Fachwerk.de - Unterkontruktion für einen Dielenboden über einer Dippelbaumdecke

Hallo!

Ich bitte euch um eure Hilfe.

Die Eltern meiner Freundin haben mich um Rat gebeten. Sie besitzen ein älteres Einfamilienhaus in Graz. Die Decke zwischen EG und OG besteht aus einer Dippelbaumdecke. Der Fußbodenbelag ist ein Dielenboden. Die Unterkonstruktion des Dielenbodens besteht aus Brettern und Kanthölzern. Diese wurden direkt auf die Dippelbäume (in Richtung der Dippelbäume) im Abstand von ca. 80cm genagelt. Um die Höhenunterschiede der Dippelbäume auszugleichen wurde Bretter und Kanthölzer in unterschiedlichen Materialstärken auf die Dippelbäume aufgebracht. Zwichen den Brettern / Kanthölzern befindet sich Schlackeschüttung. Die Dielen wurden im rechten Winkel auf die Unterkontruktion genagelt.

Da der Dachboden in mehreren Schritten ausgebaut wurde befinden sich in dem zu sanierenden Wohn- Essraum unterschieliche Dielen. Im Bereich der Küchenzeile wurden Holzplatten (ca. 1,8m breit) auf die Dielen geschraubt und darauf wurde ein Linoleumbelag aufgebracht.

-) der Dielenboden ist uneben (bis zu ca. 3cm)
-) Der Dielenboden gibt an manchen Stellen stark nach
-) größtes Problem: der Trittschall (man hört leider jeden Schritt bis in EG durch die Decke, weiters hört man den Geschirrspühler bis ins EG)

Erschwerden kommt dazu, dass man aus diesem Raum auf eine Terrasse gelangt. Öffnet man die Terrassentüre sind nur ca. 2cm zwischen Terrassentür UK und dem Dielenboden. D.h. es gibt leider nicht viel Platz für die neue Fußbodenkonstruktion.



Nun zu meinen Fragen:

Welchen neuen Fußbodenaufbau könnt ihr mir empfehlen?

Wie kann ich den Trittschallschutz verbessen?


Vielen Dank für eure Antworten.

Liebe Grüße

Thomas


Thomas Landrock | 25.07.10

Hallo Thomas,

die Frage ist was als Nutzschicht wieder rein soll.
Bis auf die Dippelbäume müsste erstmal alles raus.
Dann kann ein neuer, schwimmender Aufbau z.B. mit Trockenschüttung und Trockenestrich (für Fliesen) oder Trockenschüttung und OSB- Platten (für Dielung)eingebaut werden.
Wenn die Aufbauhöhe es hergibt ist es ratsam noch Gewicht einzubringen, das kann beispielsweise durch das einlegen von Gehwegplatten geschehen.

Grüße aus Schönebeck


anonymus | 26.07.10
Wunschnutzoberfläche: Dielenboden
Hallo!

Danke für deine rasche Antwort. Wir hätten am liebsten wieder einen Dielenboden.

Verstehe ich dich richtig:
-) Dielen und UK entfernen
-) Schlackeschüttung entfernen
-) Trockenschüttung einbringen und damit das Niveau ausgleichen (würdest du einen Rieselschutz unterhalb der Trockenschüttung einbringen?)
-) OSB Platten schwimmend auf der Trockenschüttung verlegen
-) Dielenboden auf den OSB Platten montieren

ich finde den Aufbau super, hätte noch folgende Fragen dazu:
-) Kann der Niveauausgleich auch mit der Schlacke ausgeführt werden? Sollte ich die Schlacke auf Grund des hohen Gewichtes nicht belassen?
-) Würdest du zusätzlich noch Trittschalldämmplatten (hochbelastbare Mineralwolle Platten) 20mm unter den OSB Platten einbringen?
-) Verbessert die Trockenschüttung auch ohne Dämmplatten den Trittschallschutz?
-) Wie werden die Dielen auf den OSB Boden montiert?

Ich dachte ca. an folgenden Aufbau:
-) Niveauausgleich mit Schlackeschüttung
-) eventuell zusätzlich noch Fermacell Trockenschüttung zum ausgleichen der restlichen Unebenheiten
-) 20mm Trittschalldämmplatten (inkl. Randdämmstreifen)
-) OSB Platten (1 oder 2 Lagen ??)
-) Dielenboden (auf Lattung?, auf OSB?, schwimmend ???)

Ich würde mich sehr freuen wenn du mir nochmal helfen könntest.

Danke.

