Wandfarbe stinkt nach 3 Wochen noch




Verzweifelt: vor drei Wochen wurde unser großes Wohnzimmer gestrichen (Altbau, hohe Wände, Stuckdecke). Dafür haben wir eine Fachfirma beauftragt. Es wurde wie folgt vorgegangen (alle Produkte von Brillux): Raufaser entfernt, mit Tiefengrund (flüssig, durchsichtig) gestrichen, danach mit Mineralhandspachtel gespachtelt u. geschliffen, noch einmal Tiefengrund (?) darüber, dann einmal weiß vorgestrichen (Brillus Vitalux 9000), dann mit der abetönten Vitalux gestrichen (diese wurde in Münster, der Zentrale von Brillux) gemischt. Hier vor Ort wurde sie dann noch mal um eine Nuance aufgehellt mit dem Weiß. Zwischen dem Spachteln und dem Streichen lagen aus organisatorischen Gründen mehr als eine Woche! Die Fenster standen meist auf Kippe, wenn ich hier war, habe ich auch Stoßlüften gemacht.

Der Geruch ist schwer zu beschreiben, wir dachten zunächst, es sei Lösungsmittel. Allerdings riecht es auch leicht säuerlich, unsere Tochter sagt, es riecht nach Gurke.... Es ist zum Verzweifeln, denn seitdem können wir unser Wohnzimmer nicht mehr nutzen. Nach spätestens 20 Minuten fangen meine Augen an zu brennen und ich bekomme Kopfdruck und Übelkeit (!). Alles habe ich sonst nie. - WAS IST PASSIERT?

Seltsam ist vor allem, dass es völlig egal ist, ob man lüftet, gerade gelüftet hat, die Heizung an oder aus ist, die 'Tür auf oder zu ist - sobald man den Raum betritt, schlägt es einem entgegen, es geht natürlich auch über den Flur in andere Räume, man riecht es sofort, wenn man die Wohnung betritt. Inzwischen bleibt die Tür geschlossen :-( Instinktiv habe ich das Zimmer noch nicht eingeräumt... (mein Bauchgefühl sagte mir von Anfang an, da stimmt was nicht). - Es wurde ja nicht zum ersten Mal bei uns gestrichen, niemals haben wir auch nur länger als einen oder zwei Tage überhaupt auch nur ein bisschen gerochen, selbst wenn Türen lackiert wurden, keinerlei Beeinträchtigung! - Nun soll diese Farbe speziell für "sensible Bereiche" wie Kindergärten, Krankenhäuser sein usw. - wie also kann es sein, dass sie so unverändert stinkt? :-( Ich habe auch langsam Angst um die Gesundheit.

Die Farbe haben wir selbst nicht direkt ausgesucht, dem Maler nur gesagt, dass sie ohne Konservierungsmittel sein soll usw.
Er arbeitet auch sehr gewissenhaft und verdammt ordentlich und gut. Nur leider ist das hier der Super-GAU - das Ganze ist sehr teuer gewesen, diese Wände zu spachteln. Es sieht traumhaft aus, aber das kann es doch nicht sein?! Wir haben die Schlussrechnung noch nicht bezahlt. Was können wir tun? Ich habe keine Hoffnung ehrlich gesagt, dass das weggeht. Kein Tag bringt Besserung. Jeder Versuch, es im Wohnzimmer "auszuhalten", scheitert.
Wer hat einen Rat, so etwas schon erlebt?
Ich bin gesundheitlich schon angeschlagen (Autoimmunerkrankungen) und hatte mich gerade wieder einigermaßen erholt und nun das hier. Ich möchte am liebsten die Farbe sofort wieder von den Wänden haben.
Wir fragen uns, ob es eine chemische Reaktion gegeben hat oder die Farbe bereits schlecht war, als sie verarbeitet wurde... Warum z. B. muss sie in Münster gemischt werden? Der Maler erklärte uns dazu vor ein paar Wochen, dass die Pigmente dazukämen und von dem Moment an die Farbe empfindlich sei oder so ähnlich. Ich frage mich aber, wieso wird sie dann verschickt und darf überhaupt noch mit weißer Farbe vermischt werden, wenn das so sensibel ist... und was ist möglicherweise auf dem Transport passiert?...

