alter Dielenboden, es zieht!

Hallo, ich bin neu und hoffe, dass es hier jemanden gibt, der mir weiterhelfen kann.
Also zuerst einmal habe ich (wir :-) ) ein Haus aus dem Jahr 1952. Wir haben das Haus 1 Jahr lang renoviert. Inkl. Dachdämmung und Fassadendämmung, neue Fenster....
Im ersten Stock haben wir unter dem Teppich dicken Pressspan gefunden und darunter einen alten Dielenboden (ohne Nut und Feder). Diesen haben wir komplett freigelegt, abgeschliffen und die Späne mit einer Paste (?, keine Ahnung was es war, ist schon ne Weile her, hat uns ein Schreiner empfohlen) vermischt und in die Fugen gestrichen.
Dies bröckelt nun mit der Zeit heraus (weil das Holz arbeitet)

So, und nun hab ich folgendes Problem:
Zwei Zimmer sind die Kinderzimmer und es zieht an der Außenwand in den Dielenzwischenräumen bzw. unter der Sockelleiste und an der 1. Fuge nach der 1. Diele. Aber nicht auf die gesamte Länge. Gerade jetzt bei starken Minusgraden fällt es auf und stört mich sehr, da es ja die Kinderzimmer sind. Wie kann das denn sein, da doch das Dach (die Außenwand im Kinderzimmer ist eine Schräge) und die Fassade gedämmt sind. Was kann ich nun tun? Neuen Kitt einstreichen? Teppich darüber legen?
Gibt es eine gute Alternative zum Rausreißen und neu machen? Das wäre momentan der absolute Horror. Wir hatten in den letzten Jahren (trotz 1 Jahr renovieren) immer wieder unsere Baustellen und Projekte und den Dreck will und kann ich mir momentan nicht antun.

Herzlichen Dank für alle Antworten
Monika

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 09.01.17

Stopfhanf


Ich habe bei mir auch so einen Dielenboden über dem Keller. Ich hatte hinter der Fußbodenleiste 0,5 bis 2 cm Spalt aus dem eiskalte Luft kam. Ich habe kräftig Stopfhanf reingedrückt. Jetzt auch ohne Fußbodenleiste ist es bedeutend besser geworden.
Fußbodenleiste sollte dazu natürlich entfernt und neu befestigt werden.
Ein Fachwerkhaus ist romantisch und hat große Vorteile. Die Raumaufteilung ist nicht vernünftig
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| 09.01.17

Luftdicht


Das ist ein Zeichen das die Gebäudehülle nicht dicht ist, so kann kalte Luft eindringen. Das mag unangenehm sein und Heizenergie kosten, problematischer ist die andere Seite: Wo kalte Luft eindringt muss irgendwo auch warme und damit feuchtere Luft nach außen gelangen. Das mag zwar gut für die Luftwechselrate sein, kann aber zum Ausfall von Kondensat innerhalb eines Bauteiles an kälteren Schichten führen.
Potentielle Bereiche für Undichtigkkeiten sind Fügungen zwischen verschiedenen Bauteilen, hier der Traufbereich und die Fenster/Haustür.
Bei Sichtfachwerk kommen noch die Deckenfelder an den Traufseiten dazu.
Bei ausgebauten Dachgeschossen sind typische Schwachstellen die Nähte und Anschlüsse der Dampfsperren bzw.-bremsen.
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 09.01.17

Zugluft im Boden beseitigen


Hast du ein Massivhaus oder eins aus Fachwerk?
Wie ist die Decke aufgebaut?
Wie habt ihr den Dachbereich zur Schwelle bzw Übergang zur Decke abgedichtet?
Möglicherweise befinden sich hier die Undichtigkeiten.
Sofern sich die unter den Fußleisten befinden kann Komriband untergelegt werden, Hanf funktioniert auch zwischen Fußbodenbrettern und Wand.

Die üblichen Fugenmassen auf Acrylbasis funktionieren nur bei schmalen Fugen, die nicht zu sehr arbeiten dürfen.

Besser sind solche aus dem Bootsbau wie Sikaflex oä- in Bootsbauforen gibt's Diskussionen darüber.
Voraussetzung ist immer, dass die Brettflanken gut von Staub und Wachsresten gesäubert wurden, was mühselig ist.

Ansonsten notfalls Nägel nach unten durchschlagen, wenn ansonsten die Bretter beim Hochheben beschädigt werden, bestehendes Füllmaterial erhöht auffüllen mit Zellulose, Hanfmatten oä, ggf Winddichtung unterlegen und Bretter dicht zusammengeschoben befestigen.
Anschließend Löcher mit Kitt oder Wachs verschließen.
Außenwände und Dachanschlüsse müssen luftdicht sein, damit Konvektion und dadurch verursachte Kondensation verhindert wird.

Andreas Teich

Zugluft im Boden beseitigen


Ich denke auch, dass die Thermische Hülle undicht ist, daher sollte die Frage hier wie folgt lauten

Welche Bauart, Massivbauweise oder Leichtbau?
Welche Dämmung wurden als Aussendämmung verwendet?
Welche Verarbeitungsweise wurde gewählt.

Ich vermute Sie wollen eine vernünftige und sinnvolle Lösung des Problems haben, aber deshalb kann es sein, dass Ihnen der Horror nicht erspart bleibt.
Solange die Ursache nicht geklärt ist, sind alle halbherzigen Vorschläge sinnlos und sind, wie Herr Konrad Fischer immer pflegt zu sagt, basteln auf Zuruf.

Also: Ursache finden ausmerzen und von Basteleien Abstand nehmen.

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ST-Service & Trade UG | | 09.01.17

Danke


Hallo und vielen Dank für die schnellen und guten Antworten.
Wir werden jetzt mal in uns gehen uns schaun was wir machen.
Auf jeden Fall werden wir mal Ziegel anheben von außen und schaun, ob wir irgendwo eine Undichtigkeit entdecken können.

Das Haus ist übrigens Massivbauweise.

Liebe Grüße
Monika

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| 14.01.17

Undichtigkeiten


Fangen Sie innen mit den Räumen an; schauen Sie nach Rissen am Übergang zur Decke, zu den Innenwänden, den Fensterlaibungen, unter den Fensterbrettern. Schwarz verfärbte Rissflanken deuten auf Zugerscheinungen.
Wenn es windig ist können Sie mit einem Rauchdetektor (Zigarette, Räucherstäbchen...) Undichtigkeiten in den Räumen lokalisieren. Vorher Türen zu und Heizkörper abdrehen. Prüfen Sie auch Steckdosen, Verkofferungen, Bedienklappen für Toilettenspülungen...
In Dämmschichten deuten schwarze Staubablagerungen auf Durchströmung.
Die sicherste Methode ist ein blower-door-Test.
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 14.01.17

Sie sollten...


einen Fachmann hinzuziehen, das Schadenspotential hat Georg beschrieben. Neben einem Blowerdoor-Test liefert vielleicht auch eine Wärmebildkamera Hinweise. Ein Fachmann findet Schwachstellen vermutlich mit eher moderatem Aufwand.

Kitt jedenfalls bringt Ihnen hier ebensowenig wie eine Schmerztablette bei einem Knochenbruch.

Viel Erfolg

Thomas
Holz schwimmt immer oben
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Restauratio GmbH | | 15.01.17

Dielenboden-Bilder aus der Bilddatenbank: