Wärmepumpe des Nachbarn an meiner Lehmwand

Ich habe ein 150jahre alten Streckhof aus Feldsteinen und Lehm. Mein Nachbar hat jetzt das Außengerät (2Ventilatoren) für ein 3Familenhaus 20cm von meiner Hausmauer aufgestellt, sodass der kalte Luftstrom parallel zu meiner Lehmwand strömt. Die Mauer ist fast 55cm dick und hat außen wie innen nur Kalk, bzw.Lehmputz (innen) also keine Dämmung. Soll ich jetzt eine Dämmung aufbringen gegen den kalten Luftstrom (ich habe an Stulpschalung gedacht). Aber vor allem: was soll ich jetzt als Schallschutz anbringen, die Vibrationen sind nämlich noch viel ärgerlicher - vor allem in der Nacht! Um es vorweg zu nehmen: es waren bereits 2 Gutachter da und der Bürgermeister und... gesetzlich ist das hier bei uns im Burgenland leider erlaubt!
Nur wer nichts tut, macht keine Fehler!
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| 12.03.14

Wärmepumpe


Die Außengeräte von Luft-Wärmepumpen können in der Tat schon ein Ärgernis sein und haben schon manche Gerichte beschäftigt. Unabhängig von der rechtlichen Situation bzgl. des Aufstellortes, die ich nicht beurteilen kann, ist deswegen eine Zusatzdämmung bauphysikalisch eigentlich nicht grundsätzlich zwingend erforderlich. Wenn es wie auch immer geartete Schäden gibt, dann gilt sicher auch in A das Verursacherprinzip.
Fragt sich nur, ob man die "Belästigung" durch die Geräuschentwicklung so hinnehmen muss... Egal... Im Endeffekt bleibt zu prüfen, ob und wie man eine gütliche Einigung in Bezug auf Änderung des Aufstellortes oder schallschutztechnische Maßnahmen erreichen kann.
Vielleicht lädst Du den Nachbarn mal auf einen Kaffee ein, damit er sich das bei Dir vor Ort mal anhört, unabhängig von Gutachtern und Grenzwerten.
"Vibrationen" deutet auf eher tieffrequenten Körperschall hin, was man häufig mit wenigen einfachen Änderungen an der Aufstellung oder sogar durch geänderte Parametrierung in der Software der WP ändern kann.

MfG,
Sebastian Hausleithner
Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart.
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| 12.03.14

Wärmepumpe des Nachbarn an meiner Lehmwand


Vielen Dank für die Antwort. Das mit dem Kaffee habe ich schon versucht, aber tatsächlich ist tagsüber nur eine leichte Vibration zu spüren, in der Nacht aber werde ich jedesmal wenn sich die Wärmepumpe einschaltet munter. Das kann man fast nicht erklären, das sind schon richtige körperliche Erschütterungen in den Knochen! Das kann ich natürlich so nicht beweisen, da müsste ich den Nachbar schon mit ins Bett nehmen und das möchte ich dann doch nicht! Ich habe schon versucht Gummistoppeln unter die Beine meines Bettes zu legen, hilft aber auch nicht.
Im Prinzip wollte ich jetzt eben diese Fasadenseite sanieren und da ich mich sehr mit der Altbausanierung beschäftig habe und innen bereits alles mit Lehm verputzt habe, dachte ich eben, es genügt auch außen die Fehlstellen auszubessern und einen Kalkputz machen zu lassen. Ich habe immer gedacht eine 55-60cm dicke Lehmwand brauchst du nicht zu dämmen, bin mir jetzt aber eben nicht mehr sicher!
Lt.Hersteller ist dieser künstliche Wind immer 4-5 Grad kälter als die Außentemperatur, was heißt wenn es minus 4 Grad hat, hat die Oberfläche meine Außenwand -8 Grad).
Von Innen wird die Wand zwar beheizt, tatsächlich aber konnte ich diesen Winter - der gar nicht wirlich kalt war!- an dieser Wand nicht sitzen, ohne einen kalten Rücken zu bekommen. Oder könnte das auch eingebildet sein?
Da es ja die Seite zu meinem Nachbarn ist, möchte ich jetzt natürlich so wenig wie nötig und so billig wie möglich sanieren, ich möchte aber auch nicht die Heizkosten, die sich mein Nachbar jetzt mit der Wärmepumpe erspart, übernehmen!
Mit einer hinterlüftete Holzverschalung würde ich den Wind quasi etwas ablenken und es könnte sich ein Luftpolster bilden. Liebe Grüße!


Cerny Friederike | 13.03.14

Teufel an die Wand malen


das Problem hat einen Namen: Infraschall. Den bekommst du mit keiner Dämmung der Welt in den Griff, weil die langwelligen Schallwellen nicht im üblichen Maßstab zu dämmen sind. Denke mal an den Bass von Musik: Selbst wenn die Melodie nicht mehr zu hören ist, dringt der Wumms durchs ganze Haus.

Du wirst im Laufe der Zeit auch immer empfindlicher reagieren. Hole dir Hilfe bei Infraschall-Fachleuten und wenn es sein muss bei Anwälten. Es geht um deine Gesundheit und den Wert deines Hauses. Was dein Nachbar gemacht hat, war ein Frontalangriff auf dein Leben.

Starker Tobak? Für Betroffene sicher nicht.

Herzliche Grüße aus der Pfalz


Pälzer | 13.03.14

Noch ein Link zur Information


https://www.youtube.com/watch?v=tl0qulFYBFU

Höre mal genau zu, du wirst dein Problem wiedererkennen.


Pälzer | 13.03.14

Wärmepumpe des Nachbarn an meiner Lehmwand


Irre, das ist tatsächlich ja schon ein Thema, ja ich habe mir das Video angesehen und auch gleich mehr darüber gelesen, bin also doch (noch) nicht verrückt!
Ich versuche jetzt also mit dem Hersteller dieser Pumpe zu reden und dann noch einmal meinen Nachbarn dazu zu bringen auf den zu hören...nehmen wir an, es gibt für die Beschallung eine Lösung.
Wie ist das mit dem Wärmeverlust? Weiß jemand was so ein Gebläse (s.vorige Kommentare) für so alte, ungedämmte Wände bedeutet?
Und wenn wie dämme ich eine Lehmwand gegen Wärmeverlust, oder besser: wie dämme ich gegen den permanenten Kaltluftstrom des Ventilators.
Und wenn es keine Konsequenz hat: hält das ein Kalkputz aus?


Cerny Friederike | 13.03.14

zum


Schall kann ich nicht sagen.
Zur kalten Luftströmung: ich nehme an, daß Deine Außenwand noch nicht die Grenze ist: Mit einem Prallblech/PVC die Luft vor dem Gebäude nach unten ableiten, so daß die Wand nicht unmittelbar gekühlt wird. ( Kalte Luft ist schwerer - also unten schützen)
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
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| 13.03.14

kalte Luftströmung


Doch tatsächlich, meine Außenwand ist die Grundstücksgrenze, d.h. genau gesagt der Dachtrauf ist die Grenze, deswegen klebt das Außengerät der Wärmumpe eben nicht auf der Fasade sondern hält den Abstand von 20cm.
Da mein Kalkputz aber sowieso desolat ist und längst erneuert werden muss, möchte ich jetzt natürlich alles richtig machen. Aber die Idee gefällt mir, weil ich mir vorstellen kann, dass mein Nachbar keine Freude mit so einer Prallwand hat, auf die er dann tagaus tagein schauen muss. Vielleicht bringe ich ihn damit dazu mit mir nach einer Lösung zu suchen?
Vielen Dank für den Tipp!


Cerny Friederike | 14.03.14

Prallblech


Die Idee finde ich auch gut. Ich würde sogar versuchen, durch seine Formgebung bzw. Material möglichst viel Schall dem Nachbarn zurück zu schallen. Das wird jedoch einen ausgewiesenen Schallspezialisten erfordern, sonst kann es allzu leicht passieren, dass das eigene Haus noch stärker belastet wird. Eine schalltechnische Retourkutsche könnte vielleicht billiger und effektiver sein als der Klageweg, zumal die Gesetzgebung in dem Bereich noch sehr lückenhaft ist.

Herzliche Grüße aus der Pfalz


Pälzer | 14.03.14

Retourkutsche


Also wenn der Dachtrauf 20 cm Ueberstand hat, dann hat es auf jedenfall noch Platz für 20 cm Wärmedämmung ... Man muss ja verhindern dass die kostbare Wärme durch die schlecht gedämmte Wand in die Wärmepumpe gesaugt wird !

Provisorische Dämmung am besten in Kontrastfarbe, z.B. unverputztes XPS in rosa.

Mein Vater hatte einen ähnlichen - nicht ganz so drastischen - Fall wo der Nachbar ein gewaltiges Aussengerät nahe an die Grundstücksgrenze stellte. Das gab einen sehr mühsamen Rechtsstreit. Am Schluss haben die Nachbarn selber gemerkt dass eine Luft-Wärmepumpe mit konventionellen Heizkörpern Quatsch ist, und auf Erdsonde umgestellt...
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
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| 14.03.14

keine Wärmed


So Platten wären sicher das einfachste, aber leider geht das gar nicht auf Lehm und macht auch keinen Sinn. Ich befürchte, da füge ich mir selber mehr Schaden zu als dem Nachbarn.
Aber das Beispiel deines Vaters gefällt mir und ich gebe die Hoffnung auf eine friedliche Lösung nicht auf. Ich kann vor allem nicht nachvollziehen, dass sich jemand in seinen Innenhof eine solches Außengerät hinstellt - auch wenn es an meiner Wand steht. Wofür hat man einen Hof, findet dort nicht das gemütliche Beisammensein statt. Und statt dessen bläst so ein Monstergerät kalte Luft und beachtliche 85dzb - da kann man sich ja gleich an die Schnellstraße stellen. Vielleicht hat sich mein Nachbar das auch gar nicht so vorgestellt und kann es nur jetzt nicht so zugeben.
Aber egal, ich hätte trotzdem noch gerne einen Tipp von Lehmfachleuten. Mit dieser Vorgeschichte: wäre eine hinterlüftete Holvertäfelung auf einer Lehmwand eine Lösung, statt dem Kalkputz?
Nur wer nichts tut, macht keine Fehler!
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| 14.03.14

Lehmwand-Bilder aus der Bilddatenbank: