Kalkfarbe mit Waserglas als Bindemittel

24.01.2009 willi



Hallo zusammen,

ichnlese hier schon geraume Zeit mit und habe schon gute anregungen bzgl.Kalk bekommen.

Nun zu meiner Frage: Wir haben ein Reihenhaus vor 9 Jahren neu erworben, dieses läuft unter Niedrigenergiehaus,d.h. also es wurde an der Ost und Nordseite eine 10 cm dicke WSV (Styropor) angebracht die Westseite ist zum Nachbarhaus.
Leider entwickelln sich die gedämmten Wände langsam furchtbar, Flecken in allerlei Farben vornehmlich lila treten auf, ich muss unbedingt die Fassade Streichen aber keinesfalls mit irgentwelchem Giftzeugs.
Ich habe schon etwas Erfahrung mit Kalk.Kaseinanstrichen im Haus, dort habe ich im Keller schon auf Beton und Verputz gestrichen, sowie in der Küche auf die Raufasertapete hat wunderbar geklappt, nichts kreidet, gut vornassen ist wichtig und langsam trocknen lassen.

Zur Fassade so wie ich mich nun Informiert habe gibt es zwei möglichkeiten, die gute teure ist eine Dispersionsilikatfarbe, diejenige die ich versuchen möchte ist: Kalkfarbe, evtl. mit Kasein, aber auf jedenfall mit Wasserglas Zusatz. Leider kenne ich mich hier nun überhaupt nicht aus, wieviel Wasserglas muss man zugeben?, es gibt Kaliwasserglas und Natriumwasserglas, welches soll man nehmen?, wo kann man das beziehen?
Die 2, Frage; haftet das dann auf diesem Knstharz, oder was immer die auf das Styropor geschmiert haben, dann auch mit dem Waserglas zusatz?

Besten Dank schon mal im voraus für evtl. Hilfe.





Ich persönlich würde Ihnen ja empfehlen einen Malermeister mit der Arbeit zu betrauen und dem auch die Materialwahl zu überlassen bzw. sich von dem diesbezüglich beraten zu lassen. Aber wenn sie schon die Betonwände mit Kalkfarbe bearbeitet haben steht es Ihnen auch frei den Fassadenkunstharzputz mit einem Kalkanstrich zu versehen.

frohes Schaffen



Bauliches Übel!



So wie Sie hier Ihre Schilderungen zu Ihrer Fassade geben, ist es die Krebskrankheit dieser Systeme.
Verfärbungen, Sichtbarwerdung sämtlicher Plattenstöße und Dübelelemente, Vermoosungen und Verdreckungen durch statische Aufladungen.

Wenn Sie Kalkfarben einsetzen wollen, na dann gute Fuhre!
In Ihrem Fall sollten Sie den Rat von Jens H.Schröters befolgen und sich einen versierten Fachhandwerker kommen lassen.
Somit haben Sie Gewährleistungs- und Garantieansprüche.

Farbige Grüße,
Udo Mühle





Danke erstmal für die Ratschläge

Bauhandwerker betrachte ich seit geraumer Zeit aber nur noch als Idioten, Pfuscher und Abzocker.





Tja Willi,
wenn ich mir Deinen obigen Fragebeitrag so durchlese komm ich zu einem ganz anderen Schluß.

Dann mal viel Spass beim Anrühren der Wasserglaskalklauge und bei der Verarbeitung. Die Nachbarschaft wird sicher hellauf begeistert sein über soviel Handwerkskunst!



Vielen Dank für Dein Lob!



Und als Dankeschön noch 'ne kleine Anregung.

Gruß Udo






Der Anfang des Clips war ja gut Udo. Aber wie der sich dann weiterentwickelt hat, nich schön.



Stimmt Jens...



...wirklich nicht schön! Aber da bekommt der Spruch Fünfe gegen Willi nen ganz anderen Touch. :o}

Gruß Ronny



Stimmt Jens...



...wirklich nicht schön! Aber da bekommt der Spruch Fünfe gegen Willi nen ganz anderen Touch. :o}

Gruß Ronny





Entschuldigund Herr Schröters,

die Frage war ja auch kann man das so machen.
Offensichtlich weiß
das aber niemand. Folglich habe ich zwei möglichkeiten, selber zu Experimentieren, leider habe ich nicht die Zeit, oder ich verwende dann eben die Dispersionssilikatfarbe und gehe auf Nummer Sicher.

....und Kalk auf Beton hält eben doch, wenn man bestimmte Dinge beachtet.
Als ich damit angefangen hatte war der Rat eines "Fachmanns": "Nach dem Streichen muss unbedingt viel Luft an die Wand damit der Kalk auscorbonisieren kann"
Das Ergebnis am nächsten Tag war Puder auf der Wand, konnte man mit dem Besen abkehren, soviel zum Fachmann.

Probieren geht eben über Studieren, aber wie gesagt leider fehlt mir die Zeit dazu, auch weil die Fassade in einem erbärlichen Zustand ist und ich nicht will das Sie, wie das Forenmitglied Konrad Fischer sagen würde: "absäuft", hier hat er wohl mal Recht und die "Fachleute" die diese drecks WSV's erfunden haben gehören an selbige genagelt.

Beste Grüße

Willi





Stimmt Rony,
das is alles dem Mühle seinen Schuld!
Unfähig, nicht mal n richtigen Clip kann der Einstellen. Scheiß Handwerker.





Nimm Silikonharzfarbe !
Dein Kalkzeugs kannst du auf dem Untergrund vergessen !





Hallo Willi,
also das Du keinen Beifall erwarten kannst wenn Du in nem Handwerkerforum obiges von Dir gibst war zu erwarten.

Auf Beton im Innenbereich hätte eine gewöhnliche Dispersion genügt und Du hättets Dir den Puder ersparen können. Das "absaufen" der Fassade ist möglich. Die Frage ist nur tut sie das wirklich oder haben schlicht die Farbpigmente in der Beschichtung versagt und es kam so zu den Flecken. Keiner kennt Deinen Bau hier. Wir alle Raten!
Eines möcht ich Dir aber mit auf den Weg geben. Lass die versuche mit dem selbstmischen von Kalkfarbe mit Wasserglas. Wozu auch?! Kauf Die eine Silikonharzfarbe oder meinetwegen auch Silikatfarbe und gut ists.



@ Schröters



Ja ja, immer uff de Kleen!!
Wenn's besser bringst, dann mach'sn doch!

Ich kann mich erinnern, wenn Du Löcher bohrst, säuft gleich 'ne ganze Bude ab!

Äääääätsch!





Komm Du Lehmschmeißer, stell mal einen von Deinen unter Verschluss gehaltenen Hardcorclips ein!!
Um die Mecker vom Vorsitzenden kümmer ich mich dann, keine Angst-
Is ja auch schon nach 22Uhr, darfste also-:)



WDVS sanieren



Hallo,

es gibt vernünftige Sanierungssysteme der einschlägigen Hersteller auch für WDVS-Fassaden mit den geschilderten Symptomen. Statt jetzt zu basteln würde ich einen Fachberater zur Baustelle kommen lassen und dann ein erfahrenes Unternehmen damit beauftragen (am besten Referenzen beim Werksvertreter einholen). Der erstbeste Architekt oder Ingenieur hat die Erfahrung damit sicher nicht und ein Laie schon gar nicht.
Auch übers Internet kann ich nicht feststellen, was der Fassade wirklich alles fehlt, denn ich nehme mal an, die geschilderten Symptome sind nur die Spitze vom Eisberg.

Grüße vom Niederrhein





Betongestaltung im Innenbereich.
Für Anregungen guckst Du hier;


www.myvideo.de/watch/63005/Adolf_allein_in_Berlin





Leider habe ich nicht das Geld für eine Sanierung.

War Heute bei der STO Farben Niederlassung in der Stadt,
es kommt eine Silikonharzfarbe drauf.

Wenn ich das Haus bis in 10 Jahren noch habe, kommt eine Konterlatung auf die Fassade un dalles wird mit Holz verkleidet, das streiche ich nicht sondern lasse es vergrauen.





Bei meiner Recherche bin ich auf eine Firma gestoßen, nennt sich ThermoShield.

http://www.thermoshield-europe.com/de/thermoshield-die-energiesparfarbe.html

Kennt die jemand, wäre das eine interessante Alternative zur Silikonharzfarbe an der Fassade?



Kalkfarbe



Hallo Willi,

Holgebrannten Sumpfkalk halte ich für ein super Material, aber würde bei Deinem Fall nicht anwenden.Es währe ein Experiment welches das ganze noch komplizierter macht.

Zum Bild:Der Besenwurf 1997
einfach als Beispiel,
Im Vordergrund spritzt ein Handwerker, in diesem Falle ich, den Putz an die Wand; früher wurde für diese Sruktur der Besen genommen.
...



Kalkfarbe



Besenwurf 2008
Diesen Putz färben wir mit verschiedenen Steinmehlen ein und wird nicht gestrichen.
Bild:Besenwurf gelb
Das Bindemittel, wie bei allen unseren Deckputzen ist holzgebrannter Sumpfkalk.
Ein macher Neubau sieht schon nach ein paar Jahren schlimm aus.
...



Kalkanstrich



es ist weder Quark noch Wasserglas noch sonst irgendwas nötig im Kalkanstrich

Mit freundlichen Grüßen



Kalkfarbe mit Wasserglas als Bindemittel gibt es nicht!



