Feuchte Innenwand

05.02.2013 Toni



Hallo, ich bin Toni und glücklicher Besitzer eines alten Hauses aus den 20ern. Das Haus hat keine Bodenplatte, die Wände stehen auf einzelnen Fundamenten. Die vorhandene Horizontalsperre, warscheinlich Dachpappe, scheint sehr brüchig. Von daher denke ich, vor allem weil es eine Innere Wand ist, das sie ordentlich Wasser von unten saugt. Auf meiner Suche durchs Netz bin ich natürlich auf die üblichen Verdächtigen Sperren gestossen und konnte mir bereits ein kleines Bild machen. Leider gilt das auch für immer wiederkehrende Antworten in diversen Foren. Z.b. "Muss jemand kommen..." "Blos net selber machen...." u.s.w. Warum das geraten wird ist sonnenklar aber besonders schlimm finde ich das einige schwarze Schafe in Foren gerne darauf warten was die Experten im Real Life so von sich geben und dann ordentlich drauf einschlagen. Um dieses zu vermeiden bitte ich das nur Privatleute hier antworten, Danke!!!

Welche Sperren habt ihr verbaut? Chemische? Welcher Hersteller? Oder Mechanische? Erfolg?

Gruß Toni



Feuchte Innenwand



Ist hier niemand der eine Chemische oder Mechanische Sperre eingebaut hat? Niemand der Erfahrungen von vielleicht 5-10 Jahren hat? Das wär doch unglaublich.



Ich...



..hab keine Sperre eingebaut, aber wenn die auf dem Bild sichtbaren Polsterhölzer noch i.O. sind, woher soll die Wand dann Wasser "saugen"?

Ich mutmaße mal, wenn die Wand tatsächlich Wasser saugen würde, wären die Polsterhölzer allesamt dahingeschieden, oder täuscht das Bild?

Grüße



Hölzer



Die Balken sind nur für die Dielen. Sie enden ca. 4-5 cm vor der Wand und liegen dazu auf Dachpappe. Die sind noch gut. Zuerst war unsere Vermutung das alleine der Putz Wasserverseucht ist weil er teilweise bis unterhalb der vorhandenen Sperre reichte und quasi an der Sperre vorbei saugt. (Bild zeigt "Wasserstand" der anderen Seite, am dunklen Rand mittig zu erkennen). Leider war das aber bei ein paar anderen Wänden nicht der Fall so das wir jetzt der Meinung sind das der Mörtel der Wände durch die eventuell defekte "Dachpappe" saugt.
Mir machen einige Beiträge und deren Verfasser hier ein wenig Angst denn für mich macht das was ich über aufsteigendes Wasser, Sperren und dergleichen gelesen habe durchaus Sinn. Wozu sollte man sonst schon vor 100 Jahren eine Sperre eingebauen wenn der Sinn net ganz erwiesen ist. Deswegen hoffe ich auf Antworten derer die in keinem Bezug zur verkaufenden Zunft stehen. Deswegen nochmal meine Frage anders gestellt.

Verhindern Chemische Sperren, richtig angewendet, das hochziehen von Feuchtigkeit, Ja oder Nein?



hallo



warum sollte es nicht funktionieren?
im grunde giebt es nur 2 möglichkeiten eine sperre nachträglich einzubringen, zum einen die bohrlochinjektion und zum anderen stück für stück aufsägen und eine neue mauersperrbahn einschieben. mauersperrbahnen giebt es auf bitumenbasis oder aus kunststoff. die methode mit dem aufsägen wird wenn sie es selber machen wollen nicht in frage kommen denke ich, also würde nur die bohrlochinjektion bleiben. funktionieren tun auf alle fälle beide.

mfg alex



Super....



....dat hört sich schon mal brauchbar an, Danke! Es stimmt, die mechanische Variante fällt für mich leider aus. Wenn sich jetzt noch jemand zu Wort meldet der mit Langzeiterfahrung dienen kann wäre das noch besser.

Trotzdem Danke schonmal Alex





Hallo

leider befasse ich mich gewerblich mit dieser Thematik, setze jedoch in diesem Portal keine Interessen an irgendeinen Verkauf.
Bei den Bildern gehe ich von einer ca. 12 cm dicken Innenwand aus. Diese per Injektage abzudichten würde ich persönlich nicht in betracht ziehen.
Bei der erkennbaren Art rate ich zum Fachbetrieb welche das Sägeverfahren in Ihrer Region anbietet.
Die Kosten hierfür sollten sich nicht gravierend unterscheiden zu einer selbst eingebrachten HZ-Sperre mit irgendeinem Produkt aus dem Baumarkt(Wirksamkeit vorrausgesetzt).
Weiterhin wäre die Sperre im Sägeverfahren 100%ig und nachhaltig.

