Horizontalsperre für Sandsteinwand! Möglich?

20.12.2012 Lilly



Hallo ihr Lieben,

unser zweihundert Jahre altes Sandsteinhaus ist an allen Außenwänden etwas Nass ( es könnte wirklich schlimmer sein - aber dennoch nass). Im Frühjahr wollen wir eine Bodenplatte usw. machen lassen und wir kamen auf die Idee eine Horizontalsperre gegen Feuchtigkeit danach in die Wände einzubringen. Da gibt es ja z.B. die Produkte von MEM usw.

Hier meine Frage:
Wer hat Erfahrung mit diesem Verfahren in Sandsteinwänden und kann uns Tips geben von welcher Firma man es kaufen kann (ist ja doch recht teuer)

Danke schon mal
LG
Susanna





P.s. Wir dachten an die chemische Variante:
Bei der chemischen Horizontalabdichtung wird durch Injektionsverfahren geeignete Stoffe in das Mauerwerk nachträglich eingebracht und so die Feuchtigkeitsausbreitung gemindert.

:-)



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Wenn Du die Suchfunktion hier bemühst, wirst Du feststellen, dass zu diesem Thema schon seitenlang debattiert wurde.
Für solche injektionsverfahren sprechen meistens nur die, die damit handeln.

Der Gedanke, dass aufsteigende Feuchtigkeit die Wände im EG durchfeuchtet, ist insgesamt zweifelhaft. Ältere Brückenpfeiler aus Sandstein sind auch nicht dauerhaft durchfeuchtet. Selbst Brunnentröge sind nicht ständig nass.
Sandsteine gibt es natürlich in zahlreichen Qualitäten, aber allgemeinen nimmt Sandstein nur wenig Feuchtigkeit auf und ist meistens auch frostsicher.

Das Problem in Sandsteinhäusern ist vielmehr, dass der Stein gerne auskühlt und sich deswegen oft Kondenswasser bildet. dem ist mit einer Sperre (wenn sie denn überhaupt funktioniert) nicht beizukommen.

Man sollte lieber darüber nachdenken, wie man die Wand etwas wärmer bekommt.

Gruß G





Hallo G ....

Danke für deine Antwort. Wir dachten auch daran die Fußbodenheizung dicht an der Wand entlang zu legen um diese im Winter dauerhaft etwas warm zu halten.
Die Wände sind ja auch nicht klatsch nass und vielleicht reicht das ja auch.

Grüße
Susanna



Hallo Susanne,



ich halte nix davon, um das mal ganz klar zusagen.

Ich kann Euch empfehlen Baustoffe mit hohem Trocknungspotential einsetzen.(Kalk Lehm und die entsprechenden Farben)

Auch würde ich schauen, dass die Aussenwände nich mit nassen Erdreich in direktem Kontakt sind. Ein Kalkdämm- und Entfeuchtungsputz kann ggf. der richtige Putz sein.

Auch eien thermische Horizontalsperre ist eine Möglichkeit.

Grüße





wir wollen auf jeden fall einen speziellen Sanierputz für Sandstein auftragen, der helfen soll, die Wände trocken zu halten.
Ich denke, wir werden diese Sperre dann mal weg lassen.
Danke für deine Antwort

Susanna





ps. wir wollen außen um das Haus (soweit mögl.) einen Abfluss legen, damit das Regenwasser, das von unserem schräg liegenden Hof kommt, nicht mehr an das Haus ran laufen kann.



Wo



soll denn der Sanierputz hin, aussen?

Grüße aus Koblenz



hallo,



es gibt da einige möglichkeiten sich ihres problemes anzunehmen,die allerschlechteste davon ist die einer einbringung von irgendwelchen injektionen oder gar das aufsägen ihrer Sandsteinwand um danach mit brachialgewalt lustige bleche eintreiben zu können.

ich rate ihnen also sich das ganze von einem fachmann vor ort erläutern zu lassen.sollte dieser auch nur ansatzweise zu einem der oben angeführten verfahren raten dann können sie direkt den nächsten zu rate ziehen.

ursache finden,konzept erstellen,ausführen und nachhaltigkeit sicherstellen.dann sollte es funtzen.





Hallo,
also der Sanierputz kommt erst einmal innen an die Wand (Haus außen, wird erst nach Einzug oder mit Dachsanierung gemacht). Einen Meter vom Boden aus hoch und dann Kalkputz.

Unser Bauingenieur, der auf alte Gebäude spezialisiert ist, meint, das Sanierputz und den Abfluss den wir um das Haus legen und die Bodenplatte und die Fussbodenheitzung, bei unserer geringfügigen Nässe ausreicht. Es sind wirklich nur kleine stellen und immer nur in den Ecken. Selbst bei dem sehr vielen Regen in den letzten Tagen, ist es nur etwas mehr geworden.

Danke für eure Antworten.



richtig abdichten



ja hallo erstmal, ich freue mich nach langer Pause mal wieder dabei zu sein und stelle an Hand der Tipps fest das alles beim alten ist.

Susanne, der liebe Gott würfelt nicht -hat Albert Einstein gesagt. Wenn Du das beherzigst kann eigentlich nichts schief gehen.

MEM, sog. Kali Methyl Silikonat -eine Verkieselung. Ich bin immer erstaunt das diese Brühe immer noch angeboten wird. Allein das Wort Kali also Kalium ein Salz welches mit der Luftkohlensäure (CO2) im Mauerwerk zu Kaliumcarbonat reagiert und stark hygroskopisch ist. Diese Salze sind wieder schwer loszuwerden. Mit Verkieselungen, also Wasserverdickung baut man sich Wärmebrücken ein die zu Kondenswasser führen,Schimmelwachstum wird möglich und dann hält das Zeug nichtmal lange(2-3 Jahre).

Denke immer daran die Ursache für das aufsteigen zu beheben, also dem Baustoff das aufsaugen von Wasser abzugewöhnen ohne die Baustoffporen zu versiegeln, dass geht schonend nur chemisch und dabei sind die angebotenen Produkte sowas von unterschiedlich und zufriedenstellend das man sich hier schon gut auskennen muss.

Da Putze die Ursache nicht beheben sonder das Problem nur kaschieren geht das wohl durch den Rost. Gefügezerstörung kann zu schwerwiegenden statischen Problemen führen -habe soetwas schon reparieren müssen und nasse Häuser trotz und mit "Kästchen" habe ich auch trocken gelegt.

Willst Du Wärmedämmung und kein Kondenswasser kommst Du an einen lufttrockenen Baustoff nicht vorbei. Das Bild zeigt eine laut Mieter behandelte Wand. 1 cm höher war die schon wieder trocken. Die Verkieselung brach zusammen und das Kaliumcarbonat setzt sich in einer bestimmten Putzhöhe ab und zieht die Luftfeuchte an so das der Teil immer nass ist. Der Putz musste also ausgetauscht werden, jetzt ist wieder gut.

Horizontalsperre in Sandstein ist möglich und anzuraten denn auch Frostschäden gibt es nur mit Wasser. Abklären wieviel Anteil Kondenswasser am Feuchteproblem hat. Verantwortlich hierfür können auch die gute Wärmeleitung des Sandsteins sein aber idr. ist es aufsaugende Feuchte die zur Wärmebrücke wird.

Viel Glück bei der Sanierung, tipps nur wenn gewünscht -hab ich bei Fachwerk gelernt. grins.



so,



einen tipp noch damit wenigstens meinem gewissen genüge getan wurde...fragen sie ihren bauing. doch mal wo er die ursachen sieht und woraus sich seine annahme der richtigkeit seiner maßnahme begründet...jedes haus ist anders anders und verlangt nach einer individuellen Beurteilung der vorherrschenden situation!...

also nix da nach dem motto: das hat bis jetzt immer so geklappt!

ich rate ihnen dem genauestens auf den zahn zu fühlen denn meiner ansicht nach hört sich das nach 08/15 an...

ein rat am schluss: finger weg von irgendwelchen chemischen mittelchen für baukünstler die eine neigung zur zauberkunst entwickelt haben und sich ihre eigenen illusionen glaubhaft machen können.

vor 200 jahren gab es keine chemischen keulen dieser art und an ihrem haus sollten die wenn machbar auch heute keine anwendung finden. viel glück



chemische Keule



... das mit den chemischen Keulen ist immer so ein grauß, da muss man nur mal an ein Supermarktregal gehen um sich einen Jourgurt zu holen. Nur Chemie, was essen Sie denn so?

Das soll nur mal zeigen wie unsinnig allgemein verwirrend der Begriff chemische Keule ist. Bauchemie ist ein Handwerkszeug um dem Baustoff zu helfen vom Menschen gewünschte Eigenschaften zu erreichen. Nach meiner persönlichen Meinung ist das absolut legitim wenn für den Nutzer/Gebäude keine negativen Ereignisse folgen sondern seinen vom Menschen gewünschten Eigenschaften unterstützt.

Die aufsteigende Feuchtigkeit durch eine wirksame Horizontalsperre zu stoppen ist dagegen äußerst sinnvoll. Schaun Sie sich die ganzen Gebäude mit defekter Sperre an, die Natur zerstört die Bausubstanz auf vielerlei Art. Das zu stoppen unterstützt den Nutzen des Gebäudes. Wenn der Sandstein nass ist bewegt sich das Wasser in dessen Kapillaren und sorgt für verstärkte Wärmeleitung (Kälte/Wärme). Wenn der Sandstein trocken ist werden in den Kleinstporen Luft/Gase sein die ein sehr schlechter Wärmeleiter sind und so nützlich gegen Schimmel, Wärmebrücken, Frostschäden, chemische Reaktionen mit den Salzen aus dem Grundwasser usw. sein können.

Ich bin sicher vor 200 Jahren gab es noch ganz andere chemischen Keulen, wenn man die heute vorhandenen zur Verfügung hätte, würde man die bevorzugt auch nehmen.


Upps, ich sehe gerade das jemand meine Meinung für einen Verstoß gegen die Forumsregeln hält. Bitte zeigen Sie Ihr Gesicht und verstecken sich nicht hinter der Anonymität. Nutzen Sie bitte dafür die Möglichkeit auf meiner Profilseite und erklären mir bitte wo dieser Verstoß stattgefunden hat um den in Zukunft zu vermeiden. Vielen Dank.



Horizontalsperre



Hallo Lilly,
das Bild zeigt die Turmmauer aus Sandstein einer ca. 800 Jahre alten normannischen Burg in der Bretagne bei Ploubezre.
Die Mauer steht im Wasser, nur die Fugen leiten etwas Wasser ein paar cm kapillar nach oben. Natursteine haben viel geringere Porenräume als Ziegel. Ohne Poren keine kapillare Wasserleitung. Die Fugen als Transportmedium sind je nach Ausführung des Mauerwerks mir ihrem geringem Querschnitt vernachlässigbar. Wenn der äußere Sockelbereich von Spritzwasser wie bereits angedacht geschützt wird ist die so oft zitierte "aufsteigende Feuchte" kein Thema. Was bleibt ist aber Kondenswasserausfall und hygrische Feuchte als weitere möglichen Ursachen.
Dagegen hilft keine Injektion und keine Hydrophobierung.

Viele Grüße



Diese



Häuser stehen seit fünfhundert Jahren im Wasser ohne Horizontalsperre .

Grüße Martin