Außenwand

06.04.2021 Geist Kurt

Außenwand

hallo an alle,
kann mir jemand hierbei helfen? Die Wand auf dem Bild ist die Nordwand eines Zimmers in unserem Haus (unbekanntes Baujahr , aber vor 1806, da wir wissen, dass da das Haus geteilt wurde und zwar unten längs und oben quer, kein Denkmalschutz). Die Wand hat sich hohl angehört, also hab ich mal geschaut, was dahinter ist. So kam das dann zum Vorschein. Auf der Wand war eine Lattenkostruktion angebracht, diese flächig mit Streckmetall benagelt und 3cm verputzt. Meine Frage ist nun, wie verfahre ich weiterhin? Ich würde die Gefache mit Kalkmörtel Verputzen (Trasskalk oder einfach Kalkputz oder was anderes?). Die Fachwerkbalken waren anscheinend ursprünglich farblich gestalltet, aber das nur nebenbei. Wie verfahre ich danach weiter (Innendämmung ja oder nein, wenn ja, mit was?) Von Aussen ist die Wand verputzt, mit einem unglaublich harten, dunkelgrauem Zementputz, ich hab angefangen, den abzumachen, hab dann aber aufgehört aus Angst, mehr Schaden als Nutzen anzurichten. Über Antworten wäre ich sehr dankbar. Freundliche Grüße Kurt



Wandkonzept



was hast Du denn generell mit Deinen Wänden vor ? Innendämmung ? Oder ist das die einzige Fachwerkwand? Was für eine Heizung ist da/ bzw. geplant?



Außenwand



Das ist die einzige Fachwerkaussenwand im Erdgeschoss, die Innenwände bestehen aus Fachwerk mit Stakenhölzern und Lehm, andere aus Ziegelsteinen oder Mischung aus Sandstein und Ziegelsteinen. In diesem Raum ist noch kein Fußboden vorhanden. vorher war 20cm Beton auf gestampftem Erdboden \ Lehm. den Beton haben wir raus gemacht. jetzt ist Schaumglasschotter drin. es soll ein Dielenboden rein. Die Leitungen für eine Gasheizung sind an der Außenwand entlang verlegt. Die Decke besteht aus Stakenhölzern zwischen den Deckenbalken und Lehm, Stakenhölzern teilweise gebrochen, deshalb musste ich einen Teil der Lehmdecke entfernen. Balken und Mauern sind trocken, Erdboden war unter dem Beton auch trocken. Die Stakenhölzern sind\waren aus Zitterpappeln mit Rinde, deshalb Holzwurmparadies, kein Bock, auch nicht in den Deckenbalken. das Obergeschoss besteht aus Fachwerk, Kiefer. für guten Rat wäre ich dankbar, Kurt



Marode Fachwerkwand sanieren



Bei dem Zustand sollte zuerst einmal die Stabilität der Wand untersucht werden und ob es nicht u.U. sinvoller ist, diese komplett zu erneuern, bevor weitere aufwendige Maßnahmen ergriffen werden.
Der Pfosten scheint ja am Fuß weitestgehend verrottet und das Mauerwerk ebenfalls marode zu sein

Foto der Gesamtansicht von innen und außen hilft weiter



Marode Fachwerkwand sanieren, die Zweite



Nicht nur der Pfosten, auch die Schwelle scheint mehr oder weniger nicht mehr vorhanden zu sein......
Und wenn doch wird sie so wie es auf dem Bild aussieht nicht mehr lange da sein.
Von innen und außen zu gemörtelt, von unten aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Natursteinfundament, das macht kein Balken lange mit.

Ohne die Details zu kennen, kann ich nur aus Erfahrung sagen, dass es (fast) unmöglich ist einen harten Kalkzementputz von einer Natursteinausfachung runter zu klopfen, ohne die Ausfachung selbst zu zerstören, bzw. so viel zu lockern, dass sie raus fällt.

Nur um die Schwelle austauschen zu können muss die "Bude" sowieso ab-/unterstützt werden,
von daher gebe ich Andreas recht, wenn er hinterfragt ob es nicht sinnvoller, weil einfacher und kostengünstiger ist die Wand komplett zu erneuern......wenn es sowieso die einzige und dazu noch vollflächig zu verputzte Fw-Außenwand ist. Es also auf die Optik auch nicht ankommt.



Außenwand



Danke für die Antworten, wäre es Eurer Meinung nach akzeptabel, wenn ich die Schwellen nach und nach herausnehme und ausmauere sowie den Pfahl bis ins intakte Holz herausschneide und ebenfalls ausmauere? über Antworten würde ich mich freuen, Grüße Kurt



Re: Außenwand



Deine Frage: "....wäre es Eurer Meinung nach akzeptabel, wenn ich die Schwellen nach und nach herausnehme und ausmauere....."
Nein, die Schwelle ist die Basis des gesamten Fachwerks, die die Ständer "in ihren Positionen" hält.
Statisch gesehen wirkt die auch als Zuganker, der vor allem die Eckpfosten davon abhält auseinander zu "grätschen", um es mal bildlich auszudrücken. Du müsstest stattdessen einen durchgehenden, auf Zug belastbaren, d. h. mit durchgehenden Eisen armierten Ringanker auf den Natursteinsockel betonieren, in dem alle Pfosten verankert sind. Dazu müsstest du ebenfalls das Haus mit Jochen und Stützen hoch halten.
Um die Joche und Stützen einzubauen müsstest du an den entsprechenden Stellen die Ausfachungen ausräumen. Durch das Ausräumen der Gefache würden höchstwahrscheinlich mindesten die benachbarten Ausfachungen ebenfalls lose werden und mehr oder weniger raus fallen.
Erste Frage: Was bleibt dann noch übrig?
Zweite Frage: Wer, wenn du nicht selbst, würde dir so etwas machen?

Vorschlag: Bevor du dir weitere Gedanken über eine Erhaltung/Reparatur machst, lege erst mal alle Balken überall frei, damit du auch überall sehen kannst was Sache ist.
Zumindest die linke Strebe ("Diagonale") sieht auf dem Foto auf Höhe des mittleren Riegels jetzt schon nicht mehr besonders toll aus. Es würde mich nicht wundern wenn von der unten auch nichts mehr da ist.



Fachwerksanierung



Ohne Gesamtansicht lassen sich kaum Sanierungsmöglichkeiten beurteilen.

Bei derartigem Mauerwerk und Zustand der bisher sichtbaren Hölzer sollte vor einer partiellen Reparatur
doch zuerst einmal alles untersucht werden- anschließend entscheiden wie weiter vorgegangen wird.



@ Andreas



Genau!



Außenwand



Vielen herzlichen Dank für die Antworten, das klingt alles nicht sehr ermutigend. Jetzt muß ich überlegen, wie ich weiter vorgehe



Wandsanierung



Foto der Gesamtansicht von außen und möglichst auch von innen fehlt.

Klarheit ist doch immer ermutigend-
auch wenn diese einen Abriß der Wand bedeutet.

Die Frage ist wie langfristig deine Lösung sein soll-
in den USA genügt's wenns bis zum nächsten Hurricane hält-
bei uns wird meist für etwas länger geplant




Aussenwand-Webinar Auszug


Zu den Webinaren