Holzboden im Souterrain möglich?

24.07.2005



Hallo, wir besitzen zwar kein Fachwerkhaus, aber eine Stadtwohnung über zwei Etagen. Ein Teil der unteren Etage liegt halb im Erdreich (wir sehen sozusagen die Beine der vorbeigehenden Leute an unserem Fenster ...)

Die Vorbesitzer haben ein großes Zimmer, 40qm, (war früher vor 100 Jahren eine Backstube) mit Rigipsplatten verkleidet, den Fliesenboden mit einem Belag (Spachtelmasse?) verkleidet, Spanplatten darauf getan und einen Laminatboden (hellgrau und fürchterlich aussehend) zur Krönung obenauf verpasst.

Da wir an einem der Fenster Schimmel entdeckt hatten, riet uns der Baubiologe, die Rigipsplatten abzureissen, was wir getan haben. (In einem Eck war tatsächlich Schimmel hinter der Ripipsplatte den wir mit Wasserstoffperoxyd behandeln werden.) Jetzt klafft zwischen dem Laminat- samt Unterbauboden eine Lücke von ca. 5 cm. Da der Laminat ohnehin nicht schön aussieht, möchten wir den Boden gerne ersetzen.

Meine Frage: kann man eine Massivdielenboden in dieser Raumhöhe (Souterrain) bedenkenlos verlegen? Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Holzböden im Untergeschoß Probleme mit der Feuchtigkeit haben.

Wir haben ausser den Rigipsplatten, auf einer Seite den Gips entfernt und das alte Backsteinmauerwerk freigelegt, ein Dielenboden würde schön aussehen. Ein Angebot, das ich gesehen habe, war ein Industriedielenboden Lärche für ca. 10 Euro/qm (leider müssen wir sparen ... denn die Decke muss auch saniert werden - da wo der Backofen war, hat die Hitze die Decke ziemlich angegriffen)

Könnte man den Dieleboden für eine Weile schwimmend liegen lassen, bis er sich akklimtisiert hat und nach einem Jahr dann festmachen? Oder ist es besser ihn gleich festzunageln?

Welche Alternativen habe ich?

Bitte nicht raten die Fliesen freizuspachteln - das tun wir gerade im Flur und ist wahnsinnig zeitaufwändig - für das Zimmer wären wir Wochen am freispachteln.

Schon mal Danke im voraus.

Susanne





Hallo Susanne,
in einer Souterrain ist es erst recht besser, Naturmaterialien zu verwenden. Damit regelt sich der feuchtigkeitsaustausch viel besser.Deshalb Holzdielen anstatt Laminat. Ob sie leiden hängt von der Oberflächenbehandlung ab. Nur Ölen schlage ich vor.
Wenn die Rigips-Platten sonst keinen Schaden nahmen, dann ist auch Holz unbedenklich, denn die Gipsplatten sind in Sachen Feuchtigkeit viel empfindlicher.
Zur Verlegung des neuen Dielenbodens kann ich Euch leider keinen Tipp geben. Eine Eingewöhnungsphase zu lassen und dann erst richtig befestigen, ist immer gut.
Die Entscheidung diese Rigips-Platten herauszunehmen war baupysikalisch sicher eine gute Entscheidung.



Eingewöhnungsphase



Hallo miteinander,
das hängt von der Feuchte der Dielung ab. Die ist messbar.
Sollte sie zwischen 9 und 7% liegen ist nicht mit einem starken Schwinden zu rechnen.
Bei einer höheren Feuchte sollte man davon ausgehen, daß sich stärkere Fugen bilden.
Damit kann man leben oder die Dielung nochmals aufnehmen und neu verlegen.
Bei schwimmender Verlegung massiver Dielung habe ich so meine Bedenken.
Ich würde u.U. auf dem Fliesenboden eine Lattung aufdübeln und darauf die Dielung genagelt oder geschraubt verlegen. Dadurch wäre auch die Dielung, wenn man rundum eine Fuge lässt, ausreichend unterlüftet.
Das Wiederaufnehmen der Dielung macht sich bei verschraubter Verlegung warscheinlich besser.
Grüße Lukas



Hm ...



der Fliesenboden ist mit einer Spanholzplatte verlegt worauf jetzt im Moment noch der Laminatboden liegt - darauf könnte man die Dielen verkleben oder nageln. Müssen wir die Spanplatte wirklich mit einer Lattung ersetzen?

Die angebotenen Dielen haben 10 - 12 % Restfeuchte, von daher bin ich ziemlich unsicher.

Im Moment überdenken wir noch einen Industrieparkettboden - die gibts auch schon relativ günstig. Den würden wir auf die Spanplatte (die ist ca. 2 cm stark) verkleben.

Grüße
Susanne



Die Spanplatte,



hallo Susanne,
liegt ja schon eine Weile. Da wäre es ratsam, deren Feuchte einmal zu messen. Darüber kann man eine Aussage treffen, ob die ganze Geschichte für einen weiteren Aufbau geeignet ist.
Grüße Lukas



Feuchte



Vor der weiteren Überlegung würde ich eine Messung der Ausgleichsfeuchte unterhalb der Spanplatte vornehmen lassen, um zu überprüfen, ob von unten (aus dem Erdreich) mit erhöhter Feuchtigkeit zu rechnen ist. Was sich unterhalb der Spanplatte befindet ist wahrscheinlich unbekannt!? Ich würde es jedenfalls nicht riskieren, dass die Spanplatte weggammelt. Evtl. heißt es dann raus mit dem alten Aufbau, Feuchtesperre einbringen und dann den Dielenboden einbringen.



Unter der Spanplatte



ist ein Fliesenboden, welcher mit einer Spachtelmasse? ausgeglichen wurde um eine gerade Fläche zu bekommen. So die Auskunft von einem der Vorbesitzer. Das Zimmer ist Unterkellert, also kein Erdreich darunter. Wir werden die Feuchtigkeit in der Spanplatte aber auf jeden Fall messen, bzw. messen lassen. Der Baubiologe hatte ein Gerät dabei, weiß jemand wie das heißt und wo man es kaufen kann?

Danke
Susanne



Hydromette



nennt sich soetwas z.B. und der Hersteller Gann.
Kosten wird das ab 200€. Für den einmaligen Gebrauch kann man sich soetwas beim Parkettleger, Tischler oder Zimmermann leihen. Eigentlich sollte jeder, der mit Holz arbeitet soetwas haben.
Grüße Lukas



Dank sei dem Werkzeugverleih



in meiner Nähe. Ein Hydrometer gibts dort für 7,50 zum Ausleihen.

Die Suche nach einem Verleih lohnt sich.