasserlöslich und wird beim Anfeuchten tief Dunkel braun. Ochsenblut?
Der Balken auf dem Foto ist angeschliffen, die kleine Stelle links ist die Grundfarbe.



Balken farbe?


Balken farbe?

Hier nochmal genauer. Die dunklere Stelle habe ich mal angefeuchtet.



Balkenanstrich



Balkenfarbe, die wasserlöslich ist, kann ich mir kaum vorstellen. Auf solche Ideen würde ich nicht kommen, schon garnicht im Außenbereich.
War der Balken jemals holzsichtig - oder immer verputzt?

Wenn das Fachwerk zukünftig als Sichtfachwerk bleibt, dann soll das ganz traditionell mit einer Leinölfarbe gestrichen werden. Diese bietet Schutz und läßt Atmungsaktivität des Holzes im begrenzten Umfang zu.

Der Farbton (2. Foto) ist nicht Ochsenblut. Dann wäre das rotbraun (Eisenoxidrot) und deutlich heller. Farbfotos können auch täuschen, ich würde aber sagen, es ist Umbra gebrannt.



Balken Farbe



Diese Balken liegen im Innenbereich, zuletzt waren die Balken verputzt mit Lehm, was vor 100 oder 200 Jahren war kann ich dir nicht sagen.
Könnte es sich evtl auch um eine Art Ruß handeln welcher dann mit dem Lehm als Deckschicht so reagiert hat?
Tendenziell Frage ich halt, weil ich nun etwas nach Schadstoffen gucke, einige Umbaumaßnahmen geschahen so in den 60-70 Jahren.
Wie gut hält den dieses Ochsenblut? Ist das auch Wasserlöslich?





Ruß wäre auch noch eine Erklärung, aber darauf hält kein Putz, weil Ruß fett ist. War dieses einmal ein Küchenbereich? Wie alt ist denn das Haus ?
Die Angaben sind einfach zu spärlich, daß wir hier fundierte Antworten geben könnten.

Und vergiß den volkstümlichen Begriff Ochsenblut. Meistens ist damit ein Rostbrauner Farbton gemeint. Entscheidend ist immer die Wirksamkeit des Bindemittels. Vor 100 Jahren wurden zumindest keine Schadstoffe verwendet. Streiche zukünftig mit einer traditionellen Leinölfarbe. Auch wenn das nicht die billigste Variante ist, dann bleibt das auch mal feucht abwischbar und ist optimaler Schutz für das Holz. Das terpentinölverdünnte Leinöl bindet auch diese Wasserlöslichkeit. der jetzigen "Farbe". Dick scheint mir dieser Anstrich ja nicht zu sein.



Ruß?



Ruß (von ahd. ruos, dunkel-, schmutzfarben) ist ein schwarzer, pulverförmiger Feststoff, der je nach Qualität und Verwendung zu 80 bis 99,5 Prozent aus Kohlenstoff besteht.
Quelle Wiki. Ruß ist kein fett.
Ich denke das Haus setzt sich aus mehreren Epochen zusammen Keller ist Gotik. Obergeschoß und einige andere Teile sind wohl vor Jugenstil. Der Rest ist teilweise gemischt mit 20. jhrd.
Zu der Farbe noch mal, vermutlich stand ein relativ offenes Feuer welches den Ruß vor der Verputzung an den Balken abgesetzt hat, mit der Lehmschicht ist dieser evtl zu einer festeren Schicht geworden?
Ich weiß auch nicht wann der Schornstein hier so gemauert wurde, aber definitiv später.
Ja Ochsenbrust ist natürlich nicht der fachliche Terminus, aber durchaus gebräuchlich. Nein dick ist dieser Anstrich nicht, aber verhälnismäßig schlecht abzubekommen, schein doch im Holz angezogen zu sein. Nur durch wischen bekommt man diesen nicht ab, da müsste ich das Holz bestimmt 30-50 richtig feucht abwischen, selbst dann wären noch spuren in Vertiefungen vorhanden. Ich hatte auch schon überlegt, rein aus Interesse mal einen PCB etc Staub Test machen zu lassen, weiß evtl jemand darüber mehr? Im Forumseintrag Opake fand ich nicht wirklich einen Ansatz eines zuständigen Amtes...
Aber zunächst erstmal danke für Rat und Hilfe.





