Wärmedämmung Bruchsteinwand

13.05.2006



Hallo,

ich beabsichtige einen Umbau u. zwar Wohnraumerweiterung
( Schlafzimmer)in eine Scheune. Die Außenmauern sind aus
Bruchstein u. ca 50 cm dick und sehr saugfähig (bröseliger grober sandhaltiger Mörtel.)Die Fassade soll von außen erhalten bleiben.
Wie kann ich am besten von innen eine Wärmedämmung anbringen
ohne daß es zu Feuchtigkeitsbildung u. Schimmel kommt.
(Problematik des Taupunkts)?
Wer kann mir weiterhelfen ?

vielen Dank



wenn Sie in das neue Zimmer



ein Strahlungs-Heizsystem (z.B. Fußleistenheizung oder Temperierung) einbauen, ist eine Außenwanddämmung nicht notwendig.Dämmen Sie gut die Decke drüber und den Fußboden.
Die Bruchsteinwände können wahlweise mit Kalk-oder LehmWärmedämmputz geputzt werden.





Nicht von innen dämmen, Heizleisten sind indirekte Strahlungsheizkörper, sie erwärmen das Mauerwerk, daß dann widerum Wärme in den Raum strahlt.
Wenn die Bruchsteine so kaputt sind, das einfaches ausbessern nichts bringt sollten Sie eher eine dünne Backsteinmauer innen vormauern. Dämmungen von innen sind grundsätzlich nachteilig für das Gebäude.



Innendämmungen



sind bei weitem nicht son Teufelszeug, wie man oft lesen kann. Aus Gründen der sparsamen Energieverwendung geht eben manchmal kein Weg dran vorbei.
Möglich ist jede kapillaraktive Dämmung, die hilft, eventuell anfallendes Kondensat und sonstige Feuchtigkeit aus der Taupunktebene kapillar (=schnell) nach innen zu befördern. Die Diffusion mit Tauwasseranfall ist ein sehr langsamer Vorgang. Tauwasseranfall kann es deshalb nur rechnerisch, unter Berücksichtigung der Bauteileigenschaften aber tatsächlich nie geben.
Dämmung könnte bestehen aus:
- Holzweichfaserplatten
- Wärmedämmputz (innen)
- Schilfrohrmatten
- Calciumsilikatplatten
weitere Möglichkeiten sind nicht ausgeschlossen.



Innendämmungen



sind bei weitem nicht son Teufelszeug, wie man oft lesen kann. Aus Gründen der sparsamen Energieverwendung geht eben manchmal kein Weg dran vorbei.
Möglich ist jede kapillaraktive Dämmung, die hilft, eventuell anfallendes Kondensat und sonstige Feuchtigkeit aus der Taupunktebene kapillar (=schnell) nach innen zu befördern. Die Diffusion mit Tauwasseranfall ist ein sehr langsamer Vorgang. Tauwasseranfall kann es deshalb nur rechnerisch, unter Berücksichtigung der Bauteileigenschaften aber tatsächlich nie geben.
Dämmung könnte bestehen aus:
- Holzweichfaserplatten
- Wärmedämmputz (innen)
- Schilfrohrmatten
- Calciumsilikatplatten
weitere Möglichkeiten sind nicht ausgeschlossen.

Alle Strahlungsheizungen beseitigen zwar Probleme mit feuchten Wänden sehr effektiv, leisten aber keinen Beitrag zur geforderten Primärenergieeinsparung.

Gutes Gelingen



@Herrn Beckmann, mein Kommentar zu:



"Tauwasseranfall kann es deshalb nur rechnerisch, unter Berücksichtigung der Bauteileigenschaften aber tatsächlich nie geben"
Wenn Ihre Meinung zutreffen würde, könnten viele Altbau-und Fachwerkbesitzer mit Innendämmungen aus Gipskartonplatten mit Dampfbremsen/Dampfsperren ,dahinter Dämmstoffe wie Mineralwolle,Glaswolle,Styropor gekoppelt mit Konvektionsheizsystemen (Heizradiatoren)etc...sehr viel Geld sparen. Doch die alltägliche Sanierungspraxis zeigt mir täglich viele, viele Bauschäden, gerade weil eine Innendämmung in gutem Glauben an Energiespareffekte eingebaut wurde. Sicherlich kann eine bessere Dämmstoffwahl mit kapillaraktiven Naturbaustoffen den Tauwasserausfall mindern. Ob das theoretisch bei einer "schimmeligen" Stall-Bruchsteinwand mit Konvektionsheizung funktioniert muß ich -auch aufgrund praktischer Projekterfahrungen-bezweifeln.



Tauwasser



Wenn das Tauwasser über die Jahre schon zu Kernkondensat geworden ist, das die Wand über das Aufnahmevermögen hinaus gesättigt hat und jetzt munter aus der Wand sprudelt, dann denke ich mal, wird man erst einmal die Wand trocknen. Notfalls eben künstlich.
Soviel zum Sanierungsablauf.
Anschließend passiert das mit einer richtig gemachten Innendämmung garantiert nicht mehr. Die freilich ist auf eine trockene Wand aufzubringen.



Innendämmung



@Herr Schillberg,
springen sie doch mal über ihren Schatten, bringen sie nach dem raussreissen der unsachgemässen Innendämmung mal eine "richtige" auf.
Jemand wie Herrn Beckmann hätte ich mir früher gewünscht; Ich wollte mich nicht mit einer Heizungsrechung von 2000 Eur / Jahr abfinden (Ziegel-Altbau) jetzt ist es weniger als die Hälfte und der Wohnkomfort ist unvergleichlich besser.
Es herrscht auf dem Gebiet der Innendämmung leider gähnende Leere in Punkto Fachwissen und praktischer Erfahrung, dafür aber um so mehr "Esotherik".
Herr Beckmann, stellen sie doch mal Referenzen ins Netz, um hier mal aufzuklären.



e-mail an:khförster



hallo Herr Föster:ich hätte einige Fragen zu Ihrem eigenen Sanierungsrojekt:
-welches Heizsystem haben Sie neu eingebaut?
-welches Heizsytem war vorher im Haus?
-welche Art der Innendämmung haben Sie neu eingebaut?
-wie hoch waren Ihre Sanierungsinvestitionen?



email an Herrn Schillberg



-welches Heizsystem haben Sie neu eingebaut?
Keine Änderung - daher kann ich die Auswirkung der Dämmmassnahme gut beurteilen
-welches Heizsytem war vorher im Haus?
wie jetzt auch: Gasheizung mit Radiatoren.

Statt teilw. Einscheibenverglasung jetzt Wärmeschutzverglasung in abgedichtetem Altbaufensterrahmen.
Verbrauch Heizung + WW:
vorher: 283 kwh/m2 (vorher Aufzeichnungen aus 2 Heizperionden)
danach: 121 kwh/m2 (2 Heizperioden)

Anmerkung:
den Anteil des WW-Verbrauchs kann ich leider nicht genau ermitteln - vergleichen müsste genau genommen den Verbrauch abzüglich des WW-Verbrauches.
-welche Art der Innendämmung haben Sie neu eingebaut?
Mineralschaumplatten, rechnerischer U-Wert vorher/nachher 1,54/0,51, Laibungen mit Kalziumsilikatplatten.
-wie hoch waren Ihre Sanierungsinvestitionen?
um es deutlich zu sagen - hoch: 6100 Eur (Aufbringung/ Spachteln/ Silikatfarbenanstrich in Eigenleistung) + 1600 Eur für Verglasung. Ich hoffe die Gaspreise steigen, damit sich die Investition schneller amortisiert ;)



@Herrn Förster



danke für die Beschreibung Ihrer Sanierungsmaßnahmen.
Eine vergleichbare Energiekostensenkung kann erreicht werden durch Einbau eines wohngesunden Strahlungs-heizsystems ohne zusätzliche Styropor-Innendämmung.
Interessant wäre zu ermitteln, wie sich in Ihrem Haus die Luftfeuchtigkeitsschwankungen und Staubaufwirbelungswerte nach der Sanierung verändert haben.



Energiekostensenkung von über 50% ohne Dämmung ? - niemals



Nach dem Energieerhaltungssatz geht die Energie bekanntlicherweise nicht verloren, aber verdünnisiert sich unweigerlich, wenn sie nicht ein wenig daran gehindert wird.

Ohne jegliche Dämmmassnahme eine vergleichbare Einsparung nur mit einem "Strahlungsheizungssystem" (das ist meines genauso ;) ) bei gleicher Raumtemperatur zu erzielen ist physikalisch unmöglich!

Warum nennen sie Styropor? Mineralschaum ist kein Styropor sonder ein rein mineralischer Baustoff.



seit wann bezeichnen Sie Radiatoren als Strahlungsheizsystem?



Radiatoren erzeugen überwiegend Konvektionswärme,d.H.
wie eine unsichtbare Walze wird die warme Luft durch den beheizten Raum gewälzt und mit Ihr der Hausstaub.



Nicht ausweichen, Herr Schillberg



Sie haben behauptet, 50% Energieersparnis nur mit Heizleisten zu erzielen, und jetzt will ich wissen wie das geht.

Wenn sie garantieren, das ich jetzt noch zusätzlich sagen wir mal 40% Energie spare, dann reisse ich meine Radiatoren sofort raus.