Abwasser Entsorgungsproblem

06.04.2016 FriedlBrandl



Ich habe folgendes Problem, mein Haus verfügt über keinen Abwasser Anschluss.Einzige Sanitäre Anlage ist das Plumpsklo das vorm Haus steht.Und da es mitten im Wald an einem steileren Hang steht und es keine mit größeren Maschinen bzw. mit einem Auto befahrbare Zufahrt gibt ist ein Anschluss an den Stättischen Abwasserkanal nicht möglich. Welche Alternativen wären am besten/einfachsten die mit wenig Mitteln zu verwirklichen sind?



Abwasser



Ein Campingklo für Wohnmobile oder eine Komposttoilette.



Zulässig



Ist solch eine Komposttoilette für ein normal großes Wohnhaus als einzige Abwasser Entsorgungsstelle zulässig? Oder muss ich mit komplikationen seitens der Stadt rechnen?



Abwasser



Wenn die Toilette eine bauafsichtliche Zulassung hat dann ja.
Eine andere Frage ist der baurechtliche Status Ihres Hauses und das Gemeinderecht dazu.
Für ein Ferienhaus- davon bin ich ausgegangen- sind Trockentoiletten im Allgemeinen zulässig. Ihr Plumpsklo ist auch eine Trockentoilette. Wie wird sie eigentlich entsorgt wenn die Zufahrt so schwierig ist?



Wohnhaus wie vor 100 Jahren



Das Haus steht schon seit über 200 Jahren, und ist als normales Wohnhaus auch eingetragen. In dem Haus selbst ist eigentlich alles noch so belassen wie es vor 100 Jahren auch schon war(ohne Wasser,Abwasser,Strom, etc.), und wurde so in der Art auch bis Mitte der 1990er Jahre bewohnt. Und der Inhalt der im Plumpsklo in einem Holzbottich gesammelt wurde, ist einfach auf den Misthaufen daneben geleert worden.



Abwasseranschluß



Außen- oder Innenbereich?
Stromanschluß vorhanden?
Trinkwasser?
Wie kommen Müllabfuhr, Post, Krankenwagen, Feuerwehr ans Haus bzw. Grundstück?
Bei einem Wohngrundstück muss die ortsübliche Erschließung vorhanden sein. Das kann auch eine geschlossene Klärgrube sein die regelmäßig geleert wird.
Es gibt mittlerweile Kleinkläranlagen die in den Keller passen und eine vollständige Klärung ermöglichen. Dazu braucht es Strom- und Wasseranschluß.
Wenn das Grundstück im Außenbereich liegt war es entweder eine Hofstätte oder eine Försterei. Ohne die spezifische Nutzung wird Wohnen nicht mehr möglich sein.
Deshalb erkundigen Sie sich erst einmal bei der Gemeinde über den Status des Grundstückes.



Keine Zufahrt



Es geht neben dem Haus eine unterirdische Stromleitung vorbei,diese war früher auch angelossen über eine Antenne auf dem Dach. Von dort ging blos ein Kabel mit einem Stecker weg,das wurde aber als der letzte Bewohner verstarb alles entfernt.Trinkwasser gibt es von einer Quelle das in einem Wassergrand im Garten vorm Haus gesammelt wird. Briefkasten gab es an der ca.500 Meter Luftlinie entfernten Straße,alles andere könnte aufgrund der fehlenden befestigten Zufahrt gar nicht bis zum Haus selbst gelangen. Es ist nur zu Fuß oder mit einem Traktor oder ähnlichem(Das nur bei Trockenem Wetter) zu erreichen. Das Haus selbst wurde früher Landwirtschaftlich genutzt und ist nicht Unterkellert.



DIE



Frage ist, ob mit dem Leerstand der letzen 10 Jahre oder mehr der Bestandschutz im Außenbereich (Antwort noch offen) verloren gegangen ist. Auch der Schutz wegen Landwirtschaft würde wohl bei Dir keine Rolle mehr spielen oder hast Du einen Landwirtschaftsbetrieb (auch im Nebenerwerb)? Es gibt kleine Kläranlagen, ohnlich wie ein 1000 L-Ölspeicher (2 Behälter), die lassen fast Trinkwasser ab und könnten im Keller aufgestellt werden - aber Strom wäre notwendig.



Außenbereich



Gehen Sie zur Gemeinde bzw. zum Bauamt und erkundigen Sie sich über Ihr Vorhaben.
Hoffnung auf eine Nutzung als Wohnhaus kann ich Ihnen nicht machen.



Lieber



keine schlafenden Hunde wecken. Bei uns im Ort wurde der Besitzer einer alten Waldhütte mit Sickergrube gezwungen einen Schmutzwasseranschluss herzustellen. Kosten ca. 20.000 EUR. Konnte/wollte er nicht zahlen, seitdem will er verkaufen.
Für deinen Fall wird denen sicher was ähnlich fieses einfallen.



Außenbereich



Deshalb lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.



Moin,



also wir haben eine Aussenwand die beult/kippt, ein Feuchteproblem im EG und die Ver- / Entsorgung ist nicht gewährleistet. Meinste nicht es wäre Zeit für eine sachliche und fundierte Planung? Dies ist ein gutgemeinter Rat.



Nicht zu vergessen



die weggegammelten Eckständer des Fachwerks im OG. Wie gesagt, ich kanns gut nachvollziehen mit Blick auf Dein Alter, Deine Ausbildungssituation und die finanziellen Mittel. Hast Du keine Person Deines Vertrauens, mit der Du das gesamte Für und Wider des Projekts kritisch-wohlwollend beäugen kannst?



Muss doch irgendwie gehen



Ich habe leider nicht die Mittel damit ich mir eine fundierte Planung,oder Firmen mit Erfahrung leisten kann. Ich habe zwar einen befreundeten Maurermeister und eine Freundin die im letzten Semester Bauwesen und Statik studiert,diese haben mir aber beide zu einer kompletten Grundsanierung angeraten. Oder eben zu einem Abriss,letzteres bringe ich aber nicht übers Herz da ich fast mein komplettes Leben dem erhalt dieses Hauses verschrieben habe.



Hausgeschichte



Friedl, wie bist Du eigentlich in den Besitz des Hauses so weit ab von jeder Zivilisation gekommen? Ist das ein Erbstück? Was verbindet Dich mit dem Haus, das Du Dich nun schon 3 Jahre lang damit beschäftigst. Wie kommt man als 15-jähriger zu so einem Objekt ? Ich habe den Eindruck, Du hast Dich da ganz schön festgebissen, und scheinbar bin ich nicht der Einzige, der dass so einschätzt.



Schicksal



Das aller erste mal bin ich mit 11 Jahren durch Zufall zu dem Haus gekommen. Es war alles von Vandalen zerstört oder gestohlen worden, und mit Dornen überwuchert gewesen. Aber trotzdem habe ich mich wohlgefühlt, es war als würde man nach langer Zeit endlich wieder nach Hause kommen. Danach wurde ich von meiner Familie eher belächelt, und es vergingen einige Jahre bis ich endlich auf eigene Faust heraus fand wem das Haus jetzt eigentlich gehört.Es gehörte einem Geschwisterpaar das meine Familie nur flüchtig kannte, sie hatten das Haus von ihrem Großonkel geerbt.Mit ihnen hatte ich mich dann lange auseinander gesetzt da sie selbst noch sehr am Haus hingen, aber nicht die Zeit hatten sich darum zu kümmern. Aber sie sagten dann das ich es mit dem Grundstück dazu offiziel mieten darf, und dann nach einiger Zeit, wenn ich dann alt genug bin Überschreiben sie es mir ganz. Weil sie sagten lieber verzichten sie auf das Geld, hauptsache sie wissen das es in gute Hände kommt. Und eben weil ich mit ihrem Großonkel sehr viele gemeinsamkeiten habe, wie in seiner ganzen Lebenseinstellung und Weltansicht. Und da dieser genau ein Jahr bevor ich geboren wurde verstarb denke ich das man hier von Schicksal sprechen kann.



Ok



ich verstehe. Und nun haben die Geschwister es Dir überschrieben und Du bist Eigentümer und fühlst Dich verpflichtet? Also ist es ja wirklich fast sowas wie ein Erbe?



Lebensaufgabe



Genau, mir liegt sehr viel an dem Haus,dass es erhalten bleibt und es in seinem alten glanz wieder erstrahlen kann.Es wird für mich warscheinlich zu einer Lebensaufgabe.Ich habe auch schon sehr viel Herzblut hineingesteckt, und meine gesamte Freizeit und Taschengeld dafür geopfert. Ich kann einfach nicht aufgeben, das wäre das Ende.





Ich denke, man muß seiner Intuition nach leben und Aufgaben angehen, auch wenn es schier ausweglos ist und sich angeblich nicht rechnet. Eine Einsiedelei hat auch etwas eigenwilliges in sich. Und zahlreiche gute Vorschläge wurden oben schon gegeben.

Bei den Behörden würde ich sprichwörtlich keine schlafenden Hunde wecken. (Das soll keine Kritik oder Beschimpfung sein.) Ein ökologisches Abwassersystem wäre auch als Pflanzenkläranlage möglich. Am Hang wäre das als Stufenform sicher eine Herausforderung und Neuigkeit.

Ich kenne einen Architekten, der einen Vierseithof hat und ganz bewußt auch nicht an das öffentliche Netz angeschlossen ist. Bei Bedarf kann ich vermitteln.



Abwasseranschluß



Solche Beispiele sind wenig hilfreich. In manchen Gemeinden besteht Anschlußzwang, deshalb muß der erste Weg, bevor überhaupt etwas passiert, zur Gemeinde führen.
Die Leute dort sind nicht blöd, Müllentsorgung, Winterdienst, Stromanschluß, Post, Nachrichten, Trinkwasser- so etwas geht nicht spurlos an der Gemeinde vorüber.
Ich würde auch nicht versuchen jemanden einzureden er könne sich ein völlig autarkes Wohngrundstück mit öffentlich gewidmetem Privatweg, Postfach, Kompostierung, eigener Trinkwasser- und Abwasseraufbereitung und Solar/Windstrom und oder Kraftwärmekopplung (was technisch alles machbar wäre) ohne Wissen und ohne Genehmigung der zuständigen Gemeinde im Außenbereich ausbauen.
So etwas kann sehr teuer werden wenn es an den Rückbau geht.
Was in den Beiträgen ebenfalls völlig vergessen wird ist der eigentumsrechtliche Status des Fragestellers.
Zur Zeit ist er ein geduldeter Hausbesetzer, vielleicht ein Mieter, mehr nicht. Er ist nicht in der Lage irgendwelche rechtlichen Schritte einzuleiten, sei es was fehlende Genehmigungen betrifft noch vertragsrechtliche Bindungen; wenn man mal von der Hausratversicherung oder Liferverträgen absieht.
Die Eigentümer scheinen sich auch nicht im Klaren zu sein welche Konsequenzen fehlerhafte Handlungen des Fragestellers für sie rechtlich bedeuten können- auch ohne Ihr Wissen oder Ihre Zustimmung sind sie verantwortlich!
Da kann ein Ordnungsstrafverfahren das gute familiäre Verhältnis schon mal trüben. Noch schlimmer wäre ein Arbeitsunfall, der eifrige Selbersanierer erleidet durch ein einstürzendes Bauteil einen schweren oder tödlichen Unfall, dann steht der Staatsanwalt bei den Eigentümern auf der Matte.
Der Fragesteller schenkt bis jetzt seine Arbeitskraft und vielleicht geborgtes Geld das in Baumaßnahmen fließt den jetzigen Hauseigentümern denn es gibt nur eine vage Zusage zur Übereignung. Dieses "Überschreiben" sollte man sich übrigens auch nicht so einfach und vor allem billig vorstellen, dafür gehen schnell mal ein paar Tausend Euro drauf, wenn überhaupt machbar.
Was ist wenn allen meinen Unkenrufen zum Trotz viele Wunder geschehen, der Fragesteller plötzlich in Geld schwimmt, bautechnisch erleuchtet wird und trotz aller administrativer Hürden das Haus fertig saniert?
Ob dann die Eigentümer immer noch bereit wären das Haus zu "überschreiben" sei mal dahingestellt.
Nichts gegen kindliche Naivität und Begeisterung, aber es gibt Grenzen. Jemanden noch dabei zu unterstützen der blinden Auges in eine finanzielle und rechtliche Katastrophe rennen will halte ich nicht für hilfreich.