MfG

Jens Zinke
Zinke Bausanierungs- und Bau GmbH
Leipzig



feuchte Innenwand



Man sollte sich eigentlich hüten allein mit einem schlechten Foto und ohne die Sache selbst gesehen zu haben über die Schadensursache zu orakeln.

Trotzdem kann ich es mir nicht verkneifen:
1. Ich glaube nicht daran das diese Innenwand "ordentlich Wasser von unten saugt".
2. Ich glaube nicht daran das diese Wand feucht ist, wenn dann höchstens der Putz.
3. Ich halte deshalb in diesem Fall eine nachträgliche Abdichtung für rausgeschmissenes Geld.

Viele Grüße



Hallo Jens,



Die Wand ist 24cm dick. Meinen sie das sich aufgrund der Wandstärke eine Injektion nicht lohnen würde?



Hallo Georg,

Auch wenn Orakeln sicherlich nicht ratsam ist so hat Jens doch wenigstens versucht eine Antwort zu geben und nicht nur zu lamentieren das dies und jenes Quatsch ist. Ich bitte sie daher zu erläutern warum sie meinen das nur der Putz naß ist und nicht die Wand.

mfg



Innenwand



Weil ich in meinem jahrzehntelangen Berufsleben in der Sanierung schon hunderte alte Häuser gesehen habe und glaube mich ein bisschen damit auszukennen. Von den vielen Innenwänden in nicht unterkellerten EG ist mir noch keine einzige untergekommen, die nennenswert von aufsteigender Feuchte beaufschlagt war. Unter den Häusern ist der Boden bzw. das Planum normalerweise staubtrocken, es sei denn das irgendwo eine defekte Grundleitung unter dem Fußboden liegt.
Zusätzlich hat Ihre Wand noch eine waagerechte Abdichtung, egal ob Sie Ihnen brüchig erscheint ist sie vorhanden und kann ihren Zweck noch erfüllen.
Feuchteeintrag kann in eine Wand auch in anderer Weise erfolgen. Kondensat oder hygrische Feuchte sind solche anderen Belastungen. Gegen die helfen Abdichtungen nicht.

Wie haben Sie denn die Feuchte festgestellt, durch Messung?
Wenn ja würde mich der Wert interessieren.

Viele Grüße



Ein



Maurer war da und hat mit einem handgerät gemessen. Den Wert weiss ich allerdings nicht. Ich werde mich aber schnellstens schlau machen. Derzeit beschäftige ich mich mit dem Abschlagen des zerstörten Putz im Rest des Hauses, bestellt ist also noch nichts.
Wenn aber Kondensat dafür verantwortlich wäre, müssten dann die nassen Stellen nicht Willkürlich auftauchen? In den meisten Räumen läuft eine schönes Wellenmuster in ca. 80-100cm Höhe an den Tapeten entlang.



Antwort zur Fragestellung



Hallo noch mal,

Die Fragestellung war welche HZ-Sperre eingebaut werden sollte bzw. sinnvoll ist.

Bei Wänden aus Ziegelstein oder anderem weichen Material ist die nachhaltigste und damit wirtschaftlichste Sperre eine, welche im Sägeverfahren eingebaut wird. Wie schon geschrieben sind diese Sperren 100%ige Sperren.
Eine Wanddicke bis 50 cm beim Sägeverfahren ist bei uns dünnes Mauerwerk und i.d.R. leicht zu Sägen.
Eine Injektage wenden wir erst an, wenn das Sägeverfahren nicht möglich bzw. durch den Aufwand nicht mehr wirtschaftlich zu vertreten ist.

Zur Aussage Herrn Böttcher.
Auch Innenwände und wenn diese nur 70 mm dick sind haben in meiner Praxis teilweise verheerende Schadensbilder in Bezug aufsteigender Feuchte. bei Innenwänden in beiheitzen und bewohnten Räumen stellt sich eher selten die Frage nach Kondensat.

