Dachdämmung

30.04.2006



Hallo Fachleute,
suche seit längerem fachlichen Rat und Hinweise.
Bekomme lt. Sachverständigen bald Ärger mit der Dachdämmung.
Vom Unternehmer wie folgt von innen nach außen eingebaut:
Gipskarton 9mm, diffusionsoffene Folie Sd 0,15m wasserdicht nach DIN 20811, Mineralwolle 160 mm, 40 mm Hinterlüftung, wiederum diffusionsoffene Folie, Dachsteine usw.
Mein Vorschlag wäre, um innen und aussen nicht alles kaputt zu machen, laß ich die Mineralwolle herausnehmen (ist ohne Aufwand möglich) und lasse die Gefache mit 200 mm Zellulose ausblasen, Zellulose kann vorübergehend Feuchtigkeit aufnehmen und bei Trockenheit wieder abgeben. Mineralwolle nicht.Das Dach als diffusionsoffenes Dach umwandeln.



Ihre Dachdämmvariante mit Zellulose



klingt vernünftig. Dieses Verfahren sorgt für gute Dämmung und sommerlichen Schutz vor Hitze. Ich würde allerdings mit 16-18cm Zellulose zufrieden sein. (die Dämmungseffizienz-Parabelkurve wird ab 16cm Dämmdicke sehr unwirtschaftlich)
Mich würde jedoch interessieren, mit welcher Begründung Ihr Sachverständiger den vhd. Mineralwoll-Dämmaufbau komplett rausnehmen will.



Noch mehr Fragen



Wenn das Dach bereits diffusionsoffen ist, macht eine Hinterlüftungsebene von 40 mm keinen Sinn. Dann können Sie auch über die volle Sparrenhöhe dämmen. Sollte die Unterspannbahn wider Erwarten nicht diffusionsoffen sein, dann
sollten Sie die 40 mm als Lüftungsebene erhalten. Achten Sie dann darauf, dass die Luft aus dieser Ebene auch irgendwo in der Firstregion entweichen kann. Wenn Sie zur Dämmung Zellulose in Plattenform verwenden, ersparen Sie sich die Montage einer Schalung für die Einblasdämmung. Achten Sie in jedem Fall auf eine saubere Verlegung und Abdichtung der raumseitigen Dampfbremse, andernfalls wird ihnen jede Dämmung in der kalten Jahreszeit absaufen.

Gutes Gelingen!



Eine andere Möglichkeit wäre...



der Einbau von (z.B. Steicoflex oder Thermoflex von Gutex)
derzeit wird der Einbau von nachwachsenden Dämmstoffen wie Hanf, Flax bezuschusst. Diese genannten Dämmstoffe sind alle naturnah und weitgehend kapillar leitfähig. Zur Verbesserung des Sommerlichen Hitzeschutz kann auf die Sparren eine Holzweichfaserplatte z.B. 52mm Isolair von Pavatex oder ähnliche angebracht werden, ist aber nicht zwingend notwendig.



optimale Dämmstoffverfilzung bei eingeblasener Zellulose



ist die Grundlage für sehr gute Wärmedämmung und guten sommerlichen Hitzeschutz. Darüberhinaus sorgt die Einblaszellulose für guten Brandschutz. Lassen Sie sich vom Zellulosehandwerker die Baustoffzulassungsdaten der MPA Berlin schriftlich vorlegen. Dort ist die Rohdichte von...bis kg/cbm fest definiert. Geben Sie bei Auftragserteilung eine hohe Rohdichte vor. Überprüfen Sie diese indem Sie die eingebauten Flockensäcke nachzählen.



Die Masse machts



Beim sommerlichen Hitzeschutz ist die Masse ausschlaggebend.
Bei einer Kombination von Holzweichfaserplatte und Thermoflex erreichen wir eine überschlägige Masse von ca. 21,48 kg/m² im Gegensatz zur Zellulose mit ca. 11 kg/m² (Ausgehend von 200 mm Dämmstärk)

Grüsse TK



60 Jahre Baustellenerfahrung mit Einblaszellulose



beweisen,daß durch innige Dämmstoffverfilzung bei hohem Einblasdruck -gekopplet mit guter Dachinterlüftung die sommerliche Hitze so gut abschirmt,daß weitere Massebauteile nicht notwendig sind. Falls dennoch gewünscht,wäre eine einfache unterseitig montierte Massivholzschalung zu empfehlen.





Hallo Fachleute, vielen Dank für die promten Antworten, doch leider habe ich noch nicht die gewünschte Antwort oder Paragraphen aus der Bau Ordnung aus denen ich schwarz auf weiß erlesen kann, daß der Folienaufbau bei einer Mineraldämmung so falsch ist, daß ich die Mineralwolle gegen Zellulose austauschen sollte. Fakt ist, daß innen und aussen eine stark diffusionsoffene Folie eingebaut wurde (Sd0,15m)und ich mit Tauwasserbildung rechnen muß. Entgehe ich dem Problem, wenn ich, wie bereits beschrieben, die Glaswolle ausbaue und anschließend Zellulose einbringe, gibt es da irgendwo etwas schwarz auf wei



schwarz auf weiß /eine Dampfdiffusionsberechnung



wird Ihnen aufzeigen, wieviel Tauwasser in welcher Tauperiode im Dach anfällt.



Da Sie die Dämmung schon haben,



besteht auch die Möglichkeit (wenn die Dämmung soweit noch in Ordnung ist )um Kosten zu sparen der Einbau einer Isover Vario KM Duplex (Klimamembran/feuchtevariabel), diese hätte den Vorteil, dass Sie eventuell Ihre bisher eingebaute Dämmung weitgehend wiederverwenden könnten.(siehe isover.de Reiter Dialog+Downloads Velegeanleitung VA integra zsf)
Bei Zellulose Thermoflex von Gutex oder Ähnliches sind Dampfbremsen mit sd 20, bis 2,5 m von den jeweiligen Herstellern empfohlen.

Grüsse TK.