Fachwerk Innendämmung mit Lehmstein F90?

06.02.2008



Hallo liebes Forum,

ich plane zurzeit die Umnutzung eines ca. 200-300 Jahre alten Fachwerkspeichers und benötige etwas Unterstützung bezüglich des geplanten Wandaufbaus.

Die vorhandene Wandkonstruktion besteht lediglich aus 12-18cm starkem Fachwerk mit Backsteinausfachung (Sichtfachwerk ohne Außenputz). Eine Bodenschwelle ist nicht vorhanden. Die Ständer sind direkt auf eine ca. 20cm breite Betonaufkantung gestellt.

Geplant ist eine Wand als Innenschale aus Lehmsteinen mit einem Lehmputz innen. Der Zwischenraum von ca. 8-10cm soll mit einem Leichtlehm (ggf. + Holzfaserdämmung) verfülltem werden.

- Bestehen bei dem Aufbau bauphysikalische Bedenken, insb. hinsichtlich des Feuchteverhaltens?

- Eine Wandseite muss aufgrund geringer Abstandflächen in der Feuerwiderstandsklasse F90 ausgeführt werden. Ist dieses mit der Beschriebenen Konstruktion zu erreichen, bzw. mit welcher Konstruktion sind diese Vorgaben zu erfüllen?

Über eine Hilfestellung wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen,
Thomas





Hallo Thomas,

im Prinzip geht das. Da sind aber noch ein paar Dinge.

1. Speicher klingt größer als Scheune. Wie sieht es mit dem Denkmalschutz aus? Hier ist der erste Ansatz zu suchen, denn falls der besteht haben die Damen und Herren ein Wörtchen mitzureden, eben auch zu Punkt:

2. Umnutzung. Scheune zu Wohnraum ist genehmigungspflichtig. Würde ich auch niemals umgehen, der Ärger ist einmal zu groß und zum anderen, wenn da mal ein Schaden ist oder Brand zahlt kein Mensch irgendetwas für illegal errichteten Wohnraum .......

3. Wie kommt eine 20 cm hohe Betonaufkantung unter ein 200-300 Jahre altes Haus? Foto wäre gut.

4. Wegen der Lehmsteine und dem Wandaufbau sollte auf alle Fälle mit dem Hersteller über die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung gesprochen werden. Dann weißt Du welcher Wandaufbau sicher die Vorgabe F90 erfüllt.

5. Bauphysikalische Bedenken. Besonderes Augenmerk und Gehirnschmalz sollte hier auf den Fußpunkt mit der Betonaufkantung gelegt werden, da kann schon was schief gehen. Generell sollte ein Wandaufbau von innen nach außen betrachtet diffusionsoffener werden.

6. Nicht alleine anfangen ohne der Sache sicher zu sein. Im Umbau gilt immer: "Erstens kommt es. anders, und zweitens als man denkt"

Ohne es zu sehen ist das sehr schwierig zu sagen. Wo steht denn das gute Stück? Vielleicht ist ja jemand aus dem Forum in der Nähe.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



lehm



kann ihnen gern den Lehm sponsoren
mehr infos sind hier im forum + tel. 0172 3258258



F 90?



Aus meiner Sicht würde eine Wand aus Lehmsteinen die F 90 erreichen, nur da sind dann noch die Anschlussbereiche, die in keinem Fall F 90 erreichen.
Somit sehe ich den Ansatz eher darin von den F 90 herunter zu kommen und dies auf F 60 gemäß Musterbauordnung zu bringen. Dann sind das schon etwas besser aus.
Zur Bearbeitung dieser Frage muss das Gesamte betrachtet werden, um eine denkmalverträgliche Lösung mit allen Beteiligten gemeinsam zu erarbeiten. Dazu ist es wichtig, dass das Schutzziel genau definiert wird, um darauf auch den Brandschutz abzustimmen. Oftmals kann man mit sinnvollen Kompensationsmaßnahmen gerade derartigen Gebäuden wieder zum Leben verhelfen.

Brandschutzplatten sind das allerletzte Mittel für die Bewerkstelligung des Brandschutzes.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Ing. Veit Mach
ö.b.v. Sachverständiger