UV-Schutz Eichenfachwerk (außen)

31.08.2012



Damit ich die andere Frage zum Einölen von Fachwerk (innen) nicht kapere, hier nochmal getrennt davon:

Wir haben bei unserem Haus das Eichenfachwerk auf einer Hausseite freigelegt. Da das Haus früher vermutlich nie (bunt) angestrichen war, würden wir das Fachwerk am liebsten "natur" lassen. Uns wurde aber sehr dringend angeraten, eine farbig pigmentierte Lasur (?) aufzubringen, damit das Eichenholz vor UV-Strahlung geschützt wird.

Der erste Probeanstrich - sieht man auf dem Foto - wurde mit GORI 99 ausgeführt. Was haltet Ihr davon? Wäre es auch möglich, das Eichenholz nicht-farbig zu schützen?



Sehr dringenden Farbschutz ...



... bei Eichefachwerk - diese Dringlichkeit kann ich nicht erkennen. Wenn man Farbe, bzw. kein Vergrauen will, dann wird eben Farbe genommen.

Wenn aber Farbe genommen wird, dann würde ich bei historischen Fachwerk keine Kunstharze, sondern Farben mit Naturölen verwenden. Bei Lasur sind es für mich die Holzlasuren von Natural und bei deckendem Anstrich die Standölfarben von Kreidezeit.

Aber die Antworten kennst Du ja schon aus dem anderen Thread.

Hier noch ein Foto, dass es historisch durchaus auch ohne geht. Allerdings von vorn herein als Sichtfachwerk. Auch hier würde ich mich an den historischen Gegebenheiten orientieren.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Farbe oder Schutz



Hallo

moderne Farben, Lasuren neigen zur Dichtheit - auch wenn es auf Zetteln und Zertifikaten anders zu lesen ist.

Wenn Sie Streichen würde ich Leinöl und LÖ-Farben nehmen (z.B. ottosson)
Oder wie schon erwähnt garnichts!
Kommt aber auf die bauliche Situation an; Wetterexposition, Dachüberstand, Höhe, Vorlagen

Was mich an dem Bild etwas verwirrt ist der Putz bzw der leichte Rücksprung im Putz, auf dem Wasser aufliegen kann.

Was ist drin im Gefach?
Was ist da für ein Putz drauf?
Was für ne Farbe?
Wie sind die Fenster eingebaut?

Florian Kurz
www.slow-house.de



Fachwerk



Dieser eine cm Rücksprung kann den Unterschied zwischen Leben und Tod bei Sichtfachwerk ausmachen.

Viele Grüße



zwischen knapp und sigst mi ned



Hallo

der 1 cm kann es ausmachen.

Allerdings hilft ein "bündiger" Gefachputz auch nicht, wenn er aus den 2falschen" Materialien besteht, im Gefach selbst mehr Kleber als Kalk ist und die steine mit mehr Luft als Masse ausgestattet sind.

Gesamtsystem - das A und O!

Die Stimmigkeit, das schwächste Glied etc.

Die Schlieren vertikal geben mir auch zu denken

Florian Kurz
www.slow-house.de



Wenn ich mir ...



... die Schlieren unter dem Fenster ansehe und mir dann vorstelle, wie das über die Ausfachung ablaufende Wasser auf dem Schwellenvorsprung ersteinmal verweilt und zumindest zum Teil "genüsslich" in die Konstruktion einzieht, wird mir ganz anders. Da nützt auch der beste und schönste Anstrich des Eichenfachwerks nichts.

Bevor sich hier dem Anstrich gewidmet wird, sollte nach meinem Dafürhalten erst einmal geklärt werden, warum das offenbar von den Fenstern laufende Wasser nicht ordentlich abtropft sondern an der Fassade herunterläuft. Auch wäre es m. E. erforderlich, die Gefache bündig mit dem Gebälk abschließen zu lassen.

Für den Anstrich selbst kann ich aus eigener Erfahrung die Lasuren von leinölpro (http://www.leinoelpro.de/) empfehlen, die auch werkseitig je nach Wunsch getönt geliefert werden.
Als Grundierung sollte aber vorher rohes Leinöl aufgetragen werden.



Lasierende oder deckende...



...Anstriche sind bei einem Fachwerk immer sinnvoll, auch in Eiche.

