Dachraumausbau mit diffusionsoffener Dämmung ohne Dampfbremsfolie

Dachraumausbau mit diffusionsoffener Dämmung ohne DampfbremsfolieHallo in die Runde!

ich plane derzeit den Ausbau zweier Dachräume von Steildachhäusern. Gewünscht sind für die Dämmung Holzfaserdämmstoffe, vermutlich holzFlex und UD protect. Als winddichtes Verschalungsmaterial wird die iStraw-Bauplatte in 38 mm gewünscht, ob es tatsächlich so kommt bleibt noch abzuwarten. Der Aufbau sollte ohne Dampfbremsfolie auskommen. Meine Frage ist nun jedoch, wie sich Dachflächenfenster mit Leibungs-Schalung aus CS-Platten 20 mm in diesem Aufbau ohne Dampfbremsfolie auswirken. Was meint Ihr?

Der geplante Aufbau als Skizze anbei, von Innen:
1. Kalkfarbe/Kalkglätte
2. Strohbauplatte 38 mm (oder Alternative)
3. Entfällt: Dampfbremse SD 5
4. UD protect zur Sparrenaufdopplung 60 mm nach innen
5. holzFlex 160 mm (158 mm)
6. UD protect 22 mm auf
7. Unterkonstruktion 10 mm auf
8. Dachlatten und vermörtelte Tonziegel-Eindeckung mit hoher Welle

Die Hinterlüftung soll in der Dachfläche eingerichtet werden, der Hinterlüftungsspalt zur Eindeckung wird dabei ausschließlich durch die ca. 45 mm hohe Welle und die vernachlässigbaren 10 mm der Abstandshalter zwischen dem UD protect und den Dachlatten gebildet.

Ich freue mich über Eure Anregungen!

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 31.12.16

Dachaufbau


Feuchteresistente Dämmplatten um Dachfenster können auch ohne Dampfbremsfolien verwendet werden- nur muß die luftdichte Einbindung gewährleistet sein- also zumindest die Fugen abkleben.

Wegen der geringen Hinterlüftungsebene sowie der Vermörtelung der Dachpfannen wird es Probleme geben dafür Dachdecker zu finden, da von den Fachregeln abweichend.
Warum dieser Aufbau? Wer hat den geplant?
Sollen die Unterdachplatten tatsächlich so eingebaut werden wie gezeichnet?
Ich würde dickere Unterdachplatten verwenden, zB mind 35 mm, da ua weniger Wärmebrücken und durchtrittsicherer.
Als Dämmung Holzfaserplatten bzw bei alten Sparren ist Zellulose einfacher einzubringen.
Innenseitig mind 60 mm schwere Holzfaserplatten mit Nut und Feder Verlegen und diese mit Kalk- oder Lehmputz und eingelegtem Glasfasergewebe versehen.
Strohplatten sind von der Dämmwirkung her schlechter, kaum kapillaraktiv und schwieriger zu Verarbeiten sowie rißanfälliger ohne stabilen Untergrund.
Randbereiche und Durchdringungen mit eingeputzer Folie abdichten

Andreas Teich

Vielen Dank für die Antwort


Vielen Dank für die AntwortVielen Dank für die Antwort.


Der Aufbau ist von mir geplant und hinsichtlich Wärme- und Kälteschutz durchgerchnet. Mit einem Feuchteausfall im Bereich der Sparren wäre bei Strohbauplatten nicht zu rechnen. Bei herkömmlichem Gipskarton von 9,5 bis 25 mm wäre nach Berechnung eine Dampfbremse Ratsam, da der Feuchteausfall im Bereich der Dachsparren zu groß wird.

