Denkmalschutz

Hallo, ich habe hier auch viel über den Denkmaschutz gelesen. Das von mir schon häufiger erwähnte Fachwerkhaus aus dem Jahr 1783 steht nicht unter Denkmalschutz und meine Befürchtungen, dass das Haus abgerissen werden könnte, weil an dessen Standortumgebung ein grosses Industriegebiet entstehen soll, ist nicht gering. Nun regte ich beim Denkamamt an, das Haus unter Schutz zu stellen. Die Behörde lehnte mit folgenden Begründungen ab:
- Der jetztige Eigentüner hat kein Interesse an einer Unterschutzstellung.
- Es soll nach dem damaligen Bestitzerwechsel (umfangreiche) bauliche Veränderungen geben haben.
- Es soll schon zweimal gebrannt haben.
Von aussen sieht der Kotten noch so aus, wie ich das Haus seit Kindheit kenne (eine Aussenwand ist abgeändert worden, die liesse sich aber sicher wieder rückbauen; bauliche Veränderungen im Haus habe ich nie "besichtigen" können). Sollte es in der Tat mal gebrannt haben, dann wurden auch diese Schäden gut beseitigt.
Dürfen dem Denkmalamt diese drei fadenscheinigen Begründungen ausreichen, um ein Haus nicht unter Schutz zu stellen? Ich möchte mal ein denkmalgeschütztes Haus sehen, dass nach so vielen Jahren (wie eben dieses) noch im Originalzustand, nie baulich verändert bzw. renoviert wurde und in dem es (auch früher) nie gebrannt hätte ... Und muss der Eigentümer die Einwilligung zum Denkmalschutz geben, oder reicht es wirklich aus, zu sagen, "ich will nicht" ...
Mich dünkt, dass es da ganz andere Himtergründe gibt (neues Industriegebiet, in dem der Kotten einfach im Wege steht?)
Ich bin auf Ihre Meinungen und Erfahrungen sehr gespannt. Danke.
Grosse Leidenschaft für kleine Kotten
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| 18.01.10

Es kommt darauf an,


ob das Gebäude ein Baudenkmal bzw. Kulturdenkmal darstellt, an dessen Erhaltung ein derart hohes öffentliches Interesse besteht, so dass demgegenüber das Interesse des Eigentümers an der unbeschränkten Nutzung zurückstehen muß.Nähere kann man nachlesen bei Wikipedia. Der Artikel unter dem Stichwort " Denkmalschutz " ist durchaus allgemeinverständlich.
Früher war alles besser
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| 18.01.10

Hätten Sie...


...ein Foto von dem Kotten welches Sie hier einstellen könnten?


anonymus | 18.01.10

wenn


es unter Denkmalschutz gestellt wird und dann trotzdem verfällt, nützt es keinem etwas. Hier würde wohl nur ein Besitzerwechsel eine Änderung bewirken - siehe Forumsbeitrag weiter unten. Diese Scheune wurde übriegens auf Antrag des Eigentümers wieder aus dem Denkmlschutz herausgenommen und abgerissen.
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
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| 18.01.10

zu 134452


Auch wenn die Meinung eines Laien sicher nicht so gewichtig ist, finde ich, dass es Wert hat, das unter Schutz stellen zu lassen. Es ist ein Kotten aus dem Jahr 1783, damit sicher eines der ältesten, geschichtsträchtigsten Häuser im Ort. Schon der Grund alleine sollte doch ausreichen, um ein Haus zu erhalten? Zudem ist es gehegt und gepflegt, sieht blendend aus und ist bewohnt. Vergleichbare, wenngleich viel jüngere Kotten sind im Ort nach ihrer Renovierung unter Denkmalschutz gestellt worden. Das kommt mir komisch vor, ein Haus hat zudem das Glück, z.B. nicht unmittelbar im neu geplanten Industriegebiet zu stehen. Der Kotten, um den es geht, tangiert das neue Indutriegebiet auch nur am Rande, aber es steht halt drin ...
Ich werde mich bei Wikipedia umschauen und nachlesen. Danke für den Hinweis.
Grosse Leidenschaft für kleine Kotten
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| 19.01.10

zu 134483


Nein, das Haus verfällt in der Tat nicht, wurde wirklich liebevoll restauriert, renoviert und bewohnt.
Grosse Leidenschaft für kleine Kotten
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| 19.01.10

