Dämmung bei Schlackenstein

13.05.2009



Hallöchen,
bin neu im Forum, finde es irre spannend und versuche das jetzt auch mal mit Fragen, wäre nämlich dringend für mich, da ich mich in Sachen Bau nur sehr begrenzt auskenne und das jetzt aber für die Familie managen muß :-0.

Also: unser Haus wurde 1921 erbaut, ist wohl definitionsgemäß ein Fachwerkhaus, Sockel aus Beton mit Bruchstein, Wandfächer mit Schlackenstein gefüllt. Die Fassade hat diverse Schäden (aufgeplatzter Putz, Risse) und die Frage ist halt, ob wir gleich "energieeffizient" dämmen und die Zuschüsse mitnehmen. Heizung und Dach sind bereits vor 7 Jahren modernisiert worden, Dachgeschoß ist grade in Arbeit (schwitz) und mit Miwo gedämmt, Fenster werden wir auf jeden Fall dieses Jahr machen, vielleicht auch Kellerdecke (geht nur teilweise, da wir einen großen Gewölbekeller haben).

Nach Lektüre der Forumsbeiträge scheint Schlackenstein gar nicht mal so schlecht zu sein, während Fassadendämmung für das Holz ja doch einige Risiken birgt und nicht gerade billig ist. Fragen: Gelten die Bedenken in punkto Fassadendämmung auch bei Schlackenstein? Lohnt sich der Aufwand energietechnisch wirklich angesichts der anderen Maßnahmen? Es geht nicht nur ums sture Rechnen nach Euro, aber ich finde, Aufwand und Sinn sollten in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, oder? Wäre dankbar für Tips, bitte sprachlich etwas einfacher, da ich von Bauphysik, Taupunkt und so was herzlich wenig Ahnung habe.



energieeffizient dämmen ...



"...die Frage ist halt, ob wir gleich "energieeffizient" dämmen und die Zuschüsse mitnehmen"

Hallo Kleopatra,

das sollte nicht der wichtigste Lösungsansatz sein. Das was Ihr vorhabt und z.T. bereits umgesetzt habt mag vielleicht energieeffizient sein, ob es Euch und dem Bau dabei gut geht ist eine andere Frage.

Ihr braucht eine umfassende Abstimmung der Abfolge und Ausführungsart von Euren Einzelmaßnahmen. Diese Abstimmung muss jemand machen der mit der Sanierung von Altbauten nachweislich Erfahrung hat.

Z.B. ist es für mich ein Eigentor, wenn Ihr die Fenster dieses Jahr modernisiert (ich unterstelle mal energieeffizientes Iso-Glas) und die Wände aus Fachwerk mit Bruchsteinmauer noch so lasst wie sie sind. Das führt zu Feuchteschäden in der Wand.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Hallo, Frank,



freut mich, dass Du auch hier etwas zu sagen hast, habe in Bezug auf Dielenböden schon einiges von Dir gelesen.

Wir haben schon eine Energie-Beraterin (Schornsteinfegerin), aber ich wollte einfach auch selbst Infos sammeln und bin dann auf diese Dämmungs-Diskussion gestossen. Mir war nicht klar, dass auch nur der isolierte Einbau von Fenstern bereits zu Feuchtigkeitsschäden führen kann. Seufz - das ist alles ganz schön komplex!

Vom Wohnklima her kann ich bisher nicht jammern, alles okay. Aber wir haben im Moment noch einen Verbrauch von 180 kWH/qm (wenn ich richtig gerechnet habe), und das finde ich schon zu viel. Soweit es der Geldbeutel zulässt, sind wir gemäßigt umweltfreundliche Gutmenschen ;-) und würden an der Ecke halt schon was verbessern, wenn es geht und sinnvoll ist.


Also, aus Deiner Erfahrung würde Dämmen unbedingt zu den Fenstern dazu gehören? Und das jedenfalls nicht mit Styropor oder Polyurethan, richtig?

Grüßle aus dem Ländle,



Verbrauch ist OK



Hallo Kleopatra,

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- Dies ist durchaus ein realer/normaler guter Durchschnittswert. Und wenn dies der Wert für die letzte Heizsaison wäre, würde ich diesen Wert sogar als sehr gut bezeichnen.

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- Um Energie einzusparen, gibt es fast unzählige Möglichkeiten. Die sinnvollste, abzuarbeitende Reihenfolge wäre:

1. Alte Heizung überprüfen, einstellen lassen
2. Heizgewohnheiten überprüfen, verbessern.
3. Günstigeren Anbieter wählen
4. Nicht mit T-Shirts rumlaufen und Temperatur um einen Grad absenken.
5. Unbenutzte Zimmer auf überschlagen halten.

