Aufsparrendämmung: Dach mit alten Ziegeln eindecken

26.01.2012



Hallo,

wir haben ein altes, ungedämmtes Bauernhaus und sind gerade am überlegen, ob wir unser Dach mit einer Aufsparrendämmung versehen.

Dach: ca 150qm
Dachstuhl: zw. 30 und 40 Jahre alt, guter Zustand
Ziegel: Doppelmuldenfalz (Straubinger Firma, die es mittlerweile nicht mehr gibt, viele Ersatzziegel vorhanden)
Dämmung: Purenplatten (zw. 12 und 14 cm)

Unser Wunsch wäre es, das Dach selbst abzudecken, die Ziegel auf dem Dachboden zu lagern und dann nach der Dämmung mit den alten Ziegeln wieder einzudecken. Die Ziegel hätten durch die Lattungen (horizontal/vertikal) zwischen dem Dämmaterial und den Ziegeln eine gewisse Hinterlüftung

Verschiedene Fachleute sagen, (Dachdecker, Architekt, Zimmermann), die Ziegel sind noch bis auf Ausnahmen gut in Schuss und halten möglicherweise noch bis zu 30 Jahre.

Bedenken gibt es jedoch bei der Wiederverwendung. Die meisten sagen, dass nicht unbeschadet abnehmen und wieder auflegen kann. Zudem könne eine Umnutzung (Aufsparrendämmung) verursachen, dass die Ziegel innerhalb Kürze kaputt gehen könnten. Ein Dachdecker sagte, wiederum, dass dieses Phänomen, noch von von einem früheren System herrührt, bei dem die Dachplatten direkt in die Dämmung eingehängt wurden.

Die alten Ziegel würde ich aus zwei Gründen gerne wiederverwenden: Ich finde Ziegel mit mit alter Form und Patina schöner, ganz abgesehen vom finanziellen Aspekt.

Nun sind wir verunsichert.

Hat jemand Erfahrung mit Wiedereindeckungen mit Altmaterial oder kann jemand etwas zu dem Phänomen von Schäden durch Umnutzung beisteuern.

viele Grüße und Dank schon im Voraus
Monika Fersch



alte Dachziegel



Hallo

Wenn die Teile (Nasen) der Dachziegel, mit denen die an den Latten hängen sehr schlecht sind, etwas mehlig oder bröselig hat es m.E. keinen Sinn, da das der Haltepunkt ist, der in Ordnung sein sollte.

Als Latten würde ich Konter- (6x6) und Traglatten (4x6) möglichst gross wählen, damit Sie eine gute Hinterlüftung bekommen. (24x48) sind nix (3x5) gehen grade noch - nur für Traglatten.

Allerdings würde ich Ihnen von der Dämmmassnahme abraten, weil die wahrscheinlich nicht das bringt, was Sie sich versprechen davon.

Sanierungen würde ich IMMER im Gesamtpaket betrachten und planen und kein pseudooptimiertes Stückwerk veranstalten.

Viel Erfolg

FK



Es spricht im Grunde nichts dagegen,



die alten Ziegel ab- und dann wieder einzudecken. Wie Sie bereits richtigerweise erwähnten, ist eine Belüftung durch die Lattung und Konterlattung gegeben und ich sehe nicht einen einzigen vernünftigen Grund, warum der Tonziegel nach einer Neueindeckung kaputtgehen sollte.
Vorsicht ist allerdings beim First geboten...der wurde früher meistens gemörtelt und es ist so gut wie unmöglich, den Mörtel von den Firststeinen und der letzten Ziegelreihe schadlos abzubekommen. Möglicherweise wurden Ihre Firstziegel aber auch einfach nur trocken aufgelegt, dann gibt es da keinerlei Probleme.
Nicht begeistert bin ich allerdings von Ihrer Dämmstoffdicke. 12-14 cm wären mir bei diesem Aufwand einfach etwas zu wenig.
Ist denn eine Ablagerung im Dachboden sinnvoll ? Soll heißen, bekommen Sie die Dachziegel dann auch wieder vernünftig auf die Dachfläche ?
Ich würde Ihnen hier eher einen Dachdeckeraufzug empfehlen und diesen an Ihrer Stelle notfalls ausleihen.
Wenn Sie das Dach vernünftig einteilen (um die 34 cm Latteinteilung), können Sie die Lattung auch später wieder verwenden, d.h. bei einer Umdeckung in 20 Jahren müssen dann nur noch die Ziegel ausgetauscht werden.
Aber mit einem Dachdecker würde ich mich auf alle Fälle in Verbindung setzen.

Viel Spaß beim Umdecken...

Gruß Andreas





Hallo

Danke für Eure Antworten.