-UV-Schutz (UV-Strahlung baut Holzbestandteile langsam ab)
-Verringerung der Wasseraufnahme (Wasserabgabe muß durch dampfoffene Anstriche gewährleistet sein!) und damit weniger Zersetzung und weniger Rissbildung
-Verringerung der Auswaschung der schützenden Gerbsäure aus dem Holz

Dazu würde ich auf Leinölfarben bzw. -lasuren der Naturfarbenhersteller zurückgreifen (Natural, Naturhaus, Livos...)

Grüße

Thomas



Gori 99..



ist meines Wissens eine Dickschichtlasur und hat auf Fachwerk nicht´s zu suchen. Ich würde da die Finger von lassen.

Wer hat euch den "dringend" dazu geraten?

Das selbe Zeug hatte mir vor einigen Jahren mal ein Fachberater (Meister im Malerhandwerk) empfohlen. Erst durch das "Studium" von Literatur kam ich drauf, dass das Mist ist. Ich bin immer noch sauer, dass ich mich als damaliger Laie von dem hab "belatschern" lassen.

Wenn ihr es "natur" haben wollt, bräuchtet ihr bei Eiche gar nichts machen. Die vergraut halt, nimmt dadurch aber keinen Schaden.

Dünnschichtlasuren auf Leinölbasis mit entsprechender Vorbehandlung des Holzes, z.B. BioPin oder Natural tun auch ihren Dienst, wenn das Holz frisch aussehen soll.

Grüße
Martin



Rücksprung und mehr...



Hallo,

vielen Dank für die vielen Antworten!

Das mit dem Rücksprung und den Schlieren ist leicht zu erklären: Da kommt natürlich noch Putz drauf, wir sind noch mittendrin in der Sanierung. Die Schlieren kommen davon, dass grad das alte Dach runter musste und dabei viel Dreck runtergerieselt ist. Die alte Regenrinne war "durch", die neue funktioniert erst wenn hoffentlich nächste Woche die Biberschwänze aufs Dach kommen. Deswegen hats bei dem Schietwetter aufs Gerüst gepladdert und von da ans Haus. Das wird mit funktionierender Dachrinne und ohne Gerüst ganz anders aussehen.

Die Fensterlaibung ist im Moment auch nur lose aufgesteckt, wird wenns fertig ist endgültig montiert.

Thomas' Ansicht teilen Denkmalpflegerin und Architekt, das Holz "roh" zu belassen wäre auf Dauer schädlich fürs Holz.

GORI 99 ist Empfehlung von Weissbinder (so nennt man hier Maler/Anstreicher) und Architekt, die beide schon lange Fachwerkhäuser sanieren. Laut Information im Netz (http://dyrup.de/gori/gori%20fuer%20aussen/fachwerk%20und%20denkmalschutz/gori%2099.aspx) soll die Farbe diffusionsoffen und ideal für Holzfachwerk sein.

Viele Grüße

Dirk



Lösungen



Hallo

Wenn Weißbinder und Architekt schon solche Farben "anraten" was raten die dann dann als Aussenputz?

Vom Prinzip ist der Pigmentschutz schon richtig. Ihr nicht sehr exponiertes Haus kann auch ohne Farbschutz überleben - erleidet eher Schaden dadurch - wenns die falsche ist!

Sein Sie wachsam, wenns um Ihr Haus und Gut geht - schlechte Materialien sind schnell "beraten" und verbaut - was dann kostet ist der Rückbau bzw die Schäden!

Ich hab so meine Erfahrungen gemacht.

Also Vorsicht!

Florian Kurz
www.slow-house.de



Vorsicht...



ist gut. Reicht aber nicht aus.

Hier findet man mehr:
http://www.dyrup.de/GORI/NEU%20Download%20Datenblaetter/~/media/DE/GORI_DE/GORI_alle_TM_aktuell_7_2012/GORI_TM_Holzfarben_7_2012/TM-GORI-99-HOLZFASSADEN-FARBE.ashx

Unterm Strich ist das Bindemittel Reinacrylat dispergiert in Wasser. Mir ist schleierhaft, wie eine hinreichende Dampfoffenheit bei einem Kunstharz entstehen soll. Unter genau solchen Beschichtungen fangen auch neue Bauteile schnell an zu gammeln, und ich würde diese Farbe keinesfalls verwenden. Kunstharze neigen zudem zur Versprödung (und damit Rissbildung). Zudem entsteht keine mit Leinölprodukten vergleichbare Imprägnierung (und damit ein Schutz im Holz selbst), sondern allenfalls eine zeitweilig aufklebende Beschichtung.

Das das Ihrem Maler gut gefällt, ist schon klar. Alle 10 Jahre die Fassade machen, ist eine feine Sache. Gerüst, Farbe ab, schleifen, Farbe drauf... Was ewig hält, bringt kein Geld :-)

Leinöllasuren bleiben hingegen tatsächlich elastisch und sie sind hinreichend dampfoffen. Zudem leicht überarbeitbar, z.B. mit dem Wetterschutz von Natural.

Grüße

Thomas



... eine zeitweilig aufklebende Beschichtung ...



... hier ein Kunstharz-"Grün" - ein paar Jährchen nach der fachgerechten Sanierung.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Mensch Dirk…



… Du bist Doch inzwischen kein unerfahrener Anfänger mehr. Wie konntest Du dir so ein Produkt aufschwatzen lassen?
Der Werbetat solcher Hersteller schließt die "Beratung" der ausführenden Firmen mit ein, die bedanken sich indirekt für die garantierten und hier schon erwähnten Folgeaufträge alle paar Jahre durch Empfehlung ihrerseits an die ahnungslosen Bauherren.

Natürlich ist es schwer und erfordert außer rhetorischen Fähigkeiten auch die Charaktereigenschaft, sich auch mal unbeliebt zu machen und den meist schwergewichtig auftretenden Meistern des Faches zu widersprechen.

Denk daran: Es ist Dein Haus! Du musst es bezahlen! Du musst vor allem für sämtliche Schäden durch falsche Beratung aufkommen, denn dafür haben die Meister des Faches ihre Gutachter, von denen sie wieder reingewaschen werden, denn auch hier gilt das Selbe wie bei der Ärzteschaft von wegen Krähe und Auge.

Wenn UV-Licht Holz so derart schaden kann, dass überhaupt Farbe empfohlen wird: Warum wird im Hochgebirge mit extremer UV-Strahlung und Wetterbelastung das Holz üblicherweise gar nicht behandelt und überlebt, in Ehren ergraut, die Jahrhunderte?

Kann es vielleicht sein, dass das UV-Licht nur die oberste Schicht schädigt, desgl. die anderen Wettereinflüsse, sodass diese silbrig-graue Schicht zum einen UV-absorbierend wird, zum anderen weitere Wettereinflüsse draußen vor den inneren, zu schützenden Holzschichten hält?



Viel zu simpel:



"Wenn UV-Licht Holz so derart schaden kann, dass überhaupt Farbe empfohlen wird: Warum wird im Hochgebirge mit extremer UV-Strahlung und Wetterbelastung das Holz üblicherweise gar nicht behandelt und überlebt, in Ehren ergraut, die Jahrhunderte?"

Zum einen: Es gibt, wie schon genannt, mehrere Gefährdungen für's Holz, UV ist nur eine davon.

Zum anderen: Was da im Gebirge stehen mag, oft unbehandelt oder aber auch mit nicht mehr erkennbarer, weil abgewitterter Beschichtung, es sind die wenigen "Überlebenden", die man da sieht. Und eher Schalungen oder Blockstuben, als Fachwerkkonstruktionen. Letztere sind ein Materialmix und ebenso interessant, schön und vielgestaltig wie eben auch anfällig. Der konstruktiv saubere Schutz einer Schalung ist wesentlich einfacher und wirkungsvoller als bei einem Fachwerk.

Letztlich: Im Gebirge ist es vor allem kälter und trockner als im Flachland. Beides ist dem Erhalt der Konstruktion ebenso dienlich wie die Verwendung langsamer gewachsenen und zumeist wintergefällten (Gebirgs-) Holzes.

Geschädigt wird (durch UV) immer nur die aktuelle Oberfläche, das ist schon klar. Da die Schädigung aber auch unter Materialabbau von statten geht, werden Risse tiefer, besonders Frühholz verstärkt abgebaut...

Die simplen Vergleiche laufen meist in's Leere.

Grüße

Thomas



...die simplen Vergleiche...



...um den konstruktiven Holzschutz zu gewährleisten sollte eigentlich kein "Frühholz" verbaut werden. Kernholz, als Kreuzholz ausgeführt, sollte keine Probleme hinsichtlich des Holzschutzes hervorrufen.

Bei den im Hochgebirge verbauten Hölzern handelt es sich mit Sicherheit um Nadelholz, engringig und dementsprechend fest.

Die "Schädigung" durch UV-Strahlung dürfte marginal sein im Vergleich zu den Schädigungen die durch falsches Material hervorgerufen werden. Gori 99. z.B.

Von daher würde ich das Schadenspotenzial von UV Strahlung als äußerst gering einstufen.

Der konstruktiv saubere Schutz einer Schalung kann sich doch auch nur auf den konstruktiven Holzschutz durch entsprechende Ausführung erstrecken.

Wenn ich mir vorstelle meine Lärchenschalung auf der Wetterseite wäre gestrichen, mit was auch immer, na Mahlzeit. Die ist vergraut, aber schadensfrei und das seit sicher vierzig Jahren. Erfordert seit dem aber auch keinen Einsatz.

Grüße
Martin



Lehre oder Leere



dann gibt es auch im Gebirge nicht so viel Eichenholz eher "weiche" Nadelhölzer u.a. mit viel Harz, andere Dachüberstände etc.

WER hat nun Recht?

Der Farbenvertreter!

Florian Kurz
www.slow-house.de



Lehre oder Leere



doppelt braucht man das nicht

FK



Erfahrungsgemäß...



...der eben nicht ;-)

Wie weiter oben schon beschrieben wurde mir das Zeug´s ebenfalls "aufgeschwatzt". Mangelnde Erfahrung meinerseits und der Glaube an den Fachmann (der hat das ja gelernt und muß es wissen) taten dann ihr übriges.

Der Anstrich mit Gori 99 ist nun 8 Jahre alt und muß in absehbarer Zukunft erneuert werden.

Die "Lasur" hat Risse und platzt ab, was einen relativ hohen Aufwand zur Erneuerung bedeutet. Ich gehe nicht davon aus, dass das Fachwerk dadurch Schaden genommen hat, aber der Aufwand ist immens.

Eine andere Seite des Hauses ist mit Grundieröl und BioPin Lasur behandelt. Ebenso alt. Habe ich im Frühjahr mal übergestrichen, weil Lasuren auf Leinölbasis eben nur verwittern. Das sah dann nicht mehr so "schön" aus, weil es etwas grau wurde.

Kein Gerüst kein Abschleifen. eben nur Materialkosten.

Grüße
Martin



Von der Bergtour zurück:



Hier geht's nun 'mal um ein Fachwerk und keine Schalung. Ich fand einfach den Vergleich Schalung im Gebirge mit Fachwerk im Flachland unpassend.

"um den konstruktiven Holzschutz zu gewährleisten sollte eigentlich kein "Frühholz" verbaut werden."

Frühholz wächst im Frühjahr und ist Bestandteil jedes Jahresringes, im Kern wie im Splint.

"Von daher würde ich das Schadenspotenzial von UV Strahlung als äußerst gering einstufen."

Hier kann man mehr dazu lesen:

http://www.fh-trier.de/fileadmin/users/243/Konstuktiver_Holzschutz_Becker.pdf

Unter 2. wird ganz passend gezeigt, daß mehrere Faktoren zusammenwirken, und eine UV-Schädigung eben anderen Schadfaktoren "die Tür öffnet". Das ist ein bisschen wie mit dem Bläuepilz: Für sich genommen ist der verblaute Kiefernsplint im Innenraum unproblematisch. Im bewitterten Zustand ist der Bläuepilz aber Wegbereiter für gravierende Schädigungen.

Grüße

Thomas





"Das ist ein bisschen wie mit dem Bläuepilz: Für sich genommen ist der verblaute Kiefernsplint im Innenraum unproblematisch. Im bewitterten Zustand ist der Bläuepilz aber Wegbereiter für gravierende Schädigungen."

Im Grundsatz ging es bei der Eingangsfrage aber um Eiche, nicht um Kiefer, Fichte oder andere Nadelholzarten.

Und bei Eiche ist der Bläuepilz eben nicht vorhanden.

Unter "2" ist auch zu lesen, dass "dauerhafte Feuchte > 20 % bei allen Konstruktionen zu vermeiden ist.

Herr Kurz, ich erinnere mich da an einen Thread, in dem Sie, als Fachmann, zum Besten gaben, dass die Holzfeuchte relativ egal ist.

Grüße
Martin



Herr Wittwar,



Sie sollten mal über den Unterschied zwischen Früh- und Splintholz nachlesen. Und sich gerne auch mit Holzschädigungen unter Bewitterung tiefgründiger auseinandersetzen.

Den Vergleich zur Bläue habe ich nicht gebracht, weil das den Fragesteller direkt interessieren könnte; vielmehr um zu illustrieren, daß mehrere Einflüsse wechselseitig auf das Holz wirken und in der Summe mehr bewirken als einzelne Einflüsse. Und das ist in Sachen UV wie auch in Sachen Bläue der Fall.

Und sollte der Herr Kurz geschrieben haben, "dass die Holzfeuchte relativ egal ist", würde das zwar zum überwiegendem Teil seiner Veröffentlichungen hier passen,
läuft aber gleichwohl unter "völlig falsch".

Grüße

Thomas



Noch ist das Kind nicht in den Brunnen gefallen...



Wenn wir uns mal treffen, geb' ich Euch 'nen gutes Bier aus - und dann könnt Ihr fleissig weiterdiskutieren ;-)

@Martin: Kannst Du bitte mal ein Foto einstellen, wie Dein 8 Jahre altes GORI99 aussieht?

@De Meinweg: Danke für das "Mensch Dirk… Du bist Doch inzwischen kein unerfahrener Anfänger mehr."! Leider bin ich aber Anfänger, versuche bei unserem ersten Haus alles so gut wie möglich richtig zu machen. Und wenn man 1001 Entscheidung treffen oder Materialwahl verstehen muss - von Klo bis Dachdämmung, Heizung bis Satantenne - dann kommt's auch zu solchen Themen bei denen Bauchgefühl und Experten unterschiedlicher Meinung sind.

Noch ist das Kind aber nicht komplett in den Brunnen gefallen, die Farbe ist zum Glück nur an ein paar Balken. Es wird eklig das Zeug wieder runter zu bringen, aber es ist nicht unmöglich.



@Dirk...



...neee, kann ich leider nicht.

Ich habe mich für unbestimmte Zeit hier als Mitglied ausgeklinkt. Unter anderem wegen diverser Antworten von Fachleuten die ich für nicht zielführend hielt.

Von daher kann ich leider kein Bild hochladen.

Grüße
Martin



@Martin



... dann würde ich mich über eine E-Mail mit Foto freuen, Webseite mit Mailadresse findest Du unter meinem Profil. Danke!

Nachtrag: Irgendwie scheinen die Daten doch nicht sichtbar zu sein: Auf einhausbau.de findest Du Mailadresse und co.



"Sie haben....



... Post"

Grüße
Martin



@Herrn Böhme....



...Einspruch stattgegeben.

Da ist mir im "Eifer des Gefechts" wohl das Splintholz in den Sinn gekommen.

Dennoch bin ich der Meinung das ein unter Beachtung des konstruktiven Holzschutzes eingebauter Eichenbalken keinen sonstigen Schutz braucht. Und ob die "zwanzig Jahre" die er unter Verwendung von UV-Schutz länger hält den Aufwand rechtfertigen?

Grüße
Martin



Ich habe...



...mehrere gute Gründe für den Schutz des Fachwerks angegeben, die sollten nachvollziehbar sein.

Die "zwanzig Jahre" hingegen sind pure Spekulation.

Grüße

Thomas



Logisch...



...deshalb habe ich das ja auch in Anführungszeichen gesetzt.

Sie als Fachmann sollten da genauere Zahlen liefern können.

Immerhin wollen sie als Händler ja die Vorteile eines UV-Schutzes verdeutlichen. Und dazu sollte auch das "mehr" an Lebenserwartung eines entsprechend behandelten Balkens zählen.



Eigentlich…



… war mit Frank Lipferts Beitrag die Frage hinreichend beantwortet, von daher sorry für meinen Vergleich. Wäre der Rest der Diskussion jedoch anders verlaufen, wenn ich statt des Heustadels im Hochgebirge ein mehrhundertjähriges norddeutsches Bauernhaus mit unbehandeltem Eichenfachwerk erwähnt hätte? Ich glaube kaum.

Es würde mich wirklich mal interessieren, inwiefern der UV-Schutz durch entsprechende Farben wirklich messbare und referenzierten Vorteil bringt. Gibt es da unabhängige repräsentative Untersuchungen?

Bei Farbgestaltung erübrigt sich die Frage sowieso, da kommt es halt nur auf das richtige Produkt an.