Ach so, ja, es riechen sämtliche Wände, an jeder Stelle, ich habe immer wieder alles abgeschnüffelt in den letzten beiden Wochen um dahinter zu kommen, was überhaupt los ist.

Bitten um dringende Hilfe!!



Wurde sonst noch etwas gemacht?



Bodenverlegearbeiten z.B. ?

Ich behaupte einfach mal das es nicht an der Farbe liegen kann. Die Tönung im Werk kann verschiedene, auch logistische, Gründe haben. MIt welchem Weissmaterial wurde die Farbe aufgehellt? Wieder Vitaluxx?

Möglcherweise gibt es Reaktionen mit alten Kleberresten von der Rauhfaser!?

In meinem Umfeld gab es Geruchsbelästigungen durch gleichzeitige Bodenarbeiten, alte Kleberreste reagierten mit neuem Fliesenkleber und es stank alles faulig.





Leider ist das Problem mit "üblem" Geruch nach der Renovierung (auch in diesem Forum) nicht so selten.

Überproportional häufig sind dabei Produkte von der Fa. Brillux dabei, was wohl aber an den großen Verkaufszahlen liegt.

Die Ursachen können vielfältig sein. Zum einen haben wir bei "üppigen" Einsatz kunststoffvergüteter Produkte, selbst dann ein höheres Aufkommen an flüchtigen Kohlenwasserstoffen, selbst wenn einzelne Produkte als "emissionsarm" deklariert sind.

Ein anderes Problem können Neben- oder Zersetzungsprodukte der Kunstharzpolymere sein, die jetzt noch als reaktionsfähiges Molekül (Monomere) vorliegen und eine sehr niedrige Geruchsschwelle haben.

Kunstharzbindemittel auf der Basis von Polyvinylacetat können Essigsäure durch Verseifungsreaktion bzw. Hydrolyse freisetzen. Hier ist (dauerhafte) Feuchteinwirkung oder Stoffe mit alkalischer Reaktion problematisch.

Die "konservierungsstofffreien" Farben, enthalten keine Biozide (Benzisothiazolinon) sondern sind zur Haltbarmachung mit Wassergläsern alkalisch eingestellt.

Der Spachtel und die Wandfarbe, wie auch der Tiefengrund von Brillux sind alle mit Styrol-Acrylaten gebunden. Kann es sein das auch noch ein anderer Tiefengrund der Vinylacetat enthät eingesetzt wurde? Hier könnte ein "säuerlicher" Geruch entstehen.



wandfarbe stinkt nach 3 Wochen noch



Vielen Dank für die Antworten.
(Es sollen insgesamt 81 User diesen Beitrag gelesen haben, das zeigt doch schon, dass das kein außergewöhnliches Problem zu sein scheint...)
Zu den Fragen: Es wurden keinerlei sonstige Arbeiten gemacht (Boden oder so), es sind eindeutig die Wände, auf der gesamten Fläche riechen die.
Ob noch ein weiterer Haftgrund/Tiefengrund verwendet wurde, weiß ich nicht, ich sah nur diese Kanister dort stehen, die ich genannt hatte.

Was ist ständige Feuchteeinwirkung? Hierzu zählen ja wohl nicht Lüften?

Das Zimmer ist links und rechts begrenzt von Wänden zu Nachbarzimmern, die regelmäßig bewohnt und beheizt werden. Ansonsten halt auf den schmalen Seiten Fenster bzw. Tür zum Flur, auch beheizt sozusagen, wir haben die große Flügeltür immer offenstehen, außer manchmal abends im Winter.

Ja, leider sind wir ja nicht viel weiter gekommen. Ich hoffe, dass evtl. nach Pfingsten hier noch mal jemand liest...

Wir benutzen das Zimmer jetzt nicht, alles bleibt uneingeräumt, wie es ist, wer weiß, was der Maler nächste Woche sagt, den ich natürlich inzwischen kontaktiert habe.