Wenn man


das Gebäude weder von außen noch von innen jemals gesehen hat,auch seine Geschichte und die bisherigen baulichen Veränderungen nicht kennt,dann tut man sich fürchterlich schwer bei der Frage,ob dieses Gebäude als Baudenkmal und schützenswertes Kulturgut bezeichnet werden kann.Dies wäre das erste Problem.Sträubt sich der Eigentümer gegen den Denkmalschutz,entsteht ein weiteres Problem.Das dritte Problem liegt in der Gefahr,dass ein geschütztes Gebäude der gewünschten Industrieansiedlung im Wege stehen könnte.Das würde man nicht sagen.In der Praxis würde jedoch der Denkmalschützer einen Konflikt mit seinen für die Wirtschaftsförderung zuständigen Kollegen vermeiden.
Früher war alles besser
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| 20.01.10

zu 134636


Hallo, ja, das Haus kenne ich von aussen (früher und heute) und von innen (früher, wohnte dort selbst einmal). Das Haus ist von 1783 und damit sicher eins der ältesten, intakten, schmucken und bewohnten Gebäude im Ort. Man kann doch solch ein historisches Gebäude mit Geschichte nicht einfach unwideruflich platt machen nur für so'n blödes Industriegebiet?
"In der Praxis würde jedoch der Denkmalschützer einen Konflikt mit seinen für die Wirtschaftsförderung zuständigen Kollegen vermeiden." Das fände ich vom Denkmalschützer wirklich keine grosse Leistung.
Grosse Leidenschaft für kleine Kotten
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| 20.01.10

Wie gesagt...


...Foto wäre gut ;-)

Es soll sogar Gemeinden geben, da ist der Bürgermeister im Wirtschafts- und Denkmalsausschutz (am Ende noch im Vorsitz).

(Interessenskonflikte, die im Regelfall gegen ein mögliches (es ist ja keines) Denkmal ausfallen, wären da durchaus möglich).


anonymus | 20.01.10

zu 134647


Hier ein Bild (wie kann ich denn mehrere hier einfügen?). Aber auch das eine zeigt doch ein sehr gepflegtes Haus. Wenn der Besitzer und Nochbewohner davon Wind bekommt, habe ich mir meinen Kaufwunsch sicher verscherzt ... Wenn Wirtschaft und Denkmalamt in einer Hand liegen (hier wohl nicht), das ist schon sehr fragwürdig ...
Grosse Leidenschaft für kleine Kotten
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| 20.01.10

Ich kann da nur...


...aus dem hessischen zietieren:

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1. Was ist ein Kulturdenkmal?

Das hessische Denkmalschutzgesetz nennt in §2 Kulturdenkmäler „Sachen, Sachteile und Sachgesamtheiten, an deren Erhaltung aus künstlerischen, wissenschaftlichen, technischen,geschichtlichen oder städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht."
Diese Denkmäler hat das Landesamt für Denkmalpflege nach landeseinheitlichen Maßstäben zu erfassen und zu dokumentieren.
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Es ist ein schönes Haus (abgesehen von den Fenstern).

Aber je nach dem wo es steht, gelten auch dort sicher ähnliche Ansätze die erfüllt sein müssten, damit es ein Denkmal würde.

Gibt es solche?

Nachtrag: Hab gerade gesehen, dass es wohl in NRW steht.
Klingt ähnlich:

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§ 2 Begriffsbestimmungen
(1) Denkmäler sind Sachen, Mehrheiten von Sachen und Teile von Sachen, an deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht. Ein öffentliches Interesse besteht, wenn die Sachen bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen oder für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse sind und für die Erhaltung und Nutzung künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen. Die Vorschriften des Landschaftsgesetz es bleiben unberührt.

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anonymus | 20.01.10

zu 134654


Der Gesetzestext liesse sich doch auf das Haus anwenden?

