Ausbau DG mit problematischem Deckenaufbau

23.02.2015 1200Bandit



Hallo liebe Forumgemeinde,

ich lese hier schon eine Weile unangemeldet mit, habe aber leider dennoch Fragen zu meinem Bauvorhaben.

Zu den Grunddaten: Gebäude war mal ein altes Kloster, verschiedene Mauerteile wurden über die Lebensdauer des Gebäudes zum Teil bereits ausgetauscht, prinzipiell ist es aber ein Fachwerkhaus mit Lehm(-ziegeln) ausgefacht.
Im EG befinden sich 2 Geschäftsbereiche, im OG sind bereits 2 Wohnungen drin und das unausgebaute DG möchte ich nun ausbauen zu einer neuen Wohneinheit.

Bauantrag wurde gestellt und bewilligt, Finanzierung ist auf dem Weg kurz vor dem Abschluss.

Nun zum eigentlichen Thema:

Wie in diesen alten Häusern üblich, sind die Zwischendecken ebenfalls aus Holzbalken(ca. 18x24) und Lehm dazwischen ausgefertigt. Die Balken enden oben im Mauerwerk, auf welchem wiederum der Ringbalken aufliegt, der seinerseits wieder die Sparren aufnimmt.
Um die Wärmedämmung des OG’s zu verbessern, habe ich mit meinem Vater vor vielen Jahren mal angefangen, die Decke des OG’s (bzw. den Fußboden im DG) von oben höhenmäßig auszugleichen(mit Balken + Konterlattung) und den Zwischenraum mit Mineralwolle auszukleiden. Obendrauf kamen dann Holzfaserplatten (15er). Dies war wie gesagt nur eine Wärmetechnische Lösung, es war damals noch nicht geplant, das hierauf gebaut werden soll.

Wir haben nun beschlossen auszubauen.
Dazu musste der alte „Fußboden“ im DG wieder raus, weil damals nicht das beste Holz verwendet wurde und die Höhenausgleichung quer zu den unteren Deckenbalken erfolgen soll, was bisher nicht der Fall war. Ebenfalls sollen nun als Abschluss und Fußboden 30ger OSB-Platten dienen. Zwischen die Balkenkonstruktion des Höhenausgleichs soll wieder MiWo zur Schall-und Wärmeisolierung verlegt werden. Da das Gebäude wie erwähnt immer mal diversen Umbauten unterzogen wurde, fehlen auch an mehreren Stellen die Lehmauskofferungen zwischen den Deckenbalken(siehe Skizze), weil da beispielsweise mal eine Treppe oder ein Schornstein hoch ging. Hier wurde wie im Bild zu sehen, einfach MiWo in den Zwischenraum gestopft.

Nun habe ich bei der Demontage der alten Holzfaserplatten festgestellt, dass diese von unten teilweise total nass waren! Teilweise so nass, dass die Flüssigkeit beim Aufrichten der Platten nach unten lief. Unter diesem Bereich befindet sich in der einen Wohnung des OG die Küche bzw. auch das Bad.

Nun habe ich mir das folgendermaßen erklärt: In den Wohnungen unten drunter besteht die Deckenverkleidung lediglich aus einem Höhenausgleich(Lattung) und abschließender Gipskartonplatte. Eine Dampfbremse ist, wie eben wahrscheinlich früher üblich, nicht verbaut wurden! Laut Angaben meiner Eltern ist bei zwischenzeitlichen Renovierungen zwar PE-Folie mit an die Decke von unten gekommen, aber ob die richtig untereinander verklebt wurde , oder ob diese PE Folie an die Wände richtig angeschlossen wurde, ist äußerst zweifelhaft – ich vermute nicht. Demnach steigt die warme Luft und auch Dampf aus den unteren Wohnungen nach oben, diffundiert durch die Lehmbalkendecke, die MiWO und landet dann an der Holzfaserplatte, wo der kälteste Punkt sein wird und damit der Taupunkt entsteht. Damit entsteht das Wasser an der Unterseite der Platte.

Soweit sogut.
Dies liegt also an dem Temperaturunterschied – dieser Temperaturunterschied hat sich ja erledigt, weil ja oben nach dem Ausbau das DG ebenfalls beheizt ist. Damit dürfte sich dann an der Unterseite der neu zu verlegenden OSB-Platten zumindest kein Tauwasser bilden. Liege ich damit richtig?

Was also bleibt ist das Problem mit dem Wasserdampf, der ja scheinbar ungehindert aus den unteren Wohnungen durch die Decke und die MiWO diffundieren kann und dann wahrscheinlich an der OSB-Platte nicht weiterkommt.
Ich habe nun Angst, dass meine neue Fußbodenkonstruktion von unten durchfeuchtet wird und damit bald beschädigt sein wird. Sind diese Bedenken berechtigt? Schließlich gibt es so viele alte Gebäude mit Lehm-balken-Decken wo auch nie eine Dampfbremse eingebaut wurde und die haben auch kein Problem mit Feuchtigkeit etc…..

Die Nächste Frage wäre, wie dann die Dampfbremse (im Bild blau) richtig angeschlossen wird?! Ich dachte mir, dass ich diese auf der Dämmung (Zwischensparrendämmung + Konterdämmung drüber) nach unten führen lasse, anschließend auf den neuen Fußboden drauf und auf diesem Verkleben! Anbieten würde sich ja der Punkt genau unter dem Drempel, da ich hier gleich die Klebestelle von oben mechanisch sichern könnte.

Ich bedanke mich bereits für die geleistete Hilfe von euch!

Grüße



OSB als Dampfbremse



Bitte nur auf der warmen Seite...

Wenn der Dachboden beheizt wird, sehe ich mit OSB als Boden kein Problem, abgesehen von der Aesthetik.



Wenn ich...



...das richtig verstanden habe, wollen Sie als Nutzschicht Dielen auf die OSB. Warum dann nicht Dielen genügender Stärke direkt auf die Balken? Oberfläche geölt, damit bleibt das auch ein wenig dampfoffen.

Es sollte mehr Masse zwischen die Balken, Schallhemmung und Brandschutz scheinen mir hier noch unterbelichtet.

Für die Dachdämmung ist MiWo nicht die beste Idee. Der sommerliche Hitzeschutz funktioniert damit nicht wirklich. Holzweichfaserplatten wären thermisch wesentlich Träger und kapillar leitfähig...

Grüße

Thomas