Wer hat Ähnliches erlebt und weiß, wie man die Wände wieder "frei" kriegt? Abschleifen??!!! Der Maler soll uns jetzt bitte nicht vorschlagen, drüberzustreichen oder monatelang abzuwarten. Da es unverändert ist, egal bei welcher Temperatur etc. hätte ich eher Angst, dass es im Winter noch schlimmer wird, jedoch null Hoffnung, dass sich da was zum Guten ändert :-( leider...



Isolierspray unter Wandfarbe



Total vergessen: Auf einem Stück von ca. 30x30cm wurde so ein Isolierspray (auch von Brillux) verwendet. Dort waren Verfärbungen am Kaminschacht. Die sah man ja vorher nicht wegen der Raufaser. Wie gesagt, wir hatten die "nackten" Wände. Teilweise war dort so eine dünne Alu (?)-Folie früher.
Ich bin einfach traurig, dass so etwas passieren konnte, da wir doch extra alles haben entfernen lassen von den Wänden und meiner Meinung nach nun jede Möglichkeit hatten. Nun stinkt es unerträglich und unverändert und hat ein Schweinegeld gekostet :-(.... Die Entscheidung, das zu machen, hat zwei Jahre gedauert. Die Wände sehen auch wahnsinnig gut aus... was machen wir bloß, wenn der Maler keine Abhilfe in Form von Entfernen der Farbe machen will? Ich hoffe, dass er sich am Dienstag äußert.



Chemische Reaktion durch Klebereste?



Es riecht nicht faulig!

Die weiße Farbe zum Aufhellen war auch Vitalux.

Klebereste von der Raufaser kann ich nicht ausschließen. Soweit wir gesehen haben, war die restlos runter. Den Kleber kann man ja vielleicht nicht sehen?...





Um den rechtlichen Rahmen einordnen zu könne wäre es noch wichtig zu wissen ob ihr Wohnbesitzer (Mieter) oder Wohnungseigentümer seit.

Ansonsten hat sich bei euch das "Restrisiko" der "modernen" Beschichtungsstoffe verwirklicht. Alle Fälle die ich kenne gingen mit einem gemischten Aufbau vielfältiger Produkte einher.

Hier eine Prognose auf Besserung zu stellen ist schwierig. In der Tat kann auch das Lüften bei feucht warmer Witterung das "Geruchsproblem" verstärken, da der Wasserdampf die "Geruchsmoleküle" transportiert.

Du musst dir vergegenwärtigen das selbst die "sensitiven" Produkte um die zwei Prozent flüchtige Kohlenwasserstoffe enthalten können, die auch nicht alle sofort entweichen.

Das sind 0,2 Liter je 10 Liter Gebinde, da kommt bei euren großzügigen Räumen ja einiges zusammen.

Die Handwerker reagieren auf solche Reklamationen unterschiedlich. In aller Regel wird man dir anbieten die Wände nochmals zu überstreichen, um den Geruch so "festzukleben" bzw. zu "maskieren" wenn man sich sehr fachlich ausdrücken möchte. Und möglicherweise kann dies auch eine Lösung sein.

Oder aber man hält den Geruch für unerheblich oder materialtypisch und sieht sich da außer Verantwortung.

Auch der hinzugerufene "Anwendungsberater" gibt sich meist "ahnungslos", was eigentlich nicht sein kann, mir sind hier mindestens acht Fälle bekannt, überwiegend mit Brilluxprodukten. Auch die Fachliteratur weist auf solche Probleme mit Emissionen und der Raumluftbelastung hin.

Rechtlich habt ihr mit dem Maler einen Werkvertrag und er schuldet ein mangelfreies Werk, wozu auch die "sensorische Unauffälligkeit" gehört. Allerdings hat er auch das Recht zur Mangelbeseitigung (Nacherfüllung,
§ 635 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)).
Erst wenn die Aufforderung zur Beseitigung fruchtlos bleibt oder eine Nachbesserung misslingt können weitere rechtliche Schritte erwogen werden. Gegen die Zahlung der Schlussrechnung, steht euch ein Zurückbehaltungsrecht vom Doppelten der möglichen Mangelbeseitigungdkosten zu (641 BGB).

