Bodenaufbau auf Sand in altem Bauernhaus

Hallo!
Ich habe mich inzwischen stundenlang durch's Internet und das Forum hier gesucht, weil ich auch keine schon tausendfach beantwortete Frage stellen wollte. Wirklich fündig geworden bin ich leider nicht. Zumindest nicht vollständig. Also frage ich doch...

Ich habe dieses Frühjahr einen vollständig zu sanierenden kleinen Bauernhof gekauft und befinde mich derzeit noch in der Planungsphase. Ich möchte so viel wie möglich selbst machen und mir sind natürliche, ökologische, schadstoffarme Materialen wichtig.
Mein Haupt"problem" derzeit ist der Fussboden im EG.
Die alten Dielen inklusive der Tragebalken mussten raus weil komplett verrottet, nachdem Jahrzehnte lang PVC darauf verklebt war (warum macht man sowas denn auch?!?)

Das Haus hat keinen Keller, entsprechend ist der Boden wie auf dem Bild zu sehen ist nur Sand. Ob in tieferen Schichten Kies/Schutt liegt, weiß ich momentan noch nicht. Auch nicht, wie tief das Fundament geht. Der Sand ist nicht direkt staubtrocken, aber auch nicht auffällig feucht.
Die Wände haben eine Sperrschicht aus Tonziegel und sind trocken. Nur eine Wand hat Nässe, das scheint aber nur der (Zement?)Putz zu sein. Die Wand darunter ist trocken. Der Putz kommt ohnehin runter und es wird neu mit Lehm verputzt.

Ich hätte am Ende gerne einfache, geölte Dielen (ohne Klickdings. Einfache "Baudielen" wie es früher üblich war). Außerdem würde ich den Boden gerne dämmen, zwecks wärmerem Fussboden. In einem Zimmer hätte ich gerne einen Lehmofen, also sollte das ganze auch stabil sein und nicht absacken können.

Ich will keine Fussbodenheizung oder ähnliches und werde ausschließlich mit Kachelöfen und dem zukünftigen Lehmofen heizen. Ich denke durch die Strahlungswärme, die Lehmwände und (doppelt oder dick verglaste) Holzfenster habe ich einen recht "atmungsaktiven" Raum, dem ein bisschen Wasserdampf vom Boden kommend nicht viel ausmachen sollte.
Meistens lese ich von Schutzfolien und Beton oder Estrich drüber, aber rein von meinem laienhaften Bauchgefühl und meinen rudimentären physikalischen Kenntnissen her, sehe ich da größere Probleme wie Feuchtigkeit die sich darunter ansammelt und irgendwo hin muss. Und ich will weder eine ganze Moder/Keimkultur unter meinem Haus züchten, noch die Wände mit mehr Feuchtigkeit belasten.

Was habe ich denn sonst für Möglichkeiten für einen stabilen, aber atmungsaktiven Bodenaufbau aus möglichst natürlichen Materialien inklusiver neuer "Träger"balken für die Dielen? Und welche Holzarten würdet ihr empfehlen für meine Gegebenheiten (sowohl für die Balken, als auch die möglichst dunklen Dielen)?

Dieses Problem bereitet mir ernsthaft Kopfzerbrechen. Entsprechend wäre ich unendlich dankbar für eure Erfahrungen und Ratschläge!

Danke schon mal!
Semra

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 23.02.16


Das Bild nochmal

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 23.02.16

Fußbodenaufbau


Mein Vorschlag:
Sauberkeitsschicht aus Beton ca. 5-8 cm (da wo ein Ofen steht ca.15 cm),eben und waagerecht eingebaut,
Abdichtung,
ca. 80 bis 100 mm Dämmung aus Holzfaserplatten, trittfest,
Traglattung bündig in die obere Lage der Dämmplatten eingelassen,
Dielung.
Die Dielung liegt vollflächig auf den Dämmplatten auf, die Traglattung dient nur der Fixierung.
Was an Höhe bis zum Untergrund fehlt mit Kiessand 0-16 auffüllen, per Hand verdichten.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 24.02.16

Fester Boden


Verzichten sie nicht auf den Estrich als Sauberkeitsschicht. Denn in der Unterwelt, die sie mit den Dielen für hoffentlich die nächsten 100 Jahre schliessen, bewegen sich sonst (wie zuvor) unsere Mitbewohner: Mäuse, Ameisenvölker, verirrte Maulwürfe... und bringen die Tragbalken aus Holz mit dem losen Untergrund in Kontakt. Die Verrottung versuchte man durch das Anbrennen der Balken zu verhindern, gegen Mäuse sollten Scherbenberge helfen... Ich habe genug Böden geöffnet um zu wissen: es funktioniert nicht, zumal in unserer Sandgegend. Auch das Bodenauflager wird gestört und die Tragbalken schwingen oder sacken gar an den Aussenmauern ab. Ein Staat geflügelter Ameisen schafft eine eigene Moderkultur im Bau, gut, das sie sich durch die Hochzeitsflüge zu sichtbar machen, um sie zu ignorieren.
Ihr angedachter Lehmputz reguliert zwar das Innenklima, ersetzt aber keine Dämmung. Wenn sie also den Boden dämmen, sollten auch die Wände und vor allen die oberen Decken bedacht werden.


Mario Achsnick | 24.02.16

Sand-Bilder aus der Bilddatenbank: