Fachwerkwand Dämmen

02.05.2011



Hallo,

wir wollen uns ja ein Fachwerkhaus kaufen und nun steht die Frage offen, wie wir richtig dämmen und was dann mit der Ansicht werden soll. Zuerst hatten wir uns für eine Vorhangfassage entschieden. Nun bin ich aber nochmals durch den Ort gefahren und dabei viel mir auf das die meisten Häuser in der Strasse mit sichtbaren Fachwerk sind und unseres dann ggf blöd aussehen würde ;-).
Nun hatte ich überlegt auf den vorhandenen Balken nochmals eine Holzlage von 120mm x 80mm aufzubringen und in das Gfache Dämmung zu Kleben und das dann zu verputzen. Ich habe das mit dem u-Rechner durchgerechnet und bekomme keine Probleme wegen Tauwasser bei diesem Wandaufbau.
Leider kann ich im Internet keine Anleitung finden wie man den Auf- und Anbau der neuen Fassade richtig macht.
Kann mir jemand einen Tip geben wo ich entsprechende Informationen bekomme....

Mfg
Rene



Könnte da das Denkmalamt dahinterstecken?



"...Kann mir jemand einen Tip geben wo ich entsprechende Informationen bekomme...."
--> Beim Denkmalamt?
Evtl hat das gehäufte vorkommen von Sichtfachwerk mit dem Denkmlastatus der Gebäude zu tun?


Einfach hier mal ein bisschen lesen, dann werden Ideen wie "..in das Gfache Dämmung zu kleben.." vemutlich wieder verworfen werden.
Eine durchaus übliche Variante ist wohl ein Diffusionsoffener Aufbau, Innendämmung z.B. mit HWF-Platten, ggfs. eine Wandheizung und wenn gewünscht/zulässig aussen eine Brettverschalung oder eben Sichtfachwerk.

Gruß
Michael



Rechenglaube und "leichte Schulter"



Hallo

Sie schreiben:
Ich habe das mit dem u-Rechner durchgerechnet und bekomme keine Probleme wegen Tauwasser bei diesem Wandaufbau.

Was machen Sie eigentlich, wenn sich dieser U-Wert-Rechner als "Falsch" erweist und die Konstruktion mit der Zeit "absäuft"?

Verklagen Sie dann den Software-Hersteller?

Wie steht's eigentlich mit der Belangbarkeit von Energieberatern?

Ich wundere mich immer mehr über die deutsche "Gläubigkeit" und die staatlich verordnete BSP-Vernichtung.

FK



Mit der Dämmung im Gefache....



... schaffe ich doch auch einen Diffusionsoffenen Aufbau.....
Ich hatte überlegt ob ich Hartschaum, Neopor WLG032 (50 mm) nehme oder Holzdämmplatten....

Anbei Hänge ich mal die u-Wertberechnungen vom EG ...

Mfg
Rene



Verklagen würde ich da niemanden.....



..... und gutgläubig bin ich da sicherlich nicht.
Da ich eine Lehre als Maurer im Hoch und Tiefbau abgeschlossen habe und mehrere Jahre in dem Beruf tätig war sind mir Taupunkte und dergleichen durchaus geläufig. Ich hatte noch eine richtige Handwerkliche Ausbildung mit allem drum und dran....Und da war es so das man ein Streifenfundament 80 cm tief gründet und nicht nur die Häuser auf einen Haufen Sand stellt und das es eine Spritzwasserzone gibt usw.....

Was ich immer wieder sehe und was mir durchaus Kopfschütteln bereitet sind, wie so manche Häuser von den Architekten geplant und von den Firmen gebaut werden..... Mein erster Gedanke ist dann.... wie soll das bitte schön halten.... Was dann dabei rauskommt sieht man an den Rohbauruinen....

Mfg
Rene



Kann..



..sein, dass ich da was falsch verstanden habe, aber mit Hartschaum, Neopor WLG032 wird es doch kein Diffusionsoffener Aufbau?
Mit HWF Platten von mir aus.
Vor ein paar Tagen gab´s hier einen Thread über ein Haus, das genau so gedämmt war:
http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/165947$.cfm

Über Geschmack kann man streiten, ob hier allerdings das Ergebniss den Aufwand rechtfertigt? Nach meiner Meinung nicht.

Gruß
Michael

PS: Ist das Objekt denkmalgeschützt?



Das eine und das Andere



Hallo

Damit:
Was ich immer wieder sehe und was mir durchaus Kopfschütteln bereitet sind, wie so manche Häuser von den Architekten geplant und von den Firmen gebaut werden.....
mögen Sie ja recht haben - aber die berufen sich auch immer auf das, was sie gelernt haben.

Das haben die Bauherrn der 50er und 60er etc. Jahre auch gemacht: daran geglaubt, es richtig zu machen.

Sanieren lohnt sich ab diesen Jahren fast nicht mehr.

Alle (wohl die meisten) der VorgängerJahrzehnte und Jahrhunderte lohnen diesbezüglich schon - auch OHNE Denkmalschutz.

An was könnte das liegen?

Dieser unzerstörbare Glaube an technische Kennwerte (woher sie nur kommen wollen und wer diese insziniert, sei mal dahingestellt) und deren Hin- und Ableitungen verwundert mich ebenso wie die Liebe zu technischen Spielereien und farblichen Grafiken - am Schönsten sind die, die sich "bewegen" also animiert werden oder sind.

Das ist Verkaufs- oder Verarschungspsychologie - mehr meist nicht!

Das gaukelt jedem so ein Gefühl von: "Ich hab das verstanden - da blick ich durch" vor - das hat man so gelernt!

Doch was sagte schon der Herr Tolstoi:
"Die Wahrheit will gefunden werden!"

Da hab ich schon einige "versprochene" und "gerechnete" Totalschäden gesehen.

FK





Hallo,

wenn es eine Außendämmung sein soll, würde ich im Zusammenhang mit Fachwerk ausschließlich Holzweichfaserplatten verwenden (Thermowall von Gutex in diesem Fall). Holz passt eben gut zu Holz. Allerdings muß man sich ein wenig zurückhalten, bei 8 cm wäre nach meinem Geschmack Schluß. Die Optik liesse sich mit den von Ihnen erwähnten Bohlen aufdoppeln.
Es gibt in diesem Zusammenhang keine wirklichen bauphysikalischen Probleme mit dem Querschnitt. Allerdings sollten Sie keine metallenen Verbindungsmittel benutzen und die Anschlüsse handwerklich sauber lösen.

Grüße vom Niederrhein



An Thermowall hatte....



... ich auch schon gedacht, war aber von abgekommen da mir nicht ganz schlüssig war ob das ohne Probleme überputzbar ist.....Geplant wäre dann ca 6cm Thermowall gewesen....

Aber wie bekomme ich das Holz ohne Metallverbindung auf dem Holz fest?

Mfg
Rene



Fachwerkdämmung



Falls die Gefache außen verputzt werden sollen: Wie wäre es mit Ausmauerung und Aufdopplung der Wände (nach innen) mit Leichtlehmsteinen? Außen Kalkputz, innen Lehmputz, fertig!
Die Dicke der Aufdopplung ergibt sich aus dem K-Wert der Leichtlehmsteine.



Das Gefache ist....



.... ja noch in Ordnung und ich wollte ja nur eine Fassade mit Dämmung drauf bringen...

Mfg
Rene



Fachwerkdämmung



Sorry, ich hatte die vorherigen Beiträge nur überflogen. Holzfaserplatten halte ich für den von Ihnen angepeilten Zweck auch für gute Materialien.Zum Befestigen: Wenns mit Eisen nicht festgemacht werden darf ( halte ich für vernachlässigbar) musses reingeklemmt, oder geklebt werden. Erkundigen ob es dampfdiffussionsoffenen Kleber gibt. ( Mit Sicherheit nicht im Baumarkt, eher im Ökologischen Baufachhandel) oder: Lehm klebt!!! Bei einem Lehmbauer erkundigen ob das funktioniert.
Gruß
Ralph Schneidewind





Hallo,

dübeln mit Kunststoff-tellerdübeln für WDVS geht auch, vermeidet jedenfalls die punktförmigen und später sich unschön abzeichnenden Kältebrücken.

Grüße



Ja das mit den Holzfaserplatten....



.... ist das geringere Übel... aber wie bekomme ich die Brettverschalung bzw die Holzlage auf den Balken fest wenn ich keine Schrauben nehmen soll....

Mfg
Rene



Fachwerkdämmung



Ich sehe ja Eisenteile lediglich als kleine Sünde an. Aber wenn selbst die nicht sein darf: Holznägel, schräg von der Flanke genagelt.



Eine dementsprechende Information werden



Sie im Netz nicht bekommen. der von ihnen beschriebene Aufbau mit Rahmenhölzer 8/12 nicht zu empfehlen ist, da Sie bei einer solchen Konstruktion die Wärmebrücken an den Gefachen nicht zu 100% wegbekommen, desweiteren sollte die Schlagregenbelastung berücksichtigt werden. Somit ergibt sich entweder einen vollflächigen Wärmeschutz mit naturnahen Dämmstoffen anbringen oder die Fassade nach altem Vorbild zu renovieren. Das U-Wertproblem entfällt bei einem Fachwerkhaus, hier gilt der U-Wert von 0,84 bei geringer Schlagregenbelastung abweichend davon gibt es keine Vorgaben mehr. ME sollte geprüft werden, ob das dämmen der obersten Geschossdecke oder die erneuerung des Daches nicht sinnvoller ist. Auch die Wahl eines dementsprechenden Heizsystemes bringt oft mehr als das dämmen der Aussenwände.
Am einfachsten wäre wohl das erstellen eines vernünftigen Sanierungskonzeptes.

Grüsse Thomas



So könnte es gehen



Da lief gerade was quer!



So könnte es gehen



Homogene Wandaufbauten schaffen, winddicht arbeiten, was der wichtigere Grund sein sollte und weg vom irrsinnigen Dämmwahn.
Hier einmal ein paar sehr interessante Fachgedanken von wirklichen Denkern und Wissenden:

http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1056128
http://www.schoener-wohnen.de/bauen/energiesparhaeuser/100580-verschandelt-energiesparen-unsere-haeuse.html

Wichtig ist auch zu beachten, wie sie ihr Objekt energetisch nutzen wollen und werden.
Heizanlage und -system z.B.
Wandheizungen sind da wirklich gute Alternativen.
Überdenken Sie mal Ihre Möglichkeiten und Varianten.
Und nicht leiten lassen von dem, was andere immer alles tun.

Zum Foto:
Mittlerweile gibt es wesentlich mehr Holzweichfaserprodukte zur Fassadendämmung.
50 mm DHD-Doser z.B.
Viel Erfolg dabei,
Udo Mühle
Holzweichfaseraußendämmung



Das direkte Anbringen von Holzfaserdämmplatten....



... kann bei unserem Haus nicht erfolgen da das Gefache so gemauert ist das es über die Balken hervorsteht. Ansonsten wäre das durchaus eine sehr interessante Alternative. Jedoch nur bei der Aufbringung einer nachträglichen Putzschicht, da ich eigentlich keine Verschalung aufbringen will.
Somit wäre dann die Frage ob das Gefache raus muss, obwohl es noch Top in Ordnung und Fest ist.... das würde in meinen Augen kein Sinn machen... Somit sollte es ggf besser sein die Fassade so zu belassen (ohne Dämmung aufzubringen) und von Aussen nur den einen Querbalken zu erneuern und neue Farbe drauf zu bringen und die Dämmung von Innen zu machen....
In diesem Falle würde ich den folgenden Wandaufbau favorisieren und hätte dann nur eine Taupunktbelastung von 0,2% (siehe Bild)



Mfg
Rene



Der..



..Wandaufbau ist doch nonsens.
Die Gesamte Bestandswand scheint alles Andere als Diffusionsoffen zu sein. Es gibt Zementputz, Luftschicht und Porenbeton.
Was soll es da nützen, eine Innenwanddämmung mit einem hochwertigen Produkt, dessen Hauptvorteil gegenüber anderen Dämmstoffen die Diffusionsoffenheit ist vorzunehmen und das ganze dann noch innenseitig mit einem Kunstharzputz zu veredeln? Leuchtet mit nicht ein.

Sorry, aber ich denke, das ist ein Lösungsansatz vom Typ Holzweg!

Gruß
Michael