Dämmung von aussen

04.08.2008



Hallo,
ich möchte mein Fachwerkhaus isolieren.
Das hinter den Gefachen ist ein Mauerwerk. In den Gefachen sind Ziegelsteine. Das Haus ist bewohnt und innen komplett fertig. Deshalb kommt nur eine Dämmung von aussen in Frage.
Ich habe im Netz gelesen man könne mit Porenbetonsteinen dämmen. Styropor oder ähnliches kommt wohl nicht in Frage.
Was ist hier das richtige?
Danke



Ist das überhaupt erlaubt ?



Ich kann mir gut vorstellen, dass hier eine Erlaubnis eingeholt werden muss. So weit ich weiß handelt es sich um ein Denkmalgeschütztes Haus, welches von außen keinerlei Veränderung vorgenommen werden darf. Mal sehn was andere dazu schreiben.

Aber selbst die Idee mit den Porotonsteinen klingt doch recht abenteuerlich. Ich stelle es mir gerade vor wie sie das Haus mit den Porotonsteinen zumauern wollen. Von dieser Idee würde ich Abstand nehmen.

Gruß

Alexander Zima



Vanilleeis & Bratensoße



Hallo Herr Frank,

was Sie auch machen, machen Sie es mit Überlegung und bedenken Sie das Ende! Eine aufgeklatschte Außendämmung und ein Fachwerkhaus passen so gut zusammen wie Vanilleeis und Bratensoße. Lassen Sie lieber die Finger davon wenn Sie das Haus noch ein paar Jahre bewohnen wollen.
Ohne das Haus zu kennen: Wenn es um Energieeinsparung gehen soll, lassen Sie sich mal von einem fachwerkerfahrenen Fachmann beraten, da gibt es schon ein paar Möglichkeiten.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Aussendämmung



Fachwerkhäuser kann man durchaus von aussen dämmen. Weit verbreitet und vorteilhaft sind da Lösungen in Holz, z.B. Holzweichfaserplatten mit hinterlüfteter Holzschalung. Standard-Wärmedämmverbundsysteme sind u.U. auch möglich (z.B. auch mit Holzweichfaserplatten), aber gestalterisch meist ein Mißgriff, da die Häuser seltsam "eingepackt" wirken.

Beste Grüße aus der Vorderpfalz

Marc Sattel



Fachwerk sichtbar erhalten



Ich möchte das Fachwerk sichtbar erhalten.Ich dachte daran die Ziegelsteine aus den Gefachen zu entfernen und dann mit dem richtigen Material wieder füllen.
Ich habe schon 2 "Fachmänner" hier gehabt. beide haben verschiedene Ansichten.
Der eine meint mit Gasbetonsteinen, der andere mit Styropor.
Da es in unserer Gegend sehr wenig Fachwerkhäuser gibt, sind die Fachleute auch rar.



wie soll denn...



... die Innenschale erhalten bleiben, wenn die Gefache rausfliegen ? Ist das Fachwerk nur vorgeblendet ? Wie sieht denn der vorhandene Wandaufbau aus (einschl. Innenausbau)?



Ein Fachmann ist ein Mensch, der zu reden anfängt, wenn er zu denken aufhört und umgekehrt.



Hallo Herr Frank,

vielleicht waren die Fachmänner Männer eines anderen Faches. Dem Herrn mit dem Styroporvorschlag drehen Sie in Zukunft - was Ihr Haus betrifft - besser den Rücken zu, wenn er in Sichtweite ist. Auch die Variante Gasbeton wird bei Ihnen nichts wesentlich verändern - außer auf die Jahre gesehen die Substanz.

Ein Großteil der Energie geht bei vielen Fachwerkhäusern über den Dachraum/obere Geschossdecke verloren. Hier finden Sie vielleicht einen Ansatzpunkt zur Energieeinsparung, der nicht substanzgefährdend ist. Ist Ihr Dachraum bewohnt/unbewohnt?

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer





Hinter dem Fachwerk befindet sich ein Mauerwerk. D.H. Die Gafache sind nur von aussen sichtbar. Es handelt sich hierbei um kein "reines" Fachwerkhaus. Im EG ist der Keller. Gemauert mit Sandstein. Im 1. OG (unser EG) ist das Fachwerk vor einem Mauerwerk aufgesetzt. nur im 2. OG und im DG sind die Aussenwände dünner und nur aus Fachwerk.
Ich möchte zunächst nur das 1.OG dämmen, weil die Farbe, und der Putz, erneuert und das Holz gestrichen werden muss.
Der Speicher ist zur Zeit nicht bewohnt. Soll aber ausgebaut werden. Ich habe den Boden des Speichers mit Dämmung 160mm Rockwhool ausgelegt.



Hintermauerung ?



Aus welchem Material und wie dick ist denn die Hintermauerung im 1.OG ?

Ist das eine jüngere Wand / wärmedämmendes Mauerwerk ?

Ihrer Beschreibung nach (EG = Keller aus Sandstein, Wohnebene 1. OG) hört es sich nach dem Bautyp eines Unterstallhauses an. Handelt es sich um ein Denkmal ? (ggfs. bei der Kreisverwaltung nachfragen)



Kein Denkmalschutz



Die Hintermauerung ist aus Backsteinen bzw. Klinkersteinen.
Denkmalschutz besteht nicht.



Bei Gefachdämmungen....



... habe ich immer ein ungutes Gefühl.

Die "bekannten" Materialien (Styropor, Mineralwolle, Poroton-Hochlochziegel, Ytong-Steine etc.) führen regelmäßig zu Bauschäden aufgrund von eindringender/kondensierender und ungünstig verteilter Feuchigkeit.

Zwar gibt es schon manche Versuche mit anderen Dämmstoffen, z.B. mineralischem Leichtlehm oder speziellen porosierten Ziegeln im Normalformat ohne Hoch-Löcher, aber positive Langzeiterfahrungen sind mir hierüber nicht bekannt.

Vielleicht ist es da besser, die Gefache zu belassen und dafür die Konstruktion langfristig zu erhalten.

Nachdem die Geschossdecke gedämmt ist, bliebe noch die Kellerdecke - dann würden die Wände ohnehin nicht mehr viel Ersparnis bringen.

Beste Grüße, Marc Sattel.



Putz erneuern



OK. Kellerdecke wird auf jeden Fall isoliert. Aber die Gefache müssen trotzdem ausgebessert werden, das Holz neu gestrichen werden. Wie würden Sie da vorgehen?
Gruß



Wandaufbau



Hallo Herr Frank,

wenn Sie den genauen vorhandenen Wandaufbau durchgeben, könnte ich mal bei einem Kollegen nachfragen, der das bauklimatisch berechnet. Vielleicht gibt es doch eine Lösung für die Gefachdämmung.

Wandaufbau jeweils mit Material und Dicke erforderlich:
Balken (Nadelholz oder Eichenholz ?) Gefach; Innenmauer; Innenputz, sonstiges...

Billiger wird aber in jedem Fall nur Ausbessern der Gefache (am besten mit gleichem Material Kalkmörtel) und Verputz der Gefache. Zum Gefachputz gibt es hier viele Hinweise. Am besten Luftkalkputz oder vielleicht einen natürlich-hydraulischen Putz verwenden, jedenfalls nicht zu hart, auf der Wetterseite besser mit nichtrostendem Putzträger, sonst auch ohne möglich.

Beste Grüße, Marc Sattel



wärmedämmung-fachwerk gem antwort "Kornmayer"



ich kann hier nur beipflichten.man kann aus einem dackel eben keinen schäferkund machen-o. ein fachwerkhaus wird nie ein PASSIVHAUS. man muss eben das tun, was vertretbar nd möglich ist. das beginnt eben mit der dämmung der obersten geschossdecke und bewirkt erstaunliches.



Die letzte Antwort finde ich sehr hilfreich



Klar und verständlich!!