Nicht, dass ich etwas gegen eine Holzbehandlung mit ölbasierten Farben hätte, im Gegenteil, aber wenn man sich das Zeugs schon auf seine Balken schmieren soll, dann würde man halt gerne wissen, ob die deswegen jetzt 20 Jahre länger halten oder ob es einen anderen Grund gibt.

Immerhin hat man hier im Forum schon Tipps mit Dringlichkeit gegeben, weiß pigmentierte Lasurfarbe als UV-Schutz auch für den Fußboden zu benutzen. Sind das dann diese pseudo-rustikalen Böden mit Kalkschleier-Optik?
Also ich mag sie nicht, und außen am Fachwerk auch nicht!



Kein Mensch...



...kann das "Mehr" exakt BEZIFFERN. Das hängt von zu vielen Faktoren ab. Daß aber eine längere Lebensdauer bewitterter hölzerner Bauteile durch geeignete Anstriche gegeben ist, sollte unstrittig sein. Gründe dafür habe ich oben schon genannt und finden sich mit einigen Klicks und ausführlicher allerorten. Aus dem Aufbau der Farben, deren Verarbeitung und Beobachtungen am Bau über die Jahre kann man durchaus begründbare Vermutungen für längere Zeiträume formulieren, als das Thema überhaupt schon erforscht wird.

Im Bereich von Fachwerkkonstruktionen wird da auch niemand detaillierte Untersuchungen gemacht haben, wozu auch?

Händler? Vorallem bin ich langjähriger sehr zufriedener Anwender von Natural-Produkten. Und meine Erfahrungen mache ich nicht aufgrund von Umsatzzahlen, sondern auf der Baustelle.

Grüße

Thomas



Hieb- und Stichfester Fadenschein



Oh T.W.

erst die grossen Beweis-PDF's auffahren und dann diese Sätze:
"… sollte unstrittig sein. …"
"… wird da auch niemand detaillierte Untersuchungen gemacht haben, wozu auch …"
" … kein Mensch beziffern …"

Bar jeder Praxis immer die Theorie auf die Fahnen malen um dann mit der unwiderlegbaren B-Phrase alles klar zu machen: sollte unstrittig sein.

So beweisen sich alle "Überzeugten" immer die Wahrheit.

… der eine Gott …
… die Erde als Zentrum …
… die Partei ist die Beste …

alles ist immer unstrittig …

Wenn man aber schon hier die Diskussion verfolgt: UNSTRITTIG ist das eben NICHT!

… ausser für T.W.B.

gut so …

Florian Kurz
www.slow-house.de



unstrittig?



In der heutigen Politik heißt das "alternativlos"! ;-)

P.S.:
Aus dem Druckereigewerbe kenne ich UV-Schutzlaminatfolien und -lacke, die ein Verblassen der Druckfarben verhindern sollen. Sie sind richtig teuer und suggerieren dem zahlenden Kunden eine höhere Wertigkeit seines Produktes. Interessanterweise sind sie aber glasklar und nicht pigmentiert, ähnlich der UV-Filter, die man sich vors Kameraobjektiv schrauben kann. Der Nutzen ist jedoch marginal. Wo es beim Foto sinnvollerweise den Blaustich im Hochgebirge oder am Meer herausfiltert, so hält es beim Werbedruck, der täglich dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, kaum länger. Wir haben da auch schon selber Tests gemacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass viel eher chemische Einflüsse, also der ganze Dreck, der in der Luft herumschwirrt, verantwortlich sind, als das UV-Licht.

Der UV-Schutz in den Folien und Lacken funktioniert über irgendwelche Nanoteilchen oder ähnlichen Hightech-Hokuspokus, also wäre es doch mal eine Aufgabe, so etwas in eine ölbasierte Farbe zu integrieren. Ob der Nutzen jedoch die evtl. Mehrkosten aufwiegt, dürfte fraglich sein.

P.P.S.:
Um mal wieder auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Die schlimmsten Fälle von vorzeitiger Holzalterung bzw. Schädigung findet man im öffentlichen Raum. Sitzbänke, dekorative Holzpavillons und Pergolen und was sonst so in den Städten herumsteht. Üblicherweise auf Expertenempfehlung mit o.g. Farben gestrichen, für das notwendige teure Abschleifen und Nachstreichen nach 10 Jahren fehlt den Gemeindekassen aber das Geld, eigenes Personal hat man längst abgebaut, 1€-Zwangsjobber lässt man nicht dran. Also vergammelt und vermoost die ganze Pracht und ist nach weniger als 20 Jahren reif für den Abriss (meist aus Sicherheitsgründen, weil aus vermoderten Balken rostige Schraubenstümpfe ragen oder alles schlichtweg einzustürzen droht). Irgendwann wird ein neues Förderprogramm aufgelegt und nach teurer Planung der nächste Akt des ganze Theaters aufgelegt, diesmal vielleicht mit Edelstahl, aber ähnlichem Ausgang.