Liebe Grüße

Thomas


Thomas Landrock | 26.07.10
Die Schlacke
kann im Prinzip bleiben, wenn die verbleibende Höhe für die Trockenschüttung ausreichend ist. unter der Trockenschüttung brauchts einen Rieselschutz, am besten eine diffusionsoffene Unterspannbahn.
Vom einbringen zusätzlichen Gewichts zur Schalldämmung kann ich nur abraten. Wenn, dann einen Statiker konsultieren.
Die massive Holzdecke sollte bereits eine brauchbare Luftschalldämmung bringen, der Trittschall wird durch die schwimmende Verlegung wirkungsvoll gedämmt.
MfG
dasMaurer
alt und neu ist kein widerspruch
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Maurermeister | Ulrich Warnecke | 26.07.10
Trockenschüttung oder Trittschalldämmplatten?
Danke für deine Antwort.

Benötige ich unter den OSB Platten zusätzlich Trittschalldämmplatten oder reicht die schwimmende Verlegung auf der Trockenschüttung aus?

Würdest du 1 oder 2 Lagen OSB Platten verlegen. Funktioniert 1 Lage überhaupt?

Liebe Grüße Thomas


Thomas Landrock | 26.07.10

Die schwimmende Verlegung reicht, sie entkoppelt ja die Bauteile.
Zwei Lagen OSB, verleimt, sind natürlich besser.

Grüße aus Schönebeck


anonymus | 26.07.10
Dielenboden auf OSB Platten & Ausgleichsschüttung
Kann ich den Dielenboden direkt auf die OSB Platten kleben?
Was würdest du mir empfehlen?

Welche Ausgleichsschüttung kannst du mir empfehlen?
Wie stark sollte die Ausgleichsschüttung aufgebracht werden?

Liebe Grüße

Thomas


Thomas Landrock | 26.07.10
Welche Aufbauhöhe...
steht denn insgesamt ab OK Dippelbaum zur Verfügung?

Wie ist die Unterseite der Decke gestaltet?

Grüße

Thomas
Mut zum Holz
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Restauratio GmbH | Thomas W. Böhme | 26.07.10
Aufbauhöhe
Hallo Thomas!

Wir haben leider nur eine sehr geringe Aufbauhöhe. Wir haben den Dielenboden an der höchsten Stelle geöffnet. An dieser Stelle befindet sich der höchste Dippelbaum ca. 3cm unter der Terrassentüre (diese befindet sich vis a vis der Probeöffnung).

Die Untersicht wurde in einem kleinen Esszimmer mit Holz verkleidet. Die Küche und das große Schlafzimmer haben eine verputzte Deckenuntersicht.


Thomas Landrock | 26.07.10
Dann würde ich...
...zunächst raten, noch 2-3 cm durch Abarbeiten der höchsten Punkte zu gewinnen. Das geht recht flott mit dem Balkenhobel, ein gewisser Messerverschleiß ist unvermeidbar, kann aber durch absaugen der Fugen minimiert werden.

Beim Nivellieren hilft ein Laser enorm.

Die Schlacke würde ich entfernen, sie hat ja wohl eh nur eine geringe Stärke. Ein Rieselschutz dürfte auf der möglicherweise sehr unebenen Fläche problematisch sein, weshalb ich zu Mehabit rate, selselbstverklebend aus Hanfschäben mit Bitumenmantel (das Zeug sieht zwar eklig schwarz aus, aber da ist kein TEER drin, baubiologisch unbedenklich nach meinem Kenntnisstand). Dieser Rieselschutz sollte wenigstens 1cm über der höchsten Deckenstelle stehen. Er sollte verdichtet, und dann noch einmal eben abgezogen werden.

Darauf 2x15mm OSB Stöße überlappend, miteinander punktuell verklebt UND verschraubt mit Teilgewindeschrauben.

Darauf Verklebung einer 2-Schichtdiele (11mm) oder 3-Schichtdiele (15mm). Achtet bei der Oberfläche auf eine oxydativ härtende Ölversiegelung, das kommt in der Folge preiswerter in der Regenerierung (statt schleifen), und der Boden "atmet" noch.

Grüße

Thomas
Mut zum Holz
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Restauratio GmbH | Thomas W. Böhme | 26.07.10
Beeinflusst das Abarbeiten...
der Dippelbäume die Tragfähigkeit der Decke?


Thomas Landrock | 26.07.10
Wie hoch...
...sind die Teile denn?

Das geringfügige Abarbeiten einzelner Partien ist idR unkritisch, gleichzeitig wird die Tragfägigkeit der Decke durch die bessere Lastverteilung höher.

Wenn Sie unsicher sind, sollte ein Statiker 'mal drüberschauen.

Grüße

Thomas
Mut zum Holz
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Restauratio GmbH | Thomas W. Böhme | 26.07.10
Das hört sich nach einer interessanten Lösung an.
Vielen Dank.

Die Höhe der Träme muss ich noch herausfinden.


Thomas Landrock | 26.07.10
Dippelbaumdecke
DippelbaumdeckeEine Alternative wäre:

Dippelbaumdecke
Ritzabdeckung mit Thermo BP
Thermo-Plan B1
Thermo A8 Platten
Thermo GE 2-lagig
Endbelag

Grüsse
Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen. Henry Ford
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NEW.... | Th. Kehle | 27.07.10
Danke für deinen Vorschlag
Würdest du mir Thermo GE Platten oder OSB Platten empfehlen. Ich denke, dass die OSB Platten stabiler sind. Was meinst du?