Hallo Willi,

Thomas Lingl gibt den richtigen Hinweis!
Auf organische Untergründe kann keine Reinsilikatfarbe (Wasserglas) und auch kein Sumpfkalk gestrichen werden. Ratschläge dieser Art an dieser Stelle sind fachlicher Unsinn! Sie werden sich Anstrichschäden einfangen, die sich gewaschen haben!
Seriös kann man erst einen Ratschlag geben, wenn man ihre Schäden gesehen hat. In der Tendenz ist aber die Siliconharzfarbe der richtige Ansatz.
Zu Ihren Aussagen:
- Kalkfarbe hat nichts mit Wasserglas zu tun!
- Sie können Wasserglas nicht einfach kaufen, weil es sich um einen Gefahrenstoff (Erblindungsgefahr bei Spritzer ins Auge) handelt.
- Es kann eine Reinsilikatfarbe gestrichen werden (aber vermutlich nicht auf Ihrem Untergrund!), das kann aber nur ein Malerfachbetrieb, siehe vorherigen Punkt.
- Suchen Sie einen seriösen Malerfachbetrieb auf! Der hilft Ihnen sicher weiter!
- Algen, Pilze, Moose, Flechten müssen bekämpft werden, da sie sonst in Ihren Putz einwachsen! Geschieht das frühzeitig ist keine Chemikeule nötig. Ist Ihr Biotop auf der Fassade aber schon weit fortgeschritten, muss man zu härteren Mitteln greifen. Das kann man aber nur vor Ort klären und nicht theoretisch im Internet!

Achtung: Das Biotop muss erst tot sein, ehe ein neuer Anstich aufgetragen wird, weil es sonst unter der Farbe weiterwächst und sie dann schwere Anstrichschäden bekommen! Hier darf es keine Kompromisse geben!

Der von Ihnen per Link angegebene Farbenhersteller ist in der Branche praktisch unbekannt. Ich weiß auch nicht wie man mit einem Anstrich ernsthaft Energie sparen soll.
Ich halte das für eine ähnliche Marketingidee wie in den 70ern kreidende Dispersionsfassadenfarben denen man eine selbstreinigenden Eigenschaft zuschrieb. Ist klar wenn die Oberfläche ständig abwittert, oder wie auch jetzt wieder, wo einer Silikonharzfarbe eine selbstreinigende Wirkung zugeschrieben wird (Lotuseffekt) wenn der Regen den Dreck bzw. Staub von der Fassade wäscht. Das ist bei allen Silikonharzfarben der Fall. Die anderen sind nur um 50% günstiger. :)





Willi, bei ihren Äußerungen zur Handwerkszunft, wundert sie der unfreundliche Gegenwind sicher nicht, oder?

Das mit dem Pudern der Luftkalkfarbe ist tatsächlich auf mangelndes Know-How zurückzuführen.

Zwar findet die Karbonasitierung „Aushärtung“ unter Aufnahme von Luftkohlensäure (CO2) statt, allerdings, was häufig unter den Tisch fällt (insbesondere bei Laien), dazu braucht der gelöschte Kalk (das Kalkhydrat) trotzdem das Wasser, welches das Einbringen diese Luftkohlesäure überhaupt erst ermöglicht. Dabei entsteht kurzfristig H2CO3. Aus dieser Verbindung und dem Kalkhydrat geht CaC03 (der eigentliche „Kalk“, unddas was man haben will) und H20 hervor. Das H20, das dabei abfällt, ist das Nebenprodukt der Karbonasitierung, und dient somit nicht nur dazu die Pampe streichfähig zu machen. Verstanden?

Also auch Luftkalk braucht Wasser. Ihn zu früh trocknen zu lassen bedeutet die Aushärtung zu unterbrechen. Das Ergebnis kennen sie. Eigentlich wäre die erhöhte Zufuhr von CO2 für eine beschleunigte Aushärtung zu empfehlen. :-D

Ihr Handwerker hätte das wissen können, aber dass jemand Tips gibt zu einer Sache, von der er an sich nichts versteht, muss noch kein Grund sein, alle Handwerker in Sippenhaft zu nehmen und zu beschimpfen.

Des weiteren: Kalk hält auf Beton natürlich nicht, wenn darauf eine Sinterschicht ist, und die hat man eigentlich fast immer. Man muss die vorher also entfernen. Auch daraus kann ein Beschichtungs Haftproblem entstehen.

Zum Thema wetterbeständige Kalkanstriche:

Die Wetterbeständigkeit von Kalkfarbe kann durch hydraulischen Zusätze nicht unerheblich erhöht werden. Dazu zählen NHL Kalke („Natürliche hydraulische Kalke“), oder Puzzolane (z.B. Trass) u.a. Über genau Rezepturen oder Hersteller, welche das fertig anbieten, bin ich nicht im Bilde, aber prinzipiell gibt es solche Produkte.

Ferner ist auch auch eine Zugabe von Leinöl möglich (10-30g /l Kalktünche), wodurch sich wasserunlösliche Kalkseife bildet.

Und auch, obwohl hier gegenteiliges behauptet wird, ist die Zusatz von Wasserglas möglich. Durch Kaliwasserglas (K2SiO2) wird der Kalk, oder besser das Kalkhydrat in wasser- und und sogar säurefestes Ca-Silikat (CaSio3) umgewandelt. (Dazu 1 Rtl. Wasserglas auf 10-12 Rtl. Kalkmilch). Womit wir beim Silikat angekommen wären.

Unnötig zu erwähnen, dass das Arbeit für darauf spezialisierte Betriebe ist. Auch taugt ihr Untergrund dazu, wie schon erwähnt, nichts. Von allen sicher zu stellenden Randbedingungen daher mal abgesehen, wollte ich hier nur „fachlich“ Bezug zur ihrer Ausgangsfrage nehmen.

Gruß