Herr Kurz...



...warum Sie hier versuchen, den Forumskasper zu spielen, muß ich wohl nicht verstehen. Daß Sie's aber tun, scheint offensichtlich.

("… der eine Gott …
… die Erde als Zentrum …
… die Partei ist die Beste …" Wie bl.. muß man sein, um sowas in einen Meinungsaustausch über Beschichtungen zu kippen?)

Hoffentlich sind sie in der realen Welt besser, was ich Ihnen von Herzen denn auch wünsche. Darf ich Sie noch daran erinnern, daß Sie in anderen threads beständig Produkte eines Ölherstellers so überzeugt bewerben, daß ich mich frage, ob das Zauberöl nun vor oder nach dem Weihwasser in Ihrer Ranking-Liste rangiert. Unter diesem Vorzeichen halte ich eine Diskussion mit Ihnen über den generellen Sinn oder Unsinn von Beschichtungen im Außenbereich für sinnlos. Sie wollen hier nix als Aufmerksamkeit haschen. Für derartige allgemeine Defizite ist dieses Forum vielleicht aber nicht so gut geeignet. Empfehlung dazu: Beschränken Sie sich auf Sachfragen oder kaufen Sie sich einen Hund und gehen Sie mit ihm im Park spazieren. Sie werden staunen, wieviel neue Freunde der Köter beim wechselseitigen Beschnüffeln für Sie einwirbt.

@ DE Meinweg

Die Färbung der besprochenen Öle erfolgt durch lichtechte Pigmente. Es müssen also nicht die farbgebenden Substanzen vor Ausbleichung geschützt werden. Vielmehr schützen die Pigmente das Holz durch Verringerung und Filterung des Lichteintrages. Ihr Beispiel passt somit nicht.

Warum aber gibt es bei Naturfarbenherstellern auch farblose "Lasuren" mit (beschränkt) UVreduzierender Wirkung? Der Wirkbestandteil ist hier Kieselgur, feingemahlen und im Öl farblos-transparent. Die Silikatkristalle streuen und filtern das Licht, so daß es zu einem verringerten Licht- (und somit auch UV-) Eintrag kommt. Also kein Nano-Hokuspokus.

Ihre vergammelten Parkbänke beweisen nur, daß ein ungeeignetes oder zumindest problematisches, weil sehr dampfdichtes Bindemittel verwendet wurde (meist dispergierte Acrylate, früher lösemittelbasierte Kunstharze). Sie beweisen nichts in Sachen der generellen Sinnhaftigkeit eines Witterungsschutzes.

Die richtige Materialwahl und konstruktiv zu Ende gedachten Holzschutz können freilich auch die besten Farben nicht versetzen. Ein dauerhaftes Werk ist das Ergebnis vieler Komponenten. Die richtige Beschichtung ist ein wichtiger Teil dazu.

Grüße

Thomas





Vieln Dank für diesen interessanten Aspekt! Die farbliche Konservierung von Holz erweist sich doch immer wieder als "Sorgenkind" von uns Fachwerkhausbesitzern.



Kieselgur als UV-Absorber



Das klingt interessant, war mir bisher nicht bekannt, gibt es dazu Literatur?



Eine gute...



Literatur ist z.B. die Volldeklaration der Naturfarbenhersteller. Ferner der Wehlte, "Werkstoffe und Techniken der Malerei etc.

Grüße

Thomas



GORI 88 vs. GORI 99



Nur fürs Protokoll: Bei den von Martin am 2.9. beschriebenen Problemen war GORI 88 im Spiel, das der Hersteller als "deckende Holzfarbe" anpreist. Und das er wie GORI 99 und andere in der Kategorie "Fachwerk- & Denkmalschutz" einsortiert hat...



Das hat beides...



in derselben Tonne Platz.

Entsorgende Grüße

Thomas



Heute …



… habe ich mir mal den guten alten Wehlte vorgenommen, aber zu Kieselgur als UV-Schutz leider nichts gefunden. :-(




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