Schimmelbildung an Esszimmerwand




Ich habe ein Fachwerkhaus von 1880 welches in den 70ern von aussen über der Holzschalung verputzt wurde. Ich habe es vor 5 Jahren gekauft und im Esszimmer die Wände über den Altputz (Lehmputz mit Gipsputz) eine neue Schicht Gipsputz (Rotband) verputzt. Dann habe ich das Ganze mit einer Abwaschbaren Farbe gestrichen (falls mal Essen an die Wand spritzt).
Der Boden besteht aus Beton der wohl mal nachträglich reingekommen ist mit Fliesenbelag obendrauf.

Leider hat sich herausgestellt, das sich an bestimmten Stellen dunkle Flecken bilden die man abwaschen kann oder mit chlorhaltigem Schimmel-Ex verschschwinden lassen kann.
Da das monatliche entfernen auf lange Sicht keine gute Lösung sein kann, suche ich nun eine dauerhafte Lösung.
Der untere Bereich der Wand in Bodennähe (nicht unterkellert) fühlt sich immer kalt und nass an.
In letzter Zeit hat sich entlang des Fliesensockels auch ein weisser flaumiger Film gebildet der sich einfach abwischen lässt. Auf den Bodenfliesen bilden sich manchmal auch kleine Pfützen. Die Küche ist über eine Tür mit diesem Raum verbunden.
Einen komplett neuen Putzaufbau wollte ich nicht machen, da die Fassade in einigen Jahren von Putz befreit werden soll und im Zuge dessen innen eine Lehmdämmung erstellt werden soll, aussen Schiefer.
Ich habe mir vorgestellt die Farbe mit Sandpapier abzuschleifen und dann eine Sumpfkalkfarbe zu verstreichen.
Diese kann Feuchtigkeit aufnehmen und ist auch noch alkalisch. Könnte das ein Lösungsansatz sein?



Noch ein Bild



Hier ein Bild von dem weissen Belag am Sockel.





Ein weißer flaumiger Belag der sich leicht wegwischen lässt sollte kein Schimmel sondern auskristallisiertes Salz sein.
Das kann man selbst testen, Salz ist wasserlöslich, Schimmel nicht.
Abwaschbare Anstriche sind nicht sonderlich Sorptionsfähig, das heißt sie können kein Wasserdampf aus der Raumluft aufnehmen.
Das Ergebnis ist, das die rel. LF im Raum steigt und dann an kälteren Flächen als Kondensat ausfällt. Das wäre hier meine Vermutung.
Sie sollten mal die Luftfeuchte im betreffenden Raum über ein paar Tage messen.

Das entfernen der Farbanstriche kann das Problem möglicherweise schon halbwegs lösen, Wenn die Wand wieder Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen kann wird sie die Luftfeuchte im Raum auch erheblich besser regulieren.
Immer gesetzt dem Fall einer vernünftigen Nutzung.
Apropos vernünftige Nutzung. Wie essen Sie eigentlich??

Wenn Sie die Außenwand ohnehin verschifern wollen sollten Sie darüber nachdenken auch die Dämmung von außen vorzusehen, das ist physikalisch immer die bessere und sicherere Lösung.


Grüße aus Schönebeck



Schimmelbildung



In den 5 Jahren ist noch kein Essen an die Wand gespritzt ;), diese Farbe haette ich also nicht gebraucht.
Es scheint auch so zu sein, das ich nach dem Essen machen zu wenig luefte.
Ich werde die Farbe mal austauschen und dann sehen ob es was gebracht hat.

PS: eine Aussendaemmung moechte ich nicht machen, da diese ueber den Aussensockel ueberstehen wuerde und ich das optisch grausam finde.
Die Innendaemmung soll auch eher moderat ausfallen, so ca. 5cm. Aber das steht erst in einigen Jahren auf dem Programm.



Mauersalze



Ich denke auch das der weiße Belag (noch)kein Schimmel ist, sondern im Putz und im Beton enthaltene Mauersalze sind, die regelmäßig auskristallisieren. Die Fotos vom Schadensbild und Ihre Beschreibung deuten zumindest stark darauf hin.
Ein auswechseln des Putzes ist eine Möglichkeit, um wenigstens ein paar Jahre vor den Ausblühungen Ruhe zu haben.



Blühende Landschaften



Möglicherweise ist das aber alles überhaupt nicht notwendig zum Beseitigen der Ursache. Feuchte Flecken an der Wand und vor allem gelegentlich Pfützen auf dem Fliesenboden lassen eher Kondensfeuchte als Ursache vermuten. Ob das Schimmel ist oder Salz ist nahezu egal. Wenn die Luftfeuchtigkeit im Raum gesenkt wird kommt es nicht mehr zum Kondensatausfall und es wird sich weder Schimmel bilden, noch geraten Salze dauerhaft in Lösung um an die Oberfläche zu treten.