Was ist mit den Fenstern? Dachfenster oder Spossenfenster? Sind Sprossenfenster in einem Fachwerkhaus untypisch?
Grosse Leidenschaft für kleine Kotten
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| 20.01.10


Nein, untypisch nicht.
Aus der Ferne sehen die für mich jedoch aus wie Kunstofffenster mit aufgeklebten Sprossen.


anonymus | 21.01.10

Nun ja,


ein hübsches Häuschen,aber nach dem optischen Eindruck wohl kaum ein Baudenkmal.
Früher war alles besser
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| 21.01.10

Denkmalschutz


Hallo,
@hussel44: der optische Eindruck ist erst einmal absolut irrelevant. Die Gründe für eine vermutete Denkmaleigenschaft sind im Gesetz abschließend aufgezählt (DSchG NW).
Bitte runterladen von den Seiten des innenministers oder der Architektenkammer www.aknw.de !

@Fachwerk.Kotten: Sie haben verschiedene politische Möglichkeiten:
1. Wenden Sie sich an eine Ihnen genehme politische Partei, die sich den Erhalt des Hauses zum Anliegen machen könnte. Sollten Sie dort auf taube Ohren stoßen, wechseln Sie !
2. Schreiben Sie eine Bürgereingabe nach § 24 GO an den Stadtrat. Der muß sich damit beschäftigen. Verlangen Sie darin unbedingt das fachliche Gutachten der Denkmalbehörde.
3. Lassen Sie sich dabei beraten, z.B. von der IG Bauernhaus oder einem Verein für Denkmalpflege.

Viel Glück !
Neue Nutzungen für alte Gebäude
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Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 21.01.10

Denkmal


Hallo,
In welchem Stadium ist denn der Bebauungsplan?
Wenn die öffentliche Auslegung schon stattgefunden hat, sind auch die Träger öffentlicher Belange (TÖB`s) zur Stellungnahme aufgefordert worden.
Dazu gehört mit Sicherheit das Landesamt für Denkmalpflege.
Lassen Sie sich diese Stellungnahme mal zeigen.

Ansonsten kann der Eigentümer eines Hauses einen Antrag stellen und die Denkmaleigenschaften per Einzelgutachten prüfen lassen.

viele Grüße
Denkmäler schützen heißt nicht Genuß suchen,sondern Pietät üben (Georg Dehio)
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Architekturbüro | | 21.01.10

zu 134741 & 134741


Vielen Dank für die wertvollen Tips. Sollte ich das Glück haben und das Haus Kaufen können, werde ich sicher etwas unternehmen in dieser Richtung. Zu der Bausphase wird nun eine Regionalplanänderung eingeleitet und es wird noch Verhandlungen und Informationsveranstaltungen geben, aber ich denke, das gröbste ist beschlossene Sache.
Grosse Leidenschaft für kleine Kotten
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| 21.01.10

Interessantes Geschäftsmodell.


Das werden Dir die Anwälte der gegnerischen Seite sagen, wenn Du das Ding kurz vor Ladenschluß kaufst.

Gruß...J.
Hauptsache alles ist schön
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| 21.01.10

Kaufen?


... na, ich weiß nicht. Bei der Planung eines Industriegebietes würde ich mir das überlegen. Selbst wenn eine Unterschutzstellung gelänge die einen Abriss verhindern würde, hättest Du allenfalls nette "Nachbarn" und eine "schöne" Aussicht aus deinen Fenstern.

Willst du dir das antun??

(schöne Karte übrigens ;-) )

Grüße
Martin


anonymus | 21.01.10

zu 134777


Ich mag ja etwas naiv sein ... aber ich verstehe den Beitrag jetzt nicht ganz. Das Haus wird, wenn überhaupt, vom jetztigen Besitzer und Bewohner verkauft. So, wie es auf dem Plan aussieht, muss das Haus nicht zwingend entwohnt werden. Es liegt "im grünen Bereich".
Grosse Leidenschaft für kleine Kotten
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| 21.01.10

Ich wäre mit solchen....


...Planungen (Industrieansiedlung) einfach vorsichtig.

Dabei geht es um Arbeitsplätze!! Ein Argument, welches andere erwähnenswerte Aspekte (wertvolle Böden, Denkmalschutz, Landschaftsverbrauch) deutlich in den Hintergrund drängen kann. Die Politiker (und seien es Kommunale) sind beim Begriff "Arbeitsplätze" jenseits von Gut und Böse.

Ich will niemandem etwas unterstellen, aber das sind meine Erfahrungen.

