Kleines, älteres Wirtschaftsgebäude, als Wohnraum umfunktionieren hierfür Bauplan und Statik




Hallo an Alle,

wir haben vor 2 Jahren ein altes Bauernhaus gekauft. Auf dem Grundstück befinden sich mehrere kleinere und größere Wirtschaftsgebäude, Lager und Stallungen.

Nachdem wir jetzt mehr oder weniger mit dem Haupthaus fertig sind, wollten wir eigentlich gerne einen Schuppen, der bisher als Holzlager gedient hat und mittlerweile auch Bestandschutz hat (steht da schon länger als 25 Jahre), zum Wohnraum umfunktionieren.

Deshalb habe ich mich beim zuständigen Bauamt mal informiert, was alles zu beachten ist.

Für diesen Schuppen, welcher mit einem Abstand von weniger als 10 cm direkt auf der Grenze zu meinem Nachbarn steht, dürfte eine Nutzugnsänderung vorgenommen werden und zum Wohnraum umgebaut werden.

Hierzu müsste ich allerdings einen Bauantrag mit Statik und Bauplan einreichen. Also der ganz normale Papierkrieg, wie beim Bau eines großen Hauses. Das wäre weiter auch nicht unbedingt schlimm, da muss man halt durch, aber:

jetzt habe ich schon mit mehreren Architekten / Statikern gesprochen und die kamen auch um Teil vorbei, jedoch:

einer kam 2mal vorbei, wollte die Pläne fertig machen und hat sich nieder wieder gemelet. Dem Anderen musste ich ständig nach telefonieren, war auch angeblich schon auf dem Bauamt und dann musste ich feststellen, dass das Bauamt noch nie von ihm gehört hat. Zum guten Schluss, kam dann noch die Aussage von ihm, dass angeblich das Baumamt mich in den nächsten Tagen anschreibt, weil ich jetzt den Schuppen abreißen muss. Dann waren noch zwei oder drei andere Statiker/Bauzeichner da, die dann so durchschnittlich unterm Strich, zwischen 700.- und 1000.- € für Statik und Bauplan verlangten, zum Teil dann auch noch ohne Archtiktenstempel.

Da mir diese Summe für einen Schuppen, der derzeit über 25 qm verfügt und event. noch um 10 qm vergrößert werden sollte, ziemlich hoch erscheint, kommt jetzt meine eigentliche Frage:

welcher Preis wäre als realistisch anzusehen, wenn bereits dieser Schuppen fertig aus Bimssteinen gemauert ist und über ein Dach verfügt und noch ggf. nur die eine Mauer um 2 m in die eine Richtung verschoben wird? Laut Bauamt handelt es sich hierbei auch um eine "vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren" und somit könnte ich ggf. auch selbst einen Bauplan einreichen und müsste nur die Statik anfertigen lassen. Hat jemand einen Tip/Beispiele/Vorschläge, wie ich einen Bauplan anfertigen kann, damit dieser auch für das Bauamt O.K. wäre? Bestünde auch ggf. die Mögichkeit, dass diese Statik, für ein solch kleines Projekt, zusätzlich bzw. ersatzweise auch für den Bauplan eingereicht werden kann? Oder würde sich vielleicht auch hier im Forum jemand finden, der Bauplan oder Staktik, vielleicht auch beides zu einem fairen Preis für mich anfertigen würde?

Bin jetzt ziemlich genervt, da wir eigentlich im Dezember fertig sein wollten und mit der Planung und Terminierung bereits im Juni schon anfingen, aber dank der Unzuverlässigkeit der Anderen ziemlich viel Zeit verloren haben.

Das war jetzt ein langer Text, aber der Frust musste einfach raus, vielleicht findet sich jetzt hier bei Euch, der Ein oder Andere der mir weiterhelfen könnte

Grüße von der

Lehmmaus





Also ich bin werder Statiker noch Architekt aber 700€ scheinen mir nicht zu teuer?!
Bin mal gespannt was die Gilde Ihnen hier ins Buch schreibt.

Viel Erfolg beim Umbau
gruß jens



genau diese 'kleinen' Umbauten ....



... nehmen nicht minder Zeit in Anspruch wie ein Neubau.