Bevor der Putz abgeschlagen oder die Wand unter Strom gesetzt wird würde ich versuchen erst einmal die die Ursache zu beseitigen, beobachten ob es funktioniert und erst dann an die Verschönerung der Oberflächen gehen. Es wäre unsinnig neu zu verputzen, zu Streichen etc. um dann doch festzustellen, das hier nicht die Ursache in Angriff genommen wurde. Eine Vorortbetrachtung würde mehr Licht ins Dunkel bringen. In verstellten Raumecken findet zudem noch eine unzureichende Zirkulation der Raumluft statt.

- Raumtemperatur messen
- Oberflächentemperatur von Boden und betroffenem Wandbereich messen
- Luftfeuchtigkeit messen

=> Taupunktunterschreitung? => Luftfeuchtigkeit, Heizverhalten etc. überprüfen!

Besonders interessant sind die Messungen zum Zeitpunkt der Pfützenbildung auf den Fliesen. Womit wurde die Wand genau gestrichen?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Ich sehe hier überhaupt keine Heizquelle



Alles genau richtig was Herr Kornmayer geschrieben hat.
Wo ist der nächste Heizkörper und ist es möglich den Vorlauf am Boden-Wandanschluss zu verlegen?
Damit wäre die Temperatur an der richtigen Stelle um das Abkühlen zu vermeiden.



ähnliche



Erscheinungen hatte ich bis vor wenigen Jahren auf meinen Bruchsteinwänden. Da hier im ersten Bild noch ein Schrank vor der Wand steht, der Fußboden mit Fliesen - von Fußbodenheizung ist nichts zu lesen) sicherlich sehr kalt ist, würde ich auf das gleiche wie meine Vorschreiber tippen - Kondensatausfall mit Salzausblühungen, möglicherweise Schimmel an einzelnen Stellen.
Seitdem ich eine WDVS über den Sockel 80 cm bis ins Erdreich habe, haben die Wände eine Oberflächenpemperatur von etwa 19° bei 24° Zimmertemperatur. Da eine Ofenheizung mit notwendiger Lüftung vorhanden ist, sind all diese Erscheinungn weg. Habe aber auf den betroffenen Stellen den Putz mit Sanierputz ausgebessert - vor der Dämmung. Aber das ist dann wohl eher eine Frage des persönlichen Wollens und der handwerklichen Möglichkeiten. Lösungen mittels zusätzlicher Wärmequellen wären eine Ergänzung, eine Innendämmung würde das Problem wohl nur zeitlich überdecken oder verlagern. Eine fehlende horrizontal Sperrung kann natürlich das Problem verstärken, indem die Wände durch die Feuchtigkeit zusätzlich abkühlen.



Schimmel



Ich glaube nicht das die weissen Stellen salzausbluehungen sind da diese ja eher einen flauschigen Belag erzeugen (habe ich im Keller). Der weisse Belag bei mir ist dann doch eher "schleimig". Der Fliesenboden und die Wand fuehlen sich immer saukalt an, daher kann es eigentlich nur Kondensat sein.
Aber die eigentliche Frage ist, ob eine Sumpfkalkfarbe in der Lage sein wird, dieses Kondensat temporaer zu binden.
In der Kueche hatte ich neben dem Kuehlschrank ein aehnliches Problem, hier habe ich den Vorlauf des Heizkoerpers in der Naehe eine kleine Schleife drehen lassen, seither keine Probleme mehr.
Aber hier wuerde ich den Vorlauf oder Ablauf um ca. 2x 5m verlaengern. Ich glaube fast das dies notwendig sein wird. Ist das machbar ohne die Heizleistungdes Heizkoerpers merklich zu verkleinern? Fuer den Notfall und sehr kalte Tage habe ich noch einen JKaminofen im Raum stehen.
Die Farbe die ich verstrichen habe war glaube ich "Dulux Abwaschbar fuer Bad und Kueche". Bildet einen sehr dichten Film.





Schlimmstenfalls müssen Sie den Heizkörper nach Verlängerung des Vor- und Rücklauf ein Stückchen runter regeln.
Kalkfarbe auf der dichten abwaschbaren Farbe wird die Sorptionsfähigkeit der Wand nicht spürbar verbessern.

Grüße aus Schönebeck



Farbe



Ich wollte die Farbe ja mit Sandpapier bis auf den Putz runterschleifen.

Vielen Dank an alle für die Tips.