@ FK

Haltepunkte sind in Ordnung, auch gibt es kaum mehlige Ausblühungen, haben eben auch Fachleute schon bestätigt. Daher glaube ich, dass die Art und das Maß an Vorsicht wohl entscheiden wird, ob man die Ziegel bergen kann oder nicht. Oder was meint Ihr?

Zur Dämmung: Ganz ohne Dämmung sind wir nicht, aber ein Traum ist sie nicht:
Das Haus hat eine leichte Innendämmung, die insofern funktioniert, dass es seit über 20 Jahren keinen Schimmel gibt. Der Dämmwert wird gering sein, aber immerhin hat der Vorbesitzer seinen Ofen wieder lahmgelegt, da es im Wohnzimmer schnell viel zu warm geworden ist (niedrige Decken).

Im EG sind es der Wand vorgeblendete 6er Ytongsteine mit dazwischen geblasenen Styroporkügelchen. Unsere Wand ist Bruchstein, jedoch nur 40cm. Im OG ist es lediglich Glaswolle, die hinter Rigipsplatten liegt. Hat der Vorbesitzer schon gemacht.

Mit dem Gesamtpaket der Dämmung tue ich mich schwer. Außendämmung ist auf Grund der Fassadenoptik ein NO-GO. Dann hätte ich mir kein altes Haus kaufen müssen.
Und Innendämmungen werden in der Regel auch nur kritisch diskutiert. Aber ich bin für Tipps offen.


@ Andreas

Das Material, das uns von einem Bekannten "wärmstens" empfohlen wurde gibt es lediglich bis zu 16 cm. Der Vertreter hat uns geraten, nicht auf 16 cm zu gehen, da es überdimensioniert und auch zu teuer wäre, weil der Rest des Hauses ja nicht optimal gedämmt ist.
Das mit dem Aufzug ist sicherlich zu überlegen und clever. Danke auch für den Tipp mit den Lattungsabständen. Sollten wir die Sache angehen werden wir sicher eine fachkundige Person mit ins Boot nehmen


Grüße
und Dank
Monika Fersch



Wenn es sich



bei der Dämmung, wie ich vermute um MACO-Dach handelt,
dann würde ich es keineswegs einbauen.

Wichtige und fachgerechte Anschlüsse sind damit nicht möglich, Dämmwirkung gleich null.



Viele Grüße



Wenn es DAS ist …



… dann würde ich mit dem Geld auch lieber in Urlaub fahren!

FK





bevor sich die Kommentare verselbständigen:

als Dämmung angedacht ist: Purenplatten (zw. 12 und 14 cm), Fa. Puren.

Hatte ich übrigens schon zu Eingang geschrieben und ist wohl untergegangen.

Grüße
Monika Fersch



Da bin ich aber beruhigt.



Bei der Neueinlattung beachten, daß sich die Decklänge der Dachziegel durch den erhöhten Dachaufbau ändert und der Traufüberstand eventuell gekürzt werden muss.

Gegenteiliges über PU-Hartschaumplatten:
sie dehnen sich im Sommer stark aus, im Winter ziehen sie sich zusammen und somit ist die Verfalzung der Platten untereinander nicht mehr intakt.
Das bedeutet, sie sind nicht mehr winddicht.

Ich persönlich würde (weil Zimmermann) Holzfaserplatten bevorzugen.

Zu den Ziegeln:
wenn man schon das Dach komplett abdeckt, so sollte man auch neue Ziegel verlegen.
Die alten haben ja schon 40 Jahre auf dem Buckel, halten bestimmt keine 15 Jahre mehr uns so viel kosten die neuen Dachziegel ja auch nicht.

Viele Grüße



Hierzu noch ein paar Fragen



Dachstuhl dämmen mit 12 - 14 cm Purenplatten?
wer hat ihnen dies empfohlen?
was haben Sie mit dem Dachstuhl vor?
Wollen sie den Dachstuhl als Wohnraum ausbauen?
Was ist mit der obersten Geschossdecke?

Grüsse Thomas



Dachausbau?



nicht sofort, aber ich möchte mir die Möglichkeiten dazu schaffen. Und da ich eben nicht 100 % ausschlagen kann, dass es irgendwann familienplanungsbedingt doch passiert, würde ich mein Geld lieber gleich in eine Dämmung stecken, die auch einen Ausbau erlaubt.

Abgesehen davon haben wir keinen Keller und viele Dinge, die ich lagere möchte ich nicht dem Extremklima meines Dachbodens aussetzen. Zudem pfeift es zwischen den Ziegeln so hindurch, dass nicht nur das wechselhafte Klima schlecht wäre, sondern auch der Staub.

Für Tipps bezüglich der Dämmdicke bzw. des Materials bin ich jedoch ganz ohr.

Grüße
Monika Fersch