Da es sich hier auch noch um eine Genzbebauung handelt, schaut zu dass ihr um einen Vermesser drumrumkommt;-)

Wenn ich an den ganzen Kram denke, der (selbst für vereinfachte BVH) notwendig ist, Flächenberechnung, Abgang-Zugang Wohnfläche, Erhebungsbogen und lauter so Mist,
und wenn auch nur ein Mü' fehlt, nehmen die Damen den Antrag gar nicht erst an usw. ...

700 EUS sind zwar erstmal Geld für so eine 'kleine' Sache als solche, aber nur 'klein' gefühlt für den Bauherrn.
Der Archi hat damit genausoviel Aufwand wie mit größeren BVH.

Oft spielt es auch eine Rolle, wie man das ganze benimt oder wie 'unverfroren' man ist.
Nervenstarke machen einfach los und riskieren nen Baustopp /Strafe o.ä., das klappt manchmal auch, ich habe manchmal das Gefühl, die Behörden wollen 'verarscht' werden;-)

Manchmal wohlgemerkt nicht immer, muss man bissel im Gefühl haben;-)

lg Nancy



Tja, das ist wirklich



ein Haufen Geld, wenn man bedenkt, dass lediglich ein Satz Zeichnungen angefertigt werden muss, wahrscheinlich nach Aufmass, da keine alten Pläne vorliegen. Dann muss die Statik erstellt werden, und zwar in der Form, dass die Haltbarkeit der vorhandenen Bauteile nachgewiesen wird und entsprechende Verstärkungen berechnet werden müssen, das entspricht in etwa dem doppelten Aufwand eines Neubaus.
und dann kommt noch der andere Papierkrieg.
Für 1.000,00 € würd ich´s machen, aber nur, wenn dann noch ein entsprechender Auftrag dabei rumkommt.
MfG
dasMaurer





Hallo,

die erste Frage geht mal an Sie: haben Sie wirklich alles richtig gemacht ? Und zwar beim Vertragsabschluß?
Dann hätte so etwas, wie Sie beschreiben, nicht vorkommen können.
Demnächst machen Sie es doch bitte so:
1. Schriftliches Vertragsangebot einholen (auf Basis HOAI,
Leistungsbild bezeichnet, Honorarstufen bezeichnet)
Termine vereinbart, a besten auf Basis Muster Einheitsarchitektenvertrag.
2. Über Qualifikation im Internet auf Seiten der einschlägigen Kammern einen Qualifikationsnachweis einholen (Ingenieurkammer Bau oder Architektenkammer).

Dann läuft Ihnen auch kein Bauzeichner über den Weg, der beim ersten verlangten bautechnischen Nachweis die Flügel strecken muß oder der keine Bauvorlageberechtigung hat.

Tip für Zeichnung: Lesen Sie die Bauvorlageverordnung Ihres Bundeslandes, darin steht klein klein alles beschrieben, über Nordpfeil, Maßstab und Strichstärken, Nachbargrenzen, Höhenlagen, Materialangaben etc. und machen Sie einfach mal.

Zur Honorarhöhe kann ich wenig sagen, bis auf die Feststellung, daß Objekte dieser Größe zu bearbeiten, Selbstausbeutung ist. Nicht annähernd wird das Honorar erzielt, das dem geleisteten Zeitaufwand entspricht.

Ich weiß nicht, wie einschließlich der Grundlagenermittlung irgendein Bauantrag, sei er noch so winzig, unter 5 AT erledigt werden könnte, das wären immerhin 2.500 - 4.000 €.
Nur steht das in keinem Verhältnis mehr zur Gesamtsumme.

Grüße vom Niederrhein



Auch ich würde einen



Preis ab 2.500,00 € für realistischer halten, zumal der Nachweis nach EnEV, eine Aussage zum Schallschutz und zum Brandschutz (Grenzwand), neben der Statik und dem Bauantrag, ebenfalls noch erforderlich sind. Ob das noch im Verhältnis zum Objekt steht, muss jeder für sich entscheiden.
Aber es wird von einem Gebäude von ca. 100 m³ Bauvolumen gesprochen. Bei einem niedrigen Preis von 200 €/m³ für die bestehenden und zu verbessernden Bauteile kommt man auf eine anrechenbare Summe von 20.000,00 €. Das hierbei 10% der Summe für die planerischen Leistungen + Aufschlag für den Altbau fällig werden, halte ich durchaus für angemessen. Die evtl. Möglichen Einsparungen bei einem Altbau liegen im Normalfall eben nicht im planerischen Bereich, sondern bei einer guten Bausubstanz in den schon vorhandenen Bauteilen.




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