Weitere kleinere Außenmassnahmen nur für Tüfftler(kann man machen, muss man nicht):

6. Im Winter an der Südseite nicht für Verschattungen sorgen durch immergrüne Pflanzen. Eine Südverschattung verhindert kostenlosen solaren Gewinn durch Fenster und Außenwand.

Weitere drastischere Maßnahmen:

7. Für weniger Innenvolumen sorgen.
8. Eine dichtere Außenhülle.
9. Neue Heiztechnik/modernere Heizanlage
10. Bauliche Maßnahmen: Außenflächen verringern.

Zu Punkt 10 Eine kompakte Bauweise ist immer von Vorteil. Ein altes Haus besitzt eine solche Kompaktheit selten bis gar nicht. Damit müssen Sie leben. Viele wollen aber auch damit leben, es geht schließlich hier um die Liebe alter Gemäuer. Sie haben sich entschieden ein solches Haus zu kaufen und zu bewohnen, mit den Vor- und Nachteilen.

Es gibt mit Sicherheit noch weitere Spar-Vorschläge. Der Mensch hat Erfindungsreichtum, so sagt man.


Gruß
Alexander Zima



180/qm



doch Herr Zima, ein "guter" Wert. Na wenn Sie diesen Wert als gut bezeichnen, dann werden manche Antworten von Ihnen verständlich. Wenn der Wert "gut" sein soll, dann brauch man sich wirklich nicht um eine Dämmung der Außenhülle bemühen, davon raten Sie ja immer ab.
Auch der Hinweis, die Temperatur zu senken ist eine "schöne" Idee. Damit erhöht man nämlich das Kondensatrisiko an den dünnen Fachwerkwänden.

Gruß Patrick Neika.



Tja,



ich weiß schon, die Diskussion Dämmen hin oder her ist alt und letztendlich wohl mit Argumenten nicht entscheidbar. Wir überlegen einfach mal weiter...

@ Alexander:
Meine Fleece-Weste ist zwischen Oktober und Mai mein am meisten gebrauchtes Kleidungsstück, wir achten schon auf solche Sachen, daher kommt ja der "relativ" niedrige Wert. Aber danke für die Meinung.

@ Patrick:
Was meinen Sie denn also zur Dämmung auf den Schlackenstein? Bisher haben wir vom Maler /Restaurator den Vorschlag, Mineralwolle drauf zu machen. Von Holzfaser ist er nicht begeistert, weil er von dem Putz, der dann drauf muß, nix hält. Er will lieber Kalkputz drauf machen, was sich für mich erst mal gut anhört.



Kurz und Bündig



@Kleopatra
„daher kommt ja der "relativ" niedrige Wert. Aber danke für die Meinung.”

- Ihr Verbrauchswert liegt im statistischen Mittelfeld.

Ein modernes Einfamilien Haus verbraucht im Jahr 23.000 KWH Gas.
(Quelle Stadtwerke Metzingen, GasAblesung, Durchschnittswerte aller Einfamilienhäuser mit Dämmung)

Bei einer angenommenen 130 QM Wohnfläche wären dies 177 KWH/QM bei einem modernen Haus nach EnEv Vorschrift.
Sie hatten 180 KWH/QM angegeben.

„Aufwand und Sinn“ und „energieeffizient“ sind von Ihnen gewählte Worte, die für mich auch wichtig wären. Mir viele sie eben nur nicht im Zusammenhang mit einer Außendämmung ein.
Entschuldigen Sie bitte.

---

@ Herr Neika
"Na wenn Sie diesen Wert als gut bezeichnen, dann werden manche Antworten von Ihnen verständlich."

- Sie haben mich falsch zitiert. Es muss heißen „Na wenn Sie diesen Wert als realen/normalen guten Durchschnittswert bezeichnen, dann werden manche Antworten von Ihnen verständlich“


"Auch der Hinweis, die Temperatur zu senken ist eine "schöne" Idee. Damit erhöht man nämlich das Kondensatrisiko an den dünnen Fachwerkwänden."

- Aber doch nicht bei 20 Grad Innentemperatur. Ich habe „T-Shirt“ und „Temperatur um einen Grad absenken“ sogar extra für Sie in einen Satz verpackt.


Gruß
Alexander Zima



RICHTIG heizen



Hallo Kleopatra!

Wichtig auch bzgl. Verbrauch: RICHTIG heizen.