Ja, ich liebe Spitzfindigkeiten. Ich habe nicht gesagt, daß Ruß = Fett ist. Diese Art Kohlenstoff reagiert aber fettig. Versuch mal Ruß in (kaltem) Wasser zu lösen.
Ganze Autobahnabschnitte der A9 wurden schon 2 x gebaut, weil mit den gleichen LKW zuerst Kohlerückstände und danach ohne zu reinigen der Straßenbaubeton transportiert wurde. Wer hatte schuld?

Es bleibt Dir überlassen, ob Du nach Schadstoffen im Holz suchen lassen willst. Wie gesagt, ein ordentlicher Neuanstrich deckt das alles ab.

Was nu? Eingangs schreibst Du, die Farbe sei "wasserlöslich".



So gehts wohl weiter.


So gehts wohl weiter.

Es sollte keine Kritik oder Ähnliches sein, verstehe das nicht falsch. Ich weiß in Foren kommt das manchmal so rüber, ich möchte keinen angreifen oder mit sonderklugen Sprüchen aufwarten, da haben wir schon genug Spezies die es immer besser wissen.
Ich will nur wissen wie ich da vorgehen sollte und wie sich die Beschichtung zusammensetzen könnte.
Wie die Materialien evtl zusammen reagiert haben. Ich habe halt getippt, dass die Balken rußig waren, die einfach die Dreikantleisten angenagelt haben und Putz drüber, denn der Putz ging auch verhältnismäßig leicht von den Balken ab, beinahe rückstandsfrei bzw mit ein bissl Wasser und schrubben war der Balken sauber.
Nun wie soll es weitergehen, im Schlafbereich, so denke ich, kann der ruhig so liegen wie er ist, ohne jede Form von Behandlung. In anderen Bereichen haben wir einfach nur wood Bliss verwendet. Hierauf kann ich theoretisch immer noch Leinöl etc aufziehen, so sagt zumindest das Datenblatt. Im Prinzip geht es mir nur darum ob das aufgebrachte braune Zeug Schadstofffrei ist. Denn die anderen Balken sind noch mit einer art Sperrholz verschalt, daher, ob sich das lohnt die noch frei zu legen. Es wäre doch schade sich die Arbeit zu machen, nur um festzustellen, alles für die Katz. Tendenziell haben wir bei den neu/ umbaumaßnahmen stark auf Nachhaltigkeit gesetzt, lehmsteine und Putz verwendet.
Im Anhang habe ich evtl zum besseren Verständnis noch ein Bild angehängt.
Eine andere Vermutung ist, dass es im Haus mal gebrannt hat, denn teilweise sind die Spelzen in der obersten Zwischendecke leicht angesengt.
Oder es liegen kleine Holzkohlestücke dazwischen.
Aber das kann man ja heutzutage nicht mehr rekonstruieren wer was wo mal gemacht hat.
Welches ölhaltige Gebinde würdest du denn empfehlen zum Anstrich?
Was ggf auch bestmöglich die Schadstoffe "konserviert" oder abdeckt?
Viele Grüße!





Hallo, Ben, ich hatte doch geschrieben, ich l i e b e Spitzfindigkeiten. Das meine ich auch nicht anders herum, sonst hätte ich es in Anführungszeichen gesetzt.

Ein früherer Brand ist eine gute, wohl richrige Erklärung. Auch das Oberflächenverhalten stimmt sicher damit überein. (Ich muß das jetzt nicht praktisch probieren.) Ein Brand ist immer auch eine Reinigung im Geistigen. - Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Bei Nachhaltigkeit ist auch eine Leinölfarbe richtig, s. o.
Das hält auch den Feinstaub fest, riecht angenehm (zunächst) und ist verdünnbar mit Terpentin, nicht terpentin-Ersatz. Das verdünnt zwar auch ist aber Waschbenzin. Bei Kreidezeit, Livos oder anderen Ökofarbenanbietern würde ich recherchieren. Dazu kann jeder beliebige Farbton gemischt werden, wenn es nicht so dunkel bleiben soll.



Danke!



Gut, ich werd's mal mit der Ölfarbe probieren. Mal recherchieren was es da so gibt... Ich werd mir schon was feines raus suchen, da Kreidezeit ja gleich bei uns um die Ecke ist, örtlich betrachtet, fahr ich mal zu denen.
Zunächst nochmals danke, für die Infos.
Ich wünsch dir alles gute und weiter so!
Gruß





Danke, dito.!