Im Gegensatz zu Arbeitsplätzen (möglicherweise noch im strukturschwachen Raum) sind o.g. Aspekte "Peanuts".
Glaub es mir.

Deshalb mein Beitrag.

Der Hinweis auf die schöne Karte erfolgte einfach daraufhin, dass man ohne Erläuterung der selben nichts damit anfangen kann.


anonymus | 21.01.10

zu 134782


Hi Martin, der unverstandene Beitrag galt dem Schreiber vor Dir ... ;-)) (134777).
Wie kann ich die Karte am besten erläutern? Die sonnengelbe Starsse soll die Autobahn werden (am unteren Rand), die hellgelbe soll die neue Entlastungsstrasse sein, blau wird ein Zubringer ins Industrie- bzw. Gewerbegebiet, pink ein Bahnzubringer. Das Wunschhaus steht im "grünen Bereich", am weitesten von allem "Bösen" entfernt. Ich las, dass mit der Bebauung der Industrie- oder Gewerbeanlagen (erst) nur unmittelbar in Autobahnnähe begonnen wird. Die Politiker sind sich nicht mal einig, was denn da überhaupt entstehen soll. Einer redet vom Industriegebiet, der andere vom Gewerbegebiet (weit weniger agressiv). Niemand gibt auf diese simple Frage eine klare Antwort.
Grosse Leidenschaft für kleine Kotten
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| 21.01.10

Und mein Beitrag zielte darauf,


daß Du in Deiner Frage von allerlei Fadenscheinigkeiten berichtet hast...und dann:"neues Industriegebiet, in dem der Kotten einfach im Wege steht"...also Zwangsabriss

Die Karte ist der Brüller, steht das Haus in der Pfeilspitze?

Gruß...J.
Hauptsache alles ist schön
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| 21.01.10

zu 134786


Hallo Jürgen, nein das Haus steht nicht an der Pfeilspitze, sondern im oberen grünen Bereich, gleich unter der roten Siedlungsbebauung. Genau am Rand des vorgesehenen Gebietes. Die Karte ist nicht mein Entwurf, sie wurde so von den entsprechenden Ämtern vorgestellt. Und eben: Entwohnen und Zwangsabriss sind wohl nicht im Gespräch. Aber man weiss ja nicht, wie Politiker so denken und was denen noch so alles einfällt. Darum fragte ich ursprünglich, wie das mit einer Unterschutzstellung eines so alten Hauses aussehen könnte, um eben einem möglichen Abriss vorzubeugen, falls die das Gebiet mal ausweiten wollen.
Grosse Leidenschaft für kleine Kotten
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 22.01.10

Hört sich so an,


als wüsstest du noch nicht so recht, ob du dich berufen fühlen sollst diesen Kotten, in dem du deine Kindheit verbracht hast, zu retten.....

Bei dem vielen möchte, hätte, könnte und vielleicht bleibt es erstmal ein unausgegorener Traum......

Verkaufen die Besitzer an dich, in welcher Planungsphase ist das drumrum, welche Gelder wurden bereits bewilligt, welche Investoren haben verbindlich zugesagt...das wären Fakten, die dich weiterbringen.

Und das garantiert dir auch nicht, ob nicht in 12 Jahren wieder mehr Geld da ist und der ganze Mist doch noch durchgezogen wird......und du über Schallschutzfenster nachdenkst.

Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
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| 22.01.10

Als Siedlungsgebiet


wird die in der Karte rot markierte Fläche bezeichnet.Gemeint ist offenbar eine Wohnbebauung.Eine Industrieansiedlung unmittelbar angrenzend an eine Wohnbebauung ist nicht zulässig.Es müssen Schutzzonen bzw.Wald- und Grünflächen als Pufferzonen dazwischenliegen.Die werden in der Karte vermutlich durch die grün markierten Flächen dargestellt.Dann wäre die Welt in Ordnung.
Früher war alles besser
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| 22.01.10

Gewerbegebiet?


Hallo,
Wenn sich die Stadtverordneten nicht einmal einig sind,ob es eine Gewerbegebiet oder ein Industriegebiet werden soll, dann ist davonauszugehen ,dass noch kein Aufstellungsbeschluss
gemacht wurde.Im Aufstellungsbeschluss muss der Gebietscharakter festgelegt werden.