An Stelle der Strohbauplatten käme auch eine geschlossene oder ggf. offene Rauspundverschalung mit einer Putzträgerlage Schilfrohr (70 Stängel je m) und Kalkputz in Frage. Auch hinsichtlich des Feuchteschutzes wäre der Kalkputzaufbau möglich. Allerdings ist es derzeit schwer, hier im Norden gute Verputzer für Kalkputz zu finden. Auch Preislich schätze ich einen Putzaufbau teurer ein, oder? Dennoch soll sehr gerne auf einen Klassischen GK-Ausbau verzichtet werden.

Bei einem Sparrenabstand von 900 mm ist eine 60 mm Holzfaserplatte als Untersparrenlage vermutlich nicht ausreichend Steif, um ein Durchbiegen zu verhindern, oder? Die Dachneigung beträgt ca. 55°.

Für Anregungen bin ich Dankbar!

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 12.01.17

Dachdämmung


Warum wollen Sie diesen Raum in die warme Gebäudehülle einbeziehen?
Nutzbar ist er nicht.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 13.01.17

Spitzboden


SpitzbodenEs geht um mehr als diesen Raum und die reine Nutzbarmachung. Bei dem Spitzboden spielt allerdings auch eine spätere Innutzungnahme eine Rolle.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 14.01.17

Dachdämmung bei vermörtelten Dachpfannen


Ich hatte übersehen, dass die Eindeckung als Bestand bleibt.

Dann ist natürlich eine dünne Unterdachplatte darunter möglich.

Die Frage ist wohin die hinterlüftete Luftschicht entlüftet wird,
da bei vermörtelten Pfannen auch die Firstpfannen vermörtelten sein werden.

Allenfalls wäre es möglich, den Bereich unterhalb des Firstes abzutrennen und hier Querbelüftung mit Öffnungen in den Giebelwänden zu ermöglichen- andernfalls wird sich kaum genügender Auftrieb ergeben.

Bei besonnten Süd- und Westdächern besteht die Möglichkeit der Austrocknung durch Diffusion, bei stärkerer Beschattung oder Nordseiten wird's schwierig,

Unterhalb der Dachfenster kann in der Hinterlüftungsebene eine dünne Dreieckdämmplatte zur besseren Luftableitung zu den Seiten eingebaut werden, da dieser Bereich sonst kaum entlüftet wird.

Das trifft auch auf den Bereich unterhalb von Schornsteinen zu.

Bei dem großen Sparrenabstand Sparschalung auf die Sparren schrauben und darauf zB Holzfaserdämmplatten befestigen und diese mit Lehmputz und Lehmfarbe versehen.
Von Pavatex gibt's Platten mit einer innenseitigen Funktionsschicht als Dampfbremse.

Bei minimaler Hinterlüftung und diffusionsoffener Bauweise ohne Dampfbremse auf die Einhaltung geringer Luftfeuchte achten-
am besten dauerhaft messen oder kleine Lüftungsanlage vorsehen.

Andreas Teich

Lüfterziegel


Hallo, vielen Dank für die ausführliche Antwort.

ich plane je Dachseite im Firstbereich drei Lüfterziegel in die Hohlziegeleindeckung einsetzen zu lassen. Im Traufbereich soll eine ggf. vorhandene Lüftung überprüft bzw. wenn keine Öffnungen vorhanden sind, dort eine Zuluft für jede Seite geschaffen werden.

Schalung und Kalkputz sind durchaus interessant für mich. Leider kann ich die Kosten nicht abschätzen und tue mich schwer, geeignete Unternehmen auf zu tun, die Erfahrung mit Kalkputz haben.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 19.01.17

Hinterlüftung


Eigentlich sollen es 200cm²/lfm Lüftungsquerschnitt unten und möglichst auch am First sein, bzw 2 0/00 der darüberliegenden Dachfläche.
Es hängt aber auch immer von Besonnung, Beschattung etc ab.

Holzfaserplatten und Lehmputz lassen sich selber anbringen oder frag mal hier bei den Lehmputzern nach.

Andreas Teich

Dampfbremsfolie-Bilder aus der Bilddatenbank: