Alte Sandsteintreppe falsch behandelt!!!

Hallo liebe Forum - Mitglieder!

Wir renovieren zur Zeit ein altes Bauernhaus aus dem Jahr 1848. Wir sind schon recht weit gekommen und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen!

Gestern habe ich allerdings wirklich Mist gebaut, als ich unsere Sandstein - Innentreppe von Farbresten befreien wollte und sie mit Lösemittel und einer Zahnbürste an bestimmten Stellen geputzt habe. Das Ergebnis - an diesen Stellen sind die Farbreste zwar weg, das Lösemittel ist jedoch tief in den Stein eingedrungen und jetzt ist die Treppe an diesen Stellen viel heller als der Rest!

Ich könnte mich wirklich über mich ärgern (warum habe ich das Lösemittel nicht an einer Stufe getestet???) .

Kann mir Jemand helfen, gibt es einen Weg unsere Treppe zu retten???

Lg Tina


Tina Cadet | 02.03.12

Moin Tina,


hast du Fotos?

Sandstein gibt es in vielen Farben......

Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
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| 02.03.12

Sandsteintreppe


Alles behandeln,
dann gibts wieder eine einheitliche Farbe, wahrscheinlich die ursprüngliche. Wie es denn weitergeht (ölen, nachschleifen, reparieren...) hängt vom Zustand ab.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 02.03.12

Lösungsmittelrückstände...


... und festgegammelten Dreck bekomme ich auf Steinen am besten mit echtem Terpetin wieder ab. Auf keinen Fall Terpentinersatz oder sogenannten Balsamterpentin nehmen.

Hartnäckige Flecken mit Kollophon bestreuen, einreiben, kurz mit der Lötlampe drüber und dann mit Terpentin abreiben.

Im nächsten Schritt die Steinoberfläche mit einem Viskose- oder Naturschwamm und reichlich Wasser abwaschen.

Sollten dann evtl. noch störende Flecken verbleiben, mit Schleifsand (Carborundum, ca. 80-120er Körnung) nass überreiben, bis der Schleifsand eine helle Färbung angenommen hat und feiner, klebriger geworden ist.
Nach jedem Schleifgang mit reichlich Wasser nachspülen.

Natürlich erst mal alles an einer unauffälligen Stelle ausprobieren.

Ein wirkungsvoller traditioneller Oberflächenschutz ist übrigens das Einreiben mit Gummi Arabicum: Erst mit einer Gummilösung (1 Teil Gummi, 3 Teile Wasser) großzügig bestreichen, nach ein paar Minuten mit einem Lappen (z.B. altes Handtuch o.ä.) streifenfrei Polieren und trocknen lassen. Der Stein wird nicht stumpf-trocken und weißlich wie ganz ohne schützende Behandlung, bekommt aber auch nicht so eine fett-feuchte Optik wie bei modernen Mitteln aus der Industrie. Sollte die Oberfläche nach einer Zeit wieder schmutzig geworden sein, die verschmutzte Schicht einfach mit Wasser abreiben und wieder erneuern.
Wir müssen uns Sisyphus als einen glücklichen Menschen vorstellen.
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| 02.03.12

@Christian:


Ist dein Tipp mit dem Gummi arabicum denn wasserfest(Nasse Schuhe, übergelaufene Blumentöpfe)?

Gruss, Boris
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| 02.03.12

Es ist zwar wasserlöslich...


... aber nicht sofort und zuerst nur die oberste Schicht.

Natürlich ist so eine Beschichtung kein Freifahrschein für dreckige Schuhe, Kaffeeflecken etc., aber immerhin verbleibt der Schmutz auch nur auf der Oberfläche und lässt sich mit Wasser abwaschen, bei unbehandeltem Stein würde der Dreck evtl. tiefer einziehen und manche Flecken würden nicht mehr heraus gehen. Im Gegensatz zu ölbehandelter Oberfläche, die irgendwann hart abtrocknet, bildet das leicht saure Gummi Arabicum eine Schicht, welche den Stein auch vor athmosphärischen Einflüssen schützt, also dem ganzen üblen Zeugs, was in unserer Luft ist, wogegen wir Menschen zwar weitgehend immun geworden sind, nicht aber alter Kalksandstein.

Wie dem auch sei, ich habe im Eingansbereich und den Fluren zu den Büros Solnhofener Platten liegen, die dank dieser Behandlung trotz Publikums- und Lieferverkehrs noch sehr gut aussehen und dessen Pflege somit obendrein äußerst Preiswert ist. Ist aber natürlich keine Referenzpflege nach DIN, als kommerzieller Anbieter wird man also wohl besser auf chemische Industrieprodukte zurückgreifen.
Wir müssen uns Sisyphus als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 02.03.12

Oh nein!


Die Ergebnisse eines Bispingschen Flasbacks aus seinem letzten Leben als Tütendreher sollte man besser nicht umsetzen.

Ob das auf Solnhofer Stein funktioniert, sei dahingestellt. Sandstein mit seiner großen Saugfähigkeit hat damit jedenfalls nichts zu tun.

"... und festgegammelten Dreck bekomme ich auf Steinen am besten mit echtem Terpetin wieder ab. Auf keinen Fall Terpentinersatz oder sogenannten Balsamterpentin nehmen."

Balsamterpentin ist Echtes Terpentin. Punkt. Und es löst nur bestimmte Stoffe, wasserlösliche Schmutzansammlungen z.B. nicht.

"Hartnäckige Flecken mit Kollophon bestreuen, einreiben, kurz mit der Lötlampe drüber und dann mit Terpentin abreiben."

Was sollen Naturharze auf dem Sandstein, außer seine poröse Oberfläche verkleben?

Gummi Arabicum ist wasserlöslich und wird, in der porösen Oberfläche verankert, wunderbar Schmutz binden. Ein klares no go für Sandstein. Da wäre dann auch Tapetenkleber eine Alternative :-(

Wissen statt glauben: "Im Gegensatz zu ölbehandelter Oberfläche, die irgendwann hart abtrocknet..." Ölschichten bleiben elastisch, und sie sind in Grenzen dampfoffen.

@ Tina

Ich würde die Partien zart von Hand anschleifen, ein großer Teil der angelösten Farbe wird auf der Fläche liegen. Ein paar Flecke sind bei Sandstein als stark saugendem Material nicht ungewöhnlich und gehören halt zu einem alten Stein. Ein Steinöl auf Leinölbasis schützt den Stein vor stärkerer Wasseraufnahme und damit Schmutzaufnahme.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 03.03.12

@Thomas:


Du solltest vielleicht noch erwähnen, das Öl den Stein stark dunkeln lässt.

Das macht dann aus Sandstein optisch einen einzigen "Fettfleck"....in meinen Augen keine wirkliche Alternative.

Bei Schwarzjura dagegen wunderbar, der Stein bekommt durch's Ölen mehr tiefe.

Gruss, Boris
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| 03.03.12

Schade, ...


... dass auch in diesem Thread die einschlägigen Protagonisten offensichtlich nicht ohne beleidigende Seitenhiebe auskommen können.
Wir müssen uns Sisyphus als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.03.12

Das ist meine Art,


auf porentiefen Unsinn zu antworten, Herr Bisping. Sie müssen's ja nicht lesen. Und wenn Sie anderswo nicht von Ihrem letzten Leben als Viertelrastafari schreiben, liefern Sie auch keine Steilvorlage für ein Tütchen Spott. Wer freiwillig die Hose 'runter lässt, könnte als nackt wahrgenommen werden.

@ Boris

Etwas anfeuern wird jedes Öl. Stark Nachdunkeln eher nicht, ist aber je nach Stein unterschiedlich und bedarf natürlich einer Probe. Der Stein soll ja auch nicht ersäuft werden, sondern nur gegen ein Übermaß an Wischwasser imprägniert werden. Und das funktioniert.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 03.03.12

Falls die Treppe…


aus dem, in der Eifel üblichen, dunklen und feinen Sandstein mit hoher Dichte (Grauwacke) besteht, dürfte Ölen tätsächlich unproblematisch sein, wenn man mit der deutlichen Verdunkelung durch das Anfeuern leben kann.

Ob man sich bei hellem und porösen Sandstein, z.B. Baumberger, die Fettfleck-Optik antun will, nur damit der regelmäßigen Putzwut mit dem Wischeimer Genüge getan werden kann, muss jede/r für sich selber entscheiden.

Die Altvorderen haben Küche und Eingangsbereich auch nicht regelmäßig blitzsauber gewischt, sondern hatten dort Holzspäne gestreut, die zum Wochenende hin mitsamt dem darin gesammelten Schmutz einfach ausgefegt wurden.
Wir müssen uns Sisyphus als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.03.12

Holzspäne im Flur...


...und der Abtritt auf dem Misthaufen im Hof. Ob das in Berlin heute noch so ist?

Ich glaube nicht. Und nehme ein deutliches Grinsen mit in's Bett.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 04.03.12