Wenn es eins von beiden werden sollte,ist "Wohnen" nur ausnahmsweise zulässig.(Siehe BaunutzungsVO)

Auch dann, wenn der Kotten im nichtüberbaubaren "grünen Bereich "liegt, ist hier immer noch GE/GI-Bereich.

Fragen Sie doch mal beim Bürgermeister nach.

Viele Grüße

PS wenn es wirklich so sein sollte, das der Kotten "überplant" werden sollte,wird ja ein Planungsschaden verursacht. Wenn ich Eigentümer wäre, würde ich die Vewaltungsgerichte damit beschäftigen.
Denkmäler schützen heißt nicht Genuß suchen,sondern Pietät üben (Georg Dehio)
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Architekturbüro | | 22.01.10

Es müßte doch bekannt sein,


was Gegenstand der Bauleitplanung ist.Das Vorhaben wurde schließlich schon öffentlich vorgestellt.Darüber hat sicherlich auch die Presse berichtet.Ein Untergang des Kottens muß m.E. auch gar nicht befürchtet werden.Die Nutzung zu Wohnzwecken ist auch nach Überplanung weiterhin erlaubt.Die Lage am Rande des grünen Bereichs hat sogar den Vorteil,dass in unmittelbarer Nähe nichts neues gebaut werden darf.Wozu also Denkmalschutz gegen den Willen des jetzigen Eigentümers ? Bis jetzt ist auch nicht dargelegt,weshalb die Beurteilung des Denkmalschützers falsch wäre.
Früher war alles besser
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| 22.01.10

zu 134841


Gewerbegebiet - Industriegebiet. Es ist von keiner Stelle irgendetwas konkretes herauszubekommen. Mal liest man von Industrie-, mal von Gewerbegebiet. Sogar das Stadtoberhaupt spricht in einem Interwiev nur von Gewerbegebiet. Ich habe die Bürgermeisterin angeschrieben und drei ganz einfache, konkrete Fragen gestellt. U.a. eben diese, um was es sich denn genau bei dem geplanten für ein Gebiet handeln wird. Poitiker scheinen verlernt zu haben, auf einfache Fragen einfach zu antworten.
"Sie haben in Ihrer Mail viele Fragen (...) vorgenommen, die sich rund um das Thema Gewerbegebiet/Entlastungsstraße bewegen. Die Materie ist so vielschichtig und differenziert, dass ich diese nicht in einem Antwortschreiben an Sie verfassen kann. (...)" Diese Antwort kam in der Tat von der Bürgermeisterin. Sie scheint mit drei direkten Fragen sehr überfordert gewesen. Was das Denkmalamt auf meine Anregungen schrieb, hatte ich ja zu Beginn mitgeteilt.
Die Verwaltungegerichte beschäftigen: Der jetztige Eigentümer ist um die 70 Jahre alt. Er wird sich sicher nicht mehr kümmern, er möchte weg, ich möchte hin. Und ich würde sicher versuchen, alles auszuschöfen, damit das Haus stehen und bewohnbar bleiben kann. Warum sonst hänge ich mich in die Sache so rein?
Grosse Leidenschaft für kleine Kotten
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| 22.01.10

Na, wenn die Chefin nix taugt,


versuchs doch mal beim Bodenpersonal, als erstes beim Bauamt. Du hast als potenzieller Nachbesitzer ja ein berechtigtes Interesse. Am besten gehst du persönlich hin, dann wirst du nicht so schnell abgewimmelt und siehst bei welchen Fragen die Blicke zu Boden gehen.....

Gibt es denn einen Gemeinderatsbeschluss das Gelände zu erschliessen o.ä.?

Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
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| 22.01.10

Das Risiko,


schon bekannte Argumente nur zu wiederholen,will ich jetzt einmal eingehen.
Die Planung befindet sich offensichtlich noch im Anfangsstadium.Bevor diese Planung ausgereift ist und ein rechtskräftiger Bebauungsplan in der Welt ist,wird es noch lange dauern.Ob Industriegebiet oder Gewerbegebiet entstehen soll - möglicherweise beide in getrennten Teilflächen,was den keilförmigen Verlauf der Grünzonen erklären würde- ist letztlich nicht so wichtig.Solange sich der Kotten im grünen Bereich befindet, an der Grenze zum rot markierten und außerhalb des Plangebietes liegenden Siedlungsbereich,muß man um den Fortbestand des Gebäudes nicht fürchten.Der Bestandsschutz für derart alte Gebäude wird in keiner Weise durch eine Überplanung berührt.Auch die bisherige Nutzung zu Wohnzwecken bleibt nach wie vor möglich.Die weitere Entwicklung der Planung muß natürlich verfolgt werden.Die grüne Schutzzone darf nicht zusammenschrumpfen.Sie muß im Bebauungsplan ausgewiesen sein;gegen Änderungen mit dem Ziel einer Schrumpfung der Schutzzone kann man sich wehren.Nach allen bisherigen Informationen sehe ich keine Probleme.Der gewünschte Denkmalschutz dürfte schon eher problematisch sein.Wenn der jetzige Eigentümer vom Denkmalschutz nichts wissen will und sich einer behördlichen Bevormundung entziehen will,dann ist das nur sein gutes Recht.Ob die Beurteilung des Denkmalschützers fehlerhaft ist,kann ich nicht nachvollziehen.Auf dem Foto sehe ich nur ein gepflegtes und modernisiertes Fachwerkaus.Moderne Fenster mit glatten Isolierglasscheiben und dazwischen eingelegten Sprossen;
Dachboden offenbar ausgebaut,deshalb auch moderne Fenster
in der Dacheindeckung.Solche Fachwerkhäuser,die nach Modernisierung und Renovierung eine durchaus angenehme Wohnqualität bieten,sind keine Baudenkmäler.Dazu wird schon mehr verlangt.Die gesetzlichen Regelungen für Hessen und NRW wurden auch schon zitiert.Ob der in Rede stehende Kotten den Voraussetzungen entspricht,erscheint mir doch sehr fraglich.Aber bitte,wenn doch Kaufinteresse besteht und der Eigentümer auch Verkaufen will,dann kann die Gelegenheit auch genutzt werden.
sind
Früher war alles besser
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 22.01.10

zu 134862


Hallo, Ihnen und auch an alle anderen meinen herzlichen Dank. Mittlerweile bin ich tatsächlich viel zuversichtlicher geworden. Schon nach Einsicht dieses Plans hatte ich alles nicht mehr ganz so schwarz gesehen, wegen der Grünzone. Noch Äcker, vielleicht wird sogar bewaldet? Befürchtungen hatte ich eben, da sich das Haus nun gerade noch innerhalb des ganzen Gebietes befindet. Da wollte ich eben mal fragen, ob eine Unterschutzstellung möglich ist und einem Abriss abwenden könnte. Nun bin ich gespannt auf das erste Gespräch Mitte Feb. Der Besitzer hatte in seinem Schreiben an mich erwähnt, dass er Gedanken hat, wie lange er das Haus noch nutzen will und im Dorf wird gemunkelt, er wolle weg. Für mich doch gute Voraussetzungen ... Es werden sicher noch viele Jahre ins Land gehen, bis alles in der Umgebung so aussehen wird, wie sich die Behörden das vorstellen ... Gutachter halten das geplante Gebiet eh für viel zu gross in dieser Gegend. Da eine Industrie- bzw. Gewerbeansiedlung in erster Linie in Autobahnnähe (sonnengelbe Trasse am unteren Bildrand) gewünscht wird, sollte doch der Klüngel weit genug entfernt sein vom Kotten.
Grosse Leidenschaft für kleine Kotten
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 23.01.10


Recherchiere mal, ob das Gebäude nicht heimatgeschichtliche Bedeutung hat. Unabhängig von seinem Alter kann das ein Grund sein, daß es schützenswürdig ist! Viel Glück!


Caro | 23.01.10

Obere / Untere Denkmalbehörde


Hallo,
bei uns in BaWü ist es so das alles von der höheren Denkmalbehörde genehmigt werden muss.
Wende dich doch einfach mal an zuständige Obere Denkmalbehörde. Evtl sehen die das Haus als schutzwürdiger wie die untere Denkmalbehörde. Und schwups ist Denkmalschutz drauf.
Si vis pacem, para bellum.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.01.10

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