Thomas Landrock | 28.07.10
Es ist sicherlich...
...nicht die beste Idee, Gipskarton unters Parkett zu schummeln. Die Platte ist mit Sicherheit weniger fest und elastisch als OSB.

Einen Parkettwechsel überlebt der Gipskarton nicht.

Grüße

Thomas
Mut zum Holz
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Restauratio GmbH | Thomas W. Böhme | 28.07.10
OSB oder
Thermo ZE Element 2x6 mm sind möglich, kommt schlussendlich auf den Endbelag an.

Thermo GE und Thermo ZE sind beide für Feucht- und Trockenräume geignet. Die Datenblätter kann ich Ihnen, wenn erwünscht, zukommen lassen.

Grüsse Thomas
Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen. Henry Ford
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NEW.... | Th. Kehle | 28.07.10
Danke für eure Antworten.
Mir gefällt die Lösung mit 2 OSB Platten sehr gut.

Ich habe noch 2 weitere Fragen:
1) Soll ich bei den OSB Platten Platten mit dem Nut Feder System verwenden? Oder ist dies bei Verschraubung der OSB Platten miteinander nicht erforderlich?
2) Ich plane die höchsten Dippelbäume abzuhobeln und anschließend eine Ausgleichsschüttung aufzubringen. Ist es erforderlich bzw. ratsam über die Ausgleichsschüttung eine Trittschalldämmplatte aufzubringen?

Danke

Thomas


Thomas Landrock | 29.07.10
Die OSB-Platten...
...sollten auch in Nut und Feder miteinander verklebt werden.

Für eine zusätzliche Trittschalldämmplatte (Holzweichfaser) wird die Aufbauhöhe wohl nicht ausreichen. Wenn doch, ist es kein Fehler. Die OSB-Platten sollten nicht dünner gewählt werden. Die Schüttung (wie z.B. das empfohlene Mehabit) entkoppeln gleichfalls.

Woher kommt überhaupt der Begriff "Dippelbaum"?

Grüße

Thomas
Mut zum Holz
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Restauratio GmbH | Thomas W. Böhme | 29.07.10
Bei uns
in Österreich ist der Begriff Dippelbaumdecke eine übliche Bezeichung. Wie nennt Ihr diese Art der Decke?

Danke für deine Antwort.

LG Thomas


Thomas Landrock | 29.07.10
Dippelbaumdecke
oder Dübeldecke ist eine historische Deckenkonstruktion.
Dreiseitig halbrunde und an den Passstellen wenig begehauene Balken unmittelbar aneinandergereiht. Zur besseren Lastverteilung werden in 1 - 2 Meter Abstand gegeneinander versetzt Hartholzdübel (Dollen, die ca. 2-3 cm dick und ca. 10 - 15 cm lang sind) verbunden.
Damit wird die Belastung auf mehrere Balken verteilt und ein zu starkes Schwingen der Decke verhindert.

Diese Bauweise war bis ca. 1900 in Östereich und Süddeutschland weit verbreitet.

Grüsse Thomas
Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen. Henry Ford
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NEW.... | Th. Kehle | 29.07.10
In Sachsen...
...taucht das kaum auf, ich selbst habe eine solche Konstruktion nur einmal im Stadtschloß Eisenach gesehen. Scheint also eher regional verbreitet zu sein.

Zumindest scheint sich der Begriff Dippelbaum ja offenbar vom Dübel herzuleiten.

Grüße

Thomas
Mut zum Holz
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Restauratio GmbH | Thomas W. Böhme | 30.07.10
Die
Dippelbaumdecke oder Dübeldecke war in Österreich aus Brandschutzgründen langezeit vorgeschrieben. Im zivilisierten Europa hat man sich mit Holzbalkendecken mit Einschub und Lehmschlag zufrieden gegeben ;-)).
MfG
dasMaurer
alt und neu ist kein widerspruch
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Maurermeister | Ulrich Warnecke | 30.07.10
Vorgeschrieben
war sie soweit ich weiß als oberste Geschoßdecke, in manchen Häusern findet man sie aber durchgängig. Da freut sich immer der Elektriker, der bei einer Tramdecke im Hohlraum Leitungen legen könnte und sich das bei einer Dippelbaumdecke in die Haare schmieren kann. Wenigstens ist die Putzstärke normalerwiese so groß, daß halbzöllige Gasleitungen untergebracht werden konnten, d.h. man kann wenigstens Rohre einstemmen.

Randnotiz: ich würde gefühlsmäßig behaupten, daß Dippelbaumdecken mehr schwingen als Tramdecken mit den hierzulande üblichen riesigen Hochkant-Trämen (hier im Haus für etwa 5,5m Spannweite 10x33cm).
Des woa scho immer so!
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Kellergassenkatze | 01.08.10

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