Sockel mit aufsteigender Feuchtigkeit (Backstein), freigelegt, was nun?

18.06.2007



Der Sockel am Fachwerkhaus wurde von Zementfarbe (Typ Heizölauffangwanne) und Zementputz befreit, er atmet nun wieder. So bleiben kann er nicht, da häßlich. Der erste Probeverputz (Sand-Weißkalkhydrat), den ich schon öfter verwendet habe, löst sich nach einem 3/4 Jahr, bröselt einfach runter, vor allem im untersten Bereich. Folge des ständig mehr oder weniger feuchten Mauerwerks? Ist möglicherweise noch eine Grundierung auf den Steinen, hilft ggf. eine mechanische Vorbearbeitung? Welcher Putz hält ohne zu versiegeln? War das Mischverhältnis falsch?



die bewährte "Schippe Zement"



vor allem für die 877 Fachwerkler, die die Frage schon aufgerufen haben, aber auch keine Antwort wußten: mein Versuch mit der Beimengung der altbekannten "Schippe Zement" war erfolgreich, soweit das nach einem halben Jahr zu beurteilen ist. Feuchtigkeitsdiffusion ist noch immer gewährleistet. Den unschönen Farbveränderungen durch Wandnässe/Wasserränder/mineralische Ablagerungen wurde duch Imitation von Sandsteinen unter Verwendung verschiedenfarbiger Sande begegnet. Ein Tip für Nachahmer: eine schön natürlich profilierte Oberfläche erreicht man durch lockeres Einreiben von grobkörniger Blumenerde in die noch frische "Stein"-Oberfläche. Nach (und auch schon während) der Trocknung die Erdpartikel mit Drahtbürste vorsichtig teilweise wieder herausbürsten, farblich hell abgesetzt "verfugen" - fertig ist der Sandsteinsockel.



Vorsicht bei solchen Ratschlägen !



Die Blumenerde die man nicht mehr herausholen kann, wird bei genügend Feuchtigkeitsaufnahme aufquellen und den Anstrich absprengen. Zudem kann es passieren, das die Blumenerde wegen der Feuchterückhaltung ihrer humosen Anteile, und auch ihrer zersetzenden Bakterien wegen, der Ausgangspunkt für Moos-und Algenbefall im Sockelbereich ist! Deswegen soll man zum Putz anmischen und Farbe verdünnen auch kein Regenwasser, Brunnenwasser oder abgestandenes Wasser aus Fässern verwenden! Auch damit bringt man Bakterien ein die einen Moosbefall hervorrufen können ! Dann bleibt nur noch die Behandlung mit Algiziden !