Falsch: "Lufterhitzer-Heizung"
Richtig: Hüllflächentemperierung

Info hier:
http://www.konrad-fischer-info.de/7temper.htm

Grüße



Liebe Kleopatra,



unser Dämmgegner Herr Zima mag 180 KWh/qm i.O. finden, ich finde es nicht. Weiter weiß ich nicht, was er mit einem modernen Einfamilienhaus meint. Die Wärmeschutzverordnung von 95 schrieb einen Wert bis max. 100 vor.
Ich liege bei knapp unter 100 und durch den wärmebrückenfreien Vollwärmeschutz habe ich stets angenehme Außenwandtemperaturen und ein angenehmes Wohnempfinden. Deshalb interessiert mich auch nicht, wann sich mein WDVS amortisiert, mein Fassade mußte eh gemacht werden und auf kalte Außenwände und Kondensatprobleme hatte ich keinen Bock. Ich gebe dir den Rat, für eine Außendämmung zu sorgen. Hol dir einen versierten Berater, der was von Altbau versteht. Ich selbst bin bei der Materialverwendung flexibel, wichtig ist, daß die Anschlüsse sauber gemacht sind.
Du kannst aber auch Herren Zima und Fischer glauben, daß die Sonne deine Bude im Winter heizt und das Masse dämmt. Zu deren Interpretationen der Physik sag ich mal nix.

Gruß Patrick.



Na, die Herren



diskutieren engagiert, vielen Dank! Hab ich schon gemerkt, dass da viel Herzblut dran hängt. Hilft sehr zur Meinungsbildung, ist aber manchmal auch ein bißchen verwirrend, muß ich zugeben.

@Alexander und Patrick: Nein, nein, das ist ja genau der Punkt. Die Fenster müssen raus, das ist klar. Die Fassade ist auch bald fällig, auch klar. Grundsätzlich sehen wir durchaus eine Verantwortung für die Umwelt, aber der Geldbeutel hat seine Grenzen. Die Entscheidung zwischen Dämmen und Nicht-Dämmen zieht halt einen Rattenschwanz von weiteren Fragen (Fenster vorversetzen, Sprossen? Wo die Rolläden, Erhalt von Absätzen und sichtbaren Balkenköpfen, Veranda, Steinsimse, wie krieg ich mein Auto an der gedämmten Wand vorbei in die Einfahrt, etc.) nach sich, die keineswegs kostenneutral sind. Wäre es unter Umständen nicht vielleicht besser für die Umwelt, nicht zu dämmen, keine Feuchtigkeitsprobleme zu riskieren und z.B. das Geld für die Entsiegelung des Hofs verbunden mit Setzen einer Zisterne und Regenwassernutzung zu verbinden?

Wenn Dämmen sinnvoll ist, dann tun wir das. Aber wir sind noch nicht wirklich überzeugt, deshalb finde ich das Forum auch sehr wichtig!

Ähm, 36cm Schlackenstein sind nicht wirklich dünn, oder?

Trotz allem nochmal Herzlichen Dank für die angeregte Diskussion!

Grüßle Kleopatra



Falsch hier !!!



@Kleopatra

Ich finde es echt das Letzte, auch nur ansatzweise Forumsbeteiligte gegenseitig anzustacheln und ein solches Thema als private Spielwiese zu missbrauchen.

Wenn Sie unterhalten werden wollen, dann gehen sie ins Kino.

Alexander Zima



Hey, mal langsam,



es war nie meine Absicht, jemanden anzustacheln. Habe nur den Eindruck, dass sich gewissermassen bereits Fronten gebildet haben. Es ist schwierig, als Neuling da durchzusteigen. Ich wollte nur Infos und Anregungen und wollte mich dafür bedanken, dass ich die bekommen habe. Leider nicht so eindeutig, wie es mir lieb gewesen wäre, aber das ist wohl halt so bei dem Thema.

Kein Grund, gleich in die Luft zu gehen!

Kino wäre sicher unterhaltsamer und auch einfacher. In Star Trek haben die all unsere Probleme nämlich schon gelöst...

Live long and prosper!

Kleopatra



36 cm Schlackenstein?



Laut Frage war das doch das Material der Gefache: "Wandfächer mit Schlackenstein gefüllt". was habt denn ihr für eine Fachwerkwand?

Gruß Patrick.



Hallo, Patrick,



Naja, ich schrieb ja schon, unser Haus ist definitionsgemäß ein Fachwerkhaus. Leider keins mit Aussenfachwerk - Esslingen ist da ja wirklich herrlich - aber immerhin!

Der Bauherr war damals der Bezirkskaminfegermeister und hat sein Häusle in mehrerer Hinsicht seehr solide gebaut. Die Mauerbreite bezieht sich auf EG und OG, im Dachgeschoß beträgt sie nur noch 14 cm. Da musste das Kindermädchen hausen... Dachgeschoß haben wir deshalb mit Miwo gedämmt, war kein Lehmputz.

Bezüglich dem Schlackenstein lass ich jetzt mal einen Physiker ran, der mir den U-Wert ausrechnet. Nach meinen Recherchen ist die Wärmeleitzahl von Schlackenstein nämlich deutlich niedriger, als der Wert, der in dem Softwareprogramm der Energieberaterin statistisch zusammengerechnet angegeben ist. Mal sehn...

Grüße, Cleo