Zwischendecke optimieren

27.01.2018 Skrei


Zwischendecke optimieren

Hallo,

ich würde gern mal eure Meinungen zur Optimierung einer Balkendecke hören, bzw. lesen. Habe heute die OSB Platten entfernt und ne dünne Schicht Mineralwolle, neben den üblichen Mäuse- und Rattenüberbleibseln.
Drei Balken scheinen noch original zu sein, sie sind schwarz gefärbt und zwei davon sind unten profiliert.
Der mittlere liegt einfach locker auf den Mauern und die kurzen Querbalken liegen auch lose, mit Holzzuschnitten unterfüttert, auf den Balken.
Bin zwar auf diesem Gebiet Laie, aber für mich ist das nichts halbes und nichts ganzes und ich würde das ganze gern anständig aufbauen, zumal die untere Schalung diagonal abfällt und ich im Erdgeschoß somit eine schiefe Decke habe.

Welche Möglichkeiten seht ihr hier? Mir schwebt ja eine Lösung vor, bei der die zwei profilierten originalen Balken sichtbar sind. Auch ein paar Zentimeter mehr nach oben und unten wären ne gute Option. Maße zu nehmen hab ich heut leider vergessen, kann ich aber morgen tun.
Welche sonstigen Infos sind von Nöten?

Gruß, Steven





Noch ein Bild.



Fragen...



Die Axt im Haus erspart den Zimmermann...

- Was ist das Mauerwerk ? Bruchstein ? Aussenwand ?

- Laufen die Balken in anschliessende Räume durch ?

- Länge der Balken ?

- Denkmalpflegerische Ansprüche ?

- Sind es verschiedene Wohnungen, oder alles die gleiche Nutzungseinheit ?

- Besondere Ansprüche an Trittschall ?

Für mich würde es auf einen vollständigen Neuaufbau der Decke herauslaufen. Die sichtbaren Balken würde ich mir verkneifen, das gibt nichts ganzes und nichts halbes.



Ein Motto



das offensichtlich die Vorbesitzer gelebt haben.

Die Außenwand ist bis auf diese Höhe Bruchstein 50cm. Nach oben gehts mit Ziegeln weiter.

Balken laufen nicht in angrenzende Räume durch, liegen aber am anderen Ende auf einem tragenden Querbalken, darüber Ziegelmauer.

Länge der Balken ca. 4m-4,50m, kann ich aber nochmal genau messen.

Keine denkmalpflegerischen Ansprüche.

Alles gleiche Nutzungseinheit.

Keine besonderen Ansprüche an den Trittschall.

Der Balken ganz rechts auf dem Bild ist tragend und kann nicht verändert werden.

Gruß, Steven



Balkendecke



Die dunklen Balken scheinen mal früher sichtbar gewesen zu sein, entweder war die Decke anders aufgebaut oder sie sind aus einem Abriß genommen und dort neu verbaut worden. Was bedeutet, der Balken ist tragend? Ist in den "tragenden Balken" um Geschoß drunter ein Fachwerk eingezapft?



Sinnvoller Neuaufbau



Im Geschoß drunter wurde irgendwann eine Wand eingezogen, der große Balken rechts liegt darauf und auf dem Balken ist wieder eine Wand.

Ich tendiere auch zum Neuaufbau, weiß aber noch nicht so recht wie ichs anfange.
Der Raum ist ca. 4,30 3,30m, die Balken liegen in 4,30m Richtung.
An der Außenwand hätte ich ein Auflager von ca. 15cm.
Die zwei schwarzen Balken sind ca. 26x18cm und etwas krumm, sowie etwas wurmstichig.
Von UK Balken bis OK dieser "Konstruktion" sind es zwischen 30 und 33cm. Da dürfte ja genug Spielraum sein.
Die zwei alten Balken scheinen doch mit ins Nachbarzimmer zu gehen, zumindest bei einem konnte ich soweit drunter schauen. Jedoch lag das Stück was ich sah im freien Raum, war also ohne Funktion.

Wie könnte ich nun am einfachsten eine neue Decke aufbauen? Die entnommene OSB-Deckung würde ich wieder drauflegen wollen.

Gruß, Steven



Es ist ja um die Ecke...



...um es einmal vor Ort begutachten zu können.
Es wird immer mehrere Lösungen geben, die sich aber am Detail orientieren und erarbeitet werden müssen.
Eine Internetlösung hat immer noch weitere Fragen!

Wir können gern mal telefonieren.

FG Udo



Balkengröße



Hallo,

danke Udo, bei Gegebenheit komme ich gern darauf zurück, vorerst komm ich aber erstmal klar.
Ich hab mir jetzt mal ein paar Gedanken über den Neuaufbau gemacht und mich für eine sichtbare Balkendecke entschieden.
Der Aufbau wird so aussehen:

KVH
Schalung
Dämmstreifen auf Höhe KVH
Lagerhölzer
Rieselschutz
Schüttung Liapor
22er OSB

An die zwei äußeren vorhandenen Balken würde ich Bohlen anbringen, um eine passende Auflage zu schaffen.
Von unten würde ich dann noch zwischen den Balken mit Gipskarton verkleiden.
Wenn ich höhentechnisch nicht ganz hinkomme, bzw. es optisch nicht passt,setz ich die Schalung nicht oben auf die Balken sondern dazwischen.

Ein paar Fragen hätte ich dennoch:
Wie stark sollte die Liapor-Schicht mindestens sein?
Welche Abmessungen sollten die Lagerhölzer haben?
Rieselschutz --> Unterspannbahn?
KVH Balken möchte ich drei Stück einbringen. Bei der Dimension bin ich noch am überlegen. Bei einer angenommenen Deckenlast von 500Kg/qm komme ich bei 20/14 raus. Bei 350Kg lande ich bei 18/12. Die schlankere Variante würde mir deutlich besser gefallen. Mit welchen Belastungen wird da üblicherweise gerechnet?
Und spricht sonst etwas gegen den geplanten Aufbau???

Gruß, Steven



Balkendimensionierung



Bei angenommenen 100 kg/m² Eigengewicht der Konstruktion und 200 Kg/m² Verkehrslast genügen bei 50 cm Achsabstand 8/20 KVH-Balken. Das ist schon sehr großzügig gerechnet und könnte reduziert werden.

Wenns nicht zu kompliziert ist würde ich alle Balken erneuern-
dann ist das Ausrichtien viel einfacher und es sieht gleich aus.

In Querrichtung verlegt könnte noch geringer dimensioniert werden.

Wenn keine Trittschalldämmung benötigt wird kannst du ohnehin alles offen lassen.

Zur Schalldämmung ist ansonsten feinkörniger Sand auf Rieselschutz am besten.

Leichte Schüttungen verbessern nur die Wärmedämmung,
die hier aber nicht gefordert ist.

Statt OSB besser Nut und Feder Dielen verwenden.

Andreas Teich



Blindboden aufwärts...


Fußbodentemperierung in Lehm für Holzböden in Bädern (1)

...betrachtet, die kurze Aufbauanleitung:
- Rieselschutzvlies einbauen und vollflächig überlappend über die Balken mit führen
- dann eine Kombination aus Masse und Dämmstoff (die Masse sollte sorptionsfähig sein, also Lehm ist da sehr sinnvoll und dazu dann einen Mattendämmstoff oder unterblsen mit Holzfaser oder Zellulose)
- nunmehr einen Rauspund und keine OSB (OSB ist als dampfdicht zu betrachten und schwitzt bei ungüstigen temperaturgefällen an der Unterseite!)
- die Hölzen in den Mauerwerksbereichen mit Kokosfaserstreifenstücken ummanteln und dann massiv einmauern

Was soll als Endnutzschicht folgen?
Und als was wird das Zimmer nachher genutzt?

Die Unterseite als sichtbare Holzbalkendeckenfelder bitte nicht mit GK verkleiden.
Wenn schon so, dann zumindest mit Fermacell oder es geht auch eine Lehmbauplatte.
Diese dann mit einem Lehmfeinputz endfertig stellen und nur noch streichen.
Vorher aber bitte sämtliche Holzbauteile gut Ölen und somit pflegeleicht schützen auf Dauer.



Bodenaufbau



Herr Teich, Balken in 8/20 sind mit meinem ästhetischem Empfinden nicht vereinbar. Ich denke es wird 12/16 werden. Bei einem Achsabstand von ca. 80 sollte das ausreichend sein. In Querrichtung Verlegen funktioniert wegen der fehlenden Auflager nicht, bzw. müssten die umständlich geschaffen werden. Die äußeren Balken lassen sich nicht ohne weiteres wechseln, das muss also so bleiben.

Udo, den Vorschlag mit dem Fermacell und dem Feinputz finde ich super, werde ich so umsetzen.
Bei der Schüttung werde ich wohl bei Liapor bleiben, aus drei Gründen: Es nimmt eventuell entstehende Feuchtigkeit auf, hat eine gewisse Masse und ist am kostengünstigsten. Bei der Schütthöhe überlege ich noch, aber ich denke mit ca. 12 cm bin ich ganz gut dabei.
Hölzer werden natürlich eingemauert, da gibt's kein überlegen.
Endnutzschicht gibt's noch keine Festlegung und der Raum wird wohl Teil des Wohnzimmers, oder mal Schlafzimmer. Da gibt's noch keine endgültige Festlegung.
Die Variante mit der OSB-Deckung ist vorerst nur dem Vorhandensein der Platten geschuldet. Hab da so meine Vorgaben aus dem Finanzministerium.
Mir geht's erst mal nur darum, die Decke soweit zu erstellen, dass ich im Raum darunter weiter kann. Über die Deckung mach ich mir dann später Gedanken, zumal ja noch die eventuelle Verbindung mit dem Nachbarzimmer im Raum steht.

Gruß, Steven



Finanzministerium?



Was hat das denn da als Vorgaben für Sie parat?
Völlig unverständlich, dass die ihnen sagen, was sie tun müssen!!
Mittlerweile bewegen wir uns ja auf dem Parkett, dass Bauämter, Behörden, Fördergeldstellen uä. gezielt Bauschäden finanzieren, durch ihre wahnwitzigen Gesetzesvorgaben in vorgeschriebenen zeitfenstern Arbeiten ausführen zu lassen uder zu tätigen, die der Bauphysik völlig konträr entgegenstehen und bereits nach kürzester Zeit Schäden aufkommen lassen und aufzeigen.
Wer kommt dann dafür auf?
Jedenfalls keine Behörde, keine Institution, kein Architekt.

Das ist das, was unseer Bautätigkeit und Wirtschaft zerstört und kaputt macht.
Im Sanierungsbereich der Denkmalspflege ähnlich!
Bauschäden bzw. Baufehler die über Jahrhunderte bereits als solche definiert und auch in einschlägigen Fachbüchern zu dieser Thematik Denkmalpflege publiziert sind, werden weiterhin durchgesetzt und knallhart als Machbarkeiten den Bauherren und Handwerkern vorgesetzt.
Wenn nicht befolgt, drohen harte und drastische Strafen!!
Also auch wenn OSB vorhanden ist, würde ich auf eine Verzichtung dessen plädieren wollen!



Sorry...



Da hätte ich wohl nen Smiley anfügen sollen. Mein Finanzministerium nennt sich auch Frau. ;-)

Gruß, Steven



Ich dachte es mir schon!



....aber auch da kann man gut und sinnvoll argumentieren und Dinge dann auch plausibel machen.



OSB



Verlegeplatten mit Nut und Feder ? 22 mm fände ich etwas knapp.

Die Platten kann man sonst auch für den Einschub (unter der Schüttung) verwenden. Werden also nicht verkommen.



Verkommen tut nix



Wenns nur nach mir gänge kämen da natürlich direkt Dielen drauf. Da ich jetzt in dem Zimmer zeitlich noch etwas Luft habe und das über den Balken erstmal offen bleibt, halt ich erstmal die Füße still. Da ist auch noch genug Zeit für sinnvolle Argumente. Einen neuen Einsatzort für die OSB-Platten zu finden ist da eher das kleinere Problem.

Danke nochmal für eure Vorschläge/Anmerkungen.

Gruß, Steven