Leider seit ihr mit der Materialauswahl auf einen "Umweg" geraten. So eine Berliner Altbauwohnung hätte wie lange üblich auch einen Anstrich aus Schlämmkreide und Knochenleim oder für die Stuckdecke mit Leim aus gekochtem Knorpeltang (Carrageen) vertragen.

Die Wände werden mit einer Kalkglätte gespachtelt. Das gibt es alles auch mit Leichtfüllstoffen, schleifbar und schnell bindend, aber ohne Kunststoffe.

Statt Tiefengrund setzt man nach alter Tradition lieber auf Kalkmilch mit etwas Magermilch, zur Festigung und Regulierung der Saugfähigkeit oder eine Lösung aus Pflanzenölseife.

Auch die Rußdurchschläge vom Kamin lassen sich mit Schellackseife isolieren.

Kalk- und Kalk-Kaseinfarben bieten genauso traumhafte Ergebnisse, mit Rohstoffen einfacher Genese und überschaubaren "Gefahrenpotential".

Also wer die ungetrübte Aufenthaltsqualität in alten Gemäuern erhalten möchte sollte den Baumarkt als Materialquelle meiden und sich auch nichts von "Remmers" oder irgendwas auf "Silikatbasis" liefern lassen.

Bei der Fa. Hessler Kalk oder Kreidezeit wird man hingegen mit tradierten aber dennoch ausgereiften und wirtschaftlich fair feilgebotenen Produktalternativen versorgt.

In Ballungsräumen sollten sich auch immer geneigte Handwerker finden lassen die selbiges genauso rationell wie qualitätsbewusst verarbeiten. Also beim nächsten Mal, ist das vielleicht der kürzere Weg.



Anfrage an Brillux und Antwort



Hallo Hannah,

ich habe mir erlaubt, mal bei Brillux anzufragen. Die Antwort mit dem Angebot, sich der Sache einmal anzunehmen kam prompt.

Kannst Du mir bitte deine Kontaktdaten (eMail und Telefonnummer) zusenden (stoepler@fachwerk.de), dann stelle ich den Kontakt her und leite Dir die Antwort weiter.

Gruß
Hartmut



Anfrage an Brillux



Lieber Hartmut, vielen Dank, das ist super, dass Du Dich gekümmert hast, vielen DANK!!!!!

Ich habe inzwischen jedoch auch mit unserem Maler sprechen können; er hat auch bereits bei Brillux telefonisch angefragt. Da sagte man ihm, man solle noch mal eine Woche abwarten...

Der Maler wollte eine Probe Streichen auf einer Platte in seinem Betrieb mit genau dem Aufbau, den er gemacht hat. Wahrscheinlich hat der Brillux-Mitarbeiter ihm das geraten. Allerdings weiß ich nicht, was das bringen soll, denn der Maler hat die Originalfarbe ja gar nicht! Der Rest steht ja noch bei uns! Außerdem meinen wir, dass es an den Fensterlaibungen, wo die weiße Farbe gestrichen wurde, nicht so riecht... Man wird jedoch ganz verrückt ;-)... bei dem Geschnüffele und gesund kann da ja nicht sein, also lassen wir das jetzt lieber und warten ab in der Hoffnung, dass schnell Abhilfe geschaffen werden kann.

Im Laufe der Woche kommt vielleicht einer vorbei von denen zusammen mit dem Maler.

Nach wie vor ist nämlich keine Besserung eingetreten. Ich kann halt nur unsere Beobachtungen weitergeben. Manchmal haben wir ja für ne Stunde oder so den Eindruck, es ist fast weg bzw. schwächer, wenn wir kurz den Kopf ins Zimmer halten. Ansonsten bleibt die Tür zu, es zieht sonst rüber bis in die Küche, wo wir oft sitzen. - Ich lüfte regelmäßig in dem Zimmer, kurz und mit weit geöffnetem Fenster. Es nützt alles nix. Manchmal scheint es nach dem Lüften sogar schlimmer zu sein.

Der Maler sagte, wir sollen das Zimmer 5-6 Stunden, bevor er kommt bzw. der Brillux-Mitarbeiter, geschlossen halten. HAHA. Das ist leider überhaupt nicht nötig, selbst wenn die große Tür offenbleibt, schlägt es einem sofort entgegen, leider... :-(

Ich werde berichten, vielleicht interessiert es hier im Forum.

Wir hatten gehofft, Antworten zu bekommen mit ähnlichen Erfahrungen, aber beim Stöbern habe ich hier dann doch noch einige Berichte von leidgeprüften ;-) Familien gefunden mit ähnlichem Problem...





Ja, dass ist das übliche Prozedere, dem Vorgang etwas Komplexität andichten und im Ergebnis den Kunden hinhalten, der nun nicht nur um Geld und Zeit entreichert wurde sondern auch um die Freude an der Renovierung gebracht wurde.

Brillant ist anders!

Google doch mal "Brillux", "Polarweiss" oder "Schöner Wohnen" und "stinkt", da findest du Sachen die sind so alt wie das Internet.


Also ich bin kein Freund von solchem Popanz. Der Geruch wird von (zerfallenden) "Restmonomeren" verursacht.

Wie es dazu kommt ist hinterher selten festzustellen. Entweder wurden Produkte ineinander gestrichen oder es wurde Gefäße oder Werkzeuge die mit anderen Materialresten verwandt.

Deswegen bringt auch die ganze Beprobung auf "Musterplatten" nichts.

Wir haben es hier mit "komplexen" Industrieprodukten zu tun. Der gewerbliche Anwender (Handwerker) hat hier weder Kenntnis noch Verantwortung über das Material.

Man solle doch nicht glauben das bei den "emissionsarmen" und "lösemittelfreien" Produkten (Abkürzung E.L.F.) jetzt besonders "gesunde" Materialien eingesetzt werden oder Zutaten einfach entfallen sind.

Ganz im Gegenteil werden noch mehr "Hilfsstoffe" eigesetzt, beispielsweise irgendwelche "Redoxreagenzien" um flüchtige Bestandteile im Anstrichfilm zu halten. Und die Haltbarmachung durch Biozide wird durch alkalische Stoffe erreicht, die nunmehr wieder mit anderen Stoffen "gerne" reagieren. Wenn wir solche Produkte jetzt absichtlich oder unbeabsichtigt mischen kann es schon sein das es im Ergebnis "übel" riecht.

Prinzipiell wird das irgendwann in der Intensität nachlassen, aber nach welchen Zeitraum kann dir keiner sagen. Ich würde eher mit mehreren Monaten der Auffälligkeit rechnen, jedenfalls geht das nicht abrupt weg.

Also wenn ich hier in der Handlungspflicht stünde, würde ich eine "kostenneutrale" Ozonbehandlung anregen um dem Trauerspiel wenigstens ein zeitiges Ende zu bereiten, da kannst du wenigstens am kommenden Wochenende die Möbel wieder einräumen.


Wenn ich ein gesundheitlich unbedenkliches Produkt anbieten möchte, dann tute ich da einfach nichts bedenkliches rein, von Anfang an. Das dies funktioniert ist Jahrhunderte alte Geschichte und heute geht es noch besser.

Leim- Kalk- oder Kaseinfarben, sind auch heute noch für jeden Qualitätsanspruch als Wandfarbe einsetzbar und relativ preiswert verfügbar.

Für "schwierige" Untergründe gibt es nunmehr auch speziell aufbereitete Bindemittel aus Wassergläsern.

Selbst wenn man das Understatement der Produkte in der Packpapiertüten ablehnt, so erschließt sich mir dennoch nicht, wieso ein Fachverarbeiter bei mineralischen Untergründen, nicht wenigstens ein Mineralfarbsystem offeriert.

Am Materialpreis kann es jedenfalls nicht gelegen haben.



Farbgestank durch komplexe Industrieprodukte und chemische Reaktionen



Mario, Sie werden wohl Recht haben! Jede dieser Farben ist pure Industrie - ich vermute auch, dass in den angeblich so unbedenklichen Farben jede Menge Bestandteile sind, die wiederum dafür sorgen, dass andere Belastungen entstehen. Ich bin gespannt, was der Maler zu seinem "Aufbau" zu sagen hat. Möglicherweise hat sich das wirklich einiges nicht miteinander vertragen. Dieser mineralische Spachtel war ursprünglich für eine Silikatfarbe gedacht... er sagte dann aber, das wäre schwer zu streichen, da hätte man Streifen, das sähe an den großen Wänden in dem hellen Zimmer nicht optisch einwandfrei aus und er würde lieber Dispersionsfarbe streichen, leider haben wir zugestimmt :-(. Dann hat er diese Vitalux ausgewählt, das haben wir erst gesehen, als gestrichen war und dachten o.k. super, die ist sicher (hahah) unbedenklich. Tja. Vielleicht passte in diesem sog. Aufbau das alles nicht zusammen. Das wäre dann aber doch seine Verantwortung bzw. sein Fehler?! Nur - wie kriegt man das nun raus bzw. weist es nach? Ich hoffe er ist fair genug.... Ich habe keine Kraft und Lust zu monatelangem Warten. Wer weiß, wie es im Winter dann ist...



Ozonbehandlung gegen Farbgestank - Abschleifen von alter Farbe



Mario, noch eine Frage, Sie schreiben da was von Ozonbehandlung. Ist das nicht auch eher schädlich und/oder kontraproduktiv? Habe nur "Schlechtes" darüber gelesen. Wir hätten eher Angst, noch mehr Fehler zu machen.

Ich möchte sehr gerne, dass die Farbe runtergeschliffen wird. Das ist doch mit Maschinen, an denen so ein Sauger angeschlossen ist, möglich, oder ist das unmachbar? Nur damit ich vorbereitet bin, vielleicht hat jemand hier Erfahrung damit, danke!



Farbe abschleifen



Das geht schon, doch würde ich erstmal alle anderen Ratschläge befolgen, bevor ich Schleifen würde. Nachdem wir im Haus sämtliche Farbe von den Wänden geschliffen habe, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass ich das nächste mal eher den Putz von den Wänden schlagen und neu Verputzen würde. Silikatfarbe dürfte vermutlich eine ebenso hartnäckige Schicht bilden, wie unsere Leimfarben, die aufgrund undichter Fenster über die letzten 100 Jahre stellenweise zu einer glasharten Schicht versintert sind.





Ja mit dem Streiflicht ist sicher gewichtiges Argument, was aber auch anders unabhängig vom Bindemittel lösbar ist, da für ist er ja der Fachmann.

"Stinken" darf es am Ende nicht, ich halte solch einen Mangel auch nicht für unbedeutend ganz unabhängig welche gesundheitliche Relevanz dahintersteckt. Der Handwerker kann nichts fürs Material und ich glaube nicht das die was (absichtlich) reingemacht haben, dass es "stinkt".

Trotzdem müssen die sich kümmern das es nicht mehr stinkt.

Über Art und Umfang der Mangelbeseitigung hat aber zunächst der Auftragnehmer das Bestimmungsrecht, es sei denn, eine Nachbesserung ist von vornherein nicht zumutbar, dass sehe ich hier noch nicht.

Ein "Abschleifen" und die völlige Neuherstellung dürfte unverhältnismäßig sein und kann sicher nicht verlangt werden.

Vielleicht hältst du dich einfach erstmal raus. Die (Handwerker, Materialhändler, -hersteller) sollen das bitte klären und dir zum Ende der Woche ein Angebot zur Mangelbeseitigung machen.

Die "Ozonreinigung" ist sicher auch eine "harte" Angelegenheit. Die Räume müssen nach der Behandlung zwei Tage gelüftet werden. Der Aufenthalt während der Behandlung des Raumes, ist natürlich für Mensch und Tier nicht zuträglich und auszuschließen. Die Türen zu Nachbarräumen sind "gasdicht" abzudichten.

Bestenfalls die "Zerfallsprodukte" sind wieder gesundheitlich fragwürdig, aber hier sehe ich da kein zusätzliches Risiko, da die Stoffe ja sowieso "fest" im Film gebunden sind, deren Geruch ist ja das Problem.

Das Ozon selbst zerfällt wieder rückstandslos zu Sauerstoff.

Aber das war nur mein Vorschlag für ein offensives Vorgehen. Wenn sich jemand in der Hotellobby erbrochen hat, lässt man es ja sicher auch nicht erstmal vier Wochen stinken, bevor man den Teppich shampooniert .

Wie gesagt die sollen eine Lösung erarbeiten. Lass alles so wie es jetzt ist und warte was die anbieten. Mehr kannst du im Moment nicht machen.

Wie gesagt die Schlussrechnung wird erst gezahlt wenn es nicht mehr stinkt.



Wir haben die gleichen Erfahrungen gemacht



Wir haben zur Sanierung unserer Räume im Dezember 2017 weiße Farbe verstrichen, die den Namen Polarweiß trug. Allerdings weiß ich nicht mehr, welcher Hersteller es war.

Alle Decken und einen kompletten Raum, der mit Trockenbau verkleidet war, haben wir mit dieser Farbe gestrichen. In dem größten Raum, hat es ab etwa Januar nach Katzenpippi gerochen, obwol wir keinerlei Katzen oder Haustiere haben.

Die Intensität reicht von nicht riechbar bis deutlich riechbar und muss in Abhängigkeit der Luftfeuchtigkeit stehen.

Im größten Raum riecht es recht deutlich, in den Kleineren fast gar nicht. Der Wandaufbau aller gestrichenen Wände beziehungsweise Decken, die müffeln, ist Trockenbau -Tiefengrund-Wandfarbe.

Über den Zusammenhang gibt es nur Hypothesen. Die Wahrscheinlichste ist, dass wir einen Topf alter, und damit schlechter Farbe erwischt haben.

Eine Probe beziehungsweise kleine Probefläche zu streichen, sehe ich als nicht hilfreich an. Ein überstreichen 7:00 Uhr dazu, dass die Winter einfach später anfangen zu riechen.

Meiner Meinung nach bleiben also nur zwei Optionen. Wand komplett neu machen inklusive aller neuen Schichten oder etwas Geduld und kräftiges Lüften. Bei uns tritt seit etwa drei Wochen eine Besserung ein. Allerdings haben wir fast ganztägig die Fenster offen.



Autokorrektur



Im vorletzten Absatz muss natürlich der Satz lauten: Ein Überstreichen und damit Abdecken führt eigentlich nur dazu, dass die Wände einfach etwas später anfangen zu riechen.

Es gibt extra für Raucherräume noch spezielle Farben, die Gerüche auch abdecken. Vielleicht wäre das eine Notlösung.



Abschleifen von Dispersionsfarbe von gespachtelten Wänden



Danke Mario. Ich denke, auch, dass wir dem Maler nun demnächst eine Frist setzen sollten zur Nachbesserung. Wir haben Anspruch auf geruchsfreie Räume. Irgendwas ist da gründlich schiefgegangen. Ich lasse ihn erst einmal Vorschläge machen.

Überstreichen kommt für mich defintiv nicht in Frage - Danke Holger, Du sprichst mir aus der Seele ;-) bzw. auch mein Verstand sagt mir, das kommt dann irgendwann wahscheinlich auf uns zurück... Besser jetzt das richtige (haha, vermeinlich richtige?) Vorgehen.

Ozonbehandlung - NEIN DANKE!

