Trockenbau ja oder nein

23.08.2019 Firla



Unser Altbau (ca 1911) besitzt Backsteinwände. Momentan verputzt mit einer sandfarbenen, grobkörnigen Masse, die bröckelig wirkt. Auf dieser Masse sind 3 Lagen Tapeten, die sich recht gut lösen lassen.
Unser Plan: alles runter. Neu Verputzen mit Kalkputz o. Kalkzementputz. Fliesenspiegel in der Küche. Bad ebenso nur Putz + Fliesen im Nassbereich.
Wir wollen möglichst viel selber machen und uns wurde zum Trockenbau geraten. Nun lese ich so oft, das Rigips nicht gut fürs Klima sei, Schimmelprobleme etc. Gäbe es gute Alternativen? Gerade auch fürs Bad?





Das Haus wurde zur bauzeitlich mit Kalkputzen ausgestattet, diese hatten zumeist deutliches Überkorn. Man kann bei dieser Ausführung von kraft- und kapillarschlüssigen, mineralischen Putzen bleiben. Diese tradierten Baustoffe harmonieren auch in Bezug auf ihr Feuchteverhalten gut miteinander.

Auch müssen die Putzflächen zumeist nicht vollständig abgeschlagen werden. Sondern können wieder tragfähig hergerichtet, ausgebessert und mit neuem Oberputz fertiggestellt werden. Kann auch Anfänger nach Einweisung gut selber machen.

Ansonsten empfehlen sich beispielsweise Holzwolle- oder Lehmplatten als "alternative" Trockenbaustoffe, die besser auf Holzkonstruktionen befestigt werden und können dann mit Putzen aus Lehm oder Kalk beschichtet werden.



Danke



für die ausführliche Antwort. Sollten wir den alten Putz tatsächlich dran lassen können, wäre das für uns natürlich auch rein zeitlich eine prima Sache.
Wie können wir herausfinden aus welcher Substanz der alte Putz tatsächlich besteht? Gibts es Möglichkeiten? Kann ein Maurer dies beurteilen?





Dem Baujahr und der Beschreibung kann man entnehmen das es sich um Kalkputz handelt. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden Kalkputze fast ausnahmslos eingesetzt. Der Putz war häufig mit groben Überkorn versehen und wurde mit einem dünnen (Fein-) Schweißputz versehen. Im Prinzip werden Kalkputze bei Kontakt mit Säure aufschäumen.

Wie gesagt, es wird Vorteile bringen die Flächen mit artgleichen Material zu renovieren. Da auf dem Markt seit langem Produkte aus Gips oder Zement mit Kunststoffzusätzen dominieren, ist es oft schwierig auf Nachfrage nach traditionellen Kalkputzen ein vernünftiges Angebot zu erhalten.

Bestenfalls im "Ökobau" hat sich das wieder etabliert. So das sich insbesondere bei kostenbewussten Ansätzen die (angeleitete) Eigenleistung zumeist als guten Weg herausstellen wird. Auch beim preiswerten Einkauf von Materialien gerät man schnell auf Umwege.