MfG

Jens Zinke
Zinke Bausanierungs-und Bau GmbH



feuchte Wand



Kurz gesagt Sie wissen nicht ob bzw. wie feucht die Wand ist.
Mit einem blinkenden Kästchen an der Wand kann man keine seriöse Aussage treffen.
Ich schlage Ihnen vor mal selber zu schauen ob bzw. wie feucht die Wand ist. Das geht mit ein paar einfachen, primitiven Mitteln.
Falls wie Sie glauben die Wand bis in etwa 1 m Höhe feuchtegesättigt ist können Sie das mit einem Stück Löschpapier (Klopapier geht auch) feststellen. Nehmen Sie das Papier, drücken Sie es mit der flachen Hand auf die Wand und zählen Sie bis 3. Wenn Sie dann den Abdruck Ihrer Hand auf dem Papier erkennen können ist die Wandoberfläche feucht.
Dann wissen Sie mmer noch nicht ob die Feuchte nur oberflächlich vorliegt.
Um das im Wandquerschnitt festzustellen brauchen Sie einen langen, dünnen Steinbohrer. Suchen Sie unten über dem Boden eine Lagerfuge und bohren Sie langsam mit wenig Druck und ohne Schlagbohrmodus. Betrachten Sie aller paar cm Bohrtiefe das Bohrgut. Ist es hell, staubig und lässt es sich wegblasen ist die Wand staubtrocken. Ist das Bohrgut etwas dunkler, wird es krümelig heißt das die Wand sich noch im Rahmen der Gleichgewichtsfeuchte befindet. Wenn das Bohrgut noch dunkler in größeren Teilen gefördert wird dann wird es feuchter, die Wand nähert sich der Sättigungsfeuchte. Die ist erreicht wenn das Bohrgut als krümelige Paste in den Rillen des Bohrers Kleben bleibt.
An Hand der Veränderungen können Sie feststellen welche Belastung hier vorliegt. Wird es immer feuchter je tiefer Sie bohren dann kann es aufsteigende Feuchte sein. Wird es mit größerer Tiefe trockener ist die Feuchte nur oberflächlich vorhanden.
Wenn möglich setzen Sie eine Bohrung unter und eine über die Abdichtung. So können Sie feststellen ob die Abdichtung funktioniert und ob überhaupt kapillare Feuchte vorliegt. Dann müsste der Bereich unter der Abdichtung feuchtegesättigt sein.
Im Gegenzug für meinen Tipp könnten Sie berichten, was dabei rausgekommen ist.

Viele Grüße

Auf dem Foto sehen Sie eine typische Feuchtelinie an einer Innenwand. Ursache war hier eine undichte weiße Wanne, das Wasser lief auf der Bodenplatte unter der Dämmung bis an den Wandfuß, der damit im Wasser stand. Höher kam das Wasser nicht.



Alles.........



............klar, ich werde gleich mal den Bohrertest machen und hier Meldung machen heute Abend. Danke für den Tip.



OT: Klasse Beitrag, Herr Böttcher,



habe es mir gleich kopiert, werde es bei mir auch noch diese Woche anwenden!!

Gruß
András



Sooo....



....habe den Bohrertest gemacht und bin noch verunsicherter als vorher. An einigen Stelln klebt der Staub am Bohrer, an einigen rieselt er schön runter.
Gehn wir die Frage ob Dichten oder nicht aber mal anders an. Was spricht denn dagen?
Beim Auto z.b. warten wir ja auch nicht bis es wirklich zu spät ist. Ein altes Auto wird auch vorrausschauend instand gesetzt. Wieso sollte ich ein 100 Jahre altes Haus, bei dem das Baumarterial teilweise durchaus marode wirkt, nicht prophylaktisch behandeln? Immer vorrausgesetzt das diese Mittelchen wirklich helfen (wobei wir wieder bei meiner Anfangsfrage wären). Jetzt habe ich doch alles auseinander.
Also wenn da wirklich nur der Kostenfaktor zählt...sorry das kann ich net nachvollziehen.

gruss Toni





Jetzt bin ich ja mal auf die Analyse gespannt.




nasse Wand



An welchen Stellen ist es denn feucht?
Oben, Unten?
An der Oberfläche, in der Wandtiefe?



Also



die Feuchte tritt unten auf. Der Bohrer war an manchen Wänden von vorne bis hinten verklebt. Ich mach das morgen nochmal und fotografiere das dann auch.

Nochmal zum Verständnis, mir geht es nicht vorrangig darum akute Schäden zu beseitigen. Vielmehr will ich das Haus für die nächsten X Jahre bewohnbar machen. Daher meine Anfangsfrage nach der Auswahl der Mittel und Wirksamkeit. Je nach Wetter wird demnächst am Dach b.z.w an den Übergängen zu den Wänden gearbeitet und die Aussenwände wollte ich auch ein bissel Freilegen um zu sehen was da gemacht werden muß. Und das Risiko da jetzt vielleicht 3000€ zuviel auszugeben rechnet sich wieder auf wenn ich dafür 30 Jahre meine Ruhe hab.

gruss Toni

Wie gesagt, wenn ich



Ich



war in den letzten Tagen krank und konnte leider net zur Baustelle. Allerdings habe ich Zeit gefunden mich im Netz weiter schlau zu machen und bin dabei auf die Seite von Konrad Fischer gestossen. Ich habe mich durch eine grosse Menge diese ganzen Textmassen durchgearbeitet und bin jetzt gar net mehr so sicher ob ich wirklich eine Sperre verbauen will. Ich muss mich da noch weiter durchlesen..........