Ich bin gespannt, was sein Test mit dem Streichen einer Platte unter Folie... bringt. Das könnte doch bestenfalls was bringen, wenn die Farbe tatsächlich schlecht war oder der Aufbau nicht stimmte. Dann wüsste man vielleicht, dass es nicht an den Wänden darunter liegt. - Ich erinnere mich jedenfalls nicht, dass es so gerochen hat, nachdem (immerhin fast 2 Wochen!) die Wände einfach nur gespachtelt und später geschliffen waren (es war ja Arbeitspause aufgrund von Organisation). Da wäre uns das ja schon aufgefallen. Aber es roch nicht schlecht während dieser Zeit ,halt ein bisschen nach Renovierung. aber o.k....

Ich werde dem Maler vorschlagen, zeitnah zu handeln.
Heute habe ich versucht, den Geruch zu charakterisieren: Säuerlich, plastikartig, als ob es ständig ausgast, mir wird zeitweise schlecht, es empfängt einen wie eine Keule in den Magen, wenn man den Raum betritt...

(Wir sind nicht ständig damit beschäftigt, auch wenn der Eindruck entstehen könnte, aber klar, es beschäftigt uns, da jeder Versucht, sich länger in dem Zimmer aufzuhalten, einfach bisher gescheitert ist. Man will nur raus oder ständig die Fenster aufreißen - Leider hilft das ja auch nicht, das Lüften). Das ist ja das FRUSTRIERENDE.

Ich berichte weiter.



Wandfarbe stinkt nach 3 Wochen immer noch



Ich wollte ja berichten, wie es weitergeht:
Es stinkt immer noch. - Der Maler war hier mit einem Brillux-Mitarbeiter. Der hat es sofort deutlich wahrgenommen.
Ich solle den Versuch mit Kaffeepulver machen. Da ich geduldig bin und es ein ganz schönes Vorhaben wäre, die Farbe von den Wänden zu schleifen, habe ich dem zugestimmt. Kaffeepulver in großen Mengen auf eine sehr große Schale auf einen Hocker in die Mitte des Zimmers. Dort stand der Kaffee über eine Woche. Es roch nur noch nach Kaffee, ich bekam Hoffnung, aber dann dachte ich, nun muss ich es mal wieder ohne Kaffee versuchen, tja, - und leider leider... :-( der Kaffegeruch verflog mehr und mehr, was bleibt, ist dieser fiese säuerliche Geruch. Wie bisher, egal, was man macht, und wie die Temperaturen und die Luftfeuchte sind - es IST und BLEIBT da.
Nun kommt der Maler nächste Woche und will noch einen "Test" machen, zum Ausschluss, wie er sagt: Er will alle Möbel, zum Glück nicht viele, mit Folie abdecken und auch den Boden.
Was soll ich davon halten? Es sind doch eindeutig die Wände, die so riechen.

Eine interessante Beobachtung: Im Schlafzimmer, das mit Silikatdispersionsfarbe (auch von Brillux) gestrichen wurde (bei gleichem Untergrund bzw. Aufbau, riechen die recht breiten Fensterlaibungen genau wie im Wohnzimmer die gesamten Wände. Dort wurde auf meinen Wunsch weiß gestrichen, und nicht mit der leicht abgetönten Silikatfarbe. Also scheint es doch an dieser Vitalux-Farbe zu liegen, die im Wohnzimmer verarbeitet wurde... Ich bin doch nicht blöd, man riecht es deutlich!!!!

(Diese Silikatdispersionsfarbe riecht auch leicht seltsam, man bekommt allerdings keine Probleme mit Nase, Hals, Augen, Kopf. Das Schlafzimmer riecht irgendwie kalkig-ganzleichtsüsslich (?) - Alles seltsam. Vorher war bei uns alles in Ordnung ...)

Ich hoffe, dass wir Ende der Woche wissen, was nun gemacht wird. Ich will dass die Farbe endlich runter kommt. Er sprach von Abschleifen.

Nun stellt sich noch eine ganz wichtige Frage: WELCHE FARBE dann nehmen?
Bitte um Tips! Mit Maler bisher darüber noch nicht näher gesprochen.
Will kein Brillux mehr oder